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Reviews: Nintendo DS

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Wer wird Millionär?

Sonstiges

27.02.2008

Autor: Nico Schoenfeldt

 

Nintendos „Touch Generation“ boomt derzeit wie kaum ein anderes Videospielkonzept auf dem internationalen Markt. Kein Wunder, dass auch andere Software-Schmieden auf den Goldesel setzen und ihre eigenen Marken ins Rennen schicken. Auf der Games Convention 2007 haben die Jungs von Ubisoft bereits lautstark ihre neue Erleuchtung proklamiert. Nun sind endlich die ersten Früchte dieser tugendhaften Idee, Spiele für Jedermann zu entwickeln, auf dem deutschen Markt erschienen. Mit dem Konzept „Spiele für mich“ versucht Ubisoft laut eigener Aussage die Qualität der Touch-Generation zu erreichen und ebenfalls vom eingefleischten Daddler bis hin zum unerfahrenen Senioren alle Käuferschichten anzusprechen. Um dieses Konzept noch besser zu bewerben, bedient sich Ubisoft bekannter Marken, wie in diesem Fall dem Quiz-Show Dauerbrenner „Wer wird Millionär?“.

 

 

Wo steckt Günther Jauch?

 

Wer einen Fernseher zu Hause hat und Zugang zur deutschen Medienunterhaltung, der dürfte an der Quiz-Show „Wer wird Millionär?“ in den letzten Jahren nicht vorbei gekommen sein. Die lizenzierte Kopie des britischen Original „Who wants to be a Millionaire?“ läuft seit 1999 erfolgreich auf dem privaten Sender RTL. Neben einem einfachen und doch fordernden Showkonzept ist es aber auch die geschickte Auswahl des Moderators, die dem Fernsehsender wöchentlich Traumquoten beschert. Der charismatisch-sympathische Günther Jauch, nebenbei noch für das Stern-Magazin auf RTL verantwortlich und Traum vieler Schwiegermütter, plaudert in seiner ihm eigenen Weise mit den Show-Kandidaten. Dieser sitzt Herrn Jauch gegenüber auf dem „Heißen Stuhl“ und versucht sich auf die immer schwieriger werdenden 15 Fragen zu konzentrieren, während der Moderator lustig schnatternd Small Talk betreibt. Das gefällt dem Zuschauer.

 

Obwohl sich der Nintendo DS wie kaum ein anderes Gerät für eine virtuelle Umsetzung der Quizsendung anbietet, wurde erst jetzt, nach einigen PC- und Konsolen-Spielen, die kleine Handheld-Konsole mit einer eigenen Version bedacht.

 

Zu Beginn steht es dem Spieler frei, zwischen verschieden Sprachen für das Spiel zu wählen. Danach trifft man noch die Entscheidung darüber, ob man alleine oder mit einem zweiten Mitspieler um die Million zockt und schon sitzt man auf dem Quizstuhl.

 

Den 2-Spielermodus möchte ich allerdings nicht als Multiplayer bewerten. Der Grund hierfür ist einfach die Tatsache, dass ich den Nintendo DS nach einer abgeschlossenen Runde auch so an einen weiteren Mitspieler reichen kann um mich mit diesem zu messen. Dazu brauche ich keine zwei parallel laufenden Raterunden, bei denen ich nach einer erfolgreich gelösten Frage die Handheldkonsole dem Partner in die Hände drücke, nur um zu sehen, wer wann mit wieviel Euros ausgestiegen ist.

 

Doch was ist das? Die Stimme aus dem Lautsprecher – das ist doch nicht Günther Jauch. Während die Briten ihren Show-Master Chis Tarrant sogar noch in Videoform bewundern dürfen und die Franzosen sich ebenfalls über ihren Jean-Pierre Foucault freuen können, müssen sich die deutschen Fans mit einer abgespeckten Variante ihrer Lieblingsshow zufrieden geben. Auch wenn dieses Schmankerl fehlen mag, so ist die deutsche Sprachausgabe sauber gearbeitet und sorgt für einen gewissen Hauch Studio-Atmosphäre. Zwar kennt man nach der dritten Runde bereits alle Phrasen der deutschen Plaudertasche auswendig, doch wer Gefallen daran hat, neben den Quizfragen noch seine Sprachkenntnisse zu verbessern, der stellt einfach um auf Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch oder amüsiert sich, so wie ich, über den niederländischen Kommentator.

 

 

Wie im echten Studio?

 

Das Spiel beschränkt sich in seiner Präsentation auf das Wesentliche. Das Intro der Originalshow sowie die Videobotschaften von Chris Tarrant sind sauber ausgefallen und sorgen gerade beim englischen Publikum für ein gewisses Flair. Aber auch die deutsche Sprachausgabe schallt klar und deutlich aus dem Lautsprecher. Insgesamt merkt man dem Spiel zwar an, dass man die britische Version für die restlichen europäischen Formate genutzt hat, dennoch ist Ubisoft hierbei ein Lob auszusprechen. Die Fragen wurden nämlich nicht einfach übernommen, sondern richten sich gezielt an die einzelnen Länder.

 

Die bekannten Joker sind ebenfalls mit an Bord. Wenn man also mal nicht weiter weiß, darf man das Wissen des Publikums anzapfen, die 50:50 Chance nutzen oder jemanden aus seiner „Freundesliste“ anrufen. Der neuste Joker wurde allerdings nicht mit eingebaut; das Spiel beschränkt sich auf die drei Originale. Navigiert wird mit Hilfe des Stylus oder wahlweise auch mit den Tasten, wobei die Touchscreen-Unterstützung sauber ausgefallen ist und einen bequemere Quizrunde garantiert. Menschen mit schwächeren Augen könnten sich lediglich an der kleinen Schrift stören. Die originalen Soundsamples aus der Show sorgen abschließend für eine abgerundete Atmosphäre und somit lässt sich an dem virtuellen Rate-Marathon soweit nichts bemängeln.

 

 

1. Edition

 

Bei diesem DS-Spiel handelt es sich, wollen wir der Verpackung glauben, um die 1. Edition. Falls also noch weitere Versionen folgen, sollte Ubisoft bitte folgende Kriterien beachten:

 

  • Möglichkeit Statistiken und persönliche Rekorde abzuspeichern würde den Widerspielwert, auch auf der Mehrspieler-Ebene, deutlich erhöhen.
  • Eine separate Abfrage von Wissensgebieten könnte den Spaß beim Aufbau des eigenen Grips sicherlich noch weiter anreißen.
  • Abschließend sei das wichtigste Manko dieser Version noch einmal hervorgehoben – Günther Jauch muss her!

 

Wir bedanken uns bei Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters!

 


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Fazit

Wer die Quiz-Show „Wer wird Millionär?“ kennt und liebt, der macht beim Kauf dieser DS-Version nichts falsch. Ubisoft hat bei diesem Titel einen guten Einstieg für ihre Non-Gamer-Reihe „Spiele für mich“ bewiesen. Das Spiel bietet mit seinem simplen Konzept alles, was man für ein kleines Gehirn-Training zwischendurch braucht – aber auch nicht mehr. Das Fehlen von Günther Jauch dürfte einigen hiesigen Fans vielleicht etwas bitter aufstoßen, wer aber darüber hinwegsehen kann bekommt eine atmosphärische Handtaschen-Version der beliebten Quizshow.


Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

gut

73%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

07-12-2007

Developer

Ubisoft

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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