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Reviews: Nintendo 3DS

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Yoshi's New Island

Jump 'n Run

26.03.2014

Autor: Christian Kohls

 

Als Yoshi's Island seinerzeit, um genau zu sein 1995, erschien, schlug es ein wie eine Bombe und konnte Traumwertungen von der damaligen Presse einheimsen. Auch ich war begeistert von dem Spiel und hab es bis zum erbrechen gespielt, insgesamt war es wohl eines meiner liebsten SNES-Spiele überhaupt. Der direkte Nachfolger erschien dann Jahre später auf dem Nintendo DS, der als große Neuerung verschiedene Babys mit unterschiedlichen Fähigkeiten bot. Mir hat der zweite Teil damals nicht ganz so gut gefallen, weil mir das Wechseln der Babys ein wenig das Tempo aus dem Spiel genommen hat. Umso gespannter war ich nun auf den dritten Teil der Reihe: würde er wieder mehr wie der erste Teil werden und könnte er mich ebenso begeistern?

 

 

Du bist gar nicht meine Mami!

 

Bevor diese Fragen beantwortet werden aber erstmal ein paar Worte zur Story: Der trottelige Storch, der auch schon aus dem ersten Teil bekannt ist, hat damals wohl einen Fehler gemacht und die Mario Bros. den falschen Eltern zugeteilt. Nachdem dieser Fehler aufgefallen ist, macht sich der Storch erneut auf dem Weg die Kinder zu ihren, nun richtigen, Eltern zu befördern. Soweit also alles wie auch schon im ersten Teil. So setzt sich die Story auch fort, denn der Storch wird von Kamek, Baby Bowsers Beraterin, überfallen.

 

Während Baby Luigi entführt wird, trifft es den kleinen Mario scheinbar noch schlimmer indem er in die Tiefe, direkt auf eine tropische Insel, zu fällt. In Wirklichkeit trifft es Baby Mario aber natürlich nicht ganz so schlimm, fällt er doch mitten auf den Rücken eines Yoshis. Die Yoshis waren grad in einer Art Konferenz in der sie darüber nachgrübelten wo genau sich Baby Bowser denn auf ihrer Insel breitgemacht hat. Die Yoshis beschließen also einerseits die Festung des kleinen Tyrannen zu finden und somit gleichzeitig Baby Marios Bruder zu finden. Wer den ersten Teil gespielt hat, wird feststellen, dass die Geschichte nahezu eins zu eins übernommen wurde, ein Umstand der noch des häufigeren in diesem Test zutage treten wird.

 

 

Laufen, Springen, Eier legen!

 

Genau wie in den beiden Vorgängern bewegt ihr auch in diesem Spiel Über eine lineare Weltkarte die in Welten unterteilt ist. Insgesamt gibt es sechs Welten mit jeweils acht Leveln, von denen zwei Schlösser mit Endgegner sind. Die Welten sind dabei grob nach Thema geordnet, so gibt es beispielsweise Wiesen, Jungle und Winterlevel. Also auch hier: alles beim Alten. Innerhalb der Welten geht es darum ins Ziel zu laufen. Dazu haben die Yoshis verschiedene Fähigkeiten. Sie können springen, ein wenig in der Luft flattern, Stampfattacken und Gegner fressen.

 

Hat Yoshi einen Gegner im Mund, kann er ihn entweder wieder ausspucken oder aber runterschlucken. In diesem Fall produziert Yoshi ein Ei, welches man später werfen kann und damit allerhand anstellen kann. Nicht nur Gegner können damit besiegt werden, sondern auch Items eingesammelt, Blöcke zerstört oder Geheimwolken um ihren Inhalt erleichtern. Diese Geheimwolken können beispielsweise Münzen, Brücken oder auch Sterne enthalten. Die Sterne sind im Übrigen sowas wie eure Lebensenergie. Yoshi ist an sich unverwundbar, das heißt er kann nicht besiegt werden (außer vielelicht durch einen Sprung in eine Grube). Wird er getroffen, so wird Baby Mario in eine Blase gehüllt und fliegt plärrend durchs Bild. In dem Moment fangen die gesammelten Sterne an runter zu zählen. Erreicht der Zähler null, ohne dass Yoshi das Baby wieder einfangen konnte, erscheinen Kameks Schergen und entführen das Baby. Apropos Null, das der Zähler diesen Stand bei mir erreicht hat ist genau null Mal vorgekommen.

 

Die Sterne kann man aber auch noch für etwas anderes gebrauchen. In jedem Level sind neben vielen Sternen, von denen man genau 30 Stück gleichzeitig besitzen kann, 20 rote Münzen und fünf Sonnenblumen versteckt. Die roten Münzen sind reines Sammelgut und geben sich erst zu erkennen, wenn ihr diese eingesammelt habt. Ihr wisst also nie genau welche der Münzen denn die begehrten Roten sind. Jede eingesammelte Sonnenblume gewährt zum Schluss eines Levels in einem Roulette eine zusätzliche Gewinnchance. Stoppt das Roulette auf einer Blume, wird euch pro eingesammelter Blume eine Medaille gutgeschrieben. Habt ihr 30 Medaillen in einer Welt gesammelt, schaltet ihr einen Geschicklichkeitstest frei, in dem man sich leicht einige Leben dazu verdienen kann, falls man diese denn noch unbedingt braucht. Freischalten kann man auch noch Einiges, wenn man es schafft in jedem Level einer Welt alle Sammelaufgaben zu bestehen. Am Ende jedes Levels wird abgerechnet wie viele Sterne, rote Münzen und Blumen ihr habt. In jeder dieser Kategorien bekommt man ein Emblem wenn man die Maximalzahl gefunden hat.

