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Reviews: DSiWare

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QuickPick Farmer

Action

29.10.2010

Autor: Mario Kablau

 

 

Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

 

Wäre der Name Jack Bauer seiner Berufsbezeichnung nachempfunden, dann hätte wohl keiner von der Sorte Angst davor, dass ein böser Wolf seine Schäfchen frisst. Dem ist aber leider nicht so, weshalb sich die Entwickler beim französischen Studio Dancing Dots die Urangst aller Farmer zu Nutzen machen. In ihrem DSiWare-Titel geht es darum, seine Schafe zu scheren und gleichzeitig einen hungrigen Wolf auf Abstand zu halten. Flinke Finger sind dazu Pflicht!

 

Das Spielprinzip ist so simpel wie es nur sein kann. Als Bauer muss man jeden Tag eine bestimmte Anzahl an Schafen scheren, um erfolgreich zu sein. Sobald die Arbeit verrichtet ist, können die Schafe von der Wiese geholt und damit vor dem sich stetig nähernden Wolf in Sicherheit gebracht werden. Um das zu tun muss man einfach nur eine bestimmte Anzahl Schafe in die Schermaschine am unteren Bildschirmrand ziehen und das Wollknäuel am Ende in die Scheune schießen.

 

Um es nicht zu einfach zu machen, gibt es natürlich nicht nur eine Sorte Schaf, sondern diverse, von denen immer nur bestimmte gesucht werden. Manche sind weiß, andere schwarz, einige haben Flecken, andere sind schon teilweise geschoren und wieder andere sehen aus wie Zebras. Der Spieler muss nun in die maximal drei Schermaschinen jeweils die vorgegeben Anzahl an richtigen Schafen per Touchpen ziehen, um ein Wollknäuel zu produzieren. Dieses schießt man dann nach oben in die Scheune.

 

Braucht man zu lange, dann wird der Wolf gefährlich. Er nähert sich von oben immer näher den Schafen und das Spiel ist vorbei, wenn er die Wiese erreicht hat. Man kann ihn nur aufhalten, indem man ihm ein Wollknäuel vor den Latz knallt, was dann aber dazu führt, dass man dafür logischerweise keine Produktionspunkte mehr kriegt. Ziel ist es also, möglichst schnell und fehlerfrei alle Wollproduzenten zu sortieren und sie so in Sicherheit zu bringen.

 

Dabei haben die Entwickler zwei Spielmodi eingebaut: Im 30 Tage Modus hat man in insgesamt 30 Levels nacheinander die gestellte Aufgabe zu erfüllen. Im Laufe der Zeit wird das natürlich immer schwerer: Der Wolf nähert sich schneller, die Schafe sehen sich ähnlicher und der Bildschirm wird immer voller. Nach etwa 30 Sekunden hat man in der Regel einen Level und damit auch den Tag beendet und es geht weiter. Um am Ende ganz oben auf der Highscore-Liste zu stehen, ist aber eine ganze Menge Können oder Training erforderlich. In meinem ersten Versuch bin ich nur bis zum fünften Tag gekommen, bevor ich zu lahm für den Wolf wurde. Man muss ganz genau aufpassen, welche Schafe wohin gehören, denn ein Fehler führt dazu, dass alle bisher in der Maschine gefangenen wieder frei gelassen werden.

 

Der zweite Spielmodus trägt den selbsterklärenden Namen Nonstop. Statt nach kurzer Zeit zu unterbrechen und dem Spieler eine neue Aufgabe zu stellen, läuft das Geschehen hier immer weiter. Es tauchen laufend neue Maschinen und Schafe auf und der Wolf wird auch immer schneller. Es hilft also nicht, einfach nur zu sortieren und die Wolle abzuliefern, hin und wieder ist man gezwungen, dem Wolf eins überzubraten, sonst ist das Spiel schnell vorbei. Auch hier geht es im Wesentlichen um eine möglichst hohe Punktzahl.

