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Reviews: Nintendo DS

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Know How der Zauberkunst

Party

04.04.2008

Autor: Mario Kablaufield

 

 

Petrificus totalus

 

Stehengeblieben! Hier ist der neue Stern am Zauberhimmel: Mario Kablaufield. Ich bin zwar weder der nächste Uri Geller, noch hatte ich je was mit Claudia Schiffer oder eventuell mit Pamela Anderson, aber im Zaubern bin ich dennoch ein ganz Großer. Vor wenigen Wochen habe ich mit Know How der Zauberkunst einen sehr modernen Zauberkasten in meine Finger bekommen. Vorbei ist die Zeit mit billigen Tricks durch komische Gimmicks! Die Zauberlehrlinge von heute, die nicht in Hogwarts lernen dürfen, greifen auf moderne Technik zurück, wie zum Beispiel den Nintendo DS. Doch nicht nur Zaubertricks kann man mit dem Handheld lernen und damit andere Menschen beeindrucken, sondern sich auch selbst von virtuellen Magiern verzaubern lassen und seine magischen Fähigkeiten trainieren.

 

Legt man das Spiel zum ersten Mal ein und schaltet den DS ein, dann landet man im Laden Great Barbara’s Magic, dem Zauberladen einer Magierin, die allerdings eher wie eine Gehilfin aussieht, die Zuschauer mit ihren übergroßen Lungenflügeln von den Tricks und Kniffen des Zauberers ablenken soll. Bei ihr kann man jedoch nicht kaufen, sondern vom Laden aus die drei Kategorien besuchen.

 

Hinter dem Bereich „Solo-Tricks“ verbergen sich Vorführungen von virtuellen Zauberern, die dem Spieler acht verschiedene Zauberstücke vorführen können. In „Magie in Aktion“ kann der Spieler selbst einen von 13 Tricks erlernen und dann live mit dem Nintendo DS vorführen. Das Training ist nichts anderes als neun verschiedene Übungen, mit denen man seine Fingerfertigkeit und sein magisches Denkvermögen optimieren kann.

 

 

Achat, Schtajim, Schalosch

 

Ja, wir alle wissen, dass Uri Geller bis drei zählen kann (nichts anderes bedeuten die drei Worte in seiner Landessprache nämlich), aber sonst ist er eine ziemliche Luftnummer. Die Künstler im Nintendo DS sind zwar im Prinzip auch nicht besser, aber teilweise sind die hier gezeigten Tricks schon erstaunlich komplex und auch nach mehrmaligem Ansehen nur schwer zu durchschauen. Natürlich gibt es auch einige, die man sofort kapiert, aber an manchen wird man sich echt den Kopf zerbrechen. In diesem Bereich bekommt man auch keinerlei Tipps oder Hinweise, sondern muss schon selbst dahinterkommen, wenn man die Tricks selbst nachmachen will.

 

So muss man sich bei einem Trick zum Beispiel eine aus fünf Karten auswählen ohne drauf zu zeigen oder dem DS sonstwie mitzuteilen, welche man sich gerade vorstellt. Wie von Zauberhand lässt das System dann genau diese Karte verschwinden. Das aufmerksame Auge wird schnell feststellen, dass der DS keineswegs Gedanken lesen kann, sondern lediglich alle fünf Karten austauscht. Da es sich jedoch nur um Buben, Damen und Könige handelt, fällt dies kaum auf. Wie schon gesagt, sind nicht alle Tricks so einfach gestrickt, aber ich will hier keine weiteren vorstellen, denn jeder soll schön selbst dahinter kommen. ;)

 

Im Bereich Training gibt es zum Beispiel so Aufgaben wie die innere Uhr (10, 30 und 60 Sekunden), wobei man „einfach“ im Sekundentakt für eine bestimmte Zeit auf den Touchscreen tippen muss. Am Ende zeigt das System dann die tatsächlich verstrichene Zeit an und wie man sich von der Norm entfernt hat. Ebenso kann man im Training das Schreiben in Spiegelschrift und diverse logische Kartenspiele lernen. Das Training hat im Prinzip überhaupt keinen Zusammenhang zur Zauberei, es gibt dem Spiel lediglich ein wenig mehr Abwechslung, damit man sich auch länger damit befassen kann, wenn man gerade kein Publikum hat.

 

Außerdem ist das Training sehr gut dazu geeignet, Punkte zu sammeln. Für jede Übung, aber auch für jeden gesehenen und selbst durchgeführten Trick bekommt man 10 Punkte. Pro Tag sind maximal 60 Punkte erreichbar. Je mehr Punkte man hat, desto mehr Tricks und Übungen werden freigeschaltet. So wird man am Anfang nicht direkt mit komplexen Zaubereien überfordert, sondern lernt erst die Grundlagen, um dann nach und nach immer anspruchsvollere Aufgaben zu bekommen. Bis man alles freigeschaltet hat, braucht man etwa zwei Wochen.

