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Reviews: Nintendo DS

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Tigerz Abenteuer im Zirkus

Simulation

06.03.2008

Autor: Gunnar Schreiber

 

 

Ubisoft gehörte mit zu den ersten Publishern, die den neuen Trend der so genannten „Casual Spiele“ aufgriffen und mit „Spiele für mich“ ein eigenes Label etablierten. Vor allem diverse Titel mit einem „z“ am Ende überfluteten seither den Markt. Leider entpuppten sich viele als sinn- und spaßfreie Titel, die weder für Kinder noch für unerfahrene Spieler geeignet waren.

 

Dass es auch durchaus besser gehen kann, beweist Ubisoft nun mit Tigerz Abenteuer im Zirkus. Das Besondere an dem Spiel, was sich eindeutig an Kinder richtet, ist die spielerische Vielfalt. Tigerz verbindet Elemente aus den verschiedensten Genres wie Simulation, Rollenspiel, Minispielsammlung oder Point & Click Adventure, ohne aber in Komplexität zu ersticken. Vielmehr wird an der Oberfläche der einzelnen Genres gekratzt und somit das Gameplay ziemlich abwechselungsreich gestaltet.

 

 

Aller Anfang ist schwer

 

Ihr übernehmt in Tigerz wahlweise die Rolle von Enzo oder Anna. Sie sind die Enkel des wohl berühmtesten Zirkusdompteurs aller Zeiten namens Zapardo. Da dieser sich aus dem Dressurgeschäft zurückziehen will, um sich mehr um seinen Traum zu widmen, in Afrika einen riesigen Tierpark zu eröffnen, müssen nun Enzo und Anna nach und nach das Handwerk eines Dompteurs erlernen. Zudem bekommen sie aber auch noch die Aufgabe auf die beiden jungen Tiger Sascha und Micha aufzupassen.

 

In Zapardos Büro kann der Spieler via Stylus verschiedene Objekte anklicken. Zu Anfang besonders wichtig ist der Globus auf Zapardos Schreibtisch. Wählt man diesen an, dann kommt man zu den eingegangenen Aufträgen. Dabei handelt es sich um Dressuraufgaben auf der ganzen Welt. Enzo und Anna müssen also zum Beispiel nach Indien reisen, um einen dicken Elefanten das Trampolin springen beizubringen oder nach Russland, um einen tollpatschigen Eisbären auf einem Ball Kunststücke ausführen zu lassen. Es gibt insgesamt eine begrenzte Anzahl an Orten, die ihr im Laufe des Spiels immer wieder besucht. Natürlich ändern sich im Laufe der Zeit der Schwierigkeitsgrad und die Durchführung der Aufträge.

 

Aber wie läuft das Ganze ab? Nach der Auswahl des gewünschten Auftrags, bekommt man erstmal einige Informationen zu dem, was bevorsteht, aber auch zu anderen Dingen. So erfahrt ihr sukzessive mehr über Zapardo und hört über einige böse Gerüchte, die im Laufe des Spiels noch eine Rolle spielen werden. Diese Texte sind allesamt sehr schön und unterhaltsam geschrieben. So haben die Charaktere gemäß ihrem Herkunftsland die typischen, klischeehaften Aussprachen.

 

