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Reviews: DSiWare

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Oscar in Toyland

Jump 'n Run

04.11.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Ein komischer Kauz im Spielzeugland!

 

Klassische Jump 'n Runs für DSiWare sind zur Zeit noch extrem rar gesät, stattdessen findet man haufenweise Zaubertricks, Uhren, Taschenrechner und Puzzlespiele. Doch dieses klassische Genre kommt einfach noch viel zu kurz. Das dachten sich wohl auch die Entwickler bei Virtual Playground und haben Oscar in Toyland auf den DSi gebracht. Ursprünglich kam das Spiel 1992 für Amiga, SNES und PC heraus und wurde für DSiWare nicht verändert. In diesem klassisch-westlichen Titel schlüpft ihr in die Rolle einer komisch aussehenden Figur und steuert diese laufend und springend durch diverse kunterbunte Levels. Dabei sucht man sowohl eine Geschichte als auch irgendeine Art von Charakterentwicklung vergeblich, es spielt sich fast schon wie ein Arcade-Spiel.

 

Nachdem man sich für eine Sprache entschieden hat – diese Wahl muss man nervigerweise übrigens bei jedem Spielstart treffen, was für mich einen Punktabzug zur Folge hat – geht es auch gleich los. Oscar steht in einer Art Haus mit 15 Türen, wovon jedoch nur 14 offen sind. Dahinter verbergen sich die 7 Levels und 7 Bonusbereiche sowie die finale Sektion. Man bewegt ihn einfach mit dem Steuerkreuz vor eine der offenen Türen und drückt nach unten, um den Bereich zu betreten. Hier erwarten den Spieler dann jeweils drei recht kleine Areale zu einem bestimmten Thema. Das Ziel ist es jedoch nicht, bloß das Ende zu erreichen, sondern eine vorgegebene Anzahl an Baby-Oscars zu finden und sich dann zum Zielpunkt zu begeben.

 

Die kleinen Figuren sind wild über das kleine Areal verstreut und müssen einfach nur eingesammelt werden. Dazu bewegt man Oscar per Steuerkreuz und springt mit der B-Taste. Wird man von einem Gegner getroffen, dann verliert man 1/3 von einem seiner drei Herzen, bleibt aber einige Sekunden unverwundbar. Sind alle Herzen weg oder stürzt man in einen Abgrund, verliert man ein Leben und muss das Areal vom letzten Speicherpunkt aus erneut angehen. Verliert man alle Leben, dann ist das ganze Spiel vorbei und man muss dort wieder anfangen, wo man zuletzt gespeichert hat. Automatisch gespeichert wird im Spiel gar nicht, man muss da im Haus schon selber dran denken. Zum Glück gibt es aber eine „Wiederholen“ Funktion, so dass man nur das letzte Level noch mal von vorne beginnen muss, wenn man einmal alle Leben verloren hat.

 

Viel mehr hat das Spiel nicht zu bieten. Man sammelt Punkte und Baby-Oscars und spult ein Areal nach dem anderen ab. Dazwischen kann man in die Bonus-Level gehen, wo man aber auch wieder nur Punkte sammelt, hier allerdings auf Zeit. Wie gesagt, eine Geschichte oder irgendeinen anderen Rahmen sucht man leider absolut vergeblich.

 

 

Steuerung und Technik

 

Dass man als Spieler quasi einfach nur ein paar quietschbunte Levels ohne Rahmenhandlung vorgesetzt bekommt, kann man ja noch einigermaßen verschmerzen, schließlich überzeugen auch die Mario-Titel nicht gerade durch immer wieder neue und Innovative Handlungsstränge. Was bei einem Jump 'n Run aber essenziell ist, ist die Steuerung und die ist hier gründlich in die Hose gegangen.

 

Zwar ist es denkbar einfach, eine Figur über das Steuerkreuz durch eine zweidimensionale Umgebung zu bewegen, allerdings ist hier alles so unglaublich schwammig und träge, dass es einfach keinen Spaß macht. Sobald man eine Richtungstaste loslässt, bleibt der kleine Kerl nicht etwa stehen, nein, er rutscht noch ein ganzes Stück weiter, fast wie Super Mario, wenn er sich auf Eis bewegt. Das macht präzise Sprünge ziemlich unmöglich. Ebenso rutscht Oscar schon bei einer nur leichten Schräge von alleine bergab, so dass es sehr schwer ist, mal Ruhe einkehren zu lassen. Dazu bewegen sich noch haufenweise Gegner in den Arealen und die zu treffen ist quasi ein Glücksspiel. Da hört es mit dem Spielspaß leider extrem schnell auf.

 

Die technische Seite ist ähnlich schwach. Zwar sind die Levels schön bunt und verursachen nur bei längerem Starren auf eine Stelle Augenkrebs, aber es gibt insgesamt so gut wie keine Abwechslung, kaum sehenswerte Texturen oder Hintergründe und so gut wie keine Effekte. Dadurch, dass alles ziemlich überladen wirkt, entsteht zwar kein langweiliger oder starrer Eindruck, aber optisch ansprechend ist Oscar in Toyland keinesfalls.

 

Auch musikalisch wird der Titel keinen Blumentopf gewinnen, dafür sind die gefühlten zwei Melodien weder gut gelungen noch gut gemacht. Es ist klar, dass man bei einem kleinen, heruntergeladenen Spiel keine epischen Musikstücke erwarten kann, aber dass es auch anders geht, hat zum Beispiel Mario vs. Donkey Kong schon bewiesen.


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Fazit

Oscar in Toyland ist ein netter Versuch, das Genre Jump 'n Run auf DSiWare zu bringen, der aber leider als gescheitert gewertet werden muss. Zwar gibt man nur ein paar Euro dafür aus, bekommt aber leider so gut wie keinen Spielspaß geboten. Es gibt keine Hintergrundgeschichte, grafisch und musikalisch ist der Titel höchstens Mittelmaß und die Steuerung wurde in den Sand gesetzt. Man kann sein Geld also mit Sicherheit auch besser ausgeben, es sei denn, man will unbedingt ein quietschbuntes westliches Jump 'n Run haben, dass sich nur sehr schwammig steuern lässt...

Grafik

schwach

Sound

schwach

Steuerung

schwach

Spielspaß

schwach

45%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

28.08.2009

Developer

Virtual Playground

Publisher

Filematch Ltd.

Nintendo Points

800

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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