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Reviews: DSiWare

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Flipnote Studio

Sonstiges

12.11.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Daumenkino auf dem Nintendo DSi

 

Während sich Nintendo und andere Publisher bei den Titeln für WiiWare auf mehr oder weniger echte Spiele konzentrieren, gibt es für DSiWare seit einer Weile auch ganz normale Anwendungen oder Apps, wenn man diesen Begriff von einem anderen tragbaren Gerät klauen will. Eine davon ist das kostenlose Flipnote Studio, mit dem man kleine Daumenkino-Filme selber herstellen kann. Das ist so gut gemacht, dass sie sich eben nicht nur deshalb für alle DSi-Besitzer lohnt, weil sie kostenlos ist, sondern weil es einfach Spaß macht, eigene Filme zu erschaffen; sofern man denn ein Talent dafür hat. Doch das Programm bietet noch viel mehr als nur das.

 

Im Hauptmenü des Spiels präsentieren sich dem interessierten Regisseur drei Optionen: Flipnotes ansehen und Flipnotes erstellen sowie das Flipnote Hatena. Sinnvollerweise muss man natürlich zunächst welche erstellen, bevor man sie sich ansehen kann, weshalb ich mal damit anfange. Gesteuert wird alles per Touchpen auf dem unteren Bildschirm, unterstützt durch ein paar Tasten, die bei der Auswahl der Werkzeuge helfen. Am Anfang sitzt man vor einem weißen Bildschirm. Wie jeder kreative Kopf, der etwas erschaffen will, muss man nun dieses weiße Blatt mit tollen Inhalten füllen, womit auch gleich klar ist, dass Flipnote Studio in erster Linie für Menschen gemacht ist, die sich auch kreativ austoben wollen und können.

 

Also zeichnet man munter drauf los und füllt die erste Seite, also den Start der Flipnote. Über das Steuerkreuz blättert man Seite für Seite durch die Zeichnungen durch und bekommt auch immer noch schwach angezeigt, was auf den Vorseiten zu sehen ist. So entsteht Bild für Bild ein selbstgemachter Film. Damit man nicht alles selbst zeichnen muss und auch komplexere Formen leicht Einzug in den eigenen Film finden, gibt es natürlich weitere Werkzeuge. So kann man zum Beispiel bestimmte Muster auf den Bildschirm packen, Fotos der DSi Kamera einfügen und bearbeiten, Farben ändern und vieles mehr. Die Möglichkeiten sind also beinahe grenzenlos.

 

Doch was wäre ein Film ohne Musik und Effekte? Deshalb kann man das Mikrofon des Handhelds nutzen, um die Flipnote akkustisch zu untermalen und bekommt dazu sogar noch einige Effekte geliefert, so dass man den Ton sogar verändern kann. Auch hier steht und fällt alles natürlich mit der Kreativität des Nutzers. Am Ende muss man nur noch festlegen, wie schnell die einzelnen Zeichnungen abgespielt werden soll und schon ist der erste eigene Film fertig. Man wird zwar einige Zeit brauchen, um zu lernen, wie man mit den ganzen Tools am besten umgeht und welche Möglichkeiten sich bieten, jedoch macht gerade das den kreativen Prozess so spannend. Wenn man eine Idee für einen Film hat, dann bietet einem das Programm dazu in der Regel alle Dinge, die man braucht.

 

 

Filme für die ganze Welt

 

Eingangs habe ich erwähnt, dass man im Hauptmenü drei Punkte angeboten bekommt. Hat man eine Flipnote gespeichert, was natürlich auch auf einer SD-Karte möglich ist, dann kann man sie sich jederzeit wieder ansehen. Doch was bringt ein kreativer Erguss, wenn man diesen sonst niemandem zeigen kann, wenn man ihm nicht den DSi unter die Nase hält.

 

Daher gibt es die Möglichkeit, Filme in das Flipnote Hatena per Wi-Fi Connection hochzuladen, um sie der ganzen Welt zu zeigen. Von dort aus lassen sie sich auch ganz leicht an anderen Stellen einbinden, zum Beispiel bei Twitter, Facebook und in allen möglichen Foren. Wenn man nicht möchte, dass der Film von Jedermann gesehen werden kann, dann schickt man ihn einfach per WFC an einzelne Personen. Hier haben die Entwickler wirklich an alles gedacht. Nicht zuletzt kann man sich dort kreativen Input für die eigenen Filme holen.

 

Das Hatena ist, für Nintendo völlig untypisch, sehr umfangreich, benutzerfreundlich und kreativ ausgefallen. Sonst versuchen sie ja immer, alles möglichst so eingeschränkt wie möglich zu machen, um ja nicht in die Gefahr zu kommen, dass jemand das System missbraucht. Hier erwarten den kreativen Zeichner oder interessierten Gucker jedoch sinnvolle Möglichkeiten und eine sehr übersichtlich strukturierte Menüführung. So kann man sich zum Beispiel über den Punkt "Alle Flipnotes" die derzeit beliebtesten Kurzfilme ansehen. In der Kanalliste findet man neun Themenblöcke, so dass man schon etwas konkreter vorgehen kann. Mit dabei sind zum Beispiel Übungen, die Anfängern helfen sollen, Tiere, Strichmännchen, Kamera und Spiele. Im Nutzerbereich kann man das eigene Profil anpassen, seine Favoriten verwalten und Flipnote-Freunde aufgelistet sehen. Natürlich kann man die gesehenen Filme auch kommentieren und bewerten. Da bleiben keine Wünsche offen. Alleine im Hatena kann man sich Stunden um Stunden aufhalten und genießen, was andere kreative Köpfe erschaffen haben. Vielfalt und Qualität sind echt unglaublich, wobei es natürlich auch weniger gelungene Filme gibt.

 

Um euch die Möglichkeiten des Programms mal live vorzuführen, haben wir hier drei gut gelungene Beispiele eingebaut. Viel Spaß damit!


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Fazit

Keine Frage, Flipnote Studio ist einer der besten Gründe, warum man sich einen DSi zulegen sollte. Es ist ein extrem gut gelungenes kostenloses Programm mit scheinbar unerschöpflichen kreativen Möglichkeiten. Allerdings braucht man auch die nötige Geduld, um sich mit dem Interface vertraut zu machen, bevor man Flipnote Studio wirklich umfassend nutzen kann. Doch Übung macht bekanntlich den Meister und hier lohnt es sich wirklich. Man sollte sich den Titel nicht nur als DSi Besitzer auf jeden Fall sofort herunterladen, sondern bei entsprechend kreativer Veranlagung sogar gut überlegen, ob sich dafür nicht vielleicht gar die Anschaffung des Handhelds lohnt. Ich finde: Ja!

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

super

90%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

14.08.2009

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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