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Reviews: Nintendo DS

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Pro Evolution Soccer 2008

Sport

19.02.2008

Autor: Philipp Bress

 

Seit dem Sommermärchen 2006 befindet sich Deutschland im Fußball-Fieber und die EM 2008 in der Schweiz und Österreich steht auch schon vor der Tür. Und genau passend, um diese Zeit zu überbrücken, schickt Konami Pro Evolution Soccer 2008 ins Rennen, um den Titel des besten Fußball-Games. Dieses Mal steht zunächst die DS-Version des beliebten Konsolen-Kickers auf dem Prüfstand.

 

Auf dem Weg zur Weltmeisterschaft!

 

Nachdem ich das Spiel in den DS eingelegt und gestartet habe, zeigte sich mir zunächst ein eher ungewöhnliches Bild, denn auf dem DS wird man von einer Figur begrüßt, die frisch aus einem Fußball-Comic zu stammen scheint. Natürlich möchte ich sofort loslegen und wähle das Weltturnier an. Und da kommt auch direkt der erste kleine Wermuts-Tropfen, denn leider kann man sich nicht auswählen, mit welcher Mannschaft man das Turnier bestreiten möchte. Man bekommt das "Original-Team" zugewiesen, mit einem bunten Haufen von Spielern, die einem rein gar nichts sagen. Positiv ist jedoch, dass ihr dieser Mannschaft auch einen eigenen Namen, ein eigenes Logo und auch ein eigenes Trikot designen könnt.

 

Im Weltturnier beginnt man in Gruppe K und muss sich bis Gruppe A hochkämpfen, um gegen die Besten der Besten antreten zu können, und das ist auch ein ganzes Stück Arbeit. Für jeden Sieg den man einfährt, erhält man Münzen, mit denen man sich neue Spieler und Items kaufen kann. Moment mal! Münzen und Items? Ja, ihr lest richtig. Hier liegt nämlich einer der grundlegenden Unterschiede zu PES auf den Konsolen. Aufgemacht ist das Spiel viel mehr wie ein kleines Spin-Off, das mehr an ein Fun-Soccer als an eine richtige Fußball-Simulation erinnert.

 

Wie schon geschrieben, könnt ihr euch mit Hilfe der Münzen neue Spieler an einem Automaten kaufen oder im PES-Shop neue Items für eure Spieler erwerben. Mit Hilfe der Items könnt ihr die verschiedenen Fähigkeiten der Spieler verbessern, so gibt es die "Schuhe des Drachen" um die Schusskraft zu verbessern oder eine "Kopfnuss" um die Kopfball-Fähigkeit aufzumöbeln. Ich muss gestehen, dass das dem Spiel eine gewisse Note gibt, vor allem, da man diese Items bzw. Waren auch ausstellen kann. Neben dem Welt-Turnier gibt es noch die Möglichkeit, sowohl Freundschaftsspiele als auch separate Elfmeter-Schießen zu spielen.

 

"Da haben Spieler auf dem Platz gestanden, gestandene Spieler." - Günter Netzer

 

Und hey, bei dem Spiel kann man sogar sein Wissen im Bereich Erdkunde etwas aufbessern. Denn bevor das nächste Spiel beginnt, wird auf einem Globus angezeigt, wo sich das jeweilige Land befindet, wie viele Einwohner es hat und wie die Hauptstadt heißt. Lobenswert! Ein weiterer Unterschied zu den Konsolen-Versionen ist, dass Minispiele enthalten sind. Diese muss man öfters mal vor einem regulären Spiel bestreiten. So muss man zum Beispiel einen gezielten Pass auf einen Mitspieler spielen und dann das Runde in das Eckige versenken oder während eines regulären Spieles mindestens 5 Tore schießen. Also, wie man sieht ist für ein Rahmenprogramm schon einmal gesorgt, aber wie präsentiert sich der Rest?

