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Reviews: Nintendo DS

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Final Fantasy Crystal Chronicles Ring of Fates

RPG

25.04.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Die Geschichte

 

Drohend legt sich der rote Schimmer des Mondes Nacht für Nacht wie ein erstickender Schleier über die Welt, doch die heilige Präsenz der Kristalle hält das Böse fern. In diese Welt werden Zwillinge geboren, denen eine Kraft zuteil ist, die sie nur gemeinsam entfalten können. Doch ihr Glück ist bald in Gefahr, als der Mond seine Häscher entsendet, nach ihrem Schicksal zu trachten. Ein Schicksal, das wie alle Fügungen in der Wiege der Kristalle liegt...

 

Yuri und Chelinka sind die angesprochenen Zwillinge. Von ihrem Vater großgezogen, leben sie in einer ruhigen Siedlung unweit vom Schloss des Königreiches entfernt. Die Mutter ist vor langer Zeit „verschwunden“ und die beiden Geschwister wissen nicht, was mit ihr geschehen ist. Über einen unvorhergesehenen Zwischenfall, gepaart mit Yuris Abenteuerlust, geraten sie in das Abenteuer, das ihnen das Schicksal bestimmt hat. Das Böse ist auf dem Vormarsch die Welt zu erobern und nur Yuri und seine Schwester können es aufhalten. Allerdings wissen sie bislang noch nichts von ihrer Kraft und ihrem Schicksal.

 

Da ich nicht zu sehr auf die spannende und abwechslungsreiche Geschichte eingehen will, sei hier nur noch gesagt, dass es zu Anfang zwar nicht gerade stürmisch losgeht, aber spätestens nach einer Stunde ist man voll im Geschehen und wird die Konsole so schnell nicht wieder weglegen, nicht zuletzt wegen der tollen Zwischensequenzen, die teilweise sogar Sprachausgabe haben. Während des Abenteuers trifft man noch auf drei weitere Gefährten, die sich alle Yuri und Chelinka anschließen und auch selbst gesteuert werden können.

 

 

Das Abenteuer

 

Zu Beginn sind die Geschwister alleine unterwegs und schlagen sich durch die ersten Aufgaben. Mir fortschreitender Geschichte tauchen jedoch immer neue Figuren auf, die sich der Gruppe anschließen und sie damit mehr oder weniger stärker machen. Die Gefährten stammen alle von unterschiedlichen Völkern und haben damit auch ganz verschiedene Fähigkeiten. Alhanalem (oder kurz Al) ist ein fähiger Magier, der an speziellen Stellen neue Wege erschaffen kann, um der Gruppe so das Weiterkommen zu ermöglichen. Gnash ist ein junger Krieger, der mit seinem Bogen den Gegner das Fürchten lehrt und durch seine Sprungkraft Stellen erreicht, die für die anderen zu hoch oder zu weit entfernt sind. Zuletzt ist da noch Meeth, die ein magisches Kochtalent hat. So kann sie hilfreiche Items herstellen. Außerdem kann sie ihren Kochtopf an speziellen Stellen so verändern, dass er zur Plattform wird oder als Flughilfe dient.

 

Der Spieler steuert während des Abenteuers immer nur einen Charakter. Das Geschehen spielt sich dabei auf dem oberen Bildschirm ab, während unten die wichtigsten Funktionen zum direkten Einsatz abgebildet werden. Auf der linken Seite des Touchscreens sind die vier steuerbaren Charaktere abgebildet, so dass man durch einfaches Antippen die Figur wechseln kann. In der Mitte sind drei Icons für das Menü, die Karte und die besondere Fähigkeit des gewählten Charakters. Zuletzt befinden sich auf der rechten Seite 10 Felder mit Zauber-Items, die man antippen muss, um sie auf die X-Taste zu legen. Drückt man dann diese Taste, lädt sich der Zauber auf und man muss dann nur noch den Zielort über das Steuerkreuz festlegen und die Taste loslassen, um den Zauber einzusetzen. Die Figuren selbst steuert man ebenso mit dem Steuerkreuz, setzt Sprünge mit der B-Taste ein und greift über den A-Knopf an. Im Laufe des Abenteuers lernen die Charaktere dabei immer neue Angriffskombinationen, die wirkungsvollere Attacken erlauben.

