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Big Brain Academy

Training

16.07.2006

Autor: Mario Kablau

 

 

Größe Hirne braucht das Land

 

Da mein Gehirn ja weder zu jung, noch zu groß sein kann, habe ich mich nach abgeschlossener Verjüngung durch ausreichend Gehirn-Jogging direkt in die Akademie des großen Gehirns eingeschrieben. Als erstes muss man auch hier ein eigenes Profil anlegen, damit die persönlichen Bestleistungen gespeichert werden. Insgesamt kann man auf einer Karte vier Profile speichern, so dass die ganze Familie Spaß mit nur einem Spiel haben kann.

 

Nach der Namenseingabe (natürlich mittels Bildschirmtastatur auf dem Touchscreen) stellt sich Professor Lobo freundlichst vor. Das adrett gekleidete Strichmännchen begleitet den Studenten von nun an durch die Akademie und erklärt die auf ihn zukommenden Aufgaben.

 

Nachdem man sich also eingeschrieben hat, rät einem der Prof. dazu, erst einmal einen Test durchzuführen, um das aktuelle Gewicht des Gehirns zu messen. In den nächsten 3 Minuten muss man dann fünf verschiedene Aufgaben lösen, die ich später noch näher erläutern werde. Danach steht fest, in welcher Gewichtsklasse das Gehirn einzuordnen ist, und was für ein Typ man ist. Laut Professor Lobo hat das durchschnittliche Gehirn eines Menschen etwa 1.400 Gramm. Ein untrainiertes Gehirn wiegt allerdings nicht selten nur 750 Gramm. Um noch ein wenig anzugeben, lässt er noch den Angeber raushängen und behauptet, dass sein Denkapparat 1.900 Gramm auf die Waage bringen würde.

 

 

 

Massig Aufgaben zum Gewichtsaufbau

 

Anders als bei Gehirn-Jogging sind hier bereits alle Aufgaben von Anfang an verfügbar. Die 15 Auswahlmöglichkeiten mit je drei Schwierigkeitsstufen verteilen sich dabei auf fünf Kategorien, die jeweils unterschiedliche Fertigkeiten verlangen.

 

Der Bereich „Logica“ verlangt Kombinationsvermögen. Hier muss man zum Beispiel anhand von mehreren Waagen mit verschiedenen Gegenständen drauf, herausfinden, welcher Gegenstand der schwerste ist. Unter „Memoria“ verbergen sich Tests, die das Gedächtnis fordern. Man muss hier Memory spielen, sich Zahlenketten merken und wiedergegeben und Tonspuren wieder erkennen.

 

Unter „Analyse“ geht es um das analytische Denkvermögen. Man muss eine Situation, die man sieht, schnellstmöglich durchschauen können. Dort befindet sich zum Beispiel ein Test, bei dem man eine bestimmte Anzahl Quadrate auf dem Bildschirm angezeigt bekommt und man muss zählen oder erkennen, wie viele es sind. Im Bereich „Algebra“ ist Rechenkenntnis gefragt. Hier bekommt man zum Beispiel Textaufgaben (in der Form: Sieben mal Sechs plus Fünf ist?) gestellt, die man im Kopf lösen und eingeben muss.

 

Der Punkt „Vision“ versteckt Tests, die testen, wie gut man sich Dinge im Kopf vorstellen kann. In einer Art von Tangram muss man dabei zum Beispiel anklicken, welche der angezeigten Teile sich zu einer bestimmten Form zusammensetzen lassen. Natürlich werden auch die Testergebnisse in den Übungen in Gramm verkündet. Je nach Leistung (also Gewicht) bekommt man sogar Medaillen verliehen. Für ganz ordentliche Leistungen gibt es Bronze, die etwas besseren bekommen Silber und die Profis (ab 250-300 Gramm in einer Aufgabe) sind Gold wert. Für ganz besonders gute Leistungen (bei ca. 400-450 Gramm) gibt es die Platin-Medaille vom Professor überreicht. Für die muss man allerdings wirklich perfekt in einer Übung sein. Sobald man auch nur einen Fehler macht, ist Platin nicht mehr erreichbar.

