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Reviews: Nintendo DS

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Boulder Dash Rocks

Puzzle

03.03.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Von Frauen und Diamanten!

 

Seit der Zeit der Höhlenmenschen war die Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen glasklar: Der Mann ging auf die Jagd, um für Nahrung zu sorgen und die Frau kümmerte sich um Kinder und Höhle. Auch wenn sich dieses Bild in den letzten Jahren stark zu wandeln scheint, kann man doch ohne weiteres behaupten, dass die Frauen eh schon immer das Sagen hatten. Warum sonst ist es bei uns Menschen und in der Tierwelt eigentlich immer so, dass Frauen umworben werden müssen, um sie für sich zu gewinnen. Männer wollen Frauen und Frauen spielen da mit, um uns Männern Kontrolle zu suggerieren, damit wir uns stark und mächtig fühlen.

 

Dem Helden Rockford geht es da nicht anders. Crystal, das Mädchen seiner Wahl, steht auf Diamanten und um ihr Herz zu gewinnen, verlangt sie nichts Geringeres als den größten Diamanten, den es überhaupt zu finden gibt. Das lässt sich der hauptberufliche Sammler nicht zweimal sagen. Dummerweise kommt ihm Tentacle, ein fieses grünes Monster dabei in die Quere, denn auch er verliebt sich in die schöne Crystal. Beide schwören ihr gegenüber, den größten Edelstein aller Zeiten für sie zu finden. Und so macht sich der Held – völlig blind vor Liebe – auf die Planetentour, die ihn auf vier verschiedene Planeten und in zahllose Bereiche führen wird, bis er schließlich Crystal für sich gewinnen kann.

 

Jeder der vier Planeten unterscheidet sich dabei sowohl optisch als auch in den Gegenständen und Hindernissen, die Rockford zur Verfügung bzw. im Weg stehen. Das Spielprinzip hat sich in den letzten 24 Jahren kaum geändert, so dass es immer noch darum geht, in einer zweidimensionalen Umgebung Diamanten einzusammeln und dabei Gegnern und herabfallenden Gegenständen auszuweichen. Die Ansicht, die das Spiel zeigt, ist dabei eine Frontalansicht, wie zum Beispiel auch bei Super Mario Bros.

 

In den begrenzten Gebieten muss Rockford den Ausgang erreichen, um ins nächste Level zu kommen. Allerdings öffnet sich der Ausgang nur, wenn man die vorgegebene Anzahl an Diamanten gefunden hat. Dazu bewegt man den Helden per Steuerkreuz über das Spielfeld und sammelt die wertvollen Edelsteine ein. Da die Schwerkraft auf alle Gegenstände, nicht aber auf Rockford selbst, einwirkt, fallen Steine, Diamanten und andere Dinge herunter, wenn der Held zum Beispiel den direkten Untergrund weg gräbt oder zu hoch stapelt. Das macht es möglich und erforderlich, mit Logik an die einzelnen Aufgaben heranzugehen, um das Ziel erreichen zu können. Es ist nämlich nicht immer sinnvoll, blind alles einfach einzusammeln, weil sich durch ungeschickte Kombinationen durchaus der Weg endgültig versperren kann, so dass man von vorne anfangen muss.

 

Auf manchen Karten treiben auch Gegner ihr Unwesen, die Rockford das Leben kosten, wenn sie ihn berühren. Neben der Möglichkeit, diesen auszuweichen, kann man sie jedoch auch zur Strecke bringen, in dem man entweder einen Stein auf sie fallen lässt oder zu Rockfords Waffe greift. Diese muss jedoch in jedem Level erst an bestimmten Orten aufgeladen werden. Dazu gibt es drei Formen von Munition, die zwischen einem und drei Schüssen erlauben. Mit der roten Munition können Gegner aus dem Weg geräumt werden, grün zieht Gegenstände an und blau ist in der Lage, Feuer zu löschen. Daneben gibt es in einigen Arealen auch Dynamit an vorgegebenen Stellen, das der Held zünden kann, um sich den Weg frei zu sprengen.

 

Um das Ganze noch ein wenig schwerer zu machen, hat jedes Level eine Zeitbegrenzung, die zwar meist recht großzügig ist, aber dennoch dazu führt, dass man sich nicht unendlich Zeit lassen kann. In manchen Arealen ist die Zeit dann aber extrem knapp gesetzt, um den Spieler so richtig unter Druck zu setzen. Generell steigt der Schwierigkeitsgrad hier extrem steil an, so dass man schon auf dem zweiten Planeten vor wirklich große Aufgaben gestellt wird, die teilweise 20 oder mehr Versuche benötigen, bevor sie endlich geschafft sind.

 

 

Taktik durch Touchscreen!

 

Neben den normalen Leveln der Planetentour, die ohne Frage der Hauptteil des Spiels sind, gibt es noch einen anderen Modus, der großen Charme versprüht. Im Route Race Modus steuert man Rockford nämlich direkt mit dem Stylus, allerdings nicht unmittelbar. Die Levels in diesem Modus bestehen aus je vier Feldern, die durch Transporter miteinander verbunden sind. Ein Transporter wird allerdings erst aktiviert, wenn alle Diamanten in dem Bereich eingesammelt wurden. Im vierten Feld gibt es dann statt eines Transporters den Ausgang aus dem Level.

 

Die Steuerung funktioniert hier komplett anders, als in der Planetentour. Man zeichnet mit dem Stylus eine Route auf den Touchscreen, der Rockford dann folgt. Jedoch muss man das gesamte Feld lösen und das Ende der Route muss beim Transporter liegen, damit man den Helden auf den Weg schicken kann. Hier ist also ein Höchstmaß an Taktik gefordert, da man sich vorher genau überlegen muss, welchen Weg man gehen kann und will. Die Stürze und Landepunkte von Steinen und Diamanten, die Explosionsradien von Dynamit und die Auswirkungen von Rockfords Bewegungen müssen also im Voraus exakt geplant werden.