 

Ein Druck auf die linke Schultertaste versammelt das Team um die gerade gesteuerte Figur. So kann man zum Beispiel mit Gnash an einen hohen Ort springen und die Truppe quasi hochbeamen. Die rechte Schultertaste löst den Spezialmodus des gewählten Charakters aus, Al kann also Wege herbeizaubern, Meeth kochen und Yuri und Gnash besonders starke Attacken einsetzen. Die Steuerung ist insgesamt sehr gut gelungen, jedoch gibt es manchmal Probleme beim Wechsel der Figuren, besonders in hektischen Bosskämpfen.

 

Etwas nervig ist auch, dass man den gerade nicht gesteuerten Figuren keine Befehle geben kann, so dass sie immer machen, worauf sie gerade Lust haben. Das führt dazu, dass sie oft sterben, da sie einen starken Gegner immer weiter angreifen oder sinnlos in Abgründe fallen. Hier hätten die Entwickler auf jeden Fall einiges besser machen müssen. Da man aber oft mit Yuri alleine klar kommt, braucht man sich um die Gefährten eigentlich nur dann kümmern, wenn man spezielle Fähigkeiten braucht, um weiterzukommen.

 

Anders als in den „normalen“ Final Fantasy Spielen ist Ring of Fates also eher ein Action-Adventure denn ein RPG, auch wenn gewisse Rollenspiel-Elemente eingebaut wurden, wie zum Beispiel die Weiterentwicklung der Charaktere über Erfahrungspunkte und das umfangreiche Waffen- und Bekleidungssystem. Kämpfe finden auf dem normalen Bildschirm statt und werden direkt und live gekämpft. Dazu kommen Sprung- und Geschicklichkeitseinlagen, die es in der Hauptserie so auch nicht gibt.

 

Eine tolle Idee sind auch die bestellbaren Waffen und Bekleidungsstücke. Besiegt man Monster, dann hinterlassen sie manchmal Skizzen für bestimmte Gegenstände und benötigte Materialien. Gegen ein geringes Entgelt kann man diese in Shops bestellen und so seine Helden stilvoll einkleiden. Dabei ändern sich dann nicht nur die Attribute der Figuren, sondern sie tragen die gewählten Dinge auch tatsächlich, so dass man die Charaktere sehr oft in unterschiedlichen Outfits und mit den verschiedensten Waffen zu Gesicht bekommt.

 

 

Technik und Umfang

 

Final Fantasy zeichnet sich ja normalerweise durch Spielzeiten jenseits der 40 Stunden aus, aber bei Ring of Fates ist das leider nicht so. Das Abenteuer hat man in ca. 15 Stunden beendet und sofern man dann keine Motivation mehr hat, es mit höherer Schwierigkeit noch einmal zu versuchen, ist die Luft erstmal raus. Auch der Pseudo Wi-Fi Modus, bei dem man einfach nur bemalte Mogus an Freunde schicken kann, sorgt nicht wirklich für längeren Spielspaß. Jedoch kann der lokale Mehrspieler-Modus, dessen Missionen man größtenteils auch alleine spielen kann, noch etwas herausholen, dazu aber später mehr.

 

Die Technik ist allererste Sahne, angefangen bei der tollen Grafik im Spiel, über die genialen Render-Sequenzen bis hin zur grandiosen Musik und erstklassigen Sprachausgabe ist hier einfach alles richtig gemacht worden. Im Spiel selbst ist die Grafik in für DS-Verhältnisse wunderschönen 3D Animationen gehalten. Zwar ruckelt das Geschehen ab und an mal, aber das kommt nur dann vor, wenn wirklich aufwendige Zauber durchgeführt werden oder viele Gegner gleichzeitig angreifen. Meistens bleibt alles stabil und sieht einfach nur gut aus.

 

In den wichtigen Zwischensequenzen gibt es eine sehr tolle englische Sprachausgabe, dazu sind die ganz zentralen Story-Momente in gerenderten Videos dargestellt. Einfach toll und unglaublich, was die Entwickler alles auf die kleine Karte gequetscht haben. Die Musik ist ebenso abwechslungsreich wie gut. Die verwöhnten Ohren bekommt jede Menge geboten und man wird sich sicher das eine oder andere Mal auch nach dem Spielen dabei erwischen, wie man eine Melodie vor sich hin summt. Einfach toll!

