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Reviews: Nintendo DS

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Final Fantasy XII Revenant Wings

Strategie

01.05.2008

Autor: Gunnar Schreiber

 

Final Fantasy 12 auf der PlayStation 2 kann man durchaus als innovativsten Teil der Hauptserie seit langem bezeichnen. Verabschiedete sich SquareEnix in dem Spiel doch von den traditionellen, rundenbasierten Kämpfen und entschied sich stattdessen für Echtzeitscharmützel mit viel taktischer Tiefe. Final Fantasy 12 Revenant Wings für den Nintendo DS bietet ebenfalls Echtzeitkämpfe, nur diesmal verpackt in einem waschechten Strategiespiel. Trotz alledem fühlt es sich immer noch an wie ein Teil der Serie. Warum dies so ist und was das Spiel wirklich drauf hat, erfahrt ihr in den folgenden Abschnitten.

 

 

Die Geschichte

 

Revenant Wings spielt nahezu unmittelbar nach den Geschehnissen von Final Fantasy 12 auf der PlayStation 2. Erneut stolpern die Helden Vaan, Penelo, Fran oder Balthier in ein großes Abenteuer. Was zu Anfang als pure Langeweilebekämpfung gedacht war, entpuppt sich aber schnell als Schicksalskampf für das Überleben der verschiedenen Rassen von Ivalice. Eine sehr interessante, mit einigen Wendungen versehenen Story über einen fehlgeleiteten Gott, dessen Bösewicht durch eine verloren gegangene Liebe und blinder Eifersucht zu Taten nahe des Wahnsinns getrieben wird, zieht den Spieler für locker 30 bis 40 Stunden in den Bann. Sicherlich nicht die beste Hintergrundgeschichte, die man bisher in einem Rollenspiel erlebt hat, aber spannend genug, um stets bei Laune zu halten. Aufgelockert wird das Spiel durch SquareEnix typisch bombastische Videosequenzen, bei denen man sich wirklich fragt, wie die alle auf die kleine DS Cartridge passen.

 

 

Das Gameplay

 

Im Kern ist das Spiel, wie bereits berichtet, ein Echtzeitstrategiespiel. Aber darüber hinaus bietet es auch fast sämtliche Elemente eines komplexen RPGs, so dass es extrem schwierig ist die wichtigsten Facetten zu beschreiben, ohne aber mit zu vielen Details zu langweilen. Mal sehen, ob es mir gelingt ;-). Feedback dazu bitte ins Forum schreiben oder per Email *lach*

 

Im Prinzip ist das Spiel aufgeteilt in 100 Missionen, die nach und nach frei geschaltet werden und auf unterschiedlichen, fliegenden Inseln angesiedelt sind. Demnach fallen natürlich auch die Topographien sowie die Gegebenheiten im Kampf mannigfaltig aus. Man unterscheidet dabei zwischen Pflichtmissionen, die für die Handlung extrem wichtig sind und Volontäraufgaben. Von letzteren hat man meistens mehrere zur Auswahl. Man sollte diese auch durchaus wahrnehmen, da man so wertvolle Erfahrungspunkte, Geld, Materialien und Waffen finden kann, die im weiteren Lauf sehr wichtig sein können. Darüber hinaus kann man jeden Level erneut besuchen, um ein Geplänkel oder ähnliches durchzuführen. Auch dabei findet man Items und sammelt Erfahrung. Diese Bonusaufgaben werden aber beim Spielfortschritt nicht berücksichtigt. Dieser wird in Prozent angegeben, wobei jede der 100 Missionen gleich einem Prozent entspricht, so dass man sehr schön sehen kann, wie weit man im Spiel vorangeschritten ist.