 

Bleibt der Held im Laufe seines Weges irgendwo hängen, weil ein Stein doch anders gefallen ist, als man gedacht hatte oder er nicht alle Diamanten gesammelt hat, dann muss man wieder von vorne beginnen. Allerdings bleiben bereits geschaffte Felder weiterhin geschafft, so dass man nicht wieder im ersten Feld des Levels anfangen muss, wenn man in einem späteren einen Fehler macht.

 

Auch hier ist der Schwierigkeitsgrad recht knackig, aber bei Weitem nicht so hoch, wie bei der Planetentour. Das liegt vor allem daran, dass es hier weder Gegner noch ein Zeitlimit gibt, wodurch man generell weniger Fehler macht und seltener stirbt. Einfach sind die Routen jedoch auf keinen Fall, was auch große Knobler sicher freuen wird.

 

Der Dritte Einzelspieler Modus ist ein Rennen gegen die Uhr. Darin kann man in speziell gestalteten Leveln ein Rennen gegen die Uhr durchführen. Anfangs gibt es hier 10 Levels, es lassen sich jedoch weitere 15 dazu kaufen. Im Shop, in dem man als Währung ganz bestimmte Diamanten einsetzt, gibt es außerdem Zusatzlevel für die Planetentour, Bilder und Videos und mehr. So muss zum Beispiel auch der Mehrspieler Modus erst gekauft werden, bevor man loslegen kann.

 

 

Double Dash!

 

Hat man den Mehrspieler-Modus im Shop gekauft, dann kann man das Spiel auch zu zweit spielen. Der Umfang hier hält sich jedoch extrem in Grenzen, denn außer ein paar Levels, in denen man dann gleichzeitig schnellstmöglich das Ziel erreichen muss, gibt es nichts. Erschwerend kommt hinzu, dass jeder das Spiel benötigt, um in den Genuss dieses Modus zu kommen. Warum man hier nicht auch zu viert und zumindest eingeschränkt mit nur einer Karte gegeneinander antreten kann, ist mir unverständlich. Gerade solche Geschicklichkeitsspiele bieten sich doch an, um auch gegeneinander anzutreten, sei es nun ohne direkten Kontakt oder in einem Kampf auf einem Spielfeld.

 

So hätte man den Mehrspieler-Modus auch getrost weglassen können, denn für so viel Lieblosigkeit bei gleichzeitig so gutem Einzelspieler kann die Bewertung nur schlecht ausfallen.

 

 

Grafik von vor 24 Jahren?

 

Natürlich hat sich optisch seit den ersten Spielen der Reihe eine ganze Menge getan. So sind nicht nur zahllose verschiedene Umgebungsarten und recht gute Animationen enthalten, sondern natürlich auch viele weitere Verbesserungen. An der grundsätzlichen Darstellung hat sich jedoch nichts geändert, was in diesem Fall aber durchaus positiv zu bewerten ist. Boulder Dash ist nun mal ein zweidimensionales Spiel. Dennoch hätten sich die Entwickler durchaus auch mehr Mühe geben können, denn wirklich viel geboten bekommt das Auge nicht. Es gibt zwar genug Abwechslung, aber unabhängig davon, wirkt die ganze Welt ein wenig leblos. Man kann jedoch auch sagen, dass zu viel Bewegung und Leben den Spieler vielleicht eher verwirrt hätte, da es extrem wichtig ist, stets den vollen Überblick zu haben. Zum Vergleich hier mal ein Screenshot der ersten Version:

 

 

Die zwei Bildschirme sind ganz gut genutzt. In der Planetentour findet das Geschehen oben statt, während der Touchscreen die verbleibende Zeit, die noch benötigte Anzahl an Diamanten und einige andere Angaben zeigt. So bleibt das Geschehen an sich frei von störenden Anzeigen, was auf jeden Fall eine gute Entscheidung war. Im Route Race wird nur der Touchscreen genutzt, weil man ja keine zusätzlichen Angaben braucht.

 

Sound und Musik sind eher unauffällig, aber auch wenig abwechslungsreich. Echte Ohrwürmer gibt es keine und mehr als eine Hand voll Stücke auch nicht. Etwas komisch ist vor allem die Tatsache, dass die Musik im Menü jedes Mal wieder von vorne anfängt, wenn man sich in einen anderen Bereich klickt. Langjährige Fans der Reihe wird es freuen, dass es einige originale Soundeffekte von früher ins Spiel geschafft haben.

 

Vielen Dank an 10tacle für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Boulder Dash Rocks ist auf jeden Fall eine gelungene Rückkehr von Rockford. Die zwei sehr unterschiedlichen Spielmodi sind gut gelungen und haben großen Umfang, zusätzlich ist die Nutzung des Touchscreens wirklich optimal gelungen. Der Mehrspieler Modus ist leider nicht wirklich erwähnenswert, da man nur zu zweit spielen kann und es keine wirklichen Duelle sind. Dazu ist es nicht mit einer Karte möglich. Die Technik ist solide und auch sonst gibt es nur zu meckern, dass es keinen Online Modus gibt. Man sollte sich auf jeden Fall auch bewusst sein, dass das Spiel alles andere als leicht ist und man für nicht wenige Level sehr viele Anläufe benötigt. Wen so etwas eher freut denn frustet, der kann noch eher zugreifen. Ich hoffe, dass der Nachfolger nicht wieder 12 Jahre auf sich warten lassen wird.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

29%

Multiplayer

Release

21.11.2007

Developer

10tacle

Publisher

10tacle

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2


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