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Reviews: Nintendo DS

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Ben10: Protector of Earth

Beat 'em Up

26.03.2008

Autor: René Schäfer

 

 

Schizophrenie mal anders

 

Ben Tennyson ist kein Junge wie jeder andere. Jedenfalls nicht, seit ihm eine Gerätschaft aus heiterem Himmel auf den Kopf gefallen ist. Die Omnitrix, eine Art galaktische Armbanduhr ohne Zeitanzeigefunktion, gibt dem zehnjährigen die Möglichkeit, sich in zehn verschiedene Alienformen zu verwandeln. So wird der der junge Schüler zum Superheld der amerikanischen Nation und in „Ben10: Protector of Earth“ zum Weltretter.

 

Trotz der offensichtlichen Verliebtheit der Schöpfer zur Zahl „10“ haben sich die Entwickler des Spiels nur auf fünf Alienformen plus die menschliche „Form“ von Ben beschränkt. „Krake“ der übermütige Muskelprotz mit vier Armen, „Flashlight“ der brennende „Coole“ unter den Helden, „XLR8“ („accelerate“ ausgesprochen) die schnelle Echse, „Kanonenkugel“ die rollende Walze und „Kletterrebe“ die lebende Ranke mit acht Armen/Beinen sind Ben‘s fünf Begleiter auf seinem ersten DS Abenteuer. Auf den ersten Blick ein wenig enttäuschend, dass man sich zu dieser Lösung entschieden hat, kann Ben in der weltweit erfolgreichen Fernsehserie von Cartoon Network sich doch in mittlerweile 20 verschiedene Alienformen transformieren. Spielt man das Spiel jedoch, macht es rein gar nichts aus, da die fünf gewählten Formen gut ausbalanciert und mit vielen unterschiedlichen Attacken ausgestattet sind. Diese kann man in einer Art Shop sogar upgraden lassen.

 

 

Hau drauf, Kumpel!

 

Für Spieler, die nie zuvor etwas von Ben10 gehört oder gesehen haben, ist der Einstieg ins Spiel ziemlich seltsam. Ohne jedes erklärende Wort befindet man sich Null komma Nix im Abenteuer. Anfänglich einfach ein Abenteuer ohne jede Story, so scheint es zumindest, bekommen Ben und seine Crew bald raus, dass die Welt (wiedermal) von einem fiesen Alienboss angegriffen wird, der nichts geringeres als Ben‘s machtverleihende Omnitrix will.

 

Das kann sich Ben natürlich nicht gefallen lassen und wehrt sich. Und das ganz ordentlich. In bester Beat ´em Up Manier schlägt sich der Spieler als Ben oder einer der Alienformen, wobei letztere Variante durchaus zu empfehlen ist, durch Schaaren von Gegnern, die stellenweise kein Ende zu nehmen scheinen. Mit den vier Aktionstasten des Nintendo DS gilt es dann, Fingergeschick zu beweisen. Komplexe Kombinationen sind es, die eure Gegner schnell ausknocken. Hierbei gilt natürlich: je komplexer die Combo, desto effektiver der Angriff und desto höher die Punktzahl. Von diesen Punkten lassen sich die bereits erwähnten Upgrades für die Attacken oder ganz neue Attacken kaufen.

 

Natürlich kann Ben sich jederzeit in eine beliebige Alienform verwandeln. Der Spieler muss dazu per Berührung auf dem unteren Bildschirm des DS ein Alien auswählen und mit einem zweiten Finger- oder Stylusdruck diese Form aktivieren. Dadurch, dass der Touchscreen des Handhelds immerzu die Omnitrix darstellt, funktioniert das sehr einfach und intuitiv. Einzig auf die ablaufende Energieanzeige der Omnitrix muss geachtet werden. Ist diese nämlich einmal leer, dauert es ein paar Sekunden, bis Ben seine menschliche Form wieder gegen die eines Aliens austauschen kann.

 

So prügelt man sich durch knapp 20 reguläre und sieben Bonuslevels um dem Bösen den Garaus zu machen. Die Oberwelt in der ihr euch von Level zu Level bewegt wurde dabei sehr minimalistisch gehalten. Eine Landkarte der USA stellt die Umgebung dar, auf der die einzelnen Levels per Stylus auszuwählen sind. Natürlich nicht alle auf einmal; nach jedem erfolgreich abgeschlossenem Level gibt es ein weiteres. Neues sieht man dabei nicht oft. Zwar sind die Locations und Settings immer unterschiedlich, Gameplay und Sound sind aber weniger abwechslungsreich.

