Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: 3DS eShop

< zurück

Fractured Soul

Jump 'n Run

23.02.2013

Autor: Mario Kablau

 

 

Wo bin ich und was mache ich hier?

 

Einige von euch erinnern sich vermutlich noch an die Zeiten, also Videospiele zwar eine Geschichte hatten, diese aber nur im Handbuch kurz umrissen wurde. Bei Super Mario Bros. war es zum Beispiel nicht von alleine klar, dass eine übergroße Schildkröte eine Prinzessin entführt hatte und man selbst ein Klempner war, der von links nach rechts laufen oder schwimmen muss, um sie zu befreien. Bei New Super Mario Bros. hingegen wird die Geschichte in einem epischen Video vor Spielbeginn direkt ausführlich, Live und in Farbe gezeigt. Das ist natürlich nur ein (schlechtes) Beispiel, denn heute ist die Geschichte immer häufiger ein direkter Konkurrent des Gameplays, wenn es darum geht, die Spieler zu begeistern. Was ich damit sagen will: Eine gute Story kann auch ein mittelmäßiges Videospiel aufwerten. Aber was passiert mit einem mittelmäßigen Spiel, wenn es zwar eine Geschichte hat, die aber so gut versteckt ist, dass man sie nicht einmal im Handbuch finden kann?

 

Okay, Handbuch ist etwas unfair, denn Fractured Soul ist ein Download-Titel für den Nintendo 3DS, der daher logischerweise weder eine hochwertige Plastikverpackung noch ein in Graustufen ausgedrucktes Handbuch hat, nach dem sich in 20 Jahren die sammelwütigen Hardcore-Fans die Finger lecken können. Dennoch wäre es schon, wenn man bei einem Spiel wüsste, warum man das tut, was man tun muss. Bei Fractured Soul weiß man das nicht, sondern ist wieder da, wo man schon bei Super Mario Bros. vor 30 Jahren war: Man läuft von links nach rechts, weil man sonst halt nichts anderes tun kann...

 

Dabei hat die Geschichte eigentlich Potential, Spieler mitzureißen. Es geht um ein Testsubjekt, das gefangen genommen wurde und einige Experimente durchleben musste. Das Ergebnis ist eine gespaltene Seele in zwei Dimensionen derselben Welt und die Aufgabe des Spielers ist es, dem Gefängnis zu entkommen. Doch leider bekommt man davon so gut wie nichts mit, während man im Spiel von links nach rechts läuft und dabei sein Bewusstsein mal im einen und mal im anderen Körper hat. Wirklich schade! Aber hey, vielleicht reißt das Gameplay das Ruder noch mal herum?

 

 

Wieso gibt es mich zwei Mal und warum ist die Welt so komisch?

 

Das Gameplay ist relativ simpel und eine Mischung aus Jump ’n Run und Action. Man läuft mit seinem Charakter von links rechts, springt über Abgründe und besiegt Gegner, um ans Ziel eines jeden Levels zu kommen. Allerdings besteht jedes Level hier aus zwei Dimensionen, wobei eine auf dem unteren und die andere auf dem oberen Bildschirm dargestellt wird. Per Knopfdruck kann man seine Seele zwischen den beiden Dimensionen und damit den beiden Bildschirmen hin und her wandern lassen und so entweder den einen oder den anderen Charakter steuern.

 

Dabei bewegen sich aber beide Figuren stets vollkommen synchron durch die beiden Welten, so dass man sich schon fragen kann, was dieser ganze Quatsch eigentlich soll. Nun: Ist man in der oberen Dimension, dann bleibt unten nur ein Schatten zurück, gibt es als unten ein Hindernis, das es oben nicht gibt, dann kommt man so daran vorbei. Oder wenn zum Beispiel oben eine Leiter aufhört, geht sie unten zufälligerweise genau an dieser Stelle weiter.