Nachdem ihr in eure Aufgabe eingeweiht seid, geht es auch schon los. Jeder Trick besteht im Wesentlichen aus zwei Phasen: In der ersten Phase muss das Tier, neben dem bereits genannten Eisbären und Elefanten arbeitet ihr auch mit einem Hund, einer Katze und einem Affen, auf dem Objekt (Ball, Gerüst, Einrad etc.) stabilisiert werden. Dazu wird auf dem Touchscreen ein Balken angezeigt, auf dem sich ein Pfeil befindet. In der Mitte ist der Balken grün, nach außen hin wird dieser zunächst gelb und dann rot. Das Ziel ist es, den Pfeil auf dem grünen Bereich zu halten. Das ist aber gar nicht so leicht, weil der Pfeil sich quasi auf einem Rad befindet und deshalb gerne nach links oder rechts wegrutschen will. Ihr müsst also versuchen via Touchscreen die Balance zu halten, analog zu dem Tier auf dem Gerät. Zu Anfang ist die Schwerkraft dabei euer einziges Hindernis. Im Laufe des Spiels kommen aber weitere Beeinflussungen hinzu. So erscheinen plötzlich Duftwolken von leckerem Essen auf dem Bildschirm, die das Tier aus der Konzentration bringen, wenn diese zu nahe an den Pfeil kommen. Zerstecht in diesem Fall die Duftwolken schnell mit dem Stylus, ohne selbst aus dem Gleichgewicht zu kommen. Ein weitere Beeinflussung sind lästige Fliegen, die sich auf den Pfeil setzen und schwerer kontrollierbar machen. Um sie zu vertreiben, müsst ihr kräftig ins Mikrofon blasen.

 

Je länger man den Pfeil in dem grünen Bereich hält, desto höher steigt der Multiplikator. Der höchste Wert ist „mal 6“. Hat man den gewünschten Multiplikator erreicht, kommt man mit einem Klick auf die Zahl in die zweite Phase der Dressur. Hier muss man dann in wenigen Sekunden kleinere Aufgaben meistern, wie aufblickende Sterne im richtigen Moment und in der richtigen Reihenfolge anklicken, eine Linie nachfahren, schnelle Kreisbewegungen mit dem Stylus machen und anderes. All diese Eingaben funktionieren sehr gut. Lediglich das Minispiel, bei dem man Pfeile nachzeichnen muss, hat einige Aussetzer.

 

Nach jeder Nummer bekommt man je nach Ausführung Punkte, die dann noch mit dem zuvor erreichten Multiplikator vervielfacht werden. Für jede Dressur hat man fünf Minuten Zeit. Da man aber später bis zu vier Dressuren innerhalb des Zeitlimits hinbekommen muss, wird das Ganze zum Ende des Spiels hin deutlich schwerer, aber nie frustrierend. Nett ist, dass man jede Nummer immer wiederholen kann, um die Punktzahl zu verbessern, solange die Zeit noch nicht abgelaufen ist.

 

Neben den Punkten, bekommt man für jeden erfüllten Auftrag auch bis zu drei Sternen, je nachdem wie gut man war und zusätzlich noch Geld und Erfahrungspunkte. Mit den Erfahrungspunkten können Enzo und Anna nach und nach ihre Fähigkeiten verbessern. Überschreitet man eine bestimmte Grenze, steigt der Spieler, wie in einem Rollenspiel, eine Stufe auf. Toll ist, dass man selbst bestimmen kann, in welchen Werten man sich verbessert. Zur Auswahl stehen vier Statuswerte wie Kontrolle, Stabilität, Klasse oder Aufzucht. Verteilt ihr nach einem Aufstieg beispielsweise einen extra Punkt auf den Wert „Kontrolle“, dann vergrößert sich fortan der grüne Bereich auf dem Balken der Balanceübung.

 

Das gewonnene Geld ist für den zweiten Hauptteil des Spiels wichtig. Wie bereits erwähnt, werden zwei junge Tiger in die Obhut der Kinder gegeben. Diese müssen nun parallel zu den Aufträgen regelmäßig gesäubert, gestreichelt, gefüttert und gegebenenfalls ärztlich versorgt werden, wobei Krankheiten anscheinend nicht auftreten, solange man sich ordentlich um die Großkatzen kümmert. Das Geld braucht ihr, um in einem Laden, der leider nur aus einem Auswahlmenü besteht, einkaufen zu gehen. Hier könnt ihr unterschiedliche Fleischsorten, dutzende Pflegemittel und Bürsten besorgen. Je besser diese Gegenstände sind, desto schneller geht zum Beispiel die Tigerwäsche und desto effektiver ist die Pflege allgemein. Hinzu kommt, dass Anna und Enzo durch erfüllte Aufträge auch in dem Punkt Aufzucht aufsteigen können, vorausgesetzt ihr vergebt Punkte an diesen Parameter. Da dies die Arbeit sehr erleichtert, solltet ihr aber nicht allzu lange darüber nachdenken.

