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Reviews: Nintendo 3DS

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Shin Megami Tensei IV

RPG

07.12.2014

Autor: Matthias Küpper

 

Der ein oder andere wird sich Fragen, wieso jetzt erst der vierte Teil der doch recht großen Serie herauskam. Seinen Ursprung hat Shin Megami Tensei schließlich schon im Jahr 1992 auf dem Super Nintendo. Doch seitdem sind auch viele Titel erschienen, die zwar unter dem Namen veröffentlicht wurden, aber eigentlich nicht direkt damit zu tun haben. Darunter fällt die Persona Reihe oder die Digital Summoner Spiele. So kommt es, dass erst dieses Jahr der vierte Teil der Hauptserie seinen Weg nach Europa gefunden hat. Umso gespannt sind einige Fans natürlich darauf, wie sich der Titel schlägt.

 

 

Der Weg des Samurais

 

Nach einem seltsamen Traum, der mehr verwirrt, als das er hilft, erwacht ihr an einem See im Königreich Mikado. Mit eurem Freund seid ihr auf dem Weg zum Schloss, um dort die Aufnahmeprüfung zum Samurai zu bestehen. Diese Samurais kämpfen in der Unterwelt Naraku gegen Dämonen und können deshalb zu lebenden Legenden werden. Wie es der Zufall will, werdet nur ihr Samurai und nicht euer Freund, der daraufhin enttäuscht weggeht. Aber einen erwarten neue Freunde, die auch das Glück oder Pech hatten Samurai zu werden. Nicht jeder von den Neulingen ist euch aber freundlich gesinnt. Denn da es sich beim eigenen Charakter um einen aus dem normalen Volk handelt, schauen Adlige auf einen herab, obwohl der Titel als Samurai nichts mehr zu bedeuten hat. Schnell wird klar, dass das Königreich Mikado eher ins Mittelalter anzusiedeln ist. Doch die Menschen sind in der Lage Magie anzuwenden. Um das Königreich zu bewahren, geht es also in die Welt der Dämonen, um diese zu bekämpfen. Ich verrate schon einmal, dass dies nicht die ganze Geschichte ist. Denn je weiter ihr euch in die Dämonenwelt wagt, desto mehr Geheimnisse werden euch offenbart. Euch erwartet hier eine Geschichte voller Wendungen und Überraschungen.

 

Im Kampf gegen die Dämonen steht ihr aber nicht alleine dort. Bevor der Kampf beginnt, habt ihr die Möglichkeit mit diesen zu reden, um sie auf eure Seite zu locken. Dafür verlangen die Monster von euch in der Regel eine Gegenleistung. Diese kann ganz unterschiedlich ausfallen. So kann ein Dämon die Währung Macca, ein Item oder sogar euer Leben und Mana verlangen. Genauso müsst ihr ihre Fragen beantworten, da sie ansonsten verschwinden oder euch direkt angreifen. Insgesamt können drei Dämonen mit euch Kämpfen. Aber ihr könnt deutlich mehr Dämonen dabei haben, da es optimal ist die Schwächen des Gegners auszunutzen und eigene auszutauschen. Denn das Kampfsystem sieht erst einmal nach einem klassischen rundenbasierten Kampf aus. Die Monster lungern davor in eurer Umgebung und wenn ihr sie mit eurem Schwert zuerst trefft, gibt es einen Erstschlag. Genauso können die Gegner als erstes angreifen. Nach Möglichkeit solltet immer ihr zuerst an der Reihe sein. Dadurch könnt ihr in der Regel mehrere oder sogar alle Gegner ausschalten und verliert nicht viele Punkte. Nutzt ihr einen Angriff, der die Schwäche des Gegners ist, bekommt ihr einen Angriff mehr. Verfehlt ihr ein Ziel, verliert ihr einen weiteren Angriff. Genauso verhält es sich auch bei den Monstern. Deshalb ist es besonders in Bosskämpfen wichtig, mit Dämonen zu kämpfen, die stark gegenüber dem Boss sind. Bei diesen gibt es noch die Besonderheit, dass es zum Dialog kommt und man mit den richtigen Worten den Boss schwächen oder einen selbst stärken kann. Allerdings kann es auch genau umgekehrt laufen.