 

Die Gruppe besteht zu Anfang aus den bekannten Charakteren Vaan, Penelo, Kytes, Filo und Tomaj. Wenig später kommen noch Llyud sowie weitere Partiemitglieder hinzu, die aber nicht alle die gesamte Zeit dabei sind. Jeder Charakter hat Rollenspiel üblich natürlich besondere Fähigkeiten. So ist Vaan der typische Nahkämpfer, Penelo ist spezialisiert auf Heilzauber und Filo schwebt auf ihren Gleitern über Abgründe. Da es sich bei Revenant Wings um ein Strategiespiel handelt, haben alle Charaktere besondere Affinitäten. Vaan als Nahkämpfer ist somit besonders gut gegen feindliche Fernkämpfer geeignet. Filo als Flugeinheit kann sich am besten gegen Nahkämpfer durchsetzen, muss aber auf gegnerische Fernkämpfer wie Magier achten.

 

Vor jeder Mission bekommt ihr angezeigt, welche Gegnertypen zu erwarten sind. Besteht eure Gruppe aus mehr als fünf Mitgliedern – es werden meistens genau fünf in den Kampf geschickt – dann könnt ihr vorab auswählen, wer sich nun den Schergen stellen soll. Die Charakterauswahl ist mitunter extrem wichtig, da man sonst recht schnell alt aussieht, wenn zum Beispiel als Gegnertyp hauptsächlich Fernkämpfer vorhanden sind, man aber die Aufgabe mit fast nur Flugeinheiten angeht. Hat man die Mission letztendlich gestartet, offenbart sich das gesamte Areal samt allen Gegnern. Einen Nebel des Krieges, wie in anderen Strategiespielen, gibt es nicht. Ihr könnt also das gesamte Gebiet einsehen und euch überlegen, wie ihr am besten vorgehen werdet. Auf dem oberen Bildschirm wird eine Karte angezeigt, auf der auch die Feinde sowie deren Aktionen und andere wichtige Dinge angezeigt werden. Das Spiel selbst findet auf dem Touchscreen statt. Ihr habt dabei mehrere Möglichkeiten der Steuerung. So lässt sich der Titel komplett mit Stylus spielen. Tippt einfach eine Einheit an und dann auf den Touchscreen, wo diese hingehen soll. Klickt ihr auf einen Gegner, so wird die ausgewählte Einheit diesen selbstständig angreifen. Zudem könnt ihr einen Rahmen ziehen und so ganze Truppen – die Protagonisten sind nicht nur auf sich alleine gestellt, aber dazu später mehr unter dem Abschnitt Esper - anwählen. Es empfiehlt sich aber auch einige Tasten zur Hilfe zu nehmen. Mit X kann man nämlich zum Beispiel alle Einheiten markieren, was sehr hilfreich ist. Es gilt aber festzuhalten, dass die Steuerung durchweg sehr gelungen ist und man nur in extrem hektischen Situationen, im Getümmel mit vielen Einheiten gleichzeitig auf dem Bildschirm mal etwas mit Chaos zu kämpfen hat.

 

Neben den normalen Angriffen, die man ausführt, indem man einen der Protagonisten anklickt und dann einen Widersacher bestimmt, gibt es auch noch weitere Attacken und Aktionen, die die Helden ausführen und im Laufe des Abenteuers dazu lernen können. So verinnerlicht Vaan Manöver wie den Doppelhieb, während Llyud irgendwann imstande ist gefallene Helden wieder zu beleben. Diese Fertigkeiten muss man während Kampfes von Hand über ein Menü auswählen, was etwas unglücklich gelöst ist. Denn jede Aktion wird im Menü durch ein kleines Symbol repräsentiert. Sich die Bedeutung jedes Symbols zu merken ist nur schwer möglich und zu warten, bis der Erklärungstext durchgelaufen ist, kann während des Scharmützels mitunter tödlich sein. Hier wäre es wünschenswert gewesen, wenn man eine Art Shortcutsystem eingeführt hätte. Immerhin hat man die Gambits aus dem PlayStations 2 Spiel übernommen. Das heißt, man kann für jeden Helden eine Fertigkeit bestimmen, die dieser immer ausführt, wenn die Situation angemessen ist. Belegt man also für Llyud „Engel“ als Gambit, dann wird er einen gefallenen Mitstreiter sofort wieder beleben.

