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Reviews: Nintendo DS

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Mario vs. Donkey Kong 2 - Marsch der Mini Marios

Jump 'n Run

07.11.2006

Autor: Mario Kablau

 

 

Aus Feind wird Freund wird Feind

Es bereits mehr als 20 Jahre her, dass Donkey Kong der größte Feind des kleinen Klempners war. Doch kann sich so etwas wirklich ändern? Es braucht manchmal nur einen kleinen Grund, damit die alte Feindschaft wieder ans Tageslicht zurückkehrt. Und was eignet sich besser als Streitgrund, als eine Frau?

 

Zur Eröffnung der „Super Mini Mario World“, einem Vergnügungspark, der auf den aus Teil 1 bekannten Mini-Marios – aber auch auf Mini Peach, Mini Donkey Kong und Mini Toad – basiert, hat sich Mario eine wahre Schönheit eingeladen. Es reicht ein Blick von Donkey Kong und schon hat sich der Affe verliebt. Kurzerhand schnappt er sich einen Mini DK und hält ihn seiner Traumfrau hin.  Doch sie entscheidet sich für den Mini, den Mario ihr hinhält...

 

 

Das bricht Donkey Kong natürlich das Herz und so sieht er nur einen Ausweg: Er muss Pauline entführen, um ihr Herz zu erobern. Also schnappt er sie sich, rennt zum Aufzug und fährt bis ganz nach oben aufs Dach. Mario erreicht den Fahrstuhl leider nicht schnell genug, um ihn aufzuhalten und somit muss er sich nun durch die 8 Etagen kämpfen, damit er Donkey Kong stellen kann. Zum Glück kann er auf die Hilfe seine Mini-Marios zählen, so dass er sich diesmal nicht selber die Hände schmutzig machen muss.

Nach dem kurzen, aber genial gemachten, Einführungsvideo kann das Spiel auch schon beginnen...

 

 

 

Führe die Minis ans Ziel

 

Das Spielprinzip ist schnell erklärt: In jedem Stockwerk gibt es 9 Level, durch die man eine bestimmte Anzahl von Minis führen muss. Dabei warten unzähligen Fallen, Hindernisse und Gegner auf die kleinen Spielzeuge, um die man sie leiten muss.

 

Die Steuerung ist denkbar einfach. Zu Beginn eines Levels sind die Minis noch deaktiviert. Zieht man sie mit dem Stylus in eine bestimmte Richtung, dann laufen sie los und halten erst wieder an, wenn man sie erneut antippt. Zieht man sie mit dem Stylus nach oben, dann führen sie einen Sprung aus. Da die Karten meistens größer sind, als der Bildschirm, kann man den angezeigten Ausschnitt mit Hilfe des Steuerkreuzes oder über Pfeile auf dem Touchscreen bewegen. Auf dem Touchscreen wird dabei der aktuelle Level gezeigt und auf dem Topscreen sieht man einige wichtige Angaben, wie die Anzahl der Mini-Marios im Level, der verbleibenden Restzeit und der erreichten Punktzahl.

 

 

Doch die Bewegung der Figuren ist nicht das einzige worauf es ankommt. Ganz wichtig ist es vor allem, auch sinnvoll mit der Umgebung zu interagieren. Im Laufe des Spiels kommen immer neue Elemente dazu, so dass es nie langweilig wird. So gibt es im ersten Stockwerk zum Beispiel nur eine vorgegebene Anzahl an Blöcken, die man an bestimmten Stellen ablegen kann, so dass die Figuren z.B. über Abgründe laufen können.

 

Später kommen dann noch zusätzliche Features, wie Warpröhren, Laufbänder, Fahrstühle, und magnetische Blöcke dazu, so dass die Levels sehr schnell sehr komplex werden. Besonders toll ist, dass jede Neuheit auch direkt in der Hilfe, in Form von kurzen Videos, erklärt wird. So weiß man stets, wie man mit den Hindernissen und Hilfsmitteln zu Recht kommt.

