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Reviews: Nintendo DS

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Ninja Reflex

Training

22.04.2008

Autor: René Schäfer

 

 

Willkommen im Dojo

 

Präzises Denken, komplette Körperbeherrschung, geistige und körperliche Stärke, aber vor allem schnelles, reflexartiges Handeln sind die Haupteigenschaften eines Ninja. Electronic Arts will dem Videospieler von nebenan genau diese Eigenschaften ein wenig näher bringen und trainieren. Mit Ninja Reflex bekommt der Spieler einen persönlichen Ninja-Trainer, der einem nicht nur die einfachen Grundlagen beibringen soll. So lautet jedenfalls das Versprechen der Entwickler. Was dann wirklich draus geworden ist, hätte besser nie das Licht dieser kleinen Welt erblickt.

 

In einem virtuellen Dojo wartet der Sensei schon auf euch. Nachdem ein Spielstand erstellt wurde, geht es auch gleich los. Im Auswahlmenü hat der Spieler zu Beginn alle sechs Minispiele von Ninja Reflex zur freien Verfügung. Mit dem Touchpen darf dann ausgewählt werden zwischen „Shuriken“, „Koi“, „Hotaru“, „Hashi“, „Katana“ und „Nunchaku“. Kann man sich bei dieser großen Auswahl dann endlich für ein Minispiel entscheiden, geht es fast schon los. Denn jedes dieser Spiele wird sogar nochmal in verschiedene Fassungen aufgeteilt.

 

Bei „Shuriken“ geht man mit Wurfsternen bewaffnet in Ego-Perspektive auf Pappaufsteller-Jagd. Freies Bewegen ist hier allerdings nicht angesagt. Die Pappaufsteller erscheinen vor euch, ihr tippt auf sie, streift mit dem Stylus einmal quer über den unteren Bildschirm und der Aufsteller verschwindet. Dann bewegt man sich automatisch und ohne jede Einflussmöglichkeit ein paar Grad nach links oder rechts, bis die nächsten Pappaufsteller erscheinen. Dieses Minispiel ist, wie alle anderen, in unterschiedliche Fassungen geteilt. So darf man mal alle Pappaufsteller „vernichten“, mal nur die mit schwarzer Farbe.

 

Hat man „Koi“ gewählt, ist es an der Zeit ein wenig zu angeln. Typisch Ninja, natürlich mit bloßen Händen. Dabei muss man eigentlich nur so lange abwarten, bis ein Koi an die Wasseroberfläche kommt und dann ganz schnell drauf tippen. Ab und an kniffelig, im Grunde langweilig.

 

Hinter „Hotaru“ verbirgt sich im Grunde das gleiche wie hinter „Koi“. Nur muss man hier keine kleinen Fische, sondern kleine Glühwürmchen fangen. Innovativ und kreativ variiert hier die Aufgabenstellung auch mal zwischen „Fang alle möglichst schnell“ und „Fang die mit der angezeigt Farbe möglich schnell“ bis hin zu „Fang einen bestimmten möglichst schnell“.

 

Will man mal eine kleine Mahlzeit einnehmen, sollte man „Hashi“ auswählen. Wer sich aber aufs Essen freut, findet sich ganz schnell enttäuscht wieder. Zwar sitzt man mit dem Lehrmeister Sensei an einem Tisch voll Sushi und Tee, muss aber schnellstmöglich kleine umherschwirrende Fliegen fangen. Gerne auch mal nur die mit einer vorgegebenen Farbe.

 

Bei „Katana“ kommt endlich ein bisschen Action ins Spiel. Hier muss man heraneilende Samurai mit gezielten Schwerthieben abwehren und niederschlagen; so die Aufgabenstellung und wieder mal eine Enttäuschung. Statt einem Kampf zwischen Krieger und Krieger gibt es zärtliche Streicheleinheiten für den Touchscreen. Der hat‘s ja auch mal verdient.

