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Reviews: Nintendo DS

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Prof. Kageyama’s Mathematik Training

Training

30.03.2008

Autor: Dr. Mario Kablau

 

 

Einführung

 

In den heutigen, modernen Zeiten von Computern und Taschenrechnern geht der Jugend ein wichtige Fähigkeit verloren: Das Kopfrechnen. Was vor 30 Jahren noch unter Zuhilfenahme eines Rechenschiebers mühsam gelöst werden musste, wird heute einfach in einen kleinen elektronischen Helfer eingetippt. Doch wenn man den schon mal hat, um komplexere Aufgaben zu lösen, wie das Ziehen der Wurzel aus 34 oder den Logarithmus Naturalis der Eulerschen Zahl, dann erliegt man auch leicht der Versuchung, einfachere Aufgaben zur Sicherheit lieber einzutippen, statt selbst das Gehirn anzustrengen. Über kurz oder lang führt das zu einer Rückbildung der allgemeinen kognitiven Fähigkeiten, so dass selbst der einfache Dreisatz zum Problem wird.

 

Diese Studie begleitet einen repräsentativen Menschen, der seinen Taschenrechner nie aus der Hand legt, bei der Konfrontation mit einem Programm, dass die einfachen mathematischen Denkmuster trainiert. Ich will mit dieser Studie untersuchen, wie wichtig ein solches Training ist und ob es statistisch signifikante Zusammenhänge mit anderen Bereichen des alltäglichen Lebens gibt.

 

 

Das Studienobjekt

 

Während der Studie wurde der männliche 27jährige Mario K. (Name abgekürzt) in seinem täglichen Leben beobachtet und der Einfluss des Mathematik Trainings auf sein Leben untersucht. Vor der Auseinandersetzung mit dem Programm wurde er mehrere Male dabei erwischt, wie er in Klausuren Aufgaben wie 7 x 6 oder 5 + 18 mit seinem Taschenrechner rechnete. Zur Kontrolle, wie er selbst sagte. Aus Faulheit, wie ich behaupte. Doch kann man wirklich so langsam sein, dass sich die Eingabe in den Taschenrechner bei solchen Aufgaben überhaupt lohnt?

 

Er selbst behauptet von sich, dass er nicht gut im Kopfrechnen sei und es teilweise sehr lange dauert, bis er eine Aufgabe lösen kann. Daher begleitet ihn stets sein Taschenrechner in Klausuren, auch dann, wenn es eigentlich um die Interpretation eines Gedichtes geht. Man kann ja nie wissen.

 

 

Die Methode

 

Ich behaupte, dass durch den einfachen Einsatz einer Software, wie Mathematik Training, dieses Verhalten leicht abtrainiert werden kann. Dazu stelle ich nun die Software vor:

 

Prof. Kageyama, der Schöpfer der Kageyama Methode, hat seine erfolgreich in Schulklassen eingesetzte Matrix in diesem Programm elektronisch umgesetzt, so dass jeder mit deren Hilfe Kopfrechnen schnell und einfach lernen kann. Die Matrix ist 10 Felder breit und ebenso hoch. In den Spalten- und Zeilenköpfen stehen jeweils verschiedene Zahlen und in der linken oberen Ecke zwischen den Köpfen das Rechenzeichen. Aufgabe des Spielers ist es nun, möglichst schnell die 100 Felder mit richtigen Ergebnissen zu füllen.

 

Ein Beispiel: In Spalte 1 steht die Zahl 7 und in Zeile 1 die Zahl 5. Wenn das Rechenzeichen + angegeben ist, dann wäre das in das Tabellenfeld 1.1 einzutragende Ergebnis 12 und wenn das Rechenzeichen – ist, dann 2. Je schneller und richtiger man die Ergebnisse einträgt, umso besser ist die abschließende Bewertung. Damit man nicht jedes Mal 100 Aufgaben üben muss, kann man auch nur 10, 30 oder 50 auswählen.

 

Da die Division etwas anderes funktioniert als die anderen Grundrechenarten, wird dafür nicht die Matrix eingesetzt, sondern die Aufgaben nach und nach auf dem oberen Bildschirm angezeigt. Da man den DS hier wie ein Buch hält, ist der obere Bildschirm je nach Händigkeit des Benutzers links oder rechts. Auf dem Touchscreen wird das Ergebnis immer ganz einfach per Stylus und Schrifterkennung eingegeben.

 

Neben der Kageyama Methode gib es noch etwa 50 weitere Trainingsarten, in denen man sein Kopfrechnen verbessern kann. Neben einfachen Additions- oder Subtraktionsaufgaben gibt es dort auch Lückenrechnen, Multiplikation im kleinen Einmaleins, mehrstellige Subtraktion und vieles mehr. Bei all diesen Aufgaben gibt es eine Zielzeit, die man optimalerweise unterbietet. Außerdem ist es natürlich wichtig, alle Aufgaben auch richtig zu lösen, denn nur dann gibt es eine Goldmedaille.

 

Außerdem kann man jeden Tag einen Test durchführen, der das eigene Können misst. Allerdings gibt es keine harten Bewertungen am Ende, sondern nur eine Info darüber, ob man es gut oder weniger gut gemacht hat. Nach jeweils fünf guten Trainingsergebnissen steigt man einen Rang höher und bekommt in darauffolgenden Tests schwerere Aufgaben gestellt. So wächst das Niveau des Spiels langsam mit dem eigenen an.

