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Reviews: Nintendo 3DS

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Lego Pirates of the Caribbean

Action Adventure

30.05.2011

Autor: Mario Kablau

 

 

Alle vier Filme in einem Spiel...

 

Ich erinnere mich noch genau daran, als Kind viel mit Lego gespielt zu haben, ein ganzes Zimmer beherbergte damals meine Stadt mit Polizei, Feuerwehr, Tankstelle, Krankenhaus und sogar eine Formel 1-Boxengasse. Doch diese Zeiten sind lange vorbei, heute habe ich nicht einen Legostein zu Hause, was ich irgendwie schade finde. Aber man wird halt nicht jünger und so spiele ich heute nur noch virtuell mit den Bauklötzen, die zum Glück vor ein paar Jahren ihren Weg in die Welt der Videospiele gefunden haben. Allerhand Serien wurden schon so umgesetzt, darunter Größen wie Star Wars oder Batman. Passend zur Veröffentlichung des vierten Kinofilms der großen Piraten-Saga unserer Zeit, erobern die Plastiksteine nun die Welt von Pirates of the Caribbean. Doch statt sich auf einen Film zu beschränken, haben die Entwickler gleich alle vier verarbeitet, so dass man die ganze Geschichte nun am Stück spielen kann.

 

Auch wenn das auf den ersten Blick ganz gut klingt, bringt es doch einen entscheidenden Nachteil mit sich: Wie alle Lego-Videospiele ist auch dieses nicht gerade durch einen immens großen Umfang ausgezeichnet, was dazu führt, dass jeder Film nur sehr lückenhaft behandelt wird. Aber eins nach dem anderen. Genau wie in den vorher erschienenen Videospielen mit Legofiguren, ist das Spielprinzip und der Aufbau sehr actionlastig. Man rennt mit einer von über 120 Figuren durch eine aus Legosteinen gebauten Welt, bekämpft Gegner, löst kleinere Rätsel und sammelt Legomünzen ein. Der Clou am Spiel sind die wirklich zahlreichen Charaktere, die hier natürlich alle aus der bekannten Piratenwelt stammen. Doch die Figuren sehen nicht nur unterschiedlich aus, es gibt auch verschiedene Klassen, die unterschiedliche Fähigkeiten haben.

 

So hat Jack Sparrow zum Beispiel neben dem Säbel auch eine Pistole für Fernschüsse auf Gegner und Zielscheiben sowie seinen Kompass zur Schatzsuche dabei. Will Turner setzt zwei Schwerter im Kampf ein und kann diese auch dazu einsetzen, an bestimmten Wänden hochzuklettern. Elizabeth Swann dagegen hat einen Fanghaken in der Tasche, den sie zum Beispiel als eine Art Liane nutzen kann. Die Piraten der Flying Dutchmen haben eine Lampe bei sich, mit der sie Tentakel-Hindernisse verjagen können. Ebenso sind sie in der Lage, sich an bestimmten Orten zu teleportieren. Darüber hinaus gibt es noch weitere Klassen, zum Beispiel Schmiede, die schwere Legosteine zusammenbauen und Löcher buddeln können. Die Vielzahl ist auf jeden Fall riesig und natürlich gibt es in jeder Klasse mehrere Figuren, die man nach und nach im Spiel freischaltet.

 

Der Story-Modus besteht aus insgesamt 16 Kapiteln, wobei jeweils vier pro Film vorhanden sind. Hat man ein Kapitel in der Story geschafft, schaltet man es im „freien Spiel“ frei. Dort muss man nicht auf die vorgegebenen Charaktere zurückgreifen, sondern kann von jeder Klasse einen mitnehmen, um wirklich alle Ecken zu erkunden. Im Story-Modus muss man nämlich einige Dinge links liegen lassen, weil einem eben ein bestimmter Charakter fehlt. So wird man dazu angestiftet, jeden Level mindestens zwei Mal zu spielen. Erst dann ist es möglich, wirklich alle Geheimnisse zu knacken und alle Gegenstände zu finden. So gibt es zum Beispiel 10 Schiffsmodelle in jedem Level und wenn man alle gefunden hat, kann man sich Extras in einem Laden ansehen. Ebenso versteckt sich in jedem Level ein roter Legostein. Hat man diesen gefunden, kann man im Laden ein Extra gegen Legomünzen freischalten, so zum Beispiel dass jede gesammelte Münze doppelt, vier Mal oder gar sechs Mal soviel wert ist oder dass alle mit Bananen statt mit Schwertern kämpfen.

 

Das alles lenkt aber nur davon ab, dass Lego Pirates of the Caribbean zwar theoretisch viel zu bieten hat, aber dennoch nur wenig Umfang bietet. Ich hatte den Storymodus nach knapp vier Stunden durch und lag bei 40 Prozent Fortschritt. Zwei weitere Stunden später hatte ich 60 Prozent erreicht und keine Lust mehr, noch mehr Level zu wiederholen. Versteht mich nicht falsch, das Spiel macht Spaß, wird aber irgendwann auch monoton, vor allem, da man dieselben Levels immer und immer wieder spielen muss, um alles zu finden.