 

„Nunchaku“ dürfte den Wii Besitzern vom Namen her schon etwas sagen. Hierbei geht es auch um das, wonach es sich im ersten Moment anhört. Aber was haben wir bis jetzt gelernt? Richtig: Bei Ninja Reflex ist nichts so, wie man es erwartet! In diesem Minispiel steht man der großen Aufgabe gegenüber, mit dem Stylus kontinuierlich eine Acht auf den Touchscreen zu zeichnen und bei Angriffen durch Obst oder Holzkisten wahlweise den L- oder R-Knopf zu drücken.

 

 

Technische Umsetzung

 

Wie nicht anders zu erwarten, bietet Ninja Reflex nicht die überwältigendste technische Umsetzung. Zwar funktioniert die Steuerung einwandfrei, was bei gefühlten zwei verschiedenen Stylusbewegungen aber auch nicht allzu viel verlangt ist. Allerdings ist positiv, dass auf den Einsatz der Knöpfe oder des Steuerkreuzes so gut wie verzichtet wurde.

 

Grafisch bietet das Spiel auch den Erwartungen entsprechend Durchschnittliches. Meckern kann man nicht, loben aber auch nicht. Ruckler oder Einbrüche sind zwar nicht festzustellen, grafische Explosionen aber auch nicht. In netter 3D-Umgebung gehalten, darf man aber nur in zwei Dimensionen spielen. Bei einer Mini-Minispielsammlung wie Ninja Reflex ist das aber durchaus okay.

 

Die musikalische Untermalung ist auch nicht besonders hervorzuheben. Durch die schnell nervenden Kommentare des alten Sensei und der geringen Vielfalt an Musikstücken kann man dem Spiel in diesem Punkt nicht wirklich verzeihen und nur das Urteil „schlecht“ aufdrücken. Hätten die Entwickler hier ein bisschen was mehr investiert, würde das Spiel noch einige, dringend benötigte, Pluspunkte sammeln können.

 

Ein weiterer negativer Aspekt ist der nicht genutzte obere Bildschirm des Nintendo DS. Hat man schon zwei Bildschirme zur Verfügung, sollte man diese als Entwickler (zumindest teilweise) auch nutzen. So ziert die meiste Zeit nur das Logo des Spiels den oberen Screen.

 

 

Zwei Ninja sind besser als einer?

 

Aber immer noch nicht gut. Ninja Reflex bietet einen Mehrspielermodus für bis zu vier Spieler. Hier kann man dann in den sechs Minispielen gegeneinander antreten und herausfinden, wer der beste Ninja ist. Bei dem Schwierigkeitsgrad des Spiels und der Aufgaben dürften aber auch Gelegenheitsspieler schnell die Lust am aneinander Messen verlieren.

 

Vielen Dank an Electronic Arts für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit


Wie man dem Test bestenfalls sehr gut entnommen hat, ist Ninja Reflex für den Nintendo DS ein absoluter Fehlkauf für jeden Spieler. Der geringe Umfang von genau sechs Minispielen ist absolut unverständlich und inakzeptabel. Weder eine gute Grafik, noch die Musik und selbst ein vorhandener Multiplayermodus reißen das Spiel nicht aus dem Loch, in das es sich mit der Geschwindigkeit eines Ninjameisters befördert hat. Alle, die nicht vollkommen ernsthaft an dem Spiel interessiert sind, (aber auch gerne diese) sollten sich schnellstmöglich nach einer besseren Sammlung von Minispielen auf dem DS umsehen. Und da muss man gar nicht so weit sehen. Die wohl beste Alternative, die auch in der gleichen Preisklasse liegt, ist Mario Party DS. Ninja Reflex bietet durchschnittlichen Spielspaß für ungefähr eine halbe Stunde. Danach kann man noch maximal eine Stunde im Mehrspielermodus verbringen, bevor man endgültig die Nase voll hat.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

sch...

35%

Singleplayer

30%

Multiplayer

Release

12.03.2008

Developer

Nunchuck Games

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

12+


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