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Reviews: Nintendo 3DS

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Super Pokémon Rumble

Action

27.12.2011

Autor: Martin Küper

 

 

 

Nicht mein Stil

 

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber dürfte ich trotzdem gleich zu beginn einwerfen, dass Super Pokémon Rumble wohl den hässlichsten Stil hat, der mir je in einem Videospiel untergekommen ist? Die beliebten Taschenmonster wurden bis zur Entfremdung vereinfacht, sodass von Pikachu und co. nicht viel mehr als ein unförmiger Klumpen übrig geblieben ist. Okay, das war vielleicht ein wenig überspitzt ausgedrückt. Versuchen wir es sachlicher: Die Pokémon sind technisch extrem simpel und kantig dargestellt. Eine bewusste Designentscheidung, denn wir haben es hier mit Spielzeug-Pokémon zu tun. Aber das macht es nicht besser. Mir kann Nintendo jedenfalls nicht weiß machen, dass dieser Stil nicht auch in gewissem Maße durch die Faulheit der Entwickler zu erklären ist. Warum sich Mühe mit den Charaktermodellen machen, wenn man sie mit der Ausrede Designentscheidung auch schnell und lieblos hin klatschen kann!?

 

Zu harsch? Dann fühlen wir dem Stil doch auf den Zahn: Vermittelt er glaubhaft, dass es sich bei den Monstern um Spielzeug handelt? Werft zur Veranschaulichung einen Blick auf das Bild von Pikachu (rechts). Allein die Ohren weisen direkt zwei Probleme auf. Punkt 1: Die Ohren sind extrem spitz. Kein Spielzeug-Hersteller der noch ganz bei Trost ist, würde so etwas produzieren lassen. Das Verletzungsrisiko wäre viel zu hoch! Ich bin kein Experte, würde aber darauf tippen, dass so etwas hier nicht mal als Kinderspielzeug zugelassen würde. Punkt 2: Die Ohren sind nicht mit dem Kopf verbunden, sie schweben.

Steckt hinter dem Stil denn nicht die Idee, dass für die fiktiven Pokémon in Form des Spielzeugs ein realer und glaubhafter Bezugspunkt entsteht? Nun, so gelingt das nicht. Es sind solche Details die beispielsweise dafür sorgen, dass Filme wie Toy Story funktionieren. Auch wenn wir wissen, dass Spielzeug nicht lebendig ist, kann uns der Film das glaubhaft vermitteln, weil die Spielzeuge eben auch wie Spielzeuge aussehen und sich so verhalten. In Super Pokémon Rumble tun sie das nicht. Wozu dann also überhaupt die Idee mit dem Spielzeug?

 

Nun muss ich natürlich gleich klarstellen, dass dies die Gedankengänge eines 22-jährigen sind, der (leider?) nicht mehr so leicht zu Überzeugen ist wie ein Kind. Ich bin mir sicher, dass der eigentliche Zielgruppe solche Gedanken fremd sind. Mit den Augen eines Kindes, würde die Welt der Spielzeug-Pokémon vermutlich glaubhaft und faszinierend wirken. Aber das ist eben der Unterschied zwischen Super Pokémon Rumble und Toy Story. Letzteres kann auch den 22-jährigen noch überzeugen und faszinieren.

 

 

Kämpfen, kämpfen, kämpfen…

 

Nach dem wir jetzt also geklärt haben, dass sich das Spiel nur an Kinder richtet, kommen wir doch mal zum wesentlichen. Worum geht es in Super Pokémon Rumble überhaupt? Ihr übernimmt die Kontrolle eines Spielzeug-Pokémons, das in einer magischen Parallel-Dimension lebendig wird. Hier stößt ihr auf zahlreiche weitere Pokémon und müsst im Battle Royale eure Stärke unter Beweis stellen. Doch auf euch allein gestellt habt ihr nicht den Hauch einer Chance. Es gilt also ein starkes Team von Spielzeug-Pokémon um sich zu versammeln. Dafür durchforstet ihr unterschiedliche Gebiete, in denen zahlreiche Monster darauf warten besiegt zu werden. Mit etwas Glück gehen eure Widersacher K.O. und können von euch aufgesammelt werden, wodurch sie eurem Team beitreten.

 

Jedes Monster verfügt über maximal zwei unterschiedliche Attacken, die ihr mittels der A- und B-Taste abruft. Lapidar gesagt lauft ihr also rum und schaltet und drückt die beiden Tasten um eure Gegner auszuschalten. Klingt extrem simpel… und genau das ist es auch. Es gibt allerdings schon ein paar Dinge, die ihr beachteten solltet. Wer sich ein wenig mit den Taschenmonstern auskennt, der wird wissen, dass die Monster unterschiedlichen Klassen angehören, die im Stein-Schere-Papier-Prinzip gegeneinander ausgelegt sind. Wasser ist beispielsweise gegen Feuer effektiv, Feuer gegen Pflanzen und Pflanzen wiederum gegen Wasser. Diese Wechselwirkung spielt auch in Super Pokémon Rumble eine zentrale Rolle, denn sie ist der Hauptfaktor, der den Schaden der eigenen und gegnerischen Angriffe bestimmt. Wenn ihr also mit einem Feuer-Pokémon auf ein Monster der Wasserklasse stoßt, solltet ihr euren Kämpfer also lieber mittels X-Taste tauschen, bevor es K.O. geht. Denn sollte euch das drei mal widerfahren, gilt das Gebiet als nicht bestanden.