 

Ein leidiges Thema bei allen Teilen der Pro Evolution Soccer-Reihe, sind die fehlenden Lizenzen für Team- und Spieler-Namen. So wird aus unserem Jens Lehmann auch schon mal ein Schwarz und dergleichen. Und die Vereine der deutschen Bundesliga, und auch aus anderen Ligen sind kaum vorhanden bis auf FC Bayern, Chelsea und diverse andere. Schade drum, denn als gestandener SV Werder Bremen Fan, hätte ich auch gerne mal mit Diego gezaubert. Und sowieso wirkt es leider eher befremdlich, wenn bei einigen Teams die richtigen Namen der Spieler vorhanden sind und bei anderen Teams wiederum nicht. Hoffen wir, dass das Pro Evo-Team in Zukunft mehr Lizenzen abzwacken kann.

 

"Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien!" - Andreas Möller

 

Spielerisch weißt PES 08 für den DS in meinen Augen einige Macken auf. So ist mir aufgefallen, dass 90% meiner Tore durch Fernschüsse entstanden sind. In Standardsituationen wie Eckbällen oder Flanken, war es oft einfach nicht möglich zum Kopfball zu kommen und ich gehe davon aus, dass es nicht an meinen spielerischen Qualitäten lag. Nächster Punkt auf meiner Liste sind die ungenauen Grätschen. Treffe ich den Gegenspieler genau, läuft er öfters einfach mal weiter, rutsche ich aber augenscheinlich an ihm vorbei, so fliegt er in bester Manier durch die Luft und bekommt einen Freistoß. Klar, man kann von Schwalben reden, aber diese sind eigentlich nicht im Spiel enthalten, daher kann man auf einen technischen Grund schließen. Hinzu kommt auch noch, dass es häufiger mal zu Slow-Downs kommt, wenn mehrere Spieler sich im Strafraum befinden. Das sind einige der Dinge, die das Spiel insgesamt recht statisch wirken lassen, was den Spielspaß schon eindämmt. Zusätzlich wird vom Touchscreen nur wenig Gebrauch gemacht. Lediglich die Menüführung und die Funktion, die eigene Mannschaft zwischen offensiver und defensiver Spielweise wechseln zu lassen, lässt sich mit dem Stylus erledigen sowie die Positionen der einzelnen Spieler verschieben.

 

"Die schönsten Tore sind diejenigen, bei denen der Ball schön flach oben rein geht." -Mehmet Scholl

 

Eine Sache, die auch sehr in dem Spiel fehlt, ist ein Kommentator, hier hat aber wahrscheinlich die Hardware des DS einfach nicht mehr zugelassen, als kurze "TOOOORR"-Rufe, wenn halt ein Tor fällt. Ansonsten kann man mit dem Sound im Spiel aber durchaus zufrieden sein. Die Fans machen Stimmung und auch die Musik in den Menüs kommt gut rüber.

 

Ein wenig enttäuscht bin ich vom Mehrspieler-Modus. Im drahtlosen Netzwerk, funktioniert er ohne Probleme mit bis zu 4 Spielern und macht dann auch ein Stück mehr Spaß als im Singleplayer, aber vom Wi-Fi Modus bin ich sehr enttäuscht. Online-Duelle konnte ich kaum welche austragen, da einfach keine Spieler gefunden wurden, und wenn dann mal eins nach minutenlanger Suche ausfindig gemacht wurde, war die Verbindung teilweise so schlecht, dass normales spielen kaum möglich war, besonders halt, wenn es, wie weiter oben erwähnt, zu den Slow-Downs kommt.

 

Eines muss ich aber noch loswerden, ich schimpfe ja selten über Cover von Spielen, aber warum wirbt Konami für PES 2008 mit Jan Schlaudraff? Da hätte man doch neben Cristiano Ronaldo, der auch nicht unbedingt die beste Wahl war, wenigstens jemanden finden können, der die Menschen mehr dazu animiert, dieses Spiel zu spielen.

 

 

Vielen Dank an Konami für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

PES 08 kann durchaus Spaß machen und mit den Fun-Soccer-Elementen die enthalten sind, gelingt dies auch. Allerdings halten einige technische Mängel es davon ab, ein wirklich bombiges Spiel zu werden. Wer gerne unterwegs auf dem Handheld Fußball spielt und nicht allzu hohe Ansprüche stellt, der dürfte hiermit gut bedient sein. Fans von richtigen Fußball-Simulationen, sollten lieber warten bis die Wii-Version im März bei uns in den Regalen steht.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

55%

Singleplayer

60%

Multiplayer

Release

16.11.2007

Developer

Konami

Publisher

Konami

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


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