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Reviews: Nintendo 3DS

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Resident Evil: The Mercenaries 3D

Action

19.07.2011

Autor: Gunnar Schreiber

 

 

Resident Evil Mercenaries 3D für den Nintendo 3DS hat mit der Resident Evil Serie eigentlich nur den Namen gemeinsam. Wer hier also ein vollwertiges Abenteuer mit einer spannenden Geschichte erwartet, wird absolut enttäuscht werden. Denn beides bietet das Spiel in keiner Weise. Wer sich aber davon löst, bekommt dennoch einen actiongeladenen Titel, der viel Spaß macht und der deutlich gegenüber den gleichnamigen Bonusmissionen aus Resident Evil 4 und 5 erweitert wurde.

 

 

Die Uhr tickt…

 

Im Kern erinnert Resident Evil Mercenaries 3D an alte Arcade-Spiele, die man jederzeit spielen kann und bei denen es nur darum geht, einen tollen Highscore zu erlangen und immer mehr Items etc. freizuspielen. Ihr wählt also euren Helden, betretet eine Arena und versucht bis auf in wenigen Ausnahmen in der vorgegebenen Zeit so viele Gegner wie möglich zu eliminieren. Was sich simpel anhört, entpuppt sich schnell als bockschwer, ziemlich komplex und viel motivierender als vermutet.

 

Höchste Zeit also, um weiter ins Detail zu gehen. Bevor ihr eine Arena betretet, steht zunächst die Wahl eures Helden an. Am Anfang stehen nur Chris Redfield und kurz darauf Jill Valentine zur Verfügung. Im Laufe des Spiels folgen dann noch Claire Redfield, HUNK, Rebecca Chambers, Jack Krauser, Albert Wesker und Barry Burton. Es versteht sich natürlich von selbst, dass jeder Charakter unterschiedliche Fähigkeiten und eine andere Bewaffnung hat. Die Fähigkeiten zeigen sich in der allgemeinen Konstitution, also wie viel Schaden derjenige aushält, aber auch in seinen Nahkampfattacken. Die Bewaffnung reicht von Pistolen bis hin zu Granatenwerfern. Meine Favoritin Jill nutzt zum Beispiel ein Maschinengewehr, eine Schrotflinte sowie ein Messer.

 

Neben der vorgebenden Bewaffnung und den Fähigkeiten, habt ihr aber auch Einfluss auf die Ausrichtung eures Schützlings, in dem ihr so genannte Perks vergebt. Perks sind Zusatzfähigkeiten, die frei wählbar sind und die sich während eines Spiels aufleveln und verbessern. Hierfür stehen drei Slots zur Verfügung. Die Wahl der Perks sollte immer zur eigenen Spielweise passen. Ich benutze im Gegensatz zu den normalen Resident Evil Abenteuern in Mercenaries gerne das Maschinengewehr. Also habe ich Jill ein Perk zugeteilt, dass die Feuerkraft dieser Waffen nach und nach verbessert. Außerdem habe ich eines zur verbesserten Gesundheitsregeneration gewählt und ein weiteres, dass das Aufleveln der Perks beschleunigt.

 

Habt ihr euren Charakter fertig ausgestattet, geht es ins eigentliche Spiel. Dieses ist unterteilt in fünf Kapitel, die wiederum in mehrere Arenen unterteilt sind. Die insgesamt 12 Arenen sind bestimmten Spielabschnitten aus Resident Evil 4 und 5 entnommen und werden mehrfach genutzt. Habt ihr ein Level betreten, stürmen schon gleich eine Menge Feinde, die ebenfalls aus den beiden genannten Spielen stammen, auf euch zu. Oberstes Gebot ist: immer in Bewegung bleiben. Denn nur so findet ihr die ganzen Zeitsäulen, deren Zerstörung bis zu 120 Sekunden extra Zeit bedeuten. Außerdem gibt es in den Arealen Kisten mit Munition, Granaten oder Minen sowie grüne Kräuter für die Heilung zu entdecken. Aber auch erledigte Feinde lassen meistens was Nützliches liegen.

 

Sind die ersten Kapitel noch recht einfach, kommen später fiese Zwischenbosse vor wie die verrückten Sackköpfe mit der Kettensäge, ein übergroßer Skorpion oder der Klauenmeister, der auf Geräusche reagiert. Deshalb ist es immer ratsam nicht alle dicken Geschütze wie Granaten an dem normalen Fußvolk zu verschwenden, sondern für solche tödliche Überraschungen aufzubewahren. Erledigt ihr die Widersacher hintereinander, summiert sich eure Kombo-Anzeige, was wiederum mehr Punkte bringt.