 

Um seine persönlichen Leistungen noch weiter zu verdeutlichen, sind die fünf Bereiche um ein Fünfeck angeordnet, dass sich je nach Gewichtsleitung in den einzelnen Aufgaben immer weiter füllt, so dass man sieht, in welchen Tests man besonders gut ist und auch wo man noch Nachholbedarf hat. Erreicht man in allen 15 Aufgaben und allen Schwierigkeitsgraden eine Goldmedaille, dann ist das Fünfeck fast komplett gefüllt. Ganz voll kriegt man es nur, wenn man auch einige Male Platin erreicht hat. Nach einem umfassenden Training empfiehlt es sich, den Test noch mal zu machen, da man sich dann in der Regel schon deutlich verbessert hat. Und vor allen Dingen macht man weniger Fehler, wenn man die Übungen kennt und immer sofort weiß, was zu tun ist.

 

 

 

Spielen ist Berühren

 

Selbstverständlich unterstützt das Programm den Touchscreen, denn nur darüber ist eine flotte Eingabe von diversen Ergebnissen möglich. Geteilter Meinung bin ich über die Tatsache, dass die Eingabe von Zahlen über ein Zahlenfeld auf den Touchscreen stattfindet und nicht wie bei Gehirn-Jogging durch simples Schreiben. Anfangs ist das nämlich noch etwas gewöhnungsbedürftig, weil man sich leicht mal verdrückt oder eine Zahl versehentlich nicht berührt und somit ein falsches Ergebnis eintippt. Allerdings geht man damit dem Problem aus dem Weg, dass geschriebene Zahlen eventuell falsch erkannt werden. Ich habe da in letzter Zeit bei Gehirn-Jogging immer größere Probleme mit, weil ich nicht mehr schneller werden kann, weil ich dann zu unsauber schreibe. Dieses Problem besteht hier nicht.

 

Doch man muss ja nicht nur tippen, sondern auch Linien zeichnen, kombinieren und Wegen folgen, so dass der Touchscreen wirklich optimal eingesetzt ist. Man benötigt für das ganze Spiel nicht eine Taste, außer wenn man einen Test oder eine Übung abbrechen will. Das geht nur über den Start-Knopf, was aber sicherlich zu verschmerzen ist.

 

Dadurch das Big Brain Academy eher über die lustige Schiene die Aufmerksamkeit des Studenten gewinnen will, ist die Grafik deutlich bunter und abwechslungsreicher als beim Doktor aus Japan. Dennoch ist die Darstellung nicht mehr als zweckmäßig. Wer hier einen grafischen Überflieger erwartet wird mit Sicherheit enttäuscht werden. Aber darum geht es ja dem Programm auch gar nicht. Insgesamt gefällt mir die Präsentation etwas besser als bei Gehirn-Jogging, da sie farbenfroher ist und viel schöner anzusehen. Ähnlich ist es beim Sound. In der Akademie wird der Spieler mit lustigen Melodien versorgt, während Gehirn-Jogging in diesem Punkt auch eher langweilig und unmotivierend wirkt. Zumindest im direkten Vergleich.

 

 

 

Entwicklungskontrolle? Fehlanzeige!

 

Der größte Kritikpunkt am Programm sind die fehlenden Statistiken. Pro Spieler wird immer nur das beste Ergebnis in jeder Übung gespeichert und auch nur die Höchstleistung beim Gehirn-Gewicht. Das sorgt dafür, dass relativ schnell die Luft raus ist, denn man sieht nicht, ob man sich wirklich noch verbessert.

