Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo DS

< zurück

Assassin's Creed Altair's Chronicles

Action Adventure

03.05.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Die gute alte Zeit

 

Altair ist ein Assassine, also ein Auftragskiller. Sein Orden gibt ihm den Autrag, die Templer daran zu hindern, einen geheimnisvollen Kelch zu finden, der ihnen viel Macht verleihen würde. Also macht er sich auf den Weg durch Städte wie Jerusalem und versucht herauszufinden, was der Kelch sein könnte, wo er versteckt ist und wie er ihn finden kann. So begleitet der Spieler den Helden durch das Abenteuer und hat eigentlich nur vier verschiedene Dinge zu tun.

 

Erstens gibt es in der 3D-Umgebung jede Menge Geschicklichkeitspassagen zu meistern, wie sie schon aus Prince of Persia bekannt sind. Dabei greift Altair auf jede Menge Tricks zurück, die denen des Prinzen gar nicht so unähnlich sind. So kann er springen, Mauern hoch laufen, balancieren, an Seilen schwingen und vieles mehr. Im Laufe des Abenteuers kommen immer mehr Fähigkeiten dazu, so dass diese Abschnitte, die über die Hälfte des Spiels ausmachen, immer anspruchsvoller werden.

 

Zweitens geht es darum, sich dabei möglichst nicht von den Wächtern der Templer erwischen zu lassen, um ohne Kämpfe durch die Städte zu ziehen. Dazu weicht man oft auf Dächer oder in dunkle Gassen aus, so dass man sich einfach an den Wachen vorbei schleichen kann. Außerdem gibt es auch die Möglichkeit, andere Personen zu töten, um ihre Kleidung zu klauen. Dann kann man sich unentdeckt auch auf öffentlichen Plätzen bewegen, solange man sich unauffällig verhält.

 

Wird man dann doch mal von einem Gegner gesehen, dann geht es ans Kämpfen. Mit einem Dolch und später auch mit Wurfmessern und Bomben bewaffnet muss man die Wachen aus dem Weg räumen ohne selbst getötet zu werden. Dazu gibt es ein recht umfangreiches Kampfsystem, was hauptsächlich durch zwei Tasten gesteuert wird. Die vielen Kombos funktionieren nur leider nicht immer gut und wirklich für Abwechslung sorgen sie auch nicht. Aber dazu später mehr, wenn ich genauer auf die Steuerung eingehen.

 

 

Zuletzt gibt es auch noch Minispiele, die aber eigentlich zu vernachlässigen sind, da sie im ganzen Spiel nur etwa 10 Mal eingesetzt sind. Hier muss man entweder durch eine spezielle Akupressur-Technik Leute dazu bringen, ihre Geheimnisse auszuplaudern oder einen Taschendieb spielen. Diese Minispiele setzen den Touchscreen ein, so dass man zum Beispiel einen Schlüssel aus der Tasche einer Person ziehen muss, ohne an anderen Gegenständen hängenzubleiben.

 

 

Steuerung – Das beste aus beiden Welten?

 

Primär steuert man den Assassinen mit dem Steuerkreuz und setze die vier Tasten und zwei Schultertasten für diverse Aktionen ein. So dient B zum springen, Y für schnelle Angriffe, X für kraftvolle aber langsame Angriffe und A für kontextsensitive Aktionen. Mit den zwei Schultertasten bewegt man sich langsamer vorwärts bzw. duckt sich. Dazu wird der Touchscreen bei den Minispielen eingesetzt und außerdem für die Waffenauswahl. So sieht man auf dem unteren Bildschirm, auf dem auch immer eine Umgebungskarte angezeigt wird, diverse Tasten, die man einfach nur antippen muss, um eine andere Waffe auszuwählen. Das geht super von der Hand und ist sehr intuitiv.

 

Die Geschicklichkeitspassagen sind leider ein zweischneidiges Schwert, da man die Kamera nicht drehen kann und man daher nicht immer genau sieht, wo man eigentlich hin muss. Dazu kommen leichte Schwächen in der Steuerung, die dazu führen, dass man nicht selten den Satz „Du bist tot!“ lesen wird. Wegen der sehr spielerfreundlich gewählten Rücksetzpunkte ist das aber nur kaum frustrierend. Hat man eine schwere Stelle einmal gemeistert, dann muss man sie in der Regel nie wieder spielen. Die Steuerung an sich hakt manchmal ein bisschen, vor allem, wenn man auf Abgründe zu läuft und dann abspringen will. Hier muss man viel früher abspringen, als man eigentlich denkt, da man sonst einfach in den Abgrund läuft. Ebenso ist es manchmal etwas verwirrend, wenn die Kamera schräg auf das Geschehen blickt, aber das Steuerkreuz die vier Richtungen nur fix kennt, so dass ein Druck nach unten dann auch mal dafür sorgen kann, dass man nach links läuft.

 

In den Kämpfen ist die Steuerung leider völlig daneben. Zwar funktionieren die Kombos an sich sehr gut und gehen leicht von der Hand, aber ein Problem ist, dass Altair schon strauchelt, wenn er einen Gegner nur leicht anrempelt, ohne getroffen worden zu sein. Das führt bei vielen Gegnern oft dazu, dass man eingekesselt wird und sich dann gar nicht mehr wehren kann, weil der Held dauernd strauchelt. Ebenso kann man Gegner kaum einfach hinter sich lassen, um zum Beispiel einen Armbrustschützen auszuschalten, weil man an den anderen Gegnern durch das ständige Straucheln nicht vorbei kommt. Auch hier wird man leider sehr oft sterben, aber wieder wegen der guten Rücksetzpunkte nur selten Frust verspüren. Es ist eben einfach nur etwas nervig. Leider bekommt man am Ende des Spiels keine Übersicht darüber, wie oft man gestorben ist. Ich schätze mal, dass es bei mir etwa 300-500 Mal passiert sein dürfte. ;)

