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Reviews: Nintendo 3DS

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Code Name S.T.E.A.M.

Ego Shooter

01.05.2015

Autor: Lukas Strübig

 

 

Intelligent Systems ist hierzulande am besten bekannt für die Fire Emblem-Serie, ein Strategie-RPG, das levelnde Charaktere und rundenbasiertes Gameplay nutzt, um überraschend authentisch mittelalterliche Fantasy Schlachten zu emulieren.

 

Mit Codename: STEAM wagt sich der Entwickler also nun vor in zeitlich nahere, jedoch nicht weniger fantasievolle Gefilde.

 

 

Abraham Lincoln: Alien Hunter

 

Wir befinden uns im Amerika des Victorianischen Zeitalters, als die Dampfmaschine für industriellen Aufschwung sorgt, neue, dampfbasierte Waffensysteme gebaut werden und die Erde von Aliens angegriffen wird. Zu der Zeit, als Abraham Lincoln ein Elite-Kampfteam von Literarischen Helden dieser Zeit anführt um... Moment, ich muss das eben nochmal in meinem Geschichtsbuch nachschlagen.

 

Ja, die Story mutet an wie eine Mischung aus The Order 1886 und Die Liga der Außergewöhnlichen Gentlemen unter einer ganzen Menge dicker Comic-Farbe und als solche nutzt sie leider ihr Potenzial nicht vollständig aus. Ist Fire Emblem vor allem für seine vielen, tiefen und lebendigen Charaktere beliebt, rettet sich Codename STEAM in Stereotype, bietet aber hier nicht genug um gewitzt oder humorvoll zu sein. Die zugegeben bunten Charaktere bieten nur wenig Text im Kampf um ihnen eine besondere Persönlichkeit zu geben, und da die Dialoge auf ein Minimum beschränkt sind, bleiben unsere Helden so eindimensional wie die Sprechblasen mit denen sie- Ich habs kapiert, John, du bist nicht besonders gut darin, dich zu verstecken, das habe ich auch gar nicht von dir verlangt Herrgott!

 

Natürlich fokussiert sich Codename STEAM jedoch auf das Gameplay, welches zwar Ähnlichkeiten zu Fire Emblem aufweist, jedoch anders genug ist, um eine neue IP zu rechtfertigen. Fire Emblem dreht sich um große Schlachten, in denen kleinen Armeen aufeinander treffen und durch geschicktes Verschanzen, Ausscheren und Flankieren versuchen, das große Areal, in denen sie sich befinden, auszunutzen.

 

In Codename STEAM ist man eher der Anführer eines kleinen Stoßtrupps, oder gar einer Spezialeinheit. Das Ziel ist daher auch deutlich simpler, es muss lediglich ein Teammitglied eine gewisse Linie überschreiten und man ist durch. Der Weg führt konstant geradeaus, wenn auch öfter vorsichtig.

 

Hier hat jede Einheit eine gewisse Anzahl an Dampfenergie pro Runde, diese wird nicht nur gebraucht um sich fortzubewegen, sondern auch um anzugreifen. Diese Dampfenergie ist das zentrale Element des Gameplays, es entscheidet wohin man geht, wen man angreift und welche Waffe man verwendet. Stößt man vollends nach vorne und schießt alles nieder, was einem im Weg steht und riskiert damit, auf dem Präsentierteller zu stehen oder verschanzt man sich und versucht seinen Gegner in einen Hinterhalt zu locken, während dieser seine Reihen stärkt? Dies sind wohl die beiden großen Entscheidungen, die man jede Runde erneut treffen muss und wie man es von Intelligent Systems gewohnt ist, kann jede falsche Entscheidung zum kompletten Fehlschlag der Mission führen, gerne schon in den ersten Leveln.

 

Für mehr Abwechslung sorgen daher die zwölf verschiedenen Agenten, die alle ihre eigenen Stärken, Schwächen und Fähigkeiten haben. So kann John ganze Dampfgranaten werfen, während sich der Löwe genüsslich durch die Areale katapultiert. Das größte Problem von Codename STEAM ist jedoch, dass es bei all den strategischen Mitteln und verschiedenen Figuren verhältnismäßig wenig zu tun in einer Mission bietet.

 

Taktiert man bei Fire Emblem so weit, dass man versucht, den Gegner zu gewissen Schachzügen zu zwingen, ist Codename STEAM ein einziges Deckung suchen und durchhalten, sind die Aliens einmal an der Reihe. Das gerne kritisierte Fehlen einer Übersichtskarte ist eigentlich DAS Feature des Spiels, doch sorgt es eben dafür, dass die gegnerischen Züge nichts als Langeweile auslösen, da man mehr als die Hälfte davon einfach nicht sieht.

 

Immerhin sind Online-Matches spannender, immerhin kämpft man hier gegen echte Spieler, die genau wie man selbst versuchen, innerhalb von 60 Sekunden eine möglichst raffinierte Strategie aufzubauen.

 

 

Grafik und Sound

 

Ganz anders als das Victorianische Zeitalter ist Codename STEAM bunt, mit mehr Anlehnungen an Steampunk als an die damalige Mode und einem kantigen Comic-Stil, der leider irgendwie ein wenig billig daher kommt.

 

Ja, das Spiel läuft flüssig und mit einem schönen 3D-Effekt, doch weiß es nie zu beeindrucken und, ganz ehrlich, ich verstehe nicht wie eine Konsole, die zu Beginn ihrer Laufzeit mit Spielen wie Ocarina of Time 3D oder Snake Eater 3D aufwarten kann, einen so geringen, grafischen Standard haben kann.


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Fazit

Codename STEAM bietet Fans von rundenbasierten Strategie-Shootern schon eine Menge Möglichkeiten um Dampf abzulassen. Doch das verschwendete Potenzial der Story, das durch Langsamkeit teuer erkaufte Gameplay und der schwere Einstieg lassen die meisten Spieler wünschen, dass sie jetzt gerade lieber Fire Emblem spielen. Es mag kein fairer Vergleich sein, aber ein wahrer.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

ok

69%

Singleplayer

72%

Multiplayer

Release

15.05.2015

Developer

INTELLIGENT SYSTEMS

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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