 

 

Der wahre Freispielhimmel

 

Am Ende jeder Mission präsentiert das Spiel einen Ergebnisbildschirm. Je nach Anzahl der besiegten Gegnern, der Kombo-Zahl, den Punkten allgemein und den Fähigkeitspunkten bekommt ihr einen Rang von D (mies) bis SP (oberaffengeil) zugeteilt. Je besser euer Rang, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr was freischaltet. Und genau aus diesem Punkt zieht Resident Evil Mercenaries 3D einen enormen Reiz. Denn immer habt ihr das Gefühl, es geht noch was besser. Belohnt werdet ihr nicht nur mit neuen Charakteren. Sondern es gibt dutzende Outfits für die Helden, insgesamt 36 Perks und satte 50 Medaillen im Stile von „Jage einen Gegner in die Luft, indem du sein Dynamit mit einem Schuss zur Explosion bringst.“ Habt ihr alle fünf Kapitel absolviert, schaltet ihr sogar noch ein sechstes, besonders schweres, mit acht zusätzlichen Missionen frei. Bis ihr also das Spiel komplett durchgespielt habt, werden viele Stunden vergehen.

 

 

Zu zweit eine Bombe

 

Neben der Möglichkeit alleine gegen die Horden anzutreten, dürft ihr auch jede Mission zu zweit kooperativ bestreiten. Das funktioniert sowohl offline über Wlan als auch online. Egal auf welche Weise ihr den Koop-Modus angeht, der Spielspaß steigt auf jeden Fall noch eine ganze Ecke an. Mit einem Partner an der Seite lassen sich selbst die härtesten Level irgendwann knacken. Das einzige Manko ist hier der fehlende Voice-Chat im Onlinemodus. Aber auch so klappt es erstaunlich gut sich auf seinen Partner einzustellen und gemeinsam eine Taktik zu entwickeln. Das ist auch bitter nötig. Ist zum Beispiel der Kamerad nahe dem Tod, solltet ihr schnellstens zur Hilfe eilen und ihn heilen. Denn stirbt einer von beiden, ist die gesamte Mission gescheitert. Gut ist, dass ihr danach fortsetzen wählen dürft und dann mit dem gleichen Spieler erneut antretet. So könnt ihr mit dem gleichen Partner solange antreten und die Taktik optimieren, bis die Mission endlich geschafft ist.

 

Ein paar Worte zur Steuerung

 

Diese ist prinzipiell aus den letzten beiden Resident Evil Ablegern für die Heimkonsole entnommen. Ihr bewegt euren Charakter mit dem Schiebepad. „Y“ ist eure Aktionstaste, was ungewöhnlich erscheint, hier aber super passt. Haltet ihr die „R-Taste“ gedrückt, wechselt das Geschehen in einen Zielmodus. Nun zielt ihr mit dem Schiebepad und schießt mit „Y“. Neu und sehr hilfreich ist, dass ihr seitwärts gehen könnt, wenn ihr die „L-Taste“ drückt. Natürlich sind auch die in den letzten Jahren eingeführten Tastenkombinationen für eine schnelle 180° Drehung und zum manuellen Nachladen mit dabei. Die Ausrüstung wurde auf dem Touchscreen platziert und kann schnell mit einem Fingerdruck gewechselt werden. Das klingt vielleicht alles etwas kompliziert, geht aber nach kurzer Zeit gut von der Hand und ist bei einem Spiel wie Resident Evil kaum besser zu lösen.

 

 

Ein audiovisueller Hochgenuss

 

Resident Evil Mercenaries 3D ist sicherlich das derzeit hübscheste erhältliche Spiel für Nintendo 3DS. Es gibt kaum einen erkennbaren grafischen Unterschied zu den Original-Karten aus Resident Evil 4 und 5. Das ist besonders erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Teil 5 für die HD Konsolen erschien. Gerade die Gegner und die Modelle der Helden sehen einfach nur klasse aus. Nur wenn extrem viele Schergen gleichzeitig auf dem Bildschirm sind, kann es mal leicht ruckeln.

 

Kleinere Abstriche muss man allerdings auch im aktivierten stereoskopischen 3D Modus machen. Hier wurde anscheinend die Kantenglättung leicht zurückgeschraubt. Apropos 3D Modus: Dieser ist sauber umgesetzt und durchaus sehenswert. Allerdings profitiert das Spiel nicht allzu sehr davon, was wohl daran liegt, dass es für die Original-Szenarien auf den Heimkonsolen damals auch keine 3D Option gab. Es fehlen also gänzlich Effekte oder Spielereien, die besonders im stereoskopischen 3D zum Tragen kommen würden.

