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Reviews: DSiWare

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Foto Face: The Face Stealer Strikes

Jump 'n Run

09.12.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Hilfe, meine Identität wurde geklaut!

 

Als der Nintendo DSi im November 2008 vorgestellt wurde, waren sich alle gleich einig, dass man zwei Kameras bei einem Handheld kaum brauchen kann. Bisher hat Nintendo dieses Argument vor allem dadurch unterstützt, dass kaum Spiele herausgekommen sind, die die Kamera unterstützen. Lediglich Wario Ware nutzt sie wirklich, darüber hinaus sieht es eher mau aus. Nun hat Electronic Arts ganz tief in die Trickkiste gegriffen und Besitzern der Konsole mit dem „i“ gleich zwei Wünsche erfüllt. Foto Face ist nämlich nicht nur das erste (gute) Jump ’n Run auf der Konsole, sondern bietet darüber hinaus auch noch perfekt umgesetzten Einsatz der Kamera und des Mikrofons. Aber eins nach dem anderen.

 

Ein böser Wissenschaftler hat die Identität des Spielers gestohlen und man muss den Professor durch 15 zweidimensionale Levels jagen, um ihn am Ende in die Flucht zu schlagen und die eigene Identität zu sichern. Und damit sich jeder Spieler wirklich mit dem Charakter identifizieren kann, bekommt man gleich zu Beginn zwei innovative Möglichkeiten, die Figur zu personalisieren. Man kann nämlich zum einen das eigene Gesicht mit fünf verschiedenen Ausdrücken per DSi-Kamera fotografieren, die der Held denn trägt und zum anderen noch dazu passende Geräusche über das Mikrofon aufnehmen. Diese werden dann kombiniert eingesetzt und sorgen vor allem für Lacher.

 

Man fotografiert sein Gesicht mit geschlossenem und offenem Mund, lachend, wütend und überrascht und nimmt Töne für die Zustände glücklich, verletzt, überrascht und wütend sowie eine böses Lachen auf. Wenn man nun im Spiel einen Dialog führt, dann werden die Fotos mit offenem und geschlossenem Mund auf dem Gesicht des Helden eingesetzt, um das zu unterstützen. Schlägt man im Spielverlauf zu, kommt das wütende Gesicht zum Einsatz. Untermalt wird das mit dem jeweils passenden Geräusch, so dass der Spieler dem Protagonisten einen ganz eigenen Stempel aufdrücken kann. Um euch das zu verdeutlichen, hier mal ein paar der Bilder mit meinem Helden: mir.

 

 

Doch man darf nicht nur die eigene Figur anpassen, sondern auch noch sämtliche der über 20 verschiedenen Gegnertypen. Diese allerdings nur mit jeweils drei Ausdrücken und Sounds, was aber auch schon ausreichend ist. Man kann nun entweder seine Freunde damit nerven und sie so ins Spiel einbauen, das Internet nutzen, um Promis abzufotografieren, die man schon immer mal vermöbeln wollte oder einfach selbst in multiple Rollen schlüpfen. Der Fantasie sind keine Granzen gesetzt, was für ein wirklich lustiges und abwechslungsreiches Spiel sorgt. Doch natürlich machen solche Extras noch kein gutes Spiel!

 

 

Endlich auch auf dem DSi laufen und springen!

 

Wie eingangs schon erwähnt, suchte man ein gutes Spiel im Genre auf dem DSi bisher vergeblich. Doch hier haben die Entwickler es nicht nur geschafft, innovativ zu sein, sondern sie haben es auch verstanden, klassisches Gameplay gut umzusetzen. Man steuert sich selbst also durch die 15 Levels in drei Welten und bekämpft am Ende jeder Welt den Professor, der die Identität geklaut hat und damit Böses anstellen will.

 

In den Levels sind jede Menge blaue Sterne versteckt, die es einzusammeln gilt, eine wirkliche Funktion haben sie aber leider nicht, außer dass sie dem Spieler quasi den Weg anzeigen. Außerdem bekommt man das letzte Kostüm erst dann, wenn man wirklich jeden Stern eingesammelt hat. Unterwegs trifft man auf Gegner und Freunde, die man beim ersten Zusammentreffen direkt personalisieren kann, um sie danach mit der ausgerüsteten Waffe zu bekämpfen oder ihnen zu helfen, falls es sich um einen Freund handelt.

 

Der Clou bei den Waffen liegt darin, dass sie jeweils an ein Kostüm gebunden sind. Der Held kann sich jederzeit umziehen und läuft dann zum Beispiel als Höhlenmensch, Löwe, japanischer Messerwerfer, Geheimagent oder Schwertkämpfer durch die Gegend. Insgesamt gibt es acht verschiedene Kostüme, die sich jedoch nicht nur durch die jeweilige Waffe unterscheiden. So ist der Höhlenmensch zum Beispiel langsam, dafür aber bärenstark, braucht also weniger Schläge mit der Keule, um einen Gegner zu besiegen. Dagegen ist der Messerwerfer leichfüßig und schnell, kann sehr hoch springen, wirft aber nur kleine Messer, so dass mehr Treffer pro Gegner erforderlich sind. Jedes Kostüm hat also eigene Vor- und Nachteile und entweder eine Schlag- oder Wurfwaffe.

