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Reviews: Nintendo DS

Award für Multiplayer

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Advance Wars Dark Conflict

Strategie

28.02.2008

Autor: Arne Schreiber

 

Mit Advance Wars Dark Conflict erscheint bereits das zweite Spiel der Reihe auf dem Nintendo DS. Es ist der Nachfolger des 2005 veröffentlichten Advance Wars Dual Strike und führt im Vergleich zu seinen Vorgängern, einige Neuerungen ein. Größte Neuerung stellt das Setting dar, was komplett verändert wurde. Zudem müssen sich Fans auf neue Gesichter gefasst machen,  da die bisher bekannten Protagonisten keine Rolle mehr spielen. Auch das Aussehen der Charaktere wurde weniger comichaft und ernsthafter gestaltet und erinnert so eher an die Fire Emblem Serie, die ebenfalls vom Entwickler Intelligent Systems entwickelt wird.

 

 

Die Welt am Abgrund

 

Die Welt von Advance Wars spielt in einer nicht weit entfernten Zukunft. Durch mehrere massive Meteoritenschauern wurde die Erde so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass nur zirka 10% der gesamten Menschheit noch am Leben sind. Der Himmel ist verhüllt von Staubwolken und kein Licht mag mehr auf die Planetenoberfläche scheinen. Primäres Ziel der übrig gebliebenen Bevölkerung ist das tägliche Überleben, denn Nahrungsmittel sind knapp.

Obwohl das Spiel in einen komplett neuen Setting daherkommt, finden Serienkenner eine entscheidende Andeutung im Spiel, wer für die Meteoriten verantwortlich sein könnte. Ihr selbst seid Teil einer unabhängigen Truppe, die das Land bereist und nach Hilfebedürftigen Ausschau hält. Schon früh liest der Kommandeur dieser Gruppe, O’Brian, den Jungen Ed und das mysteriöse Mädchen Cattleya auf. Zusammen mit der Stellvertreterin Lin bereist ihr also die Lande und dürft euch anfangs vor allem mit Plünderern herumschlagen. Aber schon recht bald kommt die Story in Fahrt und ihr werdet mit anderen Parteien, einer eigenartigen Krankheit und der Geschichte hinter Cattleya konfrontiert. Besonderen Wert wurde in Dark Conflict auf Fragen der Moral gelegt. Passend also zu den düsteren Zeiten,  in denen nur wenig Hoffnung besteht und Egoismus und die Sorge über das eigene Wohl ein Gemeinschaftsgefühl erstickt.

 

 

Alles beim Alten und doch neu?

 

In vielerlei Hinsicht kann man die Überschrift so unterstreichen. Zwar erhielt die Serie eine neue Geschichte, das Gameplay jedoch wurde streng beibehalten und hier und da um ein paar Nuancen ergänzt. Kenner der Serie werden sich also direkt in dem rundenbasierten Strategiespiel zurechtfinden. Neulingen sei gesagt, dass sie ohne eine ausgeklügelte Taktik nicht weit im Spiel kommen werden. Denn mit jeder neuen, hinzugekommenen Einheit entstehen weitere taktische Möglichkeiten. Im „Stein – Schere – Papier“ Prinzip werden die Kämpfe ausgetragen. Man sollte sich also bewusst sein, wie stark der Feind ist und welche Affinitäten dieser hat. Es bringt also nicht viel, mit einer Infanterie Einheit einen schwer bewaffneten Panzer anzugreifen. David gegen Goliath ist also in Advance Wars kein Erfolgsrezept. Allerdings ist keine Truppe unbesiegbar, selbst der härteste Panzer besitzt eine Schwachstelle. In der Regel existieren immer mehrere Möglichkeiten einen bestimmten Feind zu besiegen. Um bei dem Panzer zu bleiben, die Walze, eine neue Einheit in diesem Spiel, ist die stärkste Einheit am Boden. Diese kann Fußtruppen, kleine und sogar mittlere Panzer mit Leichtigkeit besiegen. Wie wird man diesem Ungetüm herr, vor allem wenn man keinen Bomber am Himmel hat, der von oben eine nette Überraschung abwirft? Um gegen schwer gepanzerte Feinde anzukommen, kommt eine weitere neue Einheit dazu. Das „Pak“ kann ähnlich wie die Artillerie über weitere Felder angreifen. Der Vorteil am Pak ist, dass sie auch direkt benachbarte Felder angreifen kann und gegen feindliche Panzer sehr gut gepanzert ist.