 

Selbst wenn man in einer Übung mal seine Bestleistung toppen kann, passiert es durchaus, dass man sich irgendwann durch die verschiedenen Bereiche klickt und keine Lust hat zu üben, weil das Ergebnis eh vermutlich nicht gespeichert wird. Hier macht es Dr. Kawashima sehr viel besser, denn dort kann jeder Spieler in jedem Test nachvollziehen, wie er sich im Laufe der Zeit entwickelt hat. Obwohl auch dort diese Statistik nicht gerade perfekt ist, sorgt sie doch für sehr viel mehr Langzeitmotivation!

 

Es ist zwar positiv, dass direkt am Anfang alle Übungen frei geschaltet sind, allerdings sorgt auch das nicht unbedingt für große Motivation, da man ohne Probleme an einem Tag alles gesehen und gut gemeistert haben kann. Doch da für ein großes Gehirn vor allen Dingen ein wiederholtes Training wichtig ist, hätte man hier vielleicht einiges anders machen sollen, um den Spieler länger an der Konsole zu halten.

 

Um das ganze Abzurunden, bietet das Spiel auch noch eine Demoversion an, die man entweder an andere DS-Systeme schicken kann, oder mit deren Hilfe Neulinge einfach mal ausprobieren können, was ihr Gehirn so auf die Waagschale bringt.

 

 

 

Wettstreit unter Kommilitonen

 

Sehr viel besser als Gehirn-Jogging schneidet die Akademie des schweren Gehirns jedoch mit mehreren Spielern ab. Man kann nämlich ohne Einschränkung jede Aufgabe gegen bis zu 7 Gegner spielen, wobei es Punkte in Form von Gramm gibt, je nachdem wie schnell man die gestellten Aufgaben löst. Wer zuerst das vorher festgelegte Ziel erreicht, ist Sieger. Natürlich gibt es nicht nur Pluspunkte für richtige Antworten, sondern auch Minuspunkte bei Fehlern.

 

Nach jeder Aufgabe bekommt man angezeigt, wie viel Gramm man schon hat und sieht auf einer Leiste, wo sich die Konkurrenz befindet. Wer die Ziellinie zuerst erreicht, gewinnt die Runde. Jeder Durchgang besteht dabei jedoch nur aus einer Aufgabe, die wiederholt gespielt wird. Steht ein Sieger fest, dann kann eine neue Übung gewählt werden. Dabei hat immer der Verlierer der letzten Runde die Möglichkeit, die nächste Aufgabe zu wählen.

 

Dieser Modus macht schon zu zweit unglaublich Spaß, wenn man nicht zu unterschiedlich gut ist. Spielt man einmal zu zehnt und hat womöglich noch eine sehr homogene Gruppe, dann wird es mit Sicherheit sehr schnell laut, lustig und spannend. Hier haben die Entwickler wirklich vorbildliches geleistet. Leider hat man nur selten 8 Leute und 8 Handhelds um sich, so dass dieser Modus ein seltenes Vergnügen bleibt. Doch da es auch schon zu zweit oder zu viert großen Spaß macht, gibt es keinen Grund zu meckern.

 

Vielen Dank an Nintendo of Europe für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Im direkten Vergleich mit Gehirn-Jogging schneidet Big Brain Academy im Singleplayer-Modus etwas schlechter ab, da durch die fehlenden Statistiken und keine freispielbaren Aufgaben schnell die Luft raus ist. Ganz anders jedoch verhält sich der Mehrspieler-Modus, den man nur schwer hätte besser machen können. Fangt einmal mit einem Wettstreit an und ihr werdet so schnell nicht mehr aufhören. Grafik und Sound sind in diesem Genre eh nur Mittel zum Zweck, daher auch nicht wirklich wichtig für die Gesamtbewertung. Wem Gehirn-Jogging zu trocken ist, oder wer auf der Suche nach einer Alternative ist, der investiert seine 30 Euro für das Spiel auf jeden Fall richtig. Wer es lieber wissenschaftlich und sachlich mag, sollte zu Dr. Kawashima greifen!

Grafik

schwach

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

gut

73%

Singleplayer

86%

Multiplayer

Release

07.07.2006

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (WLAN)

2-8


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