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Reviews: Nintendo 3DS

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Shifting World

Jump 'n Run

18.10.2012

Autor: Mario Kablau

 

 

Schwarz und Weiß mal ohne Pokémon!

 

Vor einer kurzen Weile (2008) schon hatten ein paar kluge Köpfe eine ziemlich gute Idee für ein Videospiel: Eine Welt, die nur aus schwarzen und weißen Blöcken besteht, wobei jeweils eine Farbe im Vordergrund und eine im Hintergrund ist. Auf Knopfdruck dreht man die Welt um 180° und tauscht gleichzeitig Vorder- und Hintergrund. So muss man sich durch große Levels bis zum Ziel vorarbeiten. Fertig ist das einfache, aber total fesselnde Spielprinzip von Shift. Wenn man dieses nun nach etwa vier Jahren und diverse Nachfolger später auf den 3DS bringen will, dann kann man das richtig machen - oder falsch. Und hier ist leider letzteres passiert.

 

Nachdem ich die Demo aus dem eShop heruntergeladen und durchgespielt hatte, war ich echt Feuer und Flamme für das Spiel. Die ersten Levels versprachen knifflige Rätsel gepaart mit ein paar Jump 'n Run-Einlagen. Als Freund beider Genres kann man sich kaum mehr wünschen. Dachte ich zumindest, also riss ich mir das Testmuster unter den Nagel; ein großer Fehler.

 

Denn statt auf die Stärken der Vorgänger aufzubauen und ein richtig gutes Spiel zu machen, haben die Entwickler zu viele Veränderungen vorgenommen, die es größtenteils unspielbar machen. Zunächst wäre da die Größe der Levels zu nennen. Die einzelnen Aufgaben waren zwar schon immer groß, hier ist man jedoch den entscheidenden Schritt zu weit gegangen. Man sieht nämlich auf dem oberen Bildschirm immer nur einen viel zu kleinen Ausschnitt des Levels, was es unmöglich macht, den Überblick zu behalten. Da hilft auch die viel zu kleine Karte mit den viel zu großen Symbolen auf dem Touchscreen nicht. Es kommt viel zu oft vor, dass man einfach nur blöd umher irrt, weil man niemals das Level in seiner Gesamtheit zu Gesicht bekommt und damit auch keinen Weg ans Ziel planen kann. Wirklich nervig.

 

Dazu kommt, dass das Spiel komplett auf Rücksetzpunkte verzichtet. Irrt man also seit 15 Minuten (und das ist keine Seltenheit) in einem Level herum, findet endlich seinen Weg in Richtung Ziel und trifft dann auf ein unsichtbares Hindernis, das man beim ersten Versuch gar nicht kennen kann. Man tappt also unausweichlich in die Fall uns stirbt - und damit ist man gescheitert und muss: Neu anfangen. Ganz von vorne! Wirklich wirklich nervig.

 

Und das ist noch nicht alles. Hin und wieder hat auch die Steuerung Aussetzer, vor allem, wenn man kurz nach einer Landung wieder abspringen will, bzw. muss. Hier kommt es sehr oft vor, dass die Sprung-Taste nicht den gewünschten Effekt hat, was dann schnell zum nervigen oder - noch schlimmer - tödlichen Absturz führen kann. Da ich gegen diesen Bug kein Heilmittel gefunden habe, außer gaaaaaaanz langsam zu spielen und sich an jedes Loch mit extremer Vorsicht heranzutasten, bleibt mir nach dutzenden unnötigen Abstürzen und damit nervigen Neustarts von unübersichtlichen und zu langen Levels nur eins zu schreiben: Wirklich wirklich wirklich nervig!

 

 

Drei Spielmodi für mehr Spaß?

 

Neben der Geschichte, die aber weder besonders fesselnd noch in irgendeiner Form ansatzweise interessant ist, bietet das Spiel aber zum Glück noch zwei weitere Spielmodi. Bevor ich zu diesen tollen Features komme, will ich aber dennoch kurz auf die Geschichte eingehen. Man schlüpft in die Haut eines belanglosen Helden, der der Einladung eines mysteriösen Typen in eine Welt aus Licht und Schatten folgt. Ziel ist es, dieser wieder zu entkommen, was man macht, indem man sich durch die 60 Levels quält...

 

Nun aber zu den Spielspaß rettenden zwei weiteren Spielmodi. Zum einen wäre da das Abenteuer, über das man jedes der 60 Levels noch einmal nachspielen kann, sobald man es in der Story geschafft hat. Wenn ihr nun denkt, das sei alles, dann setzt euch beser hin, denn es wird noch besser. Dank Angriffszeit! Hier kann man die 60 Levels der Story mit Zeitlimit spielen! Geil, oder? ;-)

 

So, genug der Ironie, was ich von dem Spiel halte, dürfte klar sein, aber ich bin leider noch immer nicht ganz fertig mit meinen Test...

 

 

Zwei Farben überfordern den 3DS!

 

Was der 3DS leisten kann, sollte spätestens seit Resident Evil Revelations und Kid Icarus: Uprising klar sein. Doch wer dachte, die kleine Konsole hat was auf dem Kasten, der hat falsch gedacht. Zu verstehen, wie es die Entwickler nämlich sonst geschafft haben könnten, ein Spiel, das konsequent nur auf zwei Farben setzt und abseits von rechtwinkligen Objekten keine ähnlich komplizierten geometrischen Formen einsetzt, so stark ruckeln zu lassen, dürfte zu viel für das menschliche Gehirn sein. Ich kann einfach nicht begreifen, warum das Spiel jedes Mal kurz einfriert, wenn man einen Schlüssel einsammelt und sonstwie einen Weg öffnet. Oder bei jedem Drehvorgang? Oder bei manchen Sprüngen? Oder? Oder? Oder? Vielleicht liegt es an der komplexen Hintergrundmusik. Ach ne, die eine Melodie kann ja wohl kaum das Fass zum Überlaufen gebracht haben...

 

Dass die Steuerung manchmal nicht funktioniert, habe ich ja schon geschrieben. Ansonsten kann ich hier nicht verstehen, warum man den "Helden" nur per Schiebepad bewegen kann, bei 2D-Spielen ist dafür meist das Steuerkreuz doch die bessere Wahl, finde ich. Da auf weitere Tasten, abseits der auf den breiten Schultern des 3DS (XL) zum Drehen der Levels, verzichtet wurde, kann man sonst aber nicht viel falsch machen. Was für ein Glück!

 

 

Vielen Dank an Deep Silver für das Testmuster


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Fazit

Shifting World baut auf einem einfachen aber fesselnden Spielprinzip auf - erweitert und verändert es aber auf dem 3DS so, dass einfach kein Spielspaß aufkommen will. Viel zu unübersichtliche Levels, keine Rücksetzpunkte, Fehler bei der Steuerung, null Abwechslung und ständige Ruckler zerstören jeden Anflug davon schon im Ansatz. Das ist wirklich blöd, denn die Reihe hat eigentlich mehr zu bieten - nur halt leider nicht auf dem 3DS. Echt schade, ich hatte mich wirklich drauf gefreut und bin nun echt frustriert. Daher kann ich leider niemandem raten, das Spiel zu kaufen, auch nicht, wenn euch die Demo gefallen hat.

Grafik

schwach

Sound

sch...

Steuerung

schwach

Spielspaß

schwach

30%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

28.09.2012

Developer

Fishing Cactus

Publisher

Rising Star Games

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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