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Reviews: Nintendo DS

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Nintendo DS Browser

Sonstiges

16.10.2006

Autor: Mario Kablau

 

 

Erste Schritte

 

Bevor der Browser überhaupt gekauft werden kann, muss man sich darüber im Klaren sein, dass es zwei verschiedene Versionen gibt: Eine für den Nintendo DS und eine für den Nintendo DS lite. Dies ist sehr wichtig, da zusammen mit dem Browser eine Speichererweiterung ausgeliefert wird, die in den GBA-Modulschacht gesteckt wird. Dieses Zubehör ist für den Nintendo DS etwas größer, passt aber in beide Konsolen. Die Version für den Nintendo DS lite ist speziell auf das Design der Konsole zugeschnitten und ist nicht mit dem Vorgänger kompatibel. Wenn ihr also beide Versionen des Handhelds habt, dann müsst ihr gezwungenermaßen den Browser für den alten DS kaufen, da nur diese mit beiden kompatibel ist.

 

Toll an der Erweiterung ist, dass sie in einer durchsichtigen Plastikhülle steckt. So passt sich die Farbe ein wenig an die Farbe der Konsole an, so dass der „Fremdkörper“ kaum auffällt. Vor allem beim weißen Nintendo DS lite sieht man das Modul fast gar nicht.

 

Der Einbau ist gewohnt einfach. Man nimmt einfach die Schutzhülle ab und setzt das Modul ein. Ich kann nur empfehlen, dass man das Modul am besten immer drin lässt, denn so kann man es auch nicht vergessen, denn ohne die Erweiterung verweigert der Browser seinen Dienst und gibt bei Starten einen dezenten Hinweis darauf, dass man die mit dem Kauf des Browsers erworbene Speichererweiterung einlegen soll.

 

Die Grundkonfiguration danach ist auch sehr einfach. Zunächst wird man gefragt, ob man seine Wi-Fi Verbindungen anpassen möchte. Hat man bereits Online mit dem DS gespielt, dann ist dies nicht nötig, denn der Browser verwendet die gleichen Einstellungen wie jedes andere Online-Spiel auch. Außerdem hat man direkt die Möglichkeit, ein Passwort zu erstellen. Dieses wird dann jedes Mal abgefragt, wenn man den Browser einschaltet. Man kann das Passwort jederzeit im Menü ändern oder auch deaktivieren, wenn man es nicht braucht. Als sinnvoll erachte ich es nur, wenn man Kinder im Haus hat, die nicht im Internet surfen können sollen.

 

 

 

Online mit dem Nintendo DS

 

Hat man die Grundeinstellungen vorgenommen, dann kann man auch schon loslegen. Dazu hat man mehrere Möglichkeiten. Entweder man gibt die gewünschte URL über das Tastaturfeld ein oder man benutzt eines der erstellten Lesezeichen. Danach verbindet sich der DS mit dem Internet und die Seite wird geladen. Die Verbindung bleibt dabei so lange bestehen, wie der DS eingeschaltet ist, allerdings kann man die Verbindung in Menü oder durch Zuklappen der Konsole manuell jederzeit trennen. Der Verbindungsaufbau dauert etwa 5-10 Sekunden und dann beginnt der Ladevorgang der gewünschten Seite, der je nach Komplexität der Seite zwischen 15 und 60 Sekunden dauern kann. Zur Verdeutlichung hier mal eine Liste mit ein paar bekannten Homepages und ihren Ladezeiten über den Nintendo DS Browser:

  1. Nintendo-LAN.de: ca. 25 Sekunden
  2. Googlemail: ca. 20 Sekunden
  3. Spiegel Online: ca. 60 Sekunden
  4. BildBlog.de: ca. 15 Sekunden

 

Diese Wartezeiten beziehen sich auf den Übersichtsmodus bei aktivierten Bildern. Schaltet man die Anzeige von Bilder aus oder surft über den SSR-Modus (dazu später mehr), dann reduzieren sich diese Ladezeiten um etwa 5-20 Sekunden.

 

 

Volle Kontrolle dank Touchscreen

 

Während man surft, hat man ganz unten auf dem Touchscreen die Menüleiste, mit der man den Browser bedient. Dort finden man die Tasten zum Navigieren (Vor und Zurück), sowie einen Button zum abbrechen und neu laden. Direkt daneben befindet sich eine kleine Uhr, mit deren Hilfe man in den Verlauf der bisher besuchten Seiten kommt. Dort kann man die Seiten, die man besucht hat, seit der Browser eingeschaltet ist, sehen und direkt anklicken, um sie erneut zu besuchen.