 

Der letzte Menüpunkt „Magie in Aktion“ beherbergt die Tricks, die man live mit dem DS vor Publikum vorführen kann. Probiert man einen Trick zum ersten Mal, dann kann man sich des Rätsels Lösung durch einen Druck auf die Select-Taste anzeigen lassen. In umfangreichen Erläuterungen mit Bildern bekommt man dann genau erklärt, was man wie machen muss, damit man zum Zauberer wird.

 

So kann man zum Beispiel in einem Trick dafür sorgen, dass einer aus dem Publikum genau die Kerze auspustet, auf die er vorher gezeigt hat. Der Trick dahinter ist, dass man durch unauffälliges Drücken einer der beiden Schultertasten, während man den DS ins Publikum hält, festlegen kann, welche Kerze ausgepustet wird. Etwas komplexer wird es zum Beispiel bei einem Trick, in dem man den Geburtsmonat oder die liebste Freizeitaktivität eines Zuschauers herausfindet. Der Trick dahinter ist die spezielle Anordnung der vorgeschlagenen Lösungen, womit der Zauberer ganz leicht herausfinden kann, wann der Freiwillige den vorher festgelegten Monat ausspricht, bzw. die Freizeitaktivität nennt.

 

Neben den Tricks, die nur mit dem Nintendo DS vorgeführt werden können, gibt es auch noch solche, die das mitgelieferte Kartenspiel benötigen. Dieses ist natürlich so präpariert, dass Eingeweihte immer erkennen, welche Karte der andere in den Händen hält, auch wenn sie verdeckt ist. Auf diese Art sind noch spektakulärere Tricks möglich, die allerdings auch jede Menge Übung verlangen.

 

Hat man ein entsprechendes Publikum, dann kann man schnell loslegen und zeigen, was man auf dem Kasten hat. Einen Hasen aus einem Hut zu zaubern, lehrt das Spiel jedoch leider nicht.

 

 

Expelliarmus

 

Die Tricks an sich sind alle recht leicht durchschaubar, deshalb sollte man niemandem denselben Trick mehrmals kurz hintereinander vorführen, denn dann kann es leicht passieren, dass er durchschaut wird. Insgesamt ist das Niveau der Tricks auch ganz klar auf Kinder ausgelegt, die ihre Eltern oder Gleichaltrige begeistern wollen. Große Zauberkünstler, die es mit „du weißt schon wem“ aufnehmen können, wird das Spiel nicht hervorbringen und auch David Copperfield wird keine Konkurrenz fürchten müssen.

 

Das Spiel richtet sich also ganz klar an jüngere Spieler, die nicht älter als 14 Jahre sind. Doch auch Ältere können durchaus Spaß mit dem Titel haben, denn wer führt nicht mal gerne seine Freunde oder Kollegen vor und treibt sie zur Verzweiflung. Einige Tricks sind dazu durchaus in der Lage. Trotz der scheinbar vielen Tricks und Übungen sollte man jedoch nicht allzu viel erwarten, denn weder „Solo-Tricks“ noch „Magie in Aktion“ fesseln lange, sofern man nicht gerade Publikum hat. Lediglich das Training vermag es, den Spieler ein wenig an die Konsole zu binden.

 

An der Steuerung gibt es nichts auszusetzen. Die Tricks lassen sich sehr gut bedienen und auch die wenigen sprachgesteuerten Zauber funktionieren sehr gut. Schon nach wenigen Übungen sollte man so sicher sein, dass man seine Zuschauer tatsächlich verzaubern kann.

 

Die Grafik beschränkt sich auf die Darstellung von Karten oder anderen einfachen Gegenständen und zeigt manchmal ein paar Charaktere auf dem oberen Bildschirm. Aber aufwendige Effekte sind auch gar nicht nötig, schließlich ist der DS in diesem Fall ein Zauberkasten. Die Musik ist leider ziemlich unspektakulär und bleibt stets im Hintergrund. Teilweise ist das auch nachvollziehbar, denn bei vielen Zuschauern würden die weiter weg sitzenden davon eh nichts mehr haben. Allerdings sollte das doch eher selten vorkommen (ganz zu schweigen davon, dass sie dann auch den kleinen Bildschirm kaum mehr erkennen könnten) und daher wäre gute musikalische Unterstützung bei manchen Zaubern wünschenswert gewesen.

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Know How der Zauberkunst ist ein moderner Zauberkasten, der sich hauptsächlich an Kinder richtet. Jedoch können auch ältere Spieler mit den Tricks durchaus Spaß haben, allerdings scheitert ein wirklich gutes Erlebnis an zu wenig Abwechslung, größtenteils zu einfachen und durchschaubaren Tricks und kaum Motivation, die Karte ohne Publikum in den Handheld einzulegen. Positiv ist das mitgelieferte Kartenspiel, das kreativen Köpfen sicherlich viel Spaß bereiten dürfte, denn damit kann man sich auch eigene Tricks ausdenken und umsetzen. Mit 30 Euro ist die Software im Vergleich zu herkömmlichen Zauberkästen etwas teurer, aber dafür setzt man moderne Technik statt billigem Plastikequipment ein und das hat doch auch was.

Grafik

schwach

Sound

sch...

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

49%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

14.03.2008

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung


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