 

Kommen wir nun zum dritten Teil von Tigerz Abenteuer im Zirkus. Habt ihr das Vertrauen der Tiger gewonnen, wird es an der Zeit auch ihnen Kunststücke beizubringen. Diese laufen zwar nach dem gleichen Schema ab, wie bei den anderen Aufträgen, sind aber im Vergleich etwas schwieriger. Die Tigerdressuren sind wichtig, um Zapardo dabei zu helfen seinen Tierpark in Afrika aufzubauen. Denn mit jedem geschafften Auftritt kann der Großvater sich ein weiteres Gebäude leisten. Dazu wechselt das Geschehen in eine Übersicht auf den Tierpark. Als erstes wird einer Fischerhütte errichtet, später folgen eine Krankenstation, eine Hotelanlage etc. Der Spieler hat dabei die Auswahl zwischen verschieden aussehenden Gebäuden, die man an den definierten Stellen platzieren kann. Obwohl letztendlich die Auswahlmöglichkeiten sowie der Einfluss auf den Tierpark sehr begrenzt sind, ist es dennoch schön zu sehen, wie Zapardos Traum langsam in Erfüllung geht.

 

Um wirklich alle Aufträge zu erledigen, die meisten Teile aus dem Laden zu kaufen und den Tierpark komplett aufzubauen, wird man sicherlich, je nach Spielweise, gute 10 Stunden beschäftigt sein.

 

 

Die audivisuelle Darstellung

 

Tigerz gewinnt sicherlich keinen Blumentopf in Sachen Grafik, ist aber auch alles andere als enttäuschend. Im Prinzip wird eine Mischung schönen 2D Zeichnungen und 3D Objekten geboten. Sämtliche Tiere sind zum Beispiel dreidimensional dargestellt und sehen sogar recht ordentlich aus. Der Sound ist wie die Grafik nicht sonderlich spektakulär, aber dennoch eher positiv zu bewerten. Für jeden Auftrag und jeden Ort bietet das Spiel eine eigene, hübsch anzuhörende Hintergrundmusik.

 

 

Die Meckerecke

 

Auch wenn das Spiel auf jeden Fall für Kinder empfehlenswert ist, hätte es dennoch leicht noch eine Ecke besser werden können. Zum Beispiel ist es unverständlich, dass man die Tiger zwar waschen, streicheln, füttern und gesund pflegen, aber nicht mit ihnen spielen kann. Es wäre doch toll gewesen, wenn der Laden zusätzlich noch unzählige Spielsachen geboten hätte. Auf diese Weise hätte Tigerz fast schon die Komplexität eines Nintendogs bekommen und zusätzlich noch die Aufträge und den Aufbau des Tierparks geboten. Hier wurde meines Erachtens eine große Chance verpasst. Ebenfalls hätten die Entwickler den Laden durchaus visualisieren können und nicht einfach nur durch einen Auswahlbildschirm darstellen sollen. Darüber hinaus ist es etwas schade, dass das Spiel keinen Multiplayermodus bietet. Ein weiterer Kritikpunkt stellt die sehr lieblose und informationsarme Anleitung dar.

 

 

Wir danken Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

Tigerz Abenteuer im Zirkus ist für Kinder, die Nintendogs nicht mehr sehen können, eine geeignete Alternative. Das Spiel bietet ziemlich viel Abwechselung, da es verschiedene Genres miteinander vermischt. Auch technisch ist der Titel voll in Ordnung. Tigerz ist sehr sauber programmiert, sieht ansehnlich aus und bietet einen hörenswerten Soundtrack. Die fehlende Möglichkeit mit den Tigern und anderen Tieren zu spielen und wenige andere Kleinigkeiten drücken etwas die Note.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

79%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

26.02.2008

Developer

Ubisoft

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung


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