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Reviews: Nintendo 3DS

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Need for Speed: The Run

Rennspiel

05.12.2011

Autor: Lukas Strübig

 

 

 

Wir brauchen mehr Speed!

 

Die Need for Speed Reihe gehört zu den älteren Rennspiel Reihen und zu denen, die des Öfteren mal ziemlichen Unsinn heraus gebracht haben. EA selbst hat sogar zugegeben, dass sie die Reihe mit ihren zu hohen Forderungen an das Entwickler Team selbst vor die Wand gefahren haben. Und während sich die Need for Speed Reihe auf den HD Konsolen zumindest zeitweise erholen konnte, hat sie auf Nintendo Konsolen wenig Beeindruckendes auf die Beine stellen können.

 

Kann Need for Speed: The Run den großen Namen gerecht werden?

 

 

Das große Rennen

 

Die Geschichte dreht sich um Matt, seines Zeichens amerikanischer Vollzeitarsch, der spätestens in dem Moment sämtliche Sympatie verliert, in dem er ein europäisches Meisterwerk der Konstruktion gegen einen amerikanischen Schrotthaufen austauscht. Und wenn das selbst mir weh tut, hat das was zu bedeuten.

 

Matt steckt auf jeden Fall in der Patsche, warum genau wissen wir nicht, aber im Intro muss er sich aus einem versinkenden Wagen befreien und wird dann prompt von einer mysteriösen Frau dazu überredet, an "The Run" teilzunehmen, einem Rennen von Küste zu Küste. Dabei wird er jedoch von einem ehemaligen Freund verfolgt, der stinksauer auf ihn ist und zwar wegen etwas, wofür Matt zwar nichts kann, ihm aber jeder, sogar er selbst, die Schuld gibt.

 

Die Geschichte ist nicht sehr spannend erzählt, die Zwischensequenzen sind lediglich vertonte Comics, was wohl mittlerweile Standard in Sparversionen geworden ist. Darüber hinaus wird alles nur im Gespräch zwischen Matt und seiner Begleiterin erzählt, alle anderen Charaktere melden sich nur Off Screen und für den Spieler nicht zu hören zu Wort. Die beiden deutschen Sprecher befinden sich dabei jeweils am anderen Ende des Qualitätsspektrums. Matt klingt recht glaubwürdig, während seine mysteriöse Begleiterin doch recht steif und unpassend zur Situation spricht. Darüber hinaus wirkt sie die ganze Zeit so zickig und hilflos, dass sämtliches Mysterium zu reinem Desinteresse wird.

 

Im Story Modus muss man dabei verschiedene Aufgaben bestehen, wie zum Beispiel schnell genug ein Ziel erreichen, die Polizei abwimmeln oder einen Rivalen ausstechen. Die Aufgaben an sich sind recht vielseitig, werden aber von immer wieder auftauchenden Einsätzen des Touchscreens auf dem 3DS unterbrochen. Auf der Wii gibt es diese Einsätze ganz einfach nicht, aber dennoch muss man oft genug einem Helikopter ausweichen oder eine Lücke in einer Polizei Blockade finden. Dies wird dummerweise aber unmöglich, wenn man nicht schon vorher tendenziell auf diese Lücke zugefahren ist, befindet sie sich also auf der anderen Straßenseite hat man keine Möglichkeit mehr, die Aufgabe zu bestehen.

 

Die Inszenierung steht dabei praktisch nur im Weg, wenn man einen Gegner zerschrottet wird die Kamera zum Beispiel nach hinten gerichtet um zu zeigen, wie schön das Auto durch die Luft saust, durch den fehlenden Blick auf den Gegenverkehr ist ein eigener Crash dann allerdings kaum noch zu vermeiden.

 

Das allgemeine Fahrverhalten der Autos gibt dabei auch Rätsel auf. Normalerweise funktioniert ein halbwegs realistisches Rennspiel so, dass man Gas gibt, und dann irgendwann aufgrund zu hoher Geschwindigkeit aus der Kurve fliegt, bevor man merkt, dass man seine Geschwindigkeit besser regulieren sollte. In The Run kommt man jedoch auch noch mit 250 km/h um fast jede Kurve auch wenn die Leitplanke da gerne mal als Regulierungshilfe herhalten muss. Aber selbst steile Kurven sind kein Problem, das eine Handbremse nicht lösen kann. Baut man dann doch mal einen Unfall oder wird zu langsam, setzt einen das Spiel einfach wieder auf die Strecke zurück. Das ist zwar irgendwie nett, nimmt nur die leider den letzten taktischen Aspekt aus dem Spiel heraus. Denn die Beschleunigung ändert sich kein bisschen, ob man nun Bergauf oder -ab fährt und obwohl alle Autos irgendwann ihre maximale Geschwindigkeit erreicht haben, ziehen NPCs ohne Einsatz von Nitro oder dem Ausnutzen des Windschattens einfach so an einem vorbei.