 

Hat man Freunde mit einem Nintendo DS in der Nähe, dann kann man die Kageyama Methode auch gemeinsam durchführen. Bis zu 16 Spieler mit oder ohne eigenem Modul treten dann gegeneinander an und ermitteln den schnellsten Kopf. Man hat zwar sämtliche Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung, die man auch hat, wenn man alleine trainiert, aber während des Spiels selbst sieht man nicht, was die anderen gerade machen, also kommt nur schwer eine Wettbewerbsstimmung auf. Damit ist der Mehrspieler-Modus nicht viel mehr als ein nettes Extra, um das Programm Freunden zu zeigen. Eine Demo zum Download auf andere DS Systeme gibt es leider auch nicht.

 

 

Das Ergebnis

 

Das Studienobjekt wurde der Software einige Wochen ausgesetzt, in denen er sie täglich für mindestens 10 Minuten benutzt hat. Zu Anfang tat er sich sehr schwer damit, die einfachen Aufgaben schnell zu lösen, während er mit der Richtigkeit nie Probleme hatte. Durch das regelmäßige Training und die immer schwerer werdenden Tests konnte ein stetiges Ansteigen des Niveaus beobachtet werden. So hat er zum Beispiel zu Beginn für 20 Additionen von fünfstelligen Zahlen knapp zwei Minuten gebraucht. Nach einer Woche Training waren schon Zeiten deutlich unter zwei Minuten möglich und nach drei Wochen dann sogar unter eineinhalb Minuten. Dies ist, wegen der stetig veränderten Aufgaben nur darauf zurückzuführen, dass die Methode verinnerlicht und der Umgang damit verbessert wird. Signifikante positive Zusammenhänge zwischen vorherigem Alkoholkonsum und Schlafmangel mit der Trainingsleistung konnten auch festgestellt werden.

 

Besonders erstaunlich waren die beobachteten Fortschritte bei der vollen Kageyama Methode mit 100 Feldern. Während zu Beginn die Leistung nach ca. drei Reihen stetig abnahm und sich somit das Ergebnis pro 10 Aufgaben von 15 Sekunden auf über 20 Sekunden verschlechterte, konnte es im Laufe der Zeit immer stabiler gehalten werden. Das spricht eindeutig dafür, dass man bei verinnerlichter Methode immer weniger Konzentrationsprobleme bei einer Vielzahl von Aufgaben hat.

 

Im Alltagsleben ist die Testperson mittlerweile so flott und sicher im Kopfrechnen, dass der Taschenrechner meist zu Hause bleibt.

 

 

Interpretation

 

Obwohl das Programm grafisch und musikalisch so gut wie nichts her macht – selbst beim Vergleich mit Gehirn Jogging sieht es für Mathematik Training in keiner Disziplin auch nur ansatzweise rosig aus – können die Inhalte doch überzeugen.

 

Wenn man sich regelmäßig mit den Aufgaben auseinandersetzt, dann wird man schnell erste Verbesserungen feststellen. Da es leider jedoch keine guten Statistiken gibt, ist es nicht leicht, den eigenen Fortschritt beobachten zu können, was der Langzeitmotivation nicht unbedingt gut tut. Ebenso ist es schwer, sich jeden Tag aufs neue mit dem Kopfrechnen auseinander zu setzen, weil man schon nach wenigen Tagen alle Übungen mehrmals durchgeführt hat und es keine neuen Reize mehr gibt. Lediglich der eigene Trainingserfolg kann Motivator sein, wenn man topfit werden will.

 

Dazu reichen im Prinzip 10 Minuten am Tag, denn viel mehr als drei bis fünf Übungen braucht man nicht zu machen. Wenn man sich dann noch jeden Tag verschiedene vornimmt, dann hat man zumindest für die meisten Tage der Woche ein abwechslungsreiches Programm.

 

Die eierlegende Wollmilchsau im Kopfrechnen wird man jedoch mit dem Programm auf keinen Fall, da es sich auf die Grundrechenarten und recht einfache Aufgaben beschränkt. Doch diese Grundlage sind natürlich wie die Butter auf dem Brot unter der Wurst: Ohne geht zwar auch, aber nicht so gut runter. Oder anders gesagt: Wer schon bei einfachen Rechenaufgaben Probleme hat, der wird sicher keine komplexeren Probleme lösen. Vor allem beim Dreisatz oder bei anderen noch gerade so im Kopf zu rechnenden Aufgaben sind die Grundlagen von essentieller Bedeutung. Genau das liefert Mathematik Training, nicht mehr aber auch nicht weniger.

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Prof. Kageyama’s Mathematik Training nutzt hauptsächlich die innovative Kageyama Methode, um Kopfrechnen in den Grundrechenarten zu trainieren. Wer hier Schwächen hat, für den ist das Programm durchaus zu empfehlen. Die Bedienung ist durch die sehr gut funktionierende Schrifterkennung kinderleicht. Hat man mehrere Trainingswillige beisammen, dann kann man auch gemeinsam trainieren. Leider mangelt es etwas an Abwechslung und guten Statistiken, um die Motivation länger zu erhalten. Außerdem sind Grafik und Sound selbst für ein Lernprogramm eine Frechheit. Wen das nicht stört, der kann einfach und schnell große Fortschritte erzielen, aber wie immer ist Ausdauer immens wichtig, denn nur kontinuierliches Training garantiert dauerhafte Erfolge.

Grafik

sch...

Sound

sch...

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

59%

Singleplayer

29%

Multiplayer

Release

08.02.08

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung


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