 

Als besonderen Bonus verfügt jeder Held noch um eine Spezialaktion, die Myst Thek. Diese lädt sich im Kampf sukzessive auf. Hinter den Myst Thek verbergen sich verheerende Angriffe, aber auch positive Statusveränderungen wie ein Stärkeboost oder eine Komplettheilung für die gesamte Gruppe sind im Repertoire, abhängig vom Charakter.

 

Die Missionen an sich fallen immer sehr ähnlich aus. Im Prinzip gibt es da kaum Variationen: Mal muss man alle Gegner besiegen, dann wiederum ein bestimmtes Artefakt sichern oder den feindlichen Basiskristall zerstören. Dadurch stellt sich auf jeden Fall eine gewisse Monotonie ein, die man durchaus als Kritikpunkt formulieren muss. Durch das intakte und spaßige Gameplay sowie die meistens spannende Geschichte, empfinde ich das etwas monotone Missionsdesign aber als nur wenig störend.

 

Rollenspieltypisch sammelt ihr in den Kämpfen Erfahrungspunkte und steigt nach Überschreiten von bestimmten Grenzen eine Stufe auf. Dabei verändern sich zufällig eure Attributwerte, wobei es da locker ein dutzend verschiedene Parameter, von der physischen Abwehrkraft bis hin zur Agilität, gibt. Natürlich könnt ihr die Statuswerte auch durch Waffen, Rüstungen und weitere Items beeinflussen. Dazu später noch mehr.

 

 

Gute und böse Monster: Die Esper

 

Wie bereits erwähnt, seid ihr in den meisten Auseinandersetzungen nicht auf euch alleine gestellt. Schon zu Anfang findet die Truppe einen seltenen Kristall, mit dem sich so genannte Esper beschwören lassen. Davon gibt es dutzende in dem Spiel. Auch diese Monster sind in die bekannten Klassen wie Nahkämpfer und Fernkämpfer aufgeteilt. Darüber hinaus unterscheidet man zwischen Esper der Stufen eins bis drei. Welche und wie viele ihr beschwören könnt, hängt von eurem Level ab. Vor jeder Mission dürft ihr das Esper Deck bearbeiten. Achtet also darauf, welche Gegnertypen sich euch in den Weg stellen und wählt dementsprechend eure Helferlein aus. Jedem Charakter werden dabei zwei entsprechende Esper zugeordnet, d.h. Filo bekommt natürlich Flugkreaturen an ihre Seite. Später im Spiel könnt ihr deutlich mehr Esper befehligen, als die beiden, die euch zu Anfang standardmäßig an die Hand gegeben werden. Deshalb gibt es in vielen Missionen auch Beschwörungsportale. Habt ihr ein solches erobert, könnt ihr weitere Kämpfer anfordern oder Nachschub ordern, falls welche gestorben sind.

 

Allerdings nutzt der Gegner ebenfalls Esper und kann auch Beschwörungsportale aktivieren. Deshalb ist es immer sehr hilfreich, diese zuerst unter Kontrolle zu bringen. Mit jeder erfolgreich abgeschlossenen Mission sammelt man Punkte, die man im Menü auf dem so genannten Ring des Paktes gegen neue Monster eintauschen kann.

 

 

Das Shopsystem

 