 

 

Dabei sitzt einem außerdem ständig eine tickende Uhr im Nacken, die es nötig macht, dass man möglichst schnell den richtigen Weg ans Ziel findet. Doch im Spiel geht es nicht nur darum, möglichst schnell das Ziel zu erreichen, sondern das Ganze auch noch möglichst elegant zu tun. In jedem Level sind diverse Dinge plaziert, die man auf jeden Fall einsammeln sollte. Am wichtigsten sind dabei die kleinen Karten, von denen es auf jeder Karte eine gibt. Nur wenn man alle Karten eines Stockwerkes gesammelt hat, schaltet man ein Minispiel frei, in dem man wiederum andere Dinge finden kann. Doch dazu später mehr.

 

Wichtig ist es auch, dass alle Minis das Ziel erreichen, denn nur dann bekommt man viele Punkte. Und je mehr Punkte man hat, desto wahrscheinlicher ist eine Belohnung in Form eines Sterns. Diese gibt es in drei Farben (Bronze, Silber und Gold), von denen man nur die ersten beiden ohne großen Aufwand erlangen kann. Für einen goldenen Stern muss einfach alles perfekt ablaufen. Je schneller man einen Level beendet hat, desto mehr Punkte gibt es. Außerdem gibt es Punkte, für eingesammelte Münzen und Bonuspunkte für besonders tolle Aktionen. Schafft man es, alle Minis zu retten, bekommt man genauso einen Bonus, wie wenn man es schafft, alle Minis direkt hintereinander in Ziel laufen zu lassen, und damit eine perfekte Kette zu bilden. Weitere Punkte erhält man, wenn man einen Level schafft, ohne die Mini-Marios unterwegs angehalten zu haben.

 

 

Außerdem ist es wichtig, alle Minis ans Ziel zu führen, denn am Ende jeden Stockwerkes wartet es Zwischengegner, den man mit Mini-Marios beschießen muss. Je mehr man im Stockwert rettet, desto mehr hat man hier zu Verfügung. Dabei liegen die Minis in einer Kanone am unteren Bildschirmrand des Touchscreens und Donkey Kong sitzt an oberen Rand der Topscreens. Dazwischen befinden sich diverse Hindernisse, die man geschickt umgehen muss, so dass der abgefeuerte Mini-Mario sein Ziel erreicht.

 

 

Acht Etagen bis zum Ziel

 

Wie schon erwähnt, gibt es im Spiel insgesamt 8 Etagen mit jeweils neun Karten, somit also 72 Karten. Damit ist der Umfang zwar etwas geringer, als im Vorgänger, dafür sind die Levels jedoch komplexer und größer. Am Ende jeder Etage wartet Donkey Kong auf die Minis und ganz oben auf dem Dach erwartet euch der finale Endgegner, der es wirklich in sich hat.

 

Das Spiel fängt dabei sehr gesittet an. Auf der ersten Etage hat man insgesamt 25 Mini-Marios, die ans Ziel geführt werden wollen und auf der achten sind es dann schon 40 Stück. Hat man also im Schnitt auf der ersten Etage noch 2-3 Minis zu steuern, sind es weiter oben im Schnitt eher 5, aber auch gerne schon mal 8 gleichzeitig. Daher erhöht sich der Schwierigkeitsgrad also nicht nur durch die komplexere Umgebung, sondern auch durch die Anzahl an Figuren, die man im Blick haben muss.

 

 

Je höher man kommt, desto mehr Möglichkeiten hat man zur Verfügung und umso mehr muss man auch aufpassen, was man tut. Denn wenn man zum Beispiel einen Holzblock anzündet, um den Weg frei zu machen, sollte man darauf achten, dass sich kein Mini in dessen Nähe befindet, denn Hitze mögen sie ebenso wenig wie Wasser und tiefe Stürze.