 

Um aus einer noch weiteren Entfernung anzugreifen, bedarf es dem Raketenwerfer. Diesen sollte man aber in eine absolut sichere Position bringen, denn der Raketenwerfer ist oft das erste Angriffsziel der feindlichen Schergen. Fußtruppen sind nicht nur Kanonenfutter, sondern auch Kundschafter. Nur sie können als einzige Landeinheit Berge und Flüsse überwinden. Ist der berühmt berücksichtigte Nebel des Krieges in einer Mission vorhanden, erhält man ein weiteres Sichtfeld, wenn Fußtruppen auf Bergen platziert werden.  Je mehr Sicht man hat, desto weniger läuft man in die Gefahr in eine Falle zu geraten. Auch leer stehende Einrichtungen und Gebäude können durch sie eingenommen werden. Die Anzahl besetzter Bauten wirkt sich auf die verfügbaren Geldmittel aus. In den meisten Missionen lassen sich nämlich neue Einheiten in den speziell dafür vorgesehenen Manufakturen herstellen. Je mehr Gebäude einem zur Verfügung stehen, desto mehr Geld besitzt man auch. Entscheidend über Sieg und Niederlage ist es also auch, schneller als der Gegner zusätzliche Geldquellen einzunehmen, um so die Überhand zu gewinnen. Weiterer Vorteil, stehen angeschlagene Truppen auf dem Gelände eines besetzen Gebäudes, bekommen sie pro Runde 2 Punkte ihrer Körperkraft zurück.

 

Auf das Terrain muss ebenfalls geachtet werden, je nach dem auf welchem Feld ihr steht, erhaltet ihr mehr Schutz durch äußere Einflüsse. So könnt ihr euch bei Nebel im Wald verstecken und habt da auch so einen höheren Wert, als wenn ihr auf offener Straße stehen würdet. Bei Gefechten im Nebel kommt eine weitere neue Einheit zum Einsatz, der Lichtpanzer. Mit diesem ist es möglich Leuchtkugeln ins Dunkel zu schießen, um so die markierten Stellen zu erleuchten. Damit lassen sich weitere Schritte weitaus besser planen als es noch in den Vorgängern der Fall gewesen, wo man noch viel leichter ins offene Messer rennen konnte.

 

Ohnehin treten, für Advance Wars Verhältnisse, viele neue Vehikel auf. Faste jede Gruppe (Land-, Luft- und Wassereinheiten) kommen mit mindestens zwei neuen Einheiten daher. Diese verleihen dem Spiel eine noch tiefer gehende taktische Note. Zumal jede Einheit gebraucht wird und seinen Zweck erfüllt, was durchaus positiv zu erwähnen ist.

 

Ebenfalls wichtig fürs Überleben im Gefecht ist es sich immer im Klaren über die eigene Reichweite und die des Gegners zu sein. Ihr könnt euch jederzeit anzeigen lassen, wie weit eure oder die feindliche Einheit sich bewegen und angreifen kann. Von daher ist es wichtig eine Runde voraus zudenken. Alle Eventualitäten kann man aber, vor allem nicht, wenn in einer Mission sowohl Luft als auch Seeeinheiten vorkommen, vorausschauen.

 

Neben den vielen neuen Einheiten wurden weitere Modifizierungen gegenüber dem direkten Vorgänger vorgenommen. Kämpfe, die auf beiden Bildschirmen stattfinden, wurden komplett gestrichen. Aber diese wird wohl kaum jemand ernsthaft vermissen. Somit werden auf dem oberen Screen nur noch Informationen über das Terrain und die Einheiten selbst angezeigt, was aber ungemein praktisch ist. So hat man jederzeit alles im Blick. Weitere Hilfsmittel können jederzeit im Menü aufgerufen werden, wo jeder Schritt detailliert erklärt wird. Auch Tipps für die jeweilige Mission könnt ihr euch dort geben lassen. Darüber hinaus ist es sehr komfortabel, dass das Spiel euch ermöglicht jederzeit abzuspeichern, wovon ihr auch regelmäßig Gebrauch machen solltet.

 

Anders gehandhabt wird dieses Mal auch das Kommandeur System. Zunächst einmal muss einer Einheit, einer Fabrik, Hauptquartier, Flughafen und Hafen ein Kommandeur zugewiesen werden. Jeder Kommandeur besitzt besondere Fähigkeiten und seinen eigenen speziellen Radius. Truppenverbände, die in diesem Radius stehen, erhalten Bonusattribute, (bessere Verteidigung, stärkerer Angriff etc.). Werden innerhalb des Kommandeurbereiches Feinde besiegt, füllt sich sukzessive eine Leiste. Ist diese halb voll, vergrößert sich der Radius und expandiert noch einmal weiter, wenn die Leiste voll ist. Nun ist es auch möglich die so genannte Kommandeur Gaben einzusetzen, diese sind bereits aus den alten Teilen bekannt. Diese Gabe ermöglicht den Einsatz bestimmter Fähigkeiten in einer Runde. Z.B. steht einem eine größere Reichweite bei Fernwaffen zu Verfügung. Danach muss die Leiste aber wieder von vorne gefüllt werden. Wird die Einheit mit dem Kommandeur zerstört, ist dieser nicht verloren, sondern kann in der nächsten Runde wieder in einer der Produktionsstätten integriert werden.

 

Wie lange man für den Einzelspielermodus braucht ist davon abhängig, wie viele Bonusmissionen man absolvieren möchte. Diese liegen direkt abseits des Hauptweges auf der Übersichtkarte des Missionsbildschirmes. Diese extra Missionen sind häufig sogar schwerer als die der Kampagne und fordern zum Teil euer ganzes Können. Wer sich viel mit diesen beschäftigt, wird für das rundenbasierte Strategie-Spiel über 60 Stunden brauchen. Wer nur streng die Hauptmissionen abklappert, von denen es sogar weniger gibt als von den Bonusmissionen, wird trotzdem mindestens gut 20 Stunden seine Freude an dem Singleplayer haben. Je länger man jedoch spielt, umso besser fällt die Gesamtstatistik des Spieles aus. Diese kann man im Optionsmenü unter Aufzeichnungen einsehen. Da wird akribisch jede Leistung, die man erbracht hat, aufgezeichnet und man bekommt für jeden Aspekt bis zu 3 Medaillen. Wer ernsthaft versucht alle Dinge auf den höchsten Stand zu bringen, wird eine halbe Ewigkeit mit dem Modul verbringen. Dank dem Mehrspielermodus besitzt das Spiel ohnehin einen  ausgezeichneten Widerspielwert.

 

Spielerisch gibt es nicht viel zu mergeln. Egal ob man nun per Stylus oder traditionell mit beiden Händen das Spiel steuert, funktionieren tun beide Varianten tadellos. Einzig allein der Schwierigkeitsgrad könnte für Neulinge manchmal recht happig sein, Veteranen kommen aber gut durch.

 

 

Mehrspielertraum

 

Endlich ist es möglich auch online gegeneinander zu zocken. Bis zu vier Strategen können sich dort bekriegen. Dass das Ganze einen riesigen Spaß bereitet, dürfte klar sein. Cool ist, dass man auch kooperativ spielen kann. Sei es nun gegen die CPU oder in einem 2 vs. 2 Match. Zur Auswahl stehen dutzende Karten, wobei man alle die für mehr als Spieler zugelassen sind, auch kooperativ zocken kann. Darunter befinden sich auch einige Karten aus dem Vorgänger.