 

Am Sound und an der Musik gibt es nichts zu meckern. Hier bietet das Spiel genau das, was man aus den anderen Spielen der Serie kennt und gewöhnt ist. Sehr positiv fällt der Song beim Abspann auf, den ich gerne immer wieder höre.

 

 

Die Meckerecke: Diesmal unfreiwillig komisch

 

Perfekt ist Resident Evil Mercenaries 3D sicherlich nicht. Auf der einen Seite hat Capcom das Spiel mit sehr viel Inhalt und Komplexität gefüllt, so dass es durchaus gerechtfertigt ist, den Bonusmodus als ein Vollpreisspiel anzubieten. Allerdings haben sie auf der anderen Seite auch offensichtliche Dinge weggelassen, was sich letztendlich auch negativ auf die Bewertung auswirkt. Hier ein paar Fragen: Warum gibt es keinen Voice-Chat im Onlinemodus? Warum gibt es nur acht spielbare Charaktere? Wo sind Leon, Sheva oder Ada, die schon in Teil 4 und 5 bei Mercenaries dabei waren? Wieso gibt es keine wirklich neuen Arenen?

 

Man kann natürlich spekulieren, dass Capcom all die Elemente bewusst weggelassen hat, um vielleicht eine Fortsetzung machen zu können. Alternativ könnten auch herunterladbare Inhalte ein Grund sein, zu denen es schon länger einige Gerüchte gibt.

 

Unfreiwillig komisch ist allerdings die deutsche Lokalisation. Eigentlich gibt es an dieser abseits kleinerer Tippfehler wie „Zernichte dein erstes Huhn.“ gar nicht so viel zu meckern. Allerdings stößt man auch auf zwei urkomische Fauxpas. In Kapitel 5 gibt es eine Mission, bei der man sich gegen immer neue Wellen an Gegnern behaupten muss. Nur hat man in der Lokalisationsabteilung das im Englischen vieldeutige „wave“ irgendwie falsch interpretiert. Anstatt Gegner-Wellen wurde im Spiel daraus Gegner-„Winken“. Muss ich nun schon die Monster herbeiwinken oder was?

 

Aber fast noch geiler finde ich eine Übersetzung in der Demo zu Resident Evil Revelations: Geht man hier eine Treppe ganz nach unten, ist der Weg versperrt. Eine Sackgasse eben, was im englischen „dead end“ heißt. Leider haben die Übersetzer auch das allzu wörtlich genommen und daraus „ein totes Ende“ gemacht. Danke für den kurzen Lacher, Capcom!

 

 

Ein kleines Schmankerl: Eine Demo zu Resident Evil Revelations

 

Wie ihr ja wahrscheinlich wisst, erscheint nächstes Jahr noch ein richtiges Resident Evil Abenteuer exklusiv für Nintendo 3DS. Die aktuelle Demo haben wir erst kürzlich bei Nintendo anspielen dürfen. Unser Preview dazu findet ihr hier.

 

Die integrierte Demo zu Revelations in Resident Evil Mercenaries 3D ist eine andere als die gerade erwähnte. Leider ist die Demo sehr kurz, zeigt aber dennoch sehr schön, dass die Entwickler spielerisch und atmosphärisch einen Schritt zurück zu den älteren Teilen der Serie machen werden. Und grafisch sieht das Spiel schon jetzt einfach nur klasse aus. Somit ist die Demo ein nettes, kleines Extra.

 

 

Wir danken Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

Capcom hat es tatsächlich geschafft aus dem Bonusmodus Mercenaries ein vollwertiges Spiel zu machen. Durch die Möglichkeit die Helden mit Perks und Outfits zu personalisieren, durch die vielen freischaltbaren Extras und dem tollen Koop-Modus offline wie online motiviert das Spiel über viele Stunden. Technisch zeigt der Titel auch, was auf dem Nintendo 3DS alles möglich ist. Hier sollten sich andere Entwickler eine Scheibe abschneiden. Kleinere Mängel wie ein fehlender Voice-Chat, zu wenig Charaktere oder Lokalisations-Patzer drücken etwas die Note.

Grafik

super

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

74%

Singleplayer

79%

Multiplayer

Release

01.07.2011

Developer

Capcom

Publisher

Capcom

USK Freigabe

18+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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