 

Der Button daneben öffnet das Menü zur Eingabe einer URL. Dort kann man direkt einen Adresse eingeben, die man laden möchte und hat dazu mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann man die Adresse über eine Tastatur eingeben oder man kann die Handschrifterkennung benutzen. Dort hat man zwei Felder in die man abwechselnd Buchstaben schreiben kann, die das System dann erkennt. Anfangs ist diese Methode noch sehr ungewohnt, aber mit der Zeit geht es gut von der Hand. Die Methode über die Tastatur ist jedoch meistens die schnellere, denn sobald man Sonderzeichen schreiben will, wird es über die Handschrifterkennung ein wenig kompliziert. Gibt man ein Zeichen ein, bei dem sich das System nicht sicher ist, was man schreiben will, dann fügt es das Wahrscheinlichste ein und gibt gleichzeitig eine Auswahl an Alternativen, die man mit einem Klick aktivieren kann.

 

Außerdem gibt es in der Eingabemaske fünf Favoriten-Tasten, die standardmäßig mit Suffixen (.de oder .com) belegt sind. Den Text dieser Tasten kann man  im Menü auf die eigenen Anforderungen anpassen, allerdings dürfen sich nicht länger als 7 Zeichen sein. Ein Standard-Präfix kann man auch festlegen, dass dann automatisch erscheint, wenn man in die Adresseingabe wechselt. Anfangs ist hier „http://www.“ eingestellt, so dass man direkt mit der Eingabe der Adresse beginnen kann. Hat man die Adresse eingegeben, wird die Seite geladen, nachdem man die Eingabe bestätigt hat.

 

Diese Eingabemaske wird auch benutzt, wenn man sich auf einer Seite einloggen oder etwas in einem Forum schreiben will. Klickt man auf ein Eingabefeld einer Seite, dann öffnet sich das Menü und man kann den Text komfortabel eingeben. Sofern es das letzte auszufüllende Feld ist, kann man direkt in der Maske einen Button anklicken, mit dem der eingegebene Text gesendet wird.

 

Der Nächste Menüpunkt sind die Lesezeichen. Hier kann man die Seiten, die man am häufigsten besucht, hinterlegen, so dass man direkt nach dem Start des Browsers auf sie klicken kann. Im Bearbeitungsmodus kann man sogar neue Ordner hinzufügen und die Lesezeichen nach Belieben sortieren und umbenennen. Der „Startseitenordner“ beinhaltet dabei alle Lesezeichen, die beim Start des Browsers angezeigt werden. Auf der Startseite gibt es außerdem ein Suchfeld, in dem man direkt einen gesuchten Begriff eingeben kann, der dann bei der im Menü gewählten Suchmaschine gesucht wird. Standardsuchmaschine ist Yahoo.

 

Über den nächsten Button – ein Fernglas – öffnet man das Suchmenü. Hiermit kann man die gerade geladene Seite durchsuchen oder auf die Standardsuchmaschine zugreifen. Über den Schraubenschlüssel kommt man in die Einstellungen des Browsers. Hier kann man unter anderem den Zoomfaktor anpassen, die Standardsuchmaschine ändern und das Passwort ändern. Außerdem kann man hier auch die Schnellwahltasten mit den benötigen Texten konfigurieren.

 

Über das ? im Menü kommt man auf die Hilfeseite des Browsers. Hier wird alles Wichtige rund um das Programm sehr ausführlich und leicht verständlich erklärt. Die nächste Taste dient dazu, zwischen dem Übersichtsmodus und dem SSR-Modus zu wechseln. Im Übersichtsmodus wird die Seite auf dem unteren Bildschirm komplett dargestellt und auf dem oberen sieht man einen vergrößerten Ausschnitt, den man mit einer Lupe auf dem Touchscreen verschieben kann. Möchte man etwas anklicken, kann man die Bildschirme über eine Taste im Menü wechseln, so dass der vergrößerte Ausschnitt auf dem Touchscreen angezeigt wird und man Links anklicken kann.

 

Im SSR-Modus wird die Seite auf beiden Bildschirmen angezeigt und dabei so in Einzelteile zerlegt, dass man komfortabel scrollen kann. Gerade bei großen Seiten ist dieser Modus vorteilhaft, da die Seiten schneller geladen werden und man einfacher surfen kann. Allerdings sehen die Seiten hier nicht unbedingt schön aus, da die einzelnen Elemente vom Browser untereinander gelegt werden, statt wie üblich, nebeneinander.

 

Die letzten drei Knöpfe sind dazu da das Laden von Bildern zu aktivieren oder zu deaktivieren, den Zoomfaktor festzulegen und die beiden Bildschirme zu tauschen (Übersichtsmodus), bzw. zum Seitenanfang oder –ende zu springen (SSR-Modus).