 

So wechselt man ständig hin und her, um sich dem Ziel Schritt für Schritt zu näheren. Im weiteren Spielverlauf kommen dann auch noch Gegner dazu, die man in beiden Dimensionen besiegen muss, um vorbei zu kommen oder auch bewegliche Plattformen, die nur in einer Welt existieren, so dass man schnell und zielgenau springen und hin und her wechseln muss, um nicht zu sterben. Ein weiteres Feature sind unterschiedliche Gravitationen bzw. Levels, die zur Hälfte unter Wasser sind. So bewegt sich ein Charakter langsamer und fällt auch nicht so schnell zu Boden, bzw. kann weiter springen. Auch das muss man logischerweise zu seinem Vorteil nutzen, um weiterzukommen.

 

Auch wenn sich die Entwickler noch mehr als nur das haben einfallen lassen, wird es für meinen Geschmack doch etwas zu schnell langweilig. Das liegt nicht nur daran, dass man die Ganze Zeit eben immer und immer wieder dasselbe macht, sondern auch daran, dass man später ziemlich viele Stelle mehrfach spielen muss. Die Rücksetzpunkte sind nämlich teilweise sehr unfair gesetzt, so dass man einige schwere Stellen am Stück meistern muss, was irgendwann nur noch nervt, wenn man die vierte Herausforderung einfach nicht schafft, und dann jedes Mal 1-3 noch mal wiederholen muss, bevor man es erneut versuchen kann.

 

Genau das hat bei mir dazu geführt, das Spiel nicht zu Ende zu spielen. Irgendwo um 70 Prozent kamen mir diese Stellen einfach zu häufig vor und aus Angst um das Wohlbefinden meines 3DS habe ich dann lieber aufgehört. Vor allem aber sollen Videospiele ja Spaß machen und das hat es ab einem gewissen Punkt einfach überhaupt nicht mehr. Schade!

 

 

Technik, Umfang und Steuerung!

 

Optisch gefällt mir das Spiel auf den ersten Blick ganz gut, je länger ich gespielt habe, desto weniger hat sich dieser Eindruck jedoch bestätigt. Es mangelt an Abwechslung und an irgendetwas wirklich Sehenswertem für die Augen. Die Levels sehen alle so gleich aus, dass man das Gefühl hat, man würde immer und immer wieder denselben Level spielen.

 

Akustisch ist es ähnlich mau, man könnte sogar sagen: langweilig. Ich habe das Spiel nach ein paar Levels meistens nur noch ohne Ton gespielt, weil mir im Zug der Aufwand, die Kopfhörer aus dem Rucksack zu kramen zu groß war, dafür dass ich dann etwas anderes zu hören bekam als die Gespräche der anderen Bahnfahrer.

 

Was den Umfang angeht kann man sich für ein Download-Spiel wirklich nicht beklagen. Dadurch, dass man manche Levels zu 80 Prozent immer und immer wieder spielen muss, kommt man nur langsam vorwärts und sieht so nur langsam mehr von den insgesamt 60 Levels. Das ist für einen Download-Titel sehr ordentlich, allerdings ist die Länge nicht alles, wie wir sicherlich alle wissen. ;)

 

Die Steuerung ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits klappt das meiste gut, andererseits sind die Tasten teilweise wirklich dämlich belegt, so dass man es gar nicht vermeiden kann, sich immer wieder zu verdrücken. Warum liegen z.B. bei beiden häufig gebrauchten Funktionen so weit auseinander? Im Eifer des Gefechts sind da Fehler vorprogrammiert. Und da man leider nichts daran ändern kann, wurde hier nicht wirklich ein Blumentopf gewonnen. Zumindest für mich nicht.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Fractured Soul hat mich im ersten Moment so sehr angesprochen, dass ich es mir sofort heruntergeladen habe. Je länger ich gespielt habe, desto weniger Lust hatte ich allerdings. Die Idee ist zwar gut, sie wurde aber höchstens mittelmäßig umgesetzt und außerdem haben die Entwickler scheinbar vergessen, die spannende Story auch sinnvoll ins Spiel mit einzubauen. So bleibt mir nur zu sagen, dass sich der Download für mich nicht gelohnt hat, wer aber frustresistent ist und Bock auf ein etwas anderes Jump ’n Run hat, der kann durchaus mal einen Blick riskieren. Erwartet aber kein episches Meisterwerk, das euch den Kopf explodieren lässt.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

schwach

55%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

10.01.2013

Developer

Endgame Studios

Publisher

Endgame Studios

Nintendo Points

8

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskale für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes