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Reviews: Nintendo 3DS

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New Art Academy

Training

08.09.2012

Autor: Lukas Strübig

 

 

Was ist Kunst?

 

Kunst ist ein sehr komisches Wort. Viele Diskussionen über Kunst scheitern schon an der reinen Definition dieses Wortes. Was ist Kunst? Was bewirkt sie? Wie schafft man sie? Und kann man Kunst lernen?

 

All diese Fragen sind ohne Belang, denn New Art Academy ist eine reine Lern-Software, die dem Nutzer beibringen soll, zu zeichnen und zu malen. Ja, ich rede von "Software" und "Nutzer", denn von einem Spiel kann man bei New Art Academy nun wirklich nicht reden.

 

 

Künstlerische Fähigkeiten

 

Das Herzstück von New Art Academy sind dabei die Lektionen, in denen man vom Guide Vincent Schritt für Schritt beigebracht bekommt, wie man malt. Beginnend mit einigen Stillleben wie Kirschen und Blumen, lernt man mit der Zeit auch Gebäude, Menschen und Landschaften zu zeichnen und zu malen. (Und ja, zwischen Zeichnen und Malen besteht tatsächlich ein Unterschied)

 

Die Lektionen sind sehr eingängig und setzen keinerlei Erfahrung oder Können voraus. So beginnt man im ersten Schritt mit der Grundierung seines Gemäldes, dann über das Nachzeichnen per Gitternetz, über das Mischen der richtigen Farben (welches einem zu Anfang noch abgenommen wird) bis hin zur Beleuchtung. Auf dem oberen Bildschirm befindet sich eine tatsächliche Vorlage in 3D, die natürlich zu 2D wechselt, sobald man sie durchs Gitternetz betrachtet. Auf Wunsch kann man aber auch auf Vincents Vorlage umschalten und sich an ihr orientieren. Dabei hat die Software keinerlei Erkennung, ob ein Teilschritt ausreichend beendet wurde. Ist man zufrieden mit seiner Arbeit, sagt man Vincent bescheid und er fährt mit dem nächsten Schritt vor. Somit ist es möglich, parralel zu ihm ein komplett anderes Bild zu malen, nur wahrscheinlich wäre das nicht sehr lehrreich.

 

Eine Bewertung der geleisteten Arbeit bleibt daher auch aus, was aber auch völlig in Ordnung ist, denn sobald man sein Bild mit Vincents Vorlage vergleicht wird man selbst sein größter Kritiker, außerdem ermutigt Vincent einen dazu, seinen eigenen Stil zu finden und beharrt nicht darauf, dass man am Ende mit einer perfekten Kopie seines Bildes da steht. Dazwischen fließen gelegentlich kleine Auflklärungen über Kunstgeschichte in den Unterricht ein, der erklärt, warum gewisse Dinge wie gemacht werden. So muss das.

 

Durch diese Art des Unterrichts erlernt man tatsächlich die Theoretik des Malens und Zeichnens, vor allem deshalb, weil New Art Academy eine Simulation ist, keine Bilderbearbeitungs-Software. Hat man also einen Pinselstrich falsch gesetzt, ist man froh, vorher eine Grundierung gelegt zu haben, mit der man diesen Fehler wieder ausmerzen kann, eine "Schritt zurück" Taste gibt es nicht.

 

Dennoch werden dem Benutzer gegenüber Eingeständnisse gemacht. So können Bleistiftstriche, egal wie fest, vollständig wieder ausradiert werden und Wasserfarben vermischen sich wirklich nur dann, wenn man es auch wirklich will. Die einzelnen Farben werden aber gut dargestellt und sehen sehr natürlich aus. Man erkennt auch bei Buntstiftfarbe keinerlei Muster oder Widerholung in der Textur und da auch die frei wählbaren Hintergründe tatsächlichen Leinwandarten nachempfungen sind, sehen die Bilder dem Scan eines echten Bildes zum Verwechseln ähnlich.

 

Neben den eigentlichen Lektionen gibt es auch den freies Zeichnen Modus, in dem man seiner Kreativität freien Lauf lassen kann. Aus einem ordentlichen Umfang an Vorlagen kann man sich so Motive aussuchen, oder selbst mit der 3DS Kamera geschossene Bilder als Vorlagen nutzen.

Die so entstehenden Bilder können auch in eine virtuelle Gallerie gehängt werden.

 

 

Das ist keine Kunst!

 

Leider ist die Simulation nicht perfekt. So verhalten sich Wasserfarben nicht unbedingt super realistisch und die Pinselstriche haben bei gewissen Pinselarten immer den selben oberen Rand. Auch ist es nicht möglich, Bleistiftstriche zu verwischen und so für Schattierungen zu sorgen, darüber hinaus ist die Steuerung nicht präzise genug und man entwickelt nicht gerade ein Gefühl für seine Zeichnungen.

 

Das größte Problem allerdings ist der untere Bildschirm, der einfach eine viel zu kleine Auflösung hat und dadurch Detailarbeit unmöglich macht. Auch wird im freien Zeichnen bei jedem Wechsel der Werkzeuge die Leinwand fixiert. Das heißt, wenn man eine Bleistiftzeichnung anfertigt, dann auf Bundstifte wechselt, sind die Bleistiftstriche nicht mehr wegzuradieren. Das vereinfach zwar einige Dinge, da dies allerdings nicht optional ist, nimmt es auch einige Freiheiten.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

New Art Academy ist kein Spiel, es ist keine Bildbearbeitungs-Software und eine ordentliche Zeichnungssoftware ist es auch nicht. Für Ersteres fehlt das Spiel, für Zweiteres die Bearbeitungsmöglichkeiten, für das Dritte vor Allem die Auflösung. Es ist aber sehr wohl eine Software, die einem wunderbar die theoretische Anwendung von Mal- und Zeichentechniken vermittelt. Wer also zwischendurch in einer freien Stunde das Malen lernen will macht hier überhaupt nichts falsch.

Release

28.07.2012

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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