 

 

Der Missions-Modus

 

Das Spiel verfügt auch über einen sehr gut gelungenen Mehrspieler-Modus, der aber leider deutlich besser hätte sein können. So kann man mit bis zu vier Spielern drahtlos gemeinsam bestimmte Missionen erfüllen, es ist aber leider nicht möglich, das Abenteuer gemeinsam zu bestreiten oder gar per Wi-Fi zusammen zu spielen. Die letzteren beiden Optionen kann man sich für einen Nachfolger nur sehr stark wünschen, denn das würde das ohnehin schon sehr gute Spiel zur echten Granate werden lassen. Man kann jedoch zumindest die Labyrinthe aus dem Spiel gemeinsam der Reihe nach bestehen, allerdings dann eben ohne die Geschichte drum herum.

 

Zusätzlich gibt es Missionen, die die Spieler vom König höchstpersönlich erhalten. Darin muss man die verschiedensten Dinge in einer vorgegebenen Zeit tun, um die Monster, die die Stadt umringen, zu vernichten. Nur dann kommen die Bewohner zurück und der König ist wieder glücklich. Die Missionen unterteilen sich grob in zwei Klassen: Miteinander und Gegeneinander. Die erst genannte sind auch alleine spielbar, bei den anderen braucht man zwingend einen menschlichen Mitspieler, um sie lösen zu können. Es ist also nicht möglich, den gesamten Missionsmodus alleine zu beenden.

 

Findet man genug Freunde, die das Spiel haben, dann wird es jedoch richtig lustig, denn nur in diesem Modus sind die Interaktionen der vier Hauptfiguren des Spiels erst richtig und gut möglich. Es können sinnvoll und vor allem sehr einfach Zauber kombiniert und Gegner angegriffen werden, man ist nicht durch die sonst schlechte KI der Figuren genervt und das gemeinsame Lösen von Rätseln macht eh viel mehr Spaß.

 

Jeder Spieler darf dabei bis zu sechs verschiedene eigene Charaktere bauen und ihnen Namen geben. Dabei greift das Spiel auf die vier Hauptrassen und die zwei Geschlechter zurück, so dass die Figuren denen aus dem Abenteuer gleichen. Diese Figuren kann man dann trainieren und einkleiden, in dem man sie in den Missionen einsetzt. Je länger man spielt, desto stärker werden die Figuren also. Es ist jedoch leider nicht möglich, die bereits im Abenteuer gestärkten Charaktere in die Missionen zu übernehmen.

 

Ich kann mich auch nur wiederholen, dass ein Wi-Fi Modus wirklich fehlt. Gepaart mit Voice Chat hätte man viel leichter gemeinsam mit Freunden die Missionen angehen können. So ist der Mehrspieler-Modus leider nur ein nettes Gimmick, das wohl nur die wenigsten wirklich nutzen können. Wer in den Genuss kommt, der wird jedoch sicherlich viel Spaß damit haben. Hoffentlich ändert sich das beim Nachfolger, so er denn kommt. Der Missions-Modus ist aber auch für Einzelspieler eine nette Ergänzung, die ein paar Stunden Spielspaß bringt.

 

 

Vielen Dank an Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Final Fantasy Crystal Chronicles Ring of Fates ist ein mehr als gelungenen Action Adventure mit vielen RPG Elementen für den Nintendo DS. Die Technik ist traumhaft, die Geschichte spannend und abwechslungsreich und die Steuerung funktioniert meistens einwandfrei. Lediglich der Umfang ist mit knapp 15 Stunden für das Abenteuer plus ca. 5-10 für die Missionen, so man sie denn spielen will, ein echter Kritikpunkt. Der Schwierigkeitsgrad geht in Ordnung. Was schmerzlich fehlt, ist ein echter Wi-Fi Modus und die Möglichkeit, auch das Abenteuer gemeinsam mit Freunden zu genießen. Wer es noch nicht hat, aber auf Final Fantasy oder das Genre steht, der sollte schnellstmöglich zugreifen!

Grafik

super

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

88%

Singleplayer

80%

Multiplayer

Release

17.03.2008

Developer

Square Enix

Publisher

Square Enix

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

1-2

Anzahl Spieler (WLAN)

1-4


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