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Reviews: Nintendo DS

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Phoenix Wright Ace Attorney

Adventure

15.12.2006

Autor: Gunnar Schreiber



Der Nintendo DS ist ja fast schon berühmt für ungewöhnliche Spielkonzepte. Titel wie Nintendogs, Trauma Center oder Dr. Kawashima’s Gehirn Jogging haben diesen Ruf geformt. Deshalb dürfte es auch niemanden verwundern, dass es sich bei Phoenix Wright um eine Mischung aus Point & Click Adventure und Gerichtssimulation handelt. Allerdings muss man dazu sagen, dass bereits vor Jahren Teile der Serie in Japan erschienen sind. Und während dort auch bald schon Teil 4 herauskommt, hat es nun auch mit reichlich Verspätung eine Episode nach Deutschland geschafft.

 

 

Story:

In Phoenix Wright übernimmt man die Rolle eines jungen Anwalts namens Phoenix. Er ist angestellt bei der Kanzlei Fey & Co, wird gleich in seinem ersten Fall ins kalte Wasser geworfen und muss einen alten Bekannten namens Larry Butz verteidigen. Kurz darauf wird seine Chefin ermordet und Phoenix versucht diesen und weitere Fälle zu lösen, in denen manche Charaktere immer wieder auftauchen und somit ein Zusammenhang zwischen den auf den ersten Blick völlig verschiedenen Verbrechen entsteht.

 

 

Der Spielablauf: Zwischen Gerichtssaal und Feldarbeit

Das Spiel teilt sich auf in 5 Episoden, die wiederum in Kapitel unterteilt sind. In jeder Episode werden andere Fälle behandelt, die aber dennoch alle in einem Zusammenhang stehen. So hat man als Spieler das Gefühl ein zusammenhängendes Abenteuer zu zocken.

 

Grundsätzlich kann man die Arbeit von unserem Anwalt Phoenix in zwei Aktionen aufteilen. Entweder sammelt Phoenix Beweise, um seine Verteidigung aufzubauen und zu stützen oder er befindet sich im Gerichtssaal, wo er dann seine Ergebnisse und Erkenntnisse einsetzt. Das Sammeln von Beweisen erinnert dabei stark an die klassischen Point & Klick Adventures. Der Spieler wechselt von einem festen Standbild zum nächsten. Mit einem Cursor kann man dann die jeweilige Umgebung, die auf dem Touchscreen dargestellt wird, untersuchen. Dazu bewegt man den Cursor auf ein gewünschtes Objekt und wählt dann die Option „untersuchen“. Nun gibt das Spiel die gewünschten Informationen, wenn welche verfügbar sind, preis. Handelt es sich sogar um ein Objekt, was in der Beweisführung vor Gericht wertvoll sein kann, dann wird dieses in der Gerichtsakte gespeichert. Diese enthält alle Beweismittel, die Phoenix gesammelt oder zugetragen bekommen hat. Natürlich kann man die Beweise in der Gerichtsakte genauer ansehen.

 

 

Leider liegen die meisten brauchbaren Objekte nicht einfach am Tatort herum, zumal die Polizei oft ganze Arbeit geleistet hat und alle relevanten Beweise von der Spurensicherung bereits mitgenommen wurden. Da aber der zuständige Inspektor Gumshoe ein kleiner, durchaus liebevoller Trottel ist, verrät er in den Gesprächen mit Phoenix manchmal ungewollt hoch brisante Details. Somit wären wir auch schon bei der zweiten Methode des Faktensammelns. Durch Gespräche mit involvierten Personen wie Angeklagten oder Zeugen erfährt Phoenix teilweise Dinge, die die Polizei und die Staatsanwaltschaft nicht mitbekommen haben. Dabei ist zu beachten, dass der Spieler manchmal selbst ein wenig den Verlauf der Gespräche beeinflussen kann, in dem man richtige oder falsche Fragen und Antworten auswählt.

 

Ferner findet die Untersuchung der Tatorte etc. meistens an mehreren Tagen statt, so dass es sich immer wieder lohnt die unterschiedlichen Bereiche erneut zu besuchen oder Charaktere ein weiteres Mal zu befragen. Denn teilweise erscheinen Objekte erst dann als relevant, wenn man zuvor bestimmte Dinge herausgefunden hat. Dies hat natürlich auch einen Einfluss auf die Gespräche, da Personen anders reagieren, wenn sie zum Beispiel plötzlich selbst im Fokus der Ermittlungen stehen.

 

Hat man die entscheidenden Beweise gefunden, beginnt der Tag des Prozesses. Das heißt, dass man quasi nie völlig unvorbereitet in den Gerichtssaal gehen kann, da dieser erst getriggert wird, wenn man bestimmte Aufgaben zuvor erfüllt hat.

 

 

 

 

Im Gerichtssaal steht Phoenix seinem größten Widersacher, Staatsanwalt Edgeworth gegenüber. Dieser hat bis zum Karrierestart von Phoenix keinen einzigen Prozess verloren und er hat deshalb den Ruf, jede Verhandlung um jeden Preis gewinnen zu wollen. Gerüchte machen allerdings die Runde, dass Edgeworth die Urteile durch manipulierte Beweise beeinflusst. Im Laufe des Spiels erfährt man aber, dass Phoenix und Edgeworth weitaus mehr verbindet, als der Gerichtssaal.