 

Online müsst ihr euch zunächst mal entscheiden, ob ihr gegen Freunde oder gegen Fremde zocken möchtet. Wollt ihr gegen Fremde antreten, wählt ihr den Punkt „Partnermatch“ aus. Dabei wird eine Map samt Regeln zufällig ausgewählt. Hinzu kommt, dass Spiel die Maximallänge auf 30 virtuelle Tage festlegt. Alles in allem ist es, aufgrund der Limitierungen,  nur begrenzt spaßig gegen Fremde anzutreten. Dagegen trumpft das Spiel so richtig auf, wenn ihr gegen Freunde spielen möchtet, was natürlich voraussetzt, dass ihr zuvor die Freundescodes ausgetauscht habt. In diesem Modus könnt ihr die Karte freiwählen und sämtliche relevanten Optionen wie Limits und andere Besonderheiten bestimmen. Krönung des Vergnügens ist der Voicechat, der bei Matches mit Freunden zur Verfügung steht.  Ihr könnt euch jederzeit unterhalten, um so gemeinsam Taktiken zu überlegen oder euch während der Schlachten gegenseitig anzustacheln. Die Implementierung trägt auf jeden Fall zum Erlebnis bei. Wird Zeit das solche Kommunikationswege, die auf dem DS längst Standard sind, auch mal für Wii angeboten werden.

 

Ein nettes Feature ist außerdem, dass ihr eure eigens gebastelten Karten hochladen könnt und diese dann zum Download bereit stehen. Ein paar Worte zum sehr gelungenen Karteneditor: Hier könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen. Bestimmt die Größe der Karte, setzt Gebäude und Einheiten auf bestimmte Positionen oder verändert nach Belieben das Terrain. Nur, wenn ihr die eigenen Maps online hochladen möchtet, gibt es Begrenzungen, die ihr beachten müsst. Ansonsten könnt ihr euch komplett austoben.

 

Neben dem Onlinemodus kann man den Multiplayer natürlich auch lokal über die Wireless Fähigkeiten des Handhelds zocken, wobei jeder Spieler eine eigene Cartridge braucht, was bei der Menge an zu versendeten Daten auch nicht weiter verwunderlich ist. All diese Dinge lassen kaum noch Wünsche offen, so dass der Multi nahezu perfekt ist.

 

 

Technik

 

Zwar wurde dem Spiel stilistisch ein neuer Anstrich verpasst, technisch bleibt es aber weiterhin nur zweckmäßig und simpel. Die Kampfanimationen sind wie immer recht nett gemacht, könnten aber auch mal eine Generalüberholung vertragen. Immerhin, der Vorteil an der Grafik ist, dass man nie die Übersicht verliert und im Grunde genommen ist sie auch nur zweitrangig. Die Musik kommt dieses Mal noch um einiges rockiger daher als beim letzten Output. Eine Frage des Geschmacks. Die Soundeffekte sind markant und liegen auf dem Niveau der Vorgänger.

 

Wir danken Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

Wow, nach anfänglicher Skepsis hat sich Advance Wars Dark Conflict meiner Meinung nach zum besten Teil der Serie entwickelt. Dank verhältnismäßig vielen neuen Einheiten, bekommt das Spiel die eine oder andere taktische Note mehr. Die bewährte Formel funktioniert sowieso seit eh und je. Das neue postapokalyptische Setting, in dem es ums Überleben und Fragen der Moral geht, weiß ebenfalls zu gefallen. Glücklicherweise wurden die etwas umständlichen Doppelbildschirm Schlachtfelder des Vorgängers ausgetauscht. Abgerundet wird das Strategiefest vom gelungenen Onlinemodus, der mit Voicechat, Mapsharing und sogar mit der Möglichkeit daherkommt kooperativ zu spielen. Klasse! Fans greifen ohne Bedenken zu und allen anderen mit Faible für ausgefeilte Strategiespiele, sei das Game natürlich auch ans Herz gelegt.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

super

90%

Singleplayer

94%

Multiplayer

Release

24.01.2008

Developer

Intelligent Systems

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-4

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


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