 

Spätestens auf der 5. Etage wird es richtig knifflig und man sollte sich vor jeder Karte die Zeit nehmen, sie in Ruhe anzusehen und sich eine Strategie auszudenken, denn sonst kommt man nicht weit. Es ist zwar immer irgendwie zu schaffen mindestens eine Figur ins Ziel zu bekommen, aber das sollte nicht das primäre Ziel sein, denn dann geht einem spätestens beim Etagengegner zu schnell die Luft aus, denn auch diese werde immer schwerer. Man muss mehr Hindernissen ausweichen oder die Mini-Marios so geschickt abfeuern, dass sie an DK vorbei fliegen und dann von oben auf ihm landen. Und je mehr Schüsse man zur Verfügung hat, desto leichter wird das Ganze.

 

 

Außerdem ist es wichtig, viele Punkte zu sammeln, denn damit kann man am Ende zwei Bonuswelten im Untergeschoss freischalten. Hat man mindestens 40 silberne Sterne, bekommt man das Erste und für mindestens 40 goldene Sterne das Zweite. Diese Aufgabe sollte auch sehr begabte Puppenspieler lange am Spiel fesseln, sofern man sich die Mühe machen will.

 

 

72 Level + unzählige(s) mehr

 

Das Spiel bietet zwar „nur“ 72 Karten im regulären Ablauf, sowie 9 Zwischengegner und 3 Bosskämpfe, aber das ist zum Glück lange nicht alles. Über den integrierten Editor kann man selber Karten erstellen und diese sogar über die Wi-Fi Connection auf der ganzen Welt anbieten. Ebenso kann man sich natürlich selber neue Karten herunterladen und diese spielen.

 

Für den Editor ist es ganz wichtig, dass man möglichst viele der Minispiele freigeschaltet und gespielt hat, denn dadurch bekommt man spezielle Teile, die man dann in seine Karten einbauen kann. Damit hat man bedeutend mehr Möglichkeiten und kann sich – die nötige Kreativität vorausgesetzt – einiges einfallen lassen. Schade ist jedoch, dass es keinen wirklichen Mehrspieler-Modus gibt. Hier wäre ein Wettlauf um Punkte oder gerettete Mini-Marios eine gelungene Abwechslung gewesen. Oder vielleicht sogar extra Level, die man nur zu Zweit meistern kann. Gepaart mit Voice-Chat und das Erlebnis wäre perfekt gewesen. So bleibt es eigentlich eher ein Spiel für Einzelspieler.

 

 

Durch die Bedienung mittels Stylus funktioniert das Erschaffen eigener Karten sehr einfach. Man klickt einfach auf das gewollte Teil und setzt es auf der Karte ab. So lassen sich Wände, Röhren, Wasser, Gegner, etc. ohne Probleme aufstellen. Praktischerweise kann man die gebauten Karten direkt im Editor testen, um zu sehen, ob es so funktioniert, wie man es sich vorgestellt hat.

 

Ein wirklich nettes Extra in einem ohnehin schon sehr guten Spiel, das man sich auf jeden Fall genauer anschauen sollte. Es macht einfach sehr großen Spaß, immer wieder neue Level zu spielen und selber zu basteln. Selbstverständlich kann man dies alles auch über eine lokale Netzwerkverbindung tun und außerdem eine Demo des Spiels an andere DS-Systeme versenden.

 

Toll ist auch, dass man nach jedem geschafften Level zwei tolle Artworks bekommt, die man sich dann in der Galerie anschauen kann. Auch die 4 genialen Videosequenzen des Spiels kann man sich hier immer wieder ansehen, sobald man sie im Spiel einmal zu Gesicht bekommen hat.

 

 

Steuerung, Grafik & Sound

 

Die technische Seite des Spiels ist ohne Zweifel absolut einwandfrei, wenn man die Steuerung erstmal außen vor lässt. Die Grafik ist zwar nicht das Höchste der Gefühle, aber auch viel mehr als zweckmäßig. Die Levels sind sehr ansprechend gestaltet und leben besonders durch die große Vielfalt an Designs, Elementen, Hintergründen  und Gegnern. Alle Figuren sind extrem gut gezeichnet und kommen auch im Spiel so toll rüber, wie auf den im Test eingebauten Artworks.