 

In beiden Modi ist die Spitze der Liste jedoch nur schwer zu erreichen, mit meinen ersten Versuchen bin ich gar nicht erst in die Nähe der beiden Top 6 Wertungen gekommen. Mit Übung und Geduld wird das aber, dennoch ist QuickPick Farmer kein leichtes Spiel. Es erfordert hohe Konzentration, Ausdauer und Geschick mit dem Touchpen, vor allem aber Schnelligkeit.

 

 

Technik, Umfang und Steuerung!

 

Grafisch ist das Spiel wirklich lustig präsentiert. Schafe, Wolf, Wiese und Scheune sind lustig gezeichnet und sorgen vor allem durch ihre Animationen für Lacher. Besonders der Wolf kann einem richtig Leid tun, wenn er von einem Wollknäuel getroffen wird. Der Stil passt perfekt zum Spiel, auch wenn er natürlich weder vor Details strotzt noch die Fähigkeiten der Konsole in irgendeiner Form ausnutzt. Außer vielleicht bei der Menge an dargestellten Schafen, denn teilweise ist auf der Wiese ganz schön was los. In der Kategorie der 200-Punkte-Titel ist es damit auf jeden Fall eines der grafisch hübschesten Spiele.

 

Den Vogel abgeschossen hat die Musik. Mähende Schafe und rhythmische Musik haben zu Anfang meine Lachmuskeln echt strapaziert. Und auch nach dem Spielen verfolgten mich die Musikstücke eine Weile. Auch hier ist der Stil perfekt gewählt und dann sauber umgesetzt, es hätte nur ruhig etwas mehr Abwechslung sein dürfen.

 

Der Umfang ist relativ gering. Die beiden Spielmodi bieten an sich so gut wie keine Abwechslung, können jedoch lange an die Konsole fesseln, da sie fordernd sind und vor allem viel Spaß bereiten. Mich hat der Ehrgeiz schnell gepackt, die 30 Tage durchzuhalten, was mir nicht leicht gefallen ist. Man darf sich wirklich keine Fehler erlauben, was auch schon mal zu Frust führen kann, weil man dann immer wieder ganz von vorne anfangen muss. Da man den Modus jedoch in 15-20 Minuten schaffen kann, habe ich das unter Training verbucht und einfach wieder angefangen, sogar geträumt habe ich diverse Mal vom Schafe sortieren. Ich frage mich, wann es die erste QPF-Entzugsklinik geben wird.

 

Der Nonstop-Modus dagegen hat mich nicht so lange begeistert, weil ich generell nicht so auf pure Highscore-Jagden stehe. Daher war bei mir die Luft generell raus als ich den anderen Modus das erste Mal geschafft hatte. Bis dahin war es allerdings ein recht weiter Weg.

 

Die Steuerung ist beinahe perfekt. Das Ziehen mit dem Touchpen funktioniert super, der einzige Mangel ist die enge Wiese. Teilweise stehen die Schafe übereinander und bewegen sich so schnell, dass man mehrmals tippen muss, bis man das gewünschte überhaupt erwischen kann. Mit etwas Glück geht es schneller, allerdings sollte man sich bei so einem Spiel nicht auf sein Glück verlassen müssen. Das ist allerdings kein Problem der Steuerung sondern liegt daran, dass die Entwickler die maximale Anzahl an Schafen nicht so groß hätten machen sollen.


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Fazit

QuickPick Farmer hat mich echt überrascht. Nach zwei Minuten war ich total gefesselt und habe eine Stunde am Stück gespielt, bevor ich eine Pause brauchte. Noch zwei weitere Tage hat es gedauert, bis ich durch den Hauptmodus durch war, was mich insgesamt geschätzte 3-4 Stunden „Arbeit“ gekostet hat. Für 200 Punkte ist das eine ganze Menge Holz. Vor allem, weil man danach ja noch weiter auf Highscore-Jagd gehen und den Nonstop-Modus spielen kann. Dazu ist die Technik passend und die Steuerung gut. Was will man mehr? Für den Preis kriegt man bei DSiWare nur wenig auf dem Niveau.

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

82%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

15.10.2010

Developer

Dancing Dots

Publisher

Dancing Dots

Nintendo Points

200

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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