 

Diese Fakten sind aber nicht unbedingt negativ zu sehen. Denn mit „Ben10: Protector of Earth“ bekommt der Spieler ein gutes Beat ´em Up geliefert, welches durch solide Steuerung und simplem Gameplay klar überzeugen und punkten kann. Nicht mehr und nicht weniger will das Spiel als Umsetzung einer Cartoonserie auch sein.

 

Der Multiplayermodus des Spiels ist allerdings sehr enttäuschend. Unter der Voraussetzung, dass alle Beteiligten ein Modul in ihrem DS haben, lässt sich dann in lediglich einem Minispiel ein kleiner Wettkampf austragen. Wer innerhalb der Zeit mehr der auf dem Bildschirm erscheinenden Autos zerstört ist der Sieger. Einen Einzelkarten-Modus gibt es nicht. Hier ist zu sagen, dass der Mehrspielermodus sehr aufgesetzt und auf die letzte Sekunde programmiert wirkt.

 

 

2D meets 3D

 

Die grafische Umsetzung des Spiels ist durchschnittlich, aber keineswegs schlecht. Die Charaktere und Gegner werden durch kleine 3D-Modelle dargestellt, die Umgebung durch mehrere 2D Ebenen, die unabhängig voneinander zur Seite scrollen. Den Stil beschreibt man mit dem Wort „Comic“ wohl am besten. Man merkt allerdings, dass es sich um eine Lizenzumsetzung handelt.

 

Die akustische Untermalung des Spiels ist wie die grafische Umsetzung durchschnittlich aber ebenfalls nicht zwingend als schlecht anzusehen. Innerhalb eines Levels wiederholt sich ein Musikstück mehrere male und wird nur von kleinen, netten Soundeffekten zweiter Klasse unterbrochen.

 

Auch hier ist insgesamt zu sagen, dass die audiovisuelle Umsetzung nicht als zu schlecht zu bewerten ist, da der Gesamteindruck recht ordentlich ist. Zu bemängeln ist hier allerdings die geringe Anzahl an Musikstücken innerhalb eines Levels, die sich auf eins beschränkt.

 

 

Meckerecke

 

Viel zu meckern gibt es bei „Ben10: Protector of Earth“ nicht. Enttäuschend sind allerdings der geringe Spielumfang, der sich auf geschätzte 8 Stunden Spielzeit bei geübten Spielern beschränkt, der schlechte Multiplayermodus, den man nicht vermisst hätte, würde es ihn nicht geben würde und die abrupte und schlechte Einführung in die Story des Spiels, die für Nichtkenner der Serie schwer ist.

 

Vielen Dank an Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Die erste Spielumsetzung der erfolgreichen Cartoonserie „Ben10“ ist auf dem Nintendo DS recht gut gelungen. Der Spieler bekommt ein anständiges Beat ´em Up mit einigen Jump ´n Run Elementen. Die Schwierigkeit des Spiels steigt dabei proportional zum Fortschritt im Spiel. Das Gameplay bleibt aber immer gleich und stellt somit die Grundlage für die Einfachheit und leichte Verständlichkeit des Spiels an sich dar. Die Steuerung kann hierbei besonders überzeugen. Trotz einiger Schwachstellen wie dem Mehrspielermodus, der Story und der geringen Spielzeit, ist „Ben10: Protector of Earth“ ein anständiges und berechtigtes Spiel. Auch wenn es im Grunde nicht mehr ist, als ein durchschnittliches Produkt in den Weiten der Videospielwelt, macht es Spaß und vertreibt die Zeit auf eine nette Art und Weise. Zum Schluss bleibt noch zu sagen, dass jeder Fan der Serie, der dieses Spiel noch nicht sein Eigen nennt, schnell losziehen und die ca. 30 € investieren sollte. Allen anderen sei gesagt, dass eine Möglichkeit, die eigenen Finger mal an das Spiel zu bekommen, unbedingt genutzt werden sollte, denn das lohnt sich allemal.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

65%

Singleplayer

10%

Multiplayer

Release

01.02.2008

Developer

1st Playable Productions

Publisher

Koch Media

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (WLAN)

1-8


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