 

Neben dem Story Modus gibt es noch einen Challange Modus, in dem man alle möglichen Herausforderungen bestehen muss, um weitere freizuschalten. Allerdings muss man hier bald Aufgaben in einer so unglaublichen Perfektion beenden, um weiter zu kommen, dass einem daran recht bald der Spaß vergeht. Einen einfachen Trainings-, Time Trial- oder Rennmodus gegen Bots gibt es auch nicht. Auf dem 3DS gibt es zwar einen Online Modus, dieser ist aber alles andere als gut besucht. Ich habe zumindest nur einen einzigen Gegner gefunden und da der Rest der Rennfahrer dann wieder nur aus Bots bestand, wurden die zwei Runden, die wir gefahren sind, nicht wirklich aufregender. Die KI ist zumindest intelligent genug, nicht in den Gegenverkehr zu rasen und kann einem somit doch recht gut auf die Pelle rücken.

 

Auf der Wii liegt die Stärke da eher im Splitscreen Modus (einen Online Modus gibt es dort nicht), der aber auch recht bald nur noch für Langeweile sorgt. Vor allem, weil man fast alle Wagen selbst dort vorerst freischalten muss.

 

Das Aufwerten der Autos darf in NFS natürlich nicht fehlen, es ist hier allerdings kaum vorhanden. Lediglich ein paar Spoiler, Reifen oder Motorhauben lassen sich austauschen, diese haben aber keine Auswirkung auf das Fahrverhalten der viel zu ähnlichen Autos. Die Farbe der Wagen kann man auch bestimmen, Vinyls gibt es allerdings nicht, was schon irgendwie peinlich ist. Zumindest hat der Fuhrpark an sich eine annehmbare Größe.

 

 

Grafik

 

Die Wii und 3DS Versionen sind fast identisch, man sieht allerings sofort, dass hier der 3DS die Leadplattform war. Dass die aus Battlefield 3 bekannte Frostbite 2 Engine auf Wii und 3DS nicht läuft dürfte klar sein, immerhin haben selbst die HD Konsolen ihre Probleme mit dieser, es werden allerdings beide SD Konsolen kaum ausgereizt. So sind die Strecken nicht gerade voll mit Details, alles außerhalb der Strecke befinden sich lediglich Bitmaps. Wenn etwas auf der Straße steht, wie zum Beispiel eine Mautstation, wird die weg gefegt als bestehe sie aus Papier und die Straße selbst ist merklich eckig. Die meisten Fahrzeuge sehen aus wie Spielzeug und manche sind sogar fehlerhaft texturiert.

 

Der 3D Effekt auf dem 3DS ist zwar gut umgesetzt, krankt aber an dem selbst für 3DS Verhältnisse starkem Aliasing, das es in der Wii Version nicht gibt. Dafür hat die Wii Version aber auch nicht die für NFS signifikanten langgezogenen Lichteffekte an den Scheinwerfern und auch nicht plastischen Lichteffekte, die den Asphalt in der 3DS Version gerade zu echt aussehen lassen.

 

Das Design der Strecken geht dabei von Städten, über Berge bis hin zu verschneiten Tälern, Abwechslung wird hier also schon geboten. Der Soundtrack unterstreicht die Rennen dabei immer passend, ist zwar nicht Hit verdächtig, passt aber immer perfekt.

 

 

Vielen Dank an Electronic Arts für die Bereitstellung eines Testmusters.


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Fazit

Need for Speed: The Run ist nicht gerade ein Stern an dem Racer Firmament. Die Grafik auf der Wii wirkt altbacken, auf dem 3DS hat sie immerhin ein paar nette Effekte zu bieten, die Autos unterscheiden sich zu wenig und das Fahrverhalten erlaubt weniger Taktik als Mario Kart, und das ist keine Übertreibung. Auf der Wii wird zumindest der Splitscreen Modus ein wenig Spaß machen, auf dem 3DS ist The Run ein nettes Rennspiel zum Mitnehmen.

Auf der Wii bekommt das Spiel daher eine Wertung von 55% für den Singleplayer und 60% für den Multiplayer, wobei man das andere Wertungssystem berücksichtigen sollte.

Für die 3DS Version gilt die hier stehende Wertung.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

57%

Singleplayer

43%

Multiplayer

Release

18.11.2011

Developer

Firebrand Games

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-4

Anzahl Spieler (WLAN)

2-8



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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