 

Um für einen Bosskampf gut vorbereitet zu sein, benötigt es die richtigen Dämonen. Diese können, wie bereits gesagt, überredet werden, sich euch anzuschließen. Eine weitere gute Möglichkeit ist die Fusion von Dämonen. Denn durch die Fusion können leicht stärkere Begleiter erschaffen werden. Hierbei ist entscheidend, dass ihr die richtigen Dämonen habt und euer Level muss hoch genug sein, da das Level der Dämonen beim Fusionieren nicht das eure übersteigen darf. Zum Glück werden einem drei Fusionen vorgeschlagen. Wollt ihr andere nutzen, könnt ihr aber auch nach diesen Suchen. Genauso habt ihr auch besondere Fusionen, für die ihr eine bestimmte Anzahl an Dämonen braucht, die ihr euch dann einfach sammeln könnt. Aber aufgepasst: Es ist nicht möglich einen Dämon doppelt zu haben. Deshalb ist eine große Auswahl an Dämonen noch wichtiger.

 

Die Anzahl an Dämonen, die ihr zur Auswahl haben könnt, lässt sich durch den Kauf einer App bei Burroughs erhöhen. Burroughs ist eine KI, die euch bei eurer Mission unterstützt und euch vor bösen Dämonen warnt. Genauso verwaltet sie die Quests und man kann über sie das Spiel speichern. Andere nützliche Apps ermöglichen eine höhere Anzahl an Skills und die Dämonensprache, mit der ihr mit deutlich mehr Dämonen kommunizieren könnt. Aber wie erlernt der eigene Charakter eigentlich Skills? Nun das ist ziemlich simpel. Ihr lernt die Skills von euren Dämonen. Haben diese ein bestimmtes Level erreicht oder einen bestimmten Skill erlernt, möchten sie euch an ihrem Wissen teil haben lassen. Dabei gibt es schon die ein oder andere versaute Bemerkung, aber es sind nun einmal Dämonen. Habt ihr einen Skill bereits gelernt, wird dieser verstärkt, was auch sehr praktisch ist. So könnt ihr also auch gezielt Dämonen suchen, die eure bereits erlernten Skills erhöhen.

 

Neben den Kämpfen schließt man in Shin Megami Tensei IV auch noch Quests ab. Bei diesen müsst ihr entweder auch kämpfen oder ihr müsst bestimmte Items zusammentragen. Ansonsten erkundetet ihr die Tiefen von Naruka, um dort Relikte zu entdecken, die ihr an der Oberwelt verkaufen könnt. Doch dabei solltet ihr vorsichtig sein, denn an jeder Ecke wartet ein neuer Kampf. Bisher mag das Spiel recht einfach erscheinen, aber die Kämpfe sind recht schwer. Sehr schnell gerät man in einen Hinterhalt und zwei von euren begleitenden Dämonen werden einfach so getötet. Selbst in normalen Kämpfen kann man ganz schnell sterben, wenn man nicht aufpasst. Dann kommt ihr zum Fährmann im Totenreich, der euch einen Deal für Macca oder Spielmünzen anbietet. Eine ziemlich coole Sache. Habt ihr nicht genug Macca oder Spielmünzen oder feilscht ihr zulange mit ihm herum, heißt es Game Over. Ihr bekommt nach mehreren Toden aber auch die Möglichkeit den Schwierigkeitsgrad herunterzuschrauben. Dann ist das Spiel immer noch anspruchsvoll, aber es lässt sich für weniger Hardcore RPG Fans auch genießen. Der Umfang des Spiels ist gewaltig. Wenn man wie in Pokémon auf die Idee kommt, alle Dämonen besitzen zu wollen, hat man eine richtig lange Spielzeit vor sich. Durch das Training mit den Dämonen und das Sammeln von diesen braucht man aber auch schon im normalen Spiel sehr viel Zeit.