 

Die Sammelaufgaben machen überhaupt erst das Salz in der Suppe aus. Simples durchspielen ist leicht möglich und man sollte auch nicht mehr als eine Hand voll Minuten pro Level brauchen. Versucht man allerdings alle Sammelaufgaben zu erfüllen, sitzt man deutlich länger an einem Level, zumal viele der Items doch recht gut versteckt sind.

 

 

Das kenne ich doch irgendwo her...

 

Wenden wir uns noch einmal der eingangs gestellten Frage zu: Ist Yoshi's Island wieder ähnlich dem ersten Teil? Definitves JA! Leider ist dieses „ja“ nicht nur im positiven Sinne zu verstehen. Die einzige richtig große Neuerung des Spiels sind die, aus diversen Trailern bekannten, Rieseneier. Wenn man einen besonders großen Gegner verschluckt (wahlweise auch einen aus Metall), legt Yoshi ein gigantisches Ei. Einmal geworfen, haut dieses Ei so ziemlich alles aus dem Weg was sich ihm in den Weg stellt.

 

Die Eier sind der größte Unterschied zum Erstling, alles andere hat man in der einen oder anderen Form definitiv schon mal irgendwo erlebt. Dazu gab es einfach kaum Momente in denen wirklich abwechslungsreiche Elemente geboten wurden. Wenn man denn unbedingt nach Neuerungen sucht, kann man vielleicht noch die Verwandlungen in verschiedene Vehikel anführen. In bestimmten, klar abgetrennten Bereichen, verwandelt sich Yoshi beispielsweise in ein U-Boot oder einen Schlitten. Dann gilt es in einer bestimmten Zeit, ans Ende des Abschnitts zu gelangen. Gesteuert wird das Ganze per Bewegungssteuerung, die man natürlich nicht abstellen kann. Immer wenn solch ein Abschnitt kam und ich grad im Zug saß, dachte ich mir nur ob dies denn wirklich nötig sei. Die Vehikel gab es auch früher schon, allerdings waren diese in den früheren Teilen wesentlich besser im Level integriert und haben sich dadurch einfach wichtiger und nicht so erzwungen angefühlt. Das Leveldesign war ohnehin schon im Original Yoshis Island besser als in diesem Spiel. Überhaupt versucht das Spiel auf Biegen und Brechen genau wie sein Vorgänger zu sein. Leider scheitert es in fast allen Belangen diesen zu übertrumpfen. Überdeutlich wird das wenn man den Spielfluss betrachtet. Dieser empfand ich im SNES Spiel als wesentlich flotter.

 

Eine Sache gibt es allerdings doch noch, die Yoshi's New Island von seinen Vorgängern unterscheidet: einen Multiplayer. Das Abenteuer kann man leider nicht zusammen bestreiten, dafür aber eine Reihe an Minispielen. In diesen geht es beispielsweise darum im Wettstreit darum Gegner zu fressen, mehr Münzen zu sammeln oder weiter zu springen als der Mitspieler. Eine nette Dreingabe, die aber sicher nicht allzu lange Motivieren kann.

 

 

Präsentation

 

Yoshi's New Island ist in einem Stil gehalten der sehr an Kreidemalerei erinnert. Ob man diesen mag oder nicht, ist natürlich Geschmackssache. Zu Beginn hat er mir nicht so zugesagt, je länger ich spielte, desto mehr habe ich mich allerdings mit ihm angefreundet. Ansonsten sieht aber alles recht stimmig aus, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass der Stil der Level und von Yoshi und den Gegnern nicht hundertprozentig der Gleiche war. Der 3D-Effekt kommt leider kaum zur Geltung. Klar, es ist ein 2D-Jump and Run, aber ein wenig mehr Tiefe wäre auf jeden Fall noch drin gewesen. Musikalisch reist sich das Spiel auch kein Bein aus. Das Hauptmenü-Theme ist dazu eine mittlere Katastrophe. Der Rest der Musik plätschert vor sich hin und untermalt das Spielgeschehen, ein Ohrwurm ist aber definitiv nicht dabei.


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Fazit

Das Wort New scheint im zusammenhang mit Nintendo Jump and Runs verflucht zu sein. Yoshi's Island ist ein grundsolides Jump and Run, nicht weniger, aber auch leider keinesfalls mehr. Das Spiel versucht auf Teufel komm raus wie der Erstling der Reihe zu sein und bedient sich dafür sämtlicher Elemente, die diesen zu einem guten Spiel gemacht haben. So kommt es, dass man das Gefühl nicht loswird, dass man alles schon aus den Vorgängern kennt, die überdies in so ziemlich jedem Punkt Yoshi's New Island überlegen sind.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

67%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

14.03.2014

Developer

Arzest

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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