 

Dazu kommt, dass die Rätsel ziemlich einfach sind, es geht eigentlich immer nur darum, einen Schalter aus Legosteinen aufzubauen und ihn dann zu betätigen. Hin und wieder sind auch ein paar mehr logische Denkschritte erforderlich, schwer wird es jedoch nie. Macht ja auch Sinn, das Spiel ist primär für eine jüngere Zielgruppe gedacht. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass da auch einige unterfordert sein werden. Vor allem die Kämpfe sind viel zu simpel, man drückt einfach wiederholt auf die Angriffstaste und nach wenigen Sekunden ist der Gegner besiegt, nur an einer Stelle musste ich mal etwas grübeln, weil ich vergessen hatte, dass es auch Charaktere mit Schusswaffen gibt.

 

Da hilft auch der neue Kampfbildschirm nicht, der bei bestimmten Gegnern zum Einsatz kommt. Dort schaut man dem Duell eine Weile zu und muss im richtigen Moment bestimmte Tasten drücken. Anfangs ist das noch ganz lustig, aber spätestens beim fünften Kampf dieser Art nervt es einfach nur noch. Vor allem weil es darüber hinaus keine Endgegner-Kämpfe gibt.

 

Davon unabhängig kann im Spiel vor allem eines überzeugen: der Humor. Vor allem in den animierten Zwischensequenzen sorgen die Handlungen der fast stummen Figuren immer wieder für Lacher. Vor allem, weil die Charaktere so gut getroffen sind, machen diese Szenen wirklich Spaß. Aber auch im Spiel selbst kann man viel lachen, vor allem wenn man mit Jack durch die Gegend läuft und er das wirklich haargenau so tut wie im Film.

 

 

Technik und Steuerung!

 

Grafisch macht das Spiel einen gelungenen Eindruck. Die Figuren sind wirklich gut in die Welt von Lego transformiert worden und auch die Umgebung ist hübsch. Der 3DS wird zwar vermutlich nicht stark gefordert, jedoch kann sich das Spiel insgesamt sehen lassen, vor allem wegen dem sehr guten Tiefeneffekt. Von allen 3D-Spielen, die ich bisher ausprobiert habe, ist der Effekt hier am besten gelungen. Spielerisch sinnvoll oder gar nötig ist er zwar nicht, sorgt aber dennoch für eine bessere Spielerfahrung.

 

Der Sound des Spiels ist ein zweischneidiges Schwert. An der Qualität der Stücke aus den vier Filmen gibt es nichts zu rütteln, allerdings schon an der Masse. Klasse ist zwar in der Regel zu bevorzugen, aber im Spiel ist mir die Musik irgendwann schon auf den Zeiger gegangen. Vor allem die Titelmelodie hört man rauf und runter, immer wieder und scheinbar ohne Ende. Dafür sind die Geräusche der Figuren gelungen, da sie ja nicht sprechen ist das auch nötig, um klarzumachen, was gerade passiert.

 

Die Steuerung ist gut, alles geht leicht von der Hand und vor allem die Bewegung der Figuren per Schiebepad ist gelungen implementiert. Der Touchscreen kommt auch zum Einsatz, jedoch nicht zwingend, was ich gut finde. Man kann also auch das ganze Spiel nur per Tasten bedienen, was ich in diesem Fall bevorzuge. Nur der Charakterwechsel ist über den unteren Bildschirm etwas komfortabler, alles andere geht mit den Tasten auch perfekt.

 

 

Vielen Dank an Disney Interactive für das Testmuster


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Fazit

Lego Pirates of the Caribbean ist an und für sich ein gutes Spiel, für mich aber vor allem zu kurz und zu einfach. Vier lange Kinofilme in vier Stunden Spielzeit zu verarbeiten ist keine allzu gute Idee, selbst als Kenner der Reihe habe ich manchmal den Faden verloren. Doch wenigstens stimmt der Humor und dank vieler versteckter Extras kann man sich etwas länger mit dem Titel auseinander setzen. Unterm Strich bekommt man für den Preis aber zu wenig geboten, da hilft auch der lustige Street Pass-Modus nicht. Trotz sauberer Technik reicht es folglich nicht für eine wirklich gute Note, Fans von Legospielen oder alle, die schon immer mal selbst Jack Sparrow sein wollten, kann ich das Spiel aber dennoch empfehlen, vielleicht wird es ja bald etwas günstiger. Und noch eine Meckerei zum Ende: Warum gibt es keinen Koop-Modus???

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

67%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

13.05.2011

Developer

Traveller's Tales

Publisher

Disney Interactive Studios

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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