 

 

Steuerung und Technik

 

Gesteuert wird euer Charakter mit dem Circle Pad. Das Steuerkreuz dient hier nicht als Alternative, da damit nach oben oder unten geguckt werden kann, um gewisse Hindernisse zu überwinden oder in Schächte zu kriechen. Außerdem lässt sich damit die Kamera umändern. Mit X schwingt ihr euer Schwert, um einen Dämon zu treffen und A ist der normale Aktionsknopf. Im Kampf steuert ihr alle Dämonen und wählt die Befehle ebenfalls mit dem A-Knopf. Der Touchscreen dient meistens als Karte, die ihr vergrößern könnt oder ihr könnt auch hierüber in der Stadt Mikado die einzelnen Gegenden wählen. All dies geht gut von der Hand und ist auch perfekt umgesetzt. Mir wäre es nur lieb gewesen, wenn man sich auf der Karte noch Notizen hätte machen können.

 

Grafisch erwartet euch ein Spiel, welches teilweise durch seine Optik glänzen kann. Besonders die Gegend um Mikado herum ist sehr schön. Hingegen ist Naraku ein Ort der Dunkelheit mit engen Gängen und vielen Hindernissen. Teilweise sind Wurzeln und alte Kabel im Weg. Die Düsterheit dieses Ortes kommt aber auch sehr gut herüber und die Level sind nicht unbedingt linear aufgebaut. Besonders ganz weit unten in den Gebieten, wo seit Jahren niemand war, erwartet einen mehr, als man vielleicht erwartet hätte. Der 3D-Effekt ist solide, allerdings durch die vielen dunklen Ecken nicht immer optimal. Es gibt eine Sprachausgabe in Englisch. Allerdings wurde nicht alles vertont. Viele NPCs ohne Bedeutung haben keine Sprache. Das Spiel ist aber leider, wie viele andere Titel von Atlus auch, nur mit englischer Sprachausgabe spielbar. Die Musik ist passend, hat aber nicht unbedingt viele Stücke, die zum Ohrwurm werden. Viele Lieder wiederholen sich eben auch, weil man Orte immer wieder aufsucht.

 

 

Kritik

 

Zuerst einmal sei der hohe Schwierigkeitsgrad erwähnt. Sicherlich gibt es auch Spieler, die genau nach so einem anspruchsvollen Titel suchen, aber es kann eben auch sehr frustrierend sein, wenn man an einem Boss auf dem normalen Schwierigkeitsgrad immer wieder scheitert. Zwar kann man das Spiel noch leichter machen, allerdings hätte es diese Funktion von Anfang an geben können, sodass der Frust nicht ganz so hoch wäre. Weil es gibt nun einmal auch viele Spieler, die auf dem gewählten Schwierigkeitsgrad ausharren und irgendwann die Lust verlieren.

 

Weiterhin sei erwähnt, dass es schön gewesen wäre, wenn die englische Sprachausgabe alle Texte betroffen hätte. Es ist natürlich klar, dass das auch eine Frage des Budget ist, aber die Welt hätte noch viel lebendiger gewirkt, wenn jeder Mensch und jeder Dämon eine eigene Stimme gehabt hätte. Grafisch hätte es natürlich auch noch besser sein können und die fehlende deutsche Sprache ist auch mal wieder sehr schade.


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Fazit

Shin Megami Tensei IV wurde von viele Fans lange erwartet. Fans die hier zuschlagen machen auf jeden Fall nichts falsch. Aber auch Spieler, die bei anderen Rollenspielen mit einem eher klassischen Kampfsystem ihren Spaß hatten, sollten hier Zugreifen. Denn wie so oft entpuppt sich die eher langweilig wirkende Story als interessant und voller Wendungen. Beim Umfang macht man hier sicherlich nichts verkehrt. Lediglich der Schwierigkeitsgrad kann für Neulinge und Feinden von vielen Kämpfen, um Level aufzusteigen, das Spiel kaputt machen. Deshalb ist es eben eher ein Spiel für Fans.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

30.10.2014

Developer

Atlus

Publisher

Atlus

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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