 

Die Musik ist eine Klasse für sich. Hier haben es die Entwickler verstanden, bekannten Melodien mit neuen Elementen zu Verknüpfen. Vor allem das auf Big Band gemachte Mario-Thema ganz am Anfang ist einfach toll. Auf den einzelnen Karten ist die Musik sehr abwechslungsreich und wird niemals langweilig.

 

 

Die Soundeffekte sind mindestens genauso gut, sei es das Aufziehen eines Mini-Marios oder das Geräusch wenn einer springt. Besonders hervorzuheben ist die tolle Sprachausgabe in den Videos und die netten Effekte beim Zuklappen der Konsole. Wer kann schon widerstehen, wenn Mario schreit: „Hey, come back here!“, sobald man den DS zuklappt. Sowohl fürs Auf- als auch fürs Zuklappen gibt es diverse Sprachsamples, die sehr gut gelungen sind und sicherlich für einige Lacher sorgen werden.

 

Bei der Steuerung bin ich nicht ganz so begeistert. Zwar gehen alle Bewegungen über den Touchscreen extrem leicht von der Hand und die Vielfalt der Aktionen ist scheinbar grenzenlos. Selbst der (vom Spielprinzip her sehr ähnliche) Klassiker „Lemmings“ kann hier nicht mal ansatzweise mithalten. Problematisch wird es allerdings dann, wenn man viele Minis gleichzeitig im Auge behalten muss. Es passiert dabei nicht selten, dass man es einfach nicht schafft, mehrere Figuren gleichzeitig anzuhalten. Wenn zum Beispiel vier Minis hintereinander her gehen und man sie alle stoppen will, dann muss man sie einzeln antippen. Das artet nicht selten in Hektik aus, weil sie einem Abgrund gefährlich nahe kommen. Verpasst man nur einen, dann geht dieser weiter und stößt den nächsten an, worauf dieser auch wieder los läuft. An sich ist das kein großes Problem, aber in hektischen Levels kann dieses Manko schnell zum Frustfaktor werden.

 

Außerdem kommen die Pfeile auf dem Touchscreen, mit denen man den Bildausschnitt bewegt, der Steuerung manchmal in die Quere. Will man einen Mini-Mario antippen, der sehr nah am Bildschirmrand läuft, dann klappt das nur selten. Hier wäre es toll gewesen, wenn man diese Pfeile abstellen könnte, denn die Bewegung des Bildausschnittes klappt auch mit dem Steuerkreuz sehr gut und man könnte dieses Problem eliminieren, wenn man davon gestört wird.


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Fazit

Mario vs. Donkey Kong 2 ist ein mehr als gelungener Nachfolger des GBA-Spiels. Die Ideen sind grandios und die Umsetzung einfach genial. Das Spiel bietet im Singleplayer mit etwa 6 Stunden bei Durchhetzen und knapp 15 Stunden, bis man alles erreicht hat, einen guten Umfang. Durch die Wi-Fi-Features steigt der Spielspaß nochmals deutlich an, obwohl leider kein vollwertiger Mehrspieler-Modus integriert wurde. Die audiovisuelle Präsentation ist überdurchschnittlich und die Steuerung – bis auf die erwähnten Mankos – gut gelungen. Ohne Touchscreen hätte man das Spiel so auf keinen Fall umsetzen können und auch die perfekte Nutzung des zweiten Bildschirmes bietet große Vorteile. Da das Spiel einen eher gemütlich ansteigenden Schwierigkeitsgrad hat, ist es auch für Anfänger und Genre-Unerfahrene sehr zu empfehlen.

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

ok

Spielspaß

super

85%

Singleplayer

68%

Multiplayer

Release

09.03.2007

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

1

Anzahl Spieler (WLAN)

1


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