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Reviews: 3DS eShop

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Color Zen

Puzzle

25.07.2014

Autor: Lukas Strübig

 

Wenn es um simple aber vielseitige Spielkonzepte geht ist sich der Indie Markt um keine geniale Idee verlegen. Color Zen ist wohl das beste Beispiel für diese Prämisse, welches nach seinem Start auf Smartphones nun auch im eShop seinen Eintritt gefunden hat.

 

 

Bildschirm Feng-Shui

 

Das Spielprinzip von Color Zen ist mit dem Titel des Spiels eigentlich schon erklärt. Man muss die Farben ins Gleichgewicht bringen. Das ist alles. So wird dem Spieler in jedem Level ein kleines, abstraktes Bild gegeben, welches nur aus farbigen Formen besteht. Gelbe Dreiecke, grüne Quadrate, blaue Kreise, solche Sachen. Treffen sich zwei gleichfarbige Elemente, breiten sie sich über den Hintergrund aus. Ziel ist es, das gesamte Bild einfarbig zu gestalten.

Das ganze hört sich etwas zu leicht an, ist es aber nicht. In vielen Leveln hat der Rahmen des Bildes eine feste Farbe, weshalb man darauf achten muss, eben diese Farbe zuletzt aufzulösen, in anderen Leveln befinden sich Farben in anderen Farben und müssen so nacheinander aufgelöst werden und um dem ganzen noch den letzten Schliff an Komplexität zu geben weisen Schwarz und Weiß noch einmal ganz eigene Verhaltensformen auf.

 

Nun wirkt Color Zen auf den ersten Blick zwar kreativ und interessant, aber nicht allzu besonders. Und das ist es auch nicht. Es bietet zwar sehr viele Level, die in ihrer Schwierigkeit und Komplexität immer weiter ansteigen, sowie verschiedene Modi mit leicht anderen Regeln oder visuellen Mottos, aber eine großartig andere Erfahrung als das allmorgendliche Sudoku oder Kreuzworträtsel bietet es nicht. Es ist ein einfaches, kleines Rätselspiel welches sich aber dennoch in einem Punkt stark von seinen Genrekollegen unterscheidet.

Und das ist das sehr offene Game Design. Man merkt Color Zen einfach an, dass der Entwickler dem Spieler sehr viel Freiheit lassen wollte. Die Level sind zwar bis zu einem gewissen Punkt konstruiert, das müssen sie ja auch sein um dem Spieler neue Mechaniken beizubringen und den Schwierigkeitsgrad langsam und stetig zu steigern, doch sind sie eben nicht von vorne bis hinten durchdacht. Und das ist gut so. Color Zen präsentiert dem Spieler weniger Rätsel oder Herausforderungen, die gemeistert werden müssen, sondern mehr Probleme, die gelöst werden wollen. Anders als in vielen anderen Rätselspielen fehlt hier eben die Unsichtbare Wand die einem den Weg zu einer einfachen Lösung versperrt, oder dieses eine, unverrückbare Element welches gerade eingeführte Spielmechaniken wieder ausschaltet weil sie jetzt doch wieder ungelegen sind. (Und ich gucke dabei dich an, Portal: Prelude!)

Wenn man in Color Zen ein neues Level beginnt, versucht man nicht den Gedankengang des Designers nachzuvollziehen oder den Roten Faden im Design zu finden, dem man nun brav folgen muss. Stattdessen löst man sein Problem auf einem von vielleicht zehn Wegen. Weil einem das die Spielmechaniken eben erlauben. Und wenn endlich der gesamte Bildschirm in einer Farbe aufleuchtet ist man nicht froh, dass man die Erwartungen eines Entwicklers erfüllt, sondern eben auf seine Weise seine Lösung gefunden hat. Man bekommt ein echtes Gefühl von "Das habe ich geschafft", welches nicht von einem "weil ich so vom Design geführt wurde" überschattet wird.

 

 

Farben, und nur Farben

 

Über die Grafik von Color Zen muss man nicht großartig reden. Im Prinzip besteht sie nur aus Farben. Man sieht blaue Kreise und grüne Dreiecke, manchmal sogar das eine oder andere Orangene Rechteck. Hin und wieder wird damit sogar ein schönes kleines Motiv dargestellt.

Schön ist das Spiel allerdings dennoch, denn die Farben an sich sind nicht knallig oder poppig modern, sondern erinnern etwas an die gedämmteren Töne alter Farbfernsehre und damit schlussendlich an die ersten Atari Konsolen. Ich weiß, die Indie Szene spielt die Retro Violine schon sehr lange und langsam ist niemand mehr bereit zu ignorieren dass sie das meistens aus reiner Bequemlichkeit tun. Aber hier haben wir eben ein Spiel das per Definition nur aus Farben besteht. Und das bisschen Nostalgie hat dann eben mehr Charakter als wenn es einfach nur Farben wären.

 

Zu kritisieren wäre schon eher der Soundtrack, welcher ein wenig zu Szenig daher kommt und einem die Siebziger etwas zu hart aufs Ohr drücken will, ohne dabei auf das Retro-Indie typische Chip-Gedudel zu verzichten. Es schafft schon eine gewisse Atmosphäre, nur hat man eben auch sehr schnell genug davon.


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Fazit

Color Zen ist ein Rätselspiel für nebenbei, ja. Doch die interessante Idee gepaart mit einem sehr offenen Game Design hebt es von den anderen Nüssen, die es auf einer Zugfahrt zu knacken gibt, ab. Wer also etwas braucht um immer wieder ein paar Minuten tot zu schlagen hat hier genau das, was er sucht.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

76%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

05.06.2014

Developer

Cypronia

Publisher

Cypronia

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskale für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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