 

 

Technik und Umfang

 

Grafisch hat mir Altairs Chronicles die Augen geöffnet. Für DS-Verhältnisse sieht das Spiel einfach unverschämt gut aus. Die dreidimensionalen Umgebungen der verschiedenen Städte sind gut gestaltet und abwechslungsreich. Auch die Texturen und Hintergründe sind gut gelungen. Dazu gerät das Spiel selten ins Ruckeln, läuft aber auch nicht auf der höchsten Framerate. Auch die Bewegungen der Figuren sind schön umgesetzt, so dass es echt Spaß macht, bei dem Spiel auch mal nur zuzusehen. Hier wünsche ich mir, dass diese Engine hoffentlich noch weiter verfeinert und bei Spielen, wie dem neu angekündigten Prince of Persia für DS, zum Einsatz kommt. Absolut gut gemacht!

 

Die Musik ist zwar nicht ganz so perfekt, aber auch schon sehr gut. Es gibt viele abwechslungsreiche Musikstücke, die das Geschehen gut untermalen. Lediglich der hektische Titel, der immer kommt, wenn man von Gegnern gesehen wurde, ist auf Dauer ein wenig nervtötend. Sprachausgabe gibt es leider überhaupt nicht, so dass man sämtliche Dialoge lesen muss, was aber nicht weiter schlimm ist, da es sich sehr im Rahmen hält – man ist ja schließlich die meiste Zeit alleine unterwegs.

 

Der Umfang ist absolut in Ordnung. Für das gesamte Spiel, das leider recht abrupt endet, braucht man geschätzt etwa 15 Stunden. Genau sagen kann ich das leider nicht, da es nicht angezeigt wird. Auf diversen Bahnfahrten und in langweiligen Vorlesungen habe ich jedoch mindestens die erwähnten 15 Stunden investiert und hatte die meiste Zeit Spaß dabei. Nun habe ich auf jeden Fall Lust auf die Konsolenversion, denn ich würde schon gerne wissen, wie es nach dem Ende denn mit Altair und dem Kelch weiter geht...

 

 

Meckerecke

 

Im Text habe ich ja schon ein paar Kritikpunkte aufgezählt, aber hier will ich noch ein paar weitere aufführen, die auf jeden Fall einige Wertungspunkte gekostet haben. Zu allererst möchte ich mich mal darüber aufregen, warum Ubisoft es als einziger Publisher nicht auf die Reihe kriegt, dass sich das Spiel merkt, in welcher Sprache man es spielen will. So muss man bei jedem Start aus einer der fünf Sprachen wählen und das nervt wirklich. Wozu hat die Konsole schließlich eine eigene Spracheinstellung, die das Spiel einfach abfragen könnte? Dazu ist es ätzend, dass man die drei Logos zu Beginn des Spiels nicht weg klicken kann, so dass es bis zum Startbildschirm locker 30 Sekunden dauert. Bei allen anderen geht das doch auch, wieso nicht bei Spielen von Ubisoft??

 

Daneben ist das Speichersystem im Spiel leider ein Witz. Man kann zu Beginn ein neues Spiel anfangen und dann wird immer automatisch gespeichert. Es ist also möglich, jederzeit das Spielen zu unterbrechen und später genau dort wieder weiter machen. Allerdings wird man vom Spiel nicht gewarnt, dass der Speicherstand überschrieben wird, wenn man ein anderes Kapitel nur lädt. Es gibt nämlich die Möglichkeit, jederzeit in bereits abgeschlossene Kapitel zurückzukehren, um versteckte Upgrades zu suchen. Allerdings ist danach der alte Speicherstand weg und man muss am Anfang des zuletzt gespielten Kapitels anfangen. Das ist zwar an sich nicht schlimm und kostet auch kaum Zeit, aber ein Warnhinweis wäre hier doch echt sinnvoll gewesen.

 

Außerdem nerven manchmal genau die Hinweise, die einem eigentlich weiterhelfen sollen. Man kann sich anzeigen lassen, wo man als nächstes hin muss und diese Tipps werden dann in Form von Pfeilen auf dem Bildschirm angezeigt. Teilweise legen sich diese jedoch so ungeschickt vor das Geschehen, dass man im Kampf nichts mehr erkennen kann. Ebenso ist das durchsichtig werden von Mauern, sobald man hinter eine tritt, eine sehr gute Idee, funktioniert aber manchmal nicht richtig, so dass man statt auf den Helden nur auf eine Mauer blickt. Sehr sinnvoll...

 

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Altairs Chronicles ist ohne Frage ein gutes Spiel. Die Geschichte ist spannend, die Steuerung funktioniert gut und technisch gibt es nur wenig zu bemängeln. Ein paar Schwachstellen hat es jedoch auch. So ist zum Beispiel das Kampfsystem nicht ganz so gut gelungen und durch die nicht frei kontrollierbare Kamera werden die Geschicklichkeitspassagen teilweise zu echtem Glückspiel. Ebenso gibt es ein paar nervige Dinge, die aber typisch Ubisoft sind und sich wohl nie ändern werden, zumindest auf dem DS nicht. Als Vorgeschichte und Einleitung der Konsolenversion ist das Spiel sehr gut geeignet, ich hätte mir jedoch am Ende einen etwas vielsagenderen Ausblick gewünscht. Wer den zeitlichen Nachfolger schon gespielt hat und Lust auf einen Price of Persia Klon im Assassin’s Creed Universum hat, der kann mit Altairs Chronicles nichts falsch machen.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

75%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

10.04.2008

Developer

Gameloft

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes