Autor: Sascha Zhivkov
Asphalt 3D? Da war doch schon mal was: "Asphalt Urban GT" (2004), "Asphalt Urban GT 2", "Asphalt 3: Street Rules", "Asphalt 4: Elite Racing" (2008), "Asphalt 5" (2009) sowie "Asphalt Adrenaline" (2011). Wenn ihr von diesen Spielen noch nie gehört habe, dann liegt es daran, dass ihr keine mobilen Handyzocker seid. Denn oben genannte Titel vom Entwickler Gameloft haben sich durchaus anständig verkauft. Für Nintendo DS gab es zusammen mit Ubisoft auch bereits einen ersten Versuch namens „Asphalt: Urban GT“ und nun folgt beim Launch des 3DS ein erneuter Ableger. Kann dieser im Test überzeugen?
Asphalt 3D bietet natürlich mehr als die oben genannten Handy-Versionen und so kann man in zahlreichen Modi wie Preisrennen, Straßenkampf, Verfolgungsjagd, Driftrennen, Zeitrennen etc. an den Start gehen. Es gibt eine mit kleinen Rollenspiel-Elementen gespickte Karriere, bei der man dank guter Leistungen in das Tuning seines Boliden investieren kann. Die genannten Modus verteilen sich auf insgesamt 17 Strecken, die in Metropolen wie San Francisco oder Paris gelegen sind. 40 Fahrzeuge von Ferrari, Aston Martin bis zum Ducati und vieler anderer Marken werden vom Hersteller in die Waagschale geschmissen, um die Rennsportfreunde unter euch zu begeistern.
So klingen Line-Up und Auswahlmöglichkeiten ja noch nach viel Abwechslung, in Wahrheit stellt sich aber trotz netter Bonus-Challenges im Karriere-Modus sehr schnell Monotonie ein. Boost- und Nitro-Elemente erhöhen zwar den Spielspaß, da so gelungene Überholmanöver eine direkte positive Resonanz auf die Performance haben, aber diese Freude wird zu schnell zur Routine. Die Verfolgungsjagden machen dabei am meisten Spaß, während andere Geschicklichkeitsaufgaben wie das Sliden nicht so überzeugen können. Schön ist, dass gewonnenes Geld auch in die Aufwertung der eigenen Fahrzeuge fließt.
Die Grafik ist größter Schwachpunkt des Spiels. Clippingfehler und plötzlich aufploppende Elemente sind an der Tagesordnung. Zwar sehen Asphaltschicht und Automodelle gut aus, was sich aber von Horizont oder weiter entfernten Elementen nicht sagen lässt. Immerhin wurde der 3D-Effekt recht gut integriert, ohne ihn sieht das Spiel eine Stufe schlechter aus. Das kann aber die Framerateinbrüche, die schlecht dargestellten Kollisionen etc. auch nicht entschuldigen. Insgesamt zeigt sich aber, dass nicht genügend Ressourcen in eine anständige Umsetzung geflossen sind.
Bei der Steuerung wird das Schiebepad gut eingesetzt, und besonders beim Driften ist höhere Genauigkeit als beim Vorgänger möglich. Leider ist jedoch der Übergang zwischen bremsen und beschleunigen auf A- und B-Knopf zu ruppig. Konsolen-Gamepads haben da mit den Schultertriggern einfach feinere Kontrollmöglichkeiten.
Die Entscheidung, den Online-Modus zu streichen, fördert bei diesem Genre sicher nicht die Langzeitmotivation, sich weiterhin mit Asphalt 3D zu beschäftigen. Auch wenn der lokale Multiplayer mit bis zu sechs Mitspielern funktioniert, reiht sich dieser Wehrmutstropfen in meine Enttäuschung über den Titel ein. Street Fighter 3D hat doch gezeigt, wohin der Weg online geht!
Zuletzt ist der Preis ein großer Minuspunkt. Für einen Titel, der abgesehen von der räumlichen Darstellung mehr oder weniger gleich auf Apples Plattformen 5,49 Euro kostet, soll man beim 3DS plötzlich 44,95 Euro bezahlen? Das gleiche Argument wie beim weitgehend lieblosen Rayman 3D gilt auch hier: so eine Preispolitik darf nicht unterstützt werden.
Vielen Dank an Ubisoft für das Testmuster.