 

Bevor Phoenix mit der Verteidigung seines Mandanten beginnen kann, startet der Staatsanwalt die Verhandlung mit dem Eröffnungsplädoyer, wo auch die Anklagepunkte vorgetragen werden. Danach machen diverse Zeugen ihre Aussagen. Nach einer Zeugenaussage kommt das Kreuzverhör und die große Stunde von Phoenix beginnt. Phoenix hat nun quasi die Möglichkeit nach jedem Satz der Zeugenaussage zu intervenieren. Er kann dann entweder den Zeugen verbal angreifen oder direkt einen Beweis vorzeigen. Die verbale Attacke ist aber im ersten Durchlauf - jede Zeugenaussage kann mehrmals ins Kreuzverhör genommen werden -  die bessere Methode. Denn oftmals werden die Zeugen nervös, wenn sie unter Druck gesetzt werden, was dann wiederum zu Widersprüchen in deren Aussagen führen kann. Außerdem kann Phoenix nicht unendlich viele Beweise aufspielen, um so den richtigen zu finden. Mit jedem Vorzeigen eines Beweises zum falschen Zeitpunkt verliert Phoenix ein „Ausrufezeichen“. Sind alle verbraucht, wird sein Mandant sofort schuldig gesprochen und das Spiel ist vorbei.

 

Also muss man sich ganz genau überlegen, wann man seine Beweise präsentiert. Je nach Komplexität der Fälle werden mehrere Zeugen aufgerufen und Verhandlungen auch mal vertagt, so dass zwischendrin Zeit bleibt weitere Nachforschungen anzustellen.

 

Sowohl die Detektivarbeit vor und zwischen den Verhandlungen als auch die Auftritte vor Gericht sind sehr spannend, was vor allem auch an der tollen Eindeutschung der Texte liegt, die sehr humorvoll und kreativ daher kommt.

 

 

Die Steuerung:

Die Steuerung ist vorbildlich gelöst. Der Spieler hat die Wahl, ähnlich wie zum Beispiel in Another Code, den Titel komplett mit dem Stylus und dem Touchscreen zu spielen oder das Steuerkreuz für Bewegungen und die Tasten für Aktionen zu nutzen. Obwohl beide Arten einwandfrei funktionieren, empfehle ich doch das Spiel mit dem Stylus und dem Touchscreen zu steuern, denn gerade bei der Detektivarbeit wirkt diese Methode viel intuitiver.

 

 

Die audiovisuelle Darstellung:

Phoenix Wright besticht nicht durch aufwendige 3D Grafiken. Fast alles ist starr und das gesamte Spiel ist in 2D. Allerdings sind sowohl die Charaktere als auch die festen Hintergründe sehr schön und detailliert gezeichnet. Die Charaktere im Spiel haben zusätzlich noch rudimentäre Animationen und Mimiken spendiert bekommen, die sehr zu der jeweiligen Situation passen und auch einige Mal zum Schmunzeln anregen.

 

Der Sound beschränkt sich auf wenige Hintergrundmusiken und einigen Effektgeräuschen, die aber allesamt passend sind und nie stören. Besonders witzig sind die beiden kleinen Sprachsamples „Einspruch“ und „Moment mal“, die immer wieder während einer Verhandlung in den Saal gerufen werden.

 

 

Langzeitmotivation:

 

Phoenix Wright hat keinen Multiplayer-Modus. Insofern ist alleine der Einzelspielermodus für die Langzeitmotivation verantwortlich. Diese ist aber auch durchaus gegeben. Denn zum Durchspielen braucht man locker 15 Stunden und mehr, zumal es anscheinend unterschiedliche Enden zu bewundern gibt.

 

 

Was gibt es negatives?


Eigentlich habe ich an Phoenix Wright kaum etwas zu bemängeln. Sicherlich wäre bei der audiovisuellen Darstellung deutlich mehr drin gewesen. Es stört aber nicht.

Den einzigen wirklichen Kritikpunkt, den ich vorzubringen habe, ist, dass das Spiel sich an einen sehr strikten Ablauf hält. So kommt es manchmal vor, dass man während einer Verhandlung schon weiß, welcher Beweis eigentlich alle Widersprüche auf einmal aufdecken und die Verteidigung in einen Vorteil versetzen würde. Nur meistens lässt einen das Spiel diesen Beweis erst dann präsentieren, wenn es so vorgesehen ist. Das kann schon mal ein wenig nervig sein, weil manchmal auch mehrere Möglichkeiten logisch erscheinen, aber dennoch nur eine funktioniert.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

Phoenix Wright dürfte sowohl Fans von Gerichtssendungen im Fernsehen als auch von klassischen Point & Klick Adventures gleichermaßen begeistern. Die Story ist spannend, die Spielbarkeit sehr gut und perfekt an die Fähigkeiten des Nintendo DS angepasst. Die audiovisuelle Darstellung ist solide. Hier wäre aber sicherlich mehr drin gewesen. Wer also auf die genannten Genres steht und mal eine Runde Detektiv und Anwalt spielen möchte, dem können wir Phoenix Wright nur wärmstens empfehlen.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

87%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

24.11.2006

Developer

Capcom

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung


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