Final Fantasy 12 Revenant Wings ist zwar ein Strategiespiel, bietet aber die Komplexität eines Rollenspiels. Das wird vor allem am Shopsystem deutlich. Zwischen den Aufgaben könnt ihr fast jederzeit zu eurem Luftschiff zurückkehren, um mit anderen Charakteren ein Schwätzchen zu halten, euren Fortschritt im Spiel anzuschauen oder eben einzukaufen. Wie bereits berichtet, bekommt ihr für erfolgreich abgeschlossene Missionen Geld und Materialien (manche davon müssen sogar selbst abgebaut werden). Jeder Charakter kann eine Waffe, eine Rüstung und ein Accessoire tragen. Am einfachsten ist es, wenn ihr diese in Tomajs Geschäft kauft. Allerdings ist seine Auswahl begrenzt und es gibt zumindest bei den Waffen eine viel bessere Alternative. Dazu müsst ihr dem Schmied einen Besuch abstatten. Voraussetzung ist allerdings, dass ihr in einer Mission eines der vielen Bücher mit Blaupausen zum Waffenbau erhalten habt. Jedes Buch enthält eine passende Waffe für jeden Helden. Natürlich benötigt jede Waffe die entsprechenden Rohstoffe. Die Qualität des Kriegswerkzeugs ist aber abhängig von der Qualität des Rohstoffes (man unterscheidet bei jedem Material zwischen niedrig, mittel und hoch). Für jedes Schwert etc. werden drei verschiedene Substanzen gebraucht, die ihr beisteuern müsst. Habt ihr nicht alle Materialien beisammen, könnt ihr von fast jedem Typ welche in Llyuds Shop kaufen, allerdings sind diese meistens von minderwertiger Qualität und ganz Seltene führt er gar nicht.

 

Nachdem ihr die Substanzen bestimmt habt, stellt der Schmied euch noch drei Fragen, die wiederum einen Einfluss auf die Ausrichtung der Waffe haben. Während manche Fragen absolut nicht sinngemäß zuzuordnen sind, kann man an anderen wiederum schon deutlich erkennen, welche Attribute mit welcher Antwort besonders beeinflusst werden.

 

Grundsätzlich gilt aber, dass sämtliche Waffen, selbst, wenn man nur Rohstoffe mit niedriger Qualität verwendet, besser sind, als die Standardteile aus Tomajs Geschäft. Allerdings sollte man sich überlegen, ob man den Schmied beauftragt, auch wenn man vielleicht nur schlechte Materialien hat. Denn jede Waffe darf nur einmal geschmiedet werden.

 

 

Die audivisuelle Umsetzung

 

Technisch gibt es kaum was zu meckern. Das Spiel bietet eine wunderschön und abwechslungsreich gezeichnete 2D Grafik, mit einer schräg oben Aufsicht. In vielen Missionen sind dutzende Charaktere gleichzeitig auf dem Bildschirm und trotzdem läuft das Geschehen eigentlich immer flüssig. Gewürzt wird die tolle Präsentation mit bombastischen, gerenderten Videosequenzen und einem teilweise orchestralen Soundtrack, der ebenfalls kaum Wünsche offen lässt. Nur, wenn die Kamera zu nahe an die Protagonisten heranfährt, sehen diese arg verpixelt aus, was nicht nötig gewesen wäre.

 

 

Die Meckerecke

 

Final Fantasy 12 Revenant Wings bietet nur wenig Anlass zur Kritik. Da wäre das etwas monotone Missionsdesign sowie die etwas umständliche Auswahl der Fertigkeiten zu nennen, wie bereits erläutert. Diese Punkte sind zwar störend, aber nicht wirklich ausschlaggebend. Sehr schade finde ich allerdings, dass das Spiel keinen Multiplayermodus bietet. Kämpfe gegen Freunde, wobei jeder seine eigenen Helden und Esper verwaltet, hätte ich mir sehr spaßig vorstellen können. Das wäre auf jeden Fall eine wünschenswerte Ergänzung für eine etwaige Fortsetzung.

 

Wir danken Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters!

 


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Fazit

Final Fantasy 12 Revenant Wings ist ein sehr gutes Echtzeitstrategiespiel, was perfekt den Spagat zwischen neuen und traditionellen Elementen schafft. Somit werden Fans von Final Fantasy weiterhin angesprochen, aber auch Strategieveteranen können an dem Titel Freude haben. Die Story ist interessant, die audivisuelle Umsetzung schmeichelt größtenteils den Sinnesorganen und der Umfang lässt mit 30 bis 40 Stunden ebenfalls kaum Wünsche offen.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

88%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

15.02.2008

Developer

SquareEnix

Publisher

SquareEnix

USK Freigabe

6+


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