 

 

Das Internet in der Hosentasche

 

Nachdem ich bislang eigentlich nur die Funktionalitäten des Browsers beschrieben habe, komme ich nun zu meinen Eindrücken des Programms für die kleine Konsole. Grundsätzlich ist die Idee eine sehr gute, denn Dank des Programms kann man nun an jedem Hotspot in Deutschland kostenlos im Internet surfen. Allerdings ist das Ganze stark eingeschränkt, denn die Leistungen des Browsers sind auf keinen Fall mit denen eines vollwertigen Programms auf einem PC zu vergleichen. Dies liegt wohl nicht zuletzt daran, dass der DS einfach nicht die nötige Rechenpower hat, um das leisten zu können.

 

Man merkt leider sehr schnell, dass der DS immer wieder an seine Grenzen stößt, denn während sich eine Seite aufbaut, kann man kaum etwas anderes machen. Versucht man ins Menü zu gelangen oder den Ansichtsmodus zu ändern, dann dauert es ein paar Sekunden, bevor überhaupt etwas passiert. Auch das Ruckeln beim Bewegen der Lupe im Übersichtsmodus ist leider nicht besonders toll.

 

Das erklärt nun auch, warum der Browser keine aktiven Inhalte (also Flash, etc.) anzeigen kann. Die Konsole ist einfach nicht in der Lage dazu und deshalb hat man drauf verzichtet, um die wesentlichen Dinge einigermaßen vernünftig hinzubekommen. Auch als sehr störend empfinde ich, dass man nie so genau weiß, wo man gerade hin klickt, wenn eine Seite noch nicht komplett geladen ist. Klickt man einen Link an, dann kann es sein, dass man ganz woanders landet, weil die Seite noch nicht fertig geladen war und man deshalb an einen anderen Punkt geklickt hat, als man eigentlich wollte. Man sollte deshalb also immer warten, bis eine Seite komplett geladen ist.

 

Im SSR-Modus ist diese Problem nicht so gravierend, da die Seiten generell schneller geladen sind und  man damit eher die Geduld hat, bis zum Ende zu warten. Deaktiviert man zusätzlich noch die Bilder, dann geht es noch eine Ecke schneller und außerdem erledigt sich das „verklick“ Problem, da die Seiten durch das Nachladen von Bildern nicht verschoben werden können.

 

Einfache Seiten ohne großen Schnickschnack stellt der Browser einwandfrei dar und er lädt sie auch recht schnell. Sobald eine Seite jedoch aus mehreren komplexen Elementen besteht, geht das Programm spürbar in die Knie und es macht schnell keinen Spaß mehr.

 

Das gleichzeitige Ansurfen von mehreren Seiten ist leider auch nicht möglich, da man weder mehrere Fenster öffnen kann, noch die Möglichkeit hat zusätzliche Tabs zu öffnen, wie man es bei PC-Browsern gewöhnt ist. Daher muss man sich jeden Klick wirklich gut überlegen, denn hat man eine Seite einmal verlassen, muss sie komplett neu geladen werden, da es keinen Cache gibt, in dem die Informationen gespeichert werden. Dieses Problem hätte eigentlich sehr einfach gelöst werden können, indem man in der Speichererweiterung einen Flash-Speicher einbaut, worauf zumindest einige Sachen hätten abgelegt werden können. So ist das Navigieren durch eine komplexe Website alles andere als lustig.

 

Dennoch ist er sehr zu empfehlen, wenn er darum geht, unterwegs Dinge zu erledigen. So kann man gemütlich bei einem Kaffee bei Starbucks seine E-Mails lesen, oder bei einem Burger bei McDonalds den Kontostand checken. Für unterwegs ist er sehr gut geeignet, aber als Ersatz des PC-Browser sollte man ihn nicht betrachten. Gut finde ich, dass Opera sich wirklich Mühe gegeben hat, den Browser optimal an die Konsole anzupassen. Das gibt Hoffnung, dass der Wii-Browser ähnlich perfekt an die Wiimote angepasst sein wird.

 

Vielen Dank an Nintendo of Europe für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Unterm Strich ist der Browser eine feine Idee, die vor allen Dingen durch den Touchscreen profitiert. Die fehlende Hardware-Power macht dem Ganzen aber recht schnell einen Strich durch die Rechnung, denn mal eben schnell E-Mails lesen geht nur bedingt. Dennoch halte ich den Browser für eine feine Sache, da man mit ihm auch Unterwegs viele Dinge erledigen kann und vor allen Dingen an Hotspots von T-Com und T-Online (kostenpflichtig!!!) im Internet surfen kann. Es ist ein nettes Gimmick, das mit etwa 40 Euro aber leider deutlich zu teuer ist. 10 Euro weniger und er hätte schon eher Empfehlung bekommen. So sollte man sich gut überlegen, ob man einen stark eingeschränkten Browser für die Hosentasche wirklich braucht. Von einer Bewertung im klassischen Sinne sehe ich in diesem Fall ab!

Release

06.10.2006

Developer

Opera Software

Publisher

Nintendo


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