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Reviews: Nintendo DS

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Dr. Kawashimas Gehirn Jogging

Training

05.07.2006

Autor: Mario Kablau

 

 

Wie fit ist dein Gehirn?

 

Es ist heutzutage völlig selbstverständlich, dass man seinen Körper durch gezieltes Training fit halten kann. Wer seinen Körper stählen will geht ins Fitness-Studio, wer seine Ausdauer aufbauen will geht joggen. Doch warum trainieren die meisten Menschen ausschließlich den Körper, wo doch auch das Gehirn ein regelmäßiges Training braucht, um gut in Form zu bleiben? Vermutlich liegt das daran, dass die meisten Menschen einfach nicht wissen, wie ein solches, gezieltes Training auszusehen hat. Doch an dieser Stelle hilft nun Nintendo gemeinsam mit dem japanischen Gehirnforscher Dr. Ryuta Kawashima allen Trainingshungrigen aus.

 

In Japan sind bereits zwei Teile des Gehirn-Trainers erschienen und haben sich gemeinsam fast 5 Millionen Mal verkauft. Seit Juni 2006 gibt es den ersten Teil auch in Europa und somit steht dem Training nichts mehr im Wege.

 

Gemäß der Theorien des Doktors ist das Gehirn am meisten gefordert, wenn es mehrere Dinge gleichzeitig tun muss, also zum Beispiel: hören, merken und schreiben. Durch die innovativen Fähigkeiten des Nintendo DS ist damit ein sehr effizientes Training möglich. Soweit zur Theorie, nun folgt der Praxistest:

 

 

Das Bild ist ja schief...

 

Wenn man Gehirn-Jogging zum ersten Mal in den DS einlegt und ihn einschaltet, kann man leicht verwirrt sein. Bei diesem Programm wird der DS nämlich wie ein Buch gehalten, so dass die zwei Bildschirme nicht übereinander sondern nebeneinander stehen. Rechtshänder nehmen dabei den Touchscreen auf die rechte Seite und Linkshänder auf die linke. Dadurch kann man bei den Übungen auf der einen Seite lesen und auf der anderen bequem schreiben.

 

Zunächst stellt sich Dr. Kawashima nun dem Spieler vor und bittet zum ersten Alterstest. Dabei wird durch drei zufällig ausgewählte Tests das geistige Alter des „Spielers“ ermittelt. Das Programm geht dabei davon aus, dass man zwischen 20 Jahren (Top in Form) und 80 Jahren alt sein kann. Hat man den ersten Test und damit meist auch den ersten Schock hinter sich gebracht, fragt Kawashima den Jogger nach seinen Personalien und man legt sein eigenes Profil an. Von nun an kann man jeden Tag zwischen einer Vielzahl von Aufgaben wählen, die das Gehirn gezielt fit machen sollen.

 

Joggen ist nicht anstrengend!

 

Bei den vielen Tests ist es jedoch ganz wichtig, dass man es nicht übertreibt. Das optimale Ergebnis erreicht man nämlich schon bei wenigen Minuten Training am Tag. Und genau deshalb kann man die Ergebnisse der Übungen auch nur einmal pro Tag speichern. Man kann zwar danach noch trainieren, aber es geht nicht mehr in die Statistiken des Programms mit ein.

 

Den Anfang bei den Aufgaben machen dabei einfache Rechenaufgaben. In zwei Stufen (20 oder 100 Aufgaben) geht es darum möglichst schnell und fehlerfrei die auf dem linken Bildschirm gestellten Aufgaben (Zahlen von 0 bis 9 addieren, subtrahieren und multiplizieren) zu lösen. Jeder Fehler gibt dabei 5 Strafsekunden, die auf die Gesamtzeit drauf geschlagen werden. Somit geht es nicht darum, möglichst schnell zu sein, sondern konzentriert und genau zu arbeiten. Die Schrifterkennung des DS ist dabei vorzüglich. Lediglich bei grober Sauklaue oder sehr kleiner Schrift kommt es zu Fehlinterpretationen der Software.

 

Von Anfang an frei geschaltet ist auch noch die Rubrik lesen. Da man jeden Tag mindestens einen Text laut lesen sollte, um das Gehirn zu trainieren, bekommt man hier täglich einen neuen Ausschnitt aus einer Geschichte präsentiert, der es echt in sich hat. Erwartet hier kein einfaches Deutsch mit kurzen Sätzen, sondern vielmehr tief verschachtelte Satzkonstruktionen, teilweise mit 15 oder mehr eingeschobenen Nebensätzen und Fremdwörtern, die man nicht kennt, geschweige denn beim schnellen Lesen korrekt aussprechen kann. Die ersten Tage mit dieser Übung sind meist noch recht frustrierend, aber man merkt schon bald Fortschritte und wird immer schneller.

 

Wenn man täglich trainiert, bekommt auch jeden Tag einen Stempel auf dem Kalender. Je mehr Stempel man hat, desto mehr Aufgaben werden frei geschaltet. Im Laufe der Zeit kommen dann noch Übungen zur Merkfähigkeit, zur Konzentration und zu vielen anderen Themen dazu. Doch selbst wenn man das volle Programm durchzieht, ist man nach spätestens 20 Minuten fertig. Dabei setzt der DS nicht nur auf Texteingabe über den Touchscreen, sondern auch auf Spracheingabe durch das Mikrofon. Erstaunlicherweise erkennt das Programm so gut wie alles ohne Probleme. Lediglich bei Menschen mit einer sehr tiefen Stimme sind mir Probleme aufgefallen.