 

Während die Schlagwaffen in den Levels auch dazu eingesetzt werden kann, Mauern zu zerstören, erreicht man mit den Wurfwaffen entfernte Schalter. So muss man die Kostüme relativ häufig wechseln, je nach aktueller Umgebung. Einige davon konntet ihr ja auch schon auf den Bildern sehen. Lustig sind vor allem die letzten beiden Kostüme, die jedoch erst ganz am Ende wählbar sind. Um ein bisschen Lust drauf zu machen: Die Waffe des vorletzten Kostüms ist eine Gitarre und danach wird es noch besser.

 

 

Technik und Steuerung

 

Neben dem schon beschriebenen abwechslungsreichen Gameplay und dem innovativen Einsatz von Kamera und Mikrofon, ist die Steuerung für ein solches Spiel natürlich von essentieller Bedeutung. Und ich kann guten Gewissens sagen, dass auch hier alles zumindest gut gelungen ist. Der Held wird per Steuerkreuz bewegt, er schlägt mit der A-Taste und springt mit dem B-Knopf. Etwas gewöhnungsbedürftig ist nur die Tatsache, dass man kurz vor der Landung aus einem Sprung das Steuerkreuz schon loslassen muss, wenn man nicht nachrutschen will. Wenn man das einmal raus hat, ist es kein Problem mehr. Eher störend kann man empfinden, dass sich durch die Kostüme die Steuerung sehr stark ändert. Man muss also aufpassen, wie man gerade durch die Levels läuft, um klar zu kommen. Aber auch das ist eigentlich eher positiv, da es viel Abwechslung in das Spiel bringt.

 

Grafisch braucht sich Foto Face auch nicht zu verstecken. Die drei Welten, ein gruseliger Friedhof, ein coole Wildwest-Stadt und eine farbenfrohe Asia-Umgebung, sorgen auch optisch für ausreichend Variation. Dazu kommen die über 20 anderen Charaktere, die man alle selbst mit gestalten kann, wenn man das will. Tut man es nicht, dann haben sie alle zumindest das gleiche Gesicht und geben die gleichen Töne von sich. Das ist aber nicht weiter tragisch, da es so zusätzlich motiviert, sich die Mühe zu machen! Nicht so toll ist, dass die einzelnen Objekte nicht immer gut aussehen. So ist New Super Mario Bros. auf dem DS zum Beispiel um Längen hübscher.

 

Die Musik ist in Ordnung, fällt aber nicht sonderlich positiv auf, was aber wohl auch daran liegt, dass die eigenen Töne oft eingesetzt werden. Ich konnte auch am Ende immer noch lachen, wenn ich nach einem Absturz ein weinerliches „Aua“ von mir gab oder einen Gegner angegrummelt habe.

 

 

Meckerecke

 

Viel zu meckern gibt es bei Foto Face nicht, außer dass das Spiel leider viel zu schnell vorbei ist. 15 Levels sind für 800 Punkte zwar recht ordentlich, aber es macht einfach so viel Spaß, dass ich gerne noch mehr gehabt hätte. Zum Glück hat man nach dem ersten Durchgang in der Regel noch etwas zu tun, weil sich die Suche nach den letzten Sternen durchaus lohnt, so dass man etwa 3-5 Stunden mit dem Spiel verbringen kann, bevor man wirklich alles gesehen hat.

 

Der einzige echte Kritikpunkt ist die mangelnde Anpassung der Kamera-Farbfilter an die Gegner. Man hat zwar die Möglichkeit, das fotografierte Objekt einzufärben, jedoch passt keine der Farben wirklich zu einem Gegnertyp, so dass die Gesichter oft aufgesetzt wirken. Mit dem richtigen Licht kann man das etwas kompensieren, aber anders wäre es leichter gewesen.

 

Ebenso ist schade, dass das Spiel komplett auf Englisch ist. Zwar braucht man die Geschichte nicht wirklich zu verstehen, aber das trübt den Spielspaß doch ein wenig. Vor allem, weil es nicht viel Dialog gibt und es daher nicht allzu viel Aufwand gewesen wäre.


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Fazit

Foto Face hat mich spontan begeistert. Ich habe vorher nichts darüber gelesen und es einfach auf gut Glück heruntergeladen. Bereut habe ich das nie, denn es ist den Entwicklern nicht nur gelungen, wirklich innovativ zu sein, sondern es ist auch noch ein solides 2D Jump ’n Run dabei herausgekommen, das auf dem DSi bislang einsame Spitze ist. Vor allem durch die Möglichkeit, Gesichter und Töne selbst mit einzubringen, ist es darüber hinaus auch noch ein wirklich lustiges Spiel, in das man auch Freunde, die Familie oder Feinde mit einbauen kann. Hoffentlich ist es erfolgreich, so dass EA bald einen zweiten Teil nachliefert. Daher: auf jeden Fall herunterladen, die 800 Punkte ist es mehr als wert!

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

super

80%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

04.12.2009

Developer

EA bright light

Publisher

Electronic Arts

Nintendo Points

800

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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