 

Schon aus diesem Grund empfiehlt es sich, möglichst viele Pokémon im Team zu haben. Die Sammelleidenschaft war ja schon immer der wesentliche Aspekt des Erfolgs-Konzept „Pokémon“ und wird auch hier nicht vernachlässigt. Im Gegenteil! Während man in der Hauptserie ja nur sechs Monster mit sich führen kann, können euch hier unzählige Pokémon begleiten. Das hat aber auch zur Folge, dass man zu seinen Monstern keine innige Beziehung aufbaut. In der Hauptserie trainiert man mühselig seine Pokémon, erfreut sich an ihrer Entwicklung und kann schließlich auch die stärksten Trainer schlagen, hier sammelt man einfach immer wieder neue, stärkere Gefährten auf, die die alten ersetzen. Die einzige Form der Weiterentwicklung stellen die Attacken dar, die ihr mit eurem Ersparten überall über die Welt verstreut an Automaten kaufen könnt. Das Geld bekommt ihr von besiegten Gegnern, oder wenn ihr alte Gefährten oder doppelte Monster verabschiedet. Da ihr aber ständig neue Monster sammelt und andere Pokémon einsetzt, wäre der Kauf von Attacken eigentlich pure Verschwendung. Doch zum Glück könnt ihr die Attacken auf andere Pokémon übertragen.

 

Das Spiel ist übrigens in zahlreiche Abschnitte unterteilt, in denen ihr zunächst die bereits erwähnten Gebiete erkundet. Abgeschlossen wird der Abschnitt jedoch durch die Teilnahme am Battle Royale. Auch hier wird im Grunde nur gekämpft, doch es gilt einige Sonder-Regeln zu beachten. So können manchmal etwa nur Pokémons eines bestimmten Types teilnehmen, oder aber die Zeit läuft gnadenlos gegen euch und muss durch das aufsammeln von Uhrensymbolen aufgestockt werden.

 

 

Der Rest vom Test

 

Zu guter Letzt muss ich noch den Mehrspieler-Aspekt anreißen, der das Spiel durchaus noch etwas aufwerten kann. Zunächst einmal könnt ihr euch ganz klassisch zu zweit ins Abenteuer stürzen und die zahlreichen Gebiete bereisen, wobei euch mehr neue Gefährten als üblich aufweisen. Allerdings ist das nur möglich, wenn beide Spieler das Spiel besitzen und auch ein Online-Modus wird nicht unterstützt. Dafür setzt das Spiel aber auf StreetPass. Trefft ihr auf andere Spieler, besuchen sie euch im Spielzeugladen. Dadurch bekommt man zunächst nur etwas Geld. Doch sollte der Besucher selbst auch Super Pokémon Rumble spielen, könnt ihr gegen seine Sammlung antreten. Solltet ihr gewinnen, stehen seine Monster als Helfer-Pokémon zur Verfügung und leisten euch im Kampf Unterstützung.

 

Bevor ich jetzt zu meinem Fazit komme, muss ich aber doch noch einmal ein paar Worte zur Technik los werden. Das ich den Stil absolut hässlich finde, hatten wir schon. Aber auch die Umsetzung ist leider recht lieblos. Man wird den Eindruck nicht los, dass das Spiel ohne große Abstriche auch auf dem „alten“ DS laufen würde - auch der 3D-Effekt ist nicht wirklich sonderlich gut. Und zu allem Überfluss ist auch die akustische Untermalung ein Witz. Die Musik ist zwar ganz nett, wird aber viel zu schnell und häufig wiederholt. Immer wieder hört ihr die gleichen Stücke, bis sie euch schließlich zum Hals raushängen.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung eines Testmusters.


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Fazit

Es gibt Spiele, die fesseln einen an den Bildschirm, ohne dass es dafür einen triftigen Grund gibt. So erging es mir mit Super Pokémon Rumble. Ich saß da, sammelte eifrig Spielzeug-Pokémon, kämpfte voller Leidenschaft im Battle Royale und war hoch motiviert wirklich alle Monster zu fangen… für eine gute Stunde. Dann war die Luft aber schon raus. Das extrem simple Spielprinzip ist auf Dauer einfach zu dröge, belanglos und ermüdend. Für Kinder unter 10 Jahren ist das Spiel vielleicht noch ganz nett, doch auch die finden bei anderen Spielen bessere und anspruchsvollere Unterhaltung. Diese Durchschnittskost sollte man sich nur genehmigen, wenn man nach den Taschenmonstern absolut verrückt ist und dringend Nachschub braucht. Ansonsten spielt ihr besser (noch mal) ein „richtiges“ Pokémon-Abenteuer!

Grafik

sch...

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

schwach

50%

Singleplayer

55%

Multiplayer

Release

02.12.2011

Developer

Ambrella

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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