 

Regelmäßig sollte man auch den Alterstest wiederholen, um die eigenen Fortschritte zu erkennen. Diese werden, wie bei allen anderen Übungen in einer Grafik aufbereitet, so dass man seine Entwicklung über die Zeit verfolgen kann. Dies hält auf lange Zeit bei Laune, denn man kann wirklich gut seine Fortschritte beobachten und weiß schnell, wo man sich noch verbessern muss. Doch das Training ist nicht alles, was das Spiel zu bieten hat.

 

Japanische Puzzles inklusive

 

Vor einem Jahr konnten wohl die wenigstens mit dem Ausdruck „Sudoku“ etwas anfangen, doch mittlerweile ist das japanische Zahlenpuzzle stark in Mode gekommen. Dabei geht es darum, ein quadratisches Spielfeld, das aus 9 mal 9 Feldern besteht, mit Zahlen zu füllen. Es ist unterteilt in 9 kleinere Bereiche aus je 3 mal 3 Feldern. Man muss nun Ziffern von 1 bis 9 so in das Puzzle einbauen, dass in jeder Zeile, in jeder Spalte und in jedem 3 mal 3 Feld alle Ziffern genau einmal vorkommen.

 

Im Programm sind 100 solcher Puzzles in drei Schwierigkeitsstufen enthalten. Während die leichten Varianten noch recht einfach zu lösen sind, braucht man später schon ein sehr gutes Auge und ein hervorragendes Gedächtnis, um die gestellten Aufgaben zu bewältigen. Somit kann man mit Gehirn-Jogging durchaus mehr also nur 20 Minuten am Tag verbringen. Dazu kommt natürlich, dass Sudoku auch ein sehr gutes Training für die kleinen grauen Zellen ist!

 

 

Ein Programm für Jedermann

 

Um das „Spiel“ möglichst vielen Leuten näher zu bringen, hat sich Nintendo eine ganze Menge einfallen lassen. Besonders toll ist, dass man mit nur einem DS und einer Karte 4 Profile anlegen kann, so dass die ganze Familie ihre Fortschritte speichern kann. Und dafür sind knapp 30 Euro ein wirkliches Schnäppchen.

 

Darüber hinaus kann man das Training sehr einfach jedem zeigen, der es sehen möchte. Es gibt eine spezielle Demo-Version (die man auch per Download an andere DS-Systeme schicken kann), mit der jeder eine Kurzform des Alterstest machen und ein paar Übungen antesten kann. Und wer einmal Blut geleckt hat, der lässt so schnell nicht mehr los! Meine Erfahrungen sind dabei durchweg positiv: Jeder, dem ich Gehirn-Jogging gezeigt habe, ist nun an der Thematik interessiert.

 

Als Partyspiel ist es jedoch auch durchaus geeignet. Mit nur einer Karte kann man bis zu 10 Spieler auf ein Rechenduell einladen. Darin werden 30 Aufgaben gestellt und es gewinnt derjenige, der sie am schnellsten lösen kann. Natürlich werden auch hier wieder 5 Sekunden abgezogen, wenn man ein falsches Ergebnis eingibt. Mit mehr als 4 Leuten ist dieser Modus eine echte Spaßgranate, denn jeder hat natürlich den Ehrgeiz, der schnellste zu sein. Wirklich fesselnd ist dieser Modus aber leider nicht.

 

Ein weiteres lustiges Gimmick des Spiels sind die Zeichnungen, die man regelmäßig machen muss. Dr. Kawashima gibt dem Sportler 3 Themen vor, zu denen man ein Bild malen soll (z.B. Feuerlöscher, Schnellzug, Rennwagen, Afrika, etc.) Sobald alle Spieler einen Themenblock gemalt haben, werden die Bilder von allen nebeneinander gelegt. Das ist nicht nur besonders lustig (vor allem, wenn man überhaupt kein Mal-Talent hat), sondern auch sehr kommunikativ. Man redet über die Themen und vergleicht die Kunstwerke miteinander. Einfach toll!

 

Vielen Dank an Nintendo of Europe für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Gehirn-Jogging ist ein wirklich innovatives Stück Software, dass jeder zumindest mal ausprobieren sollte. Es bringt nicht nur Spaß, sondern auch erhöhte geistige Fitness. Es ist einfach toll, nach ein paar Tagen festzustellen, dass man sich immer mehr merken kann und im Kopfrechnen immer schneller wird. Durch die umfangreichen Statistiken wird man gut dazu angeregt, am Ball zu bleiben, und das Training lange fortzusetzen. Auch Sudoku trägt zur Langzeitmotivation bei, denn wenn man alle Puzzle lösen will, dann ist man locker 20-30 Stunden beschäftigt! Der niedrige Preis und die Mehrbenutzer-Unterstützung machen Gehirn-Jogging zu einem echten Must-Have für den Nintendo DS!

Grafik

schwach

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

85%

Singleplayer

70%

Multiplayer

Release

06.06.2006

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (WLAN)

2-10


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