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Reviews: Nintendo DS

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Electroplankton

Musik

24.07.2006

Autor: Mario Kablau

 

Aufführung oder Zuhörer?

 

Hat man das „Spiel“ eingelegt und den DS eingeschaltet, muss man sich zunächst entscheiden, ob man selber Musik machen (Aufführung) oder einfach einem zufälligen Plankton zuhören (Zuhörer) will.

 

Entscheidet man sich für den ersten Punkt, hat man die Auswahl aus 10 verschiedenen Wesen, die alle auf unterschiedliche Weise Bilder und Töne erzeugen. Wählt man Alternative 2, dann erscheint eine zufällig ausgewählte Plankton-Art und lässt den Spieler in ihre Klangwelt eintauchen, ohne dass er etwas dafür tun muss.

 

Während man spielt oder zuhört, kann man jederzeit das aktuelle Geschehen abbrechen und kommt ins Haupt- oder Auswahlmenü zurück. Wenn man also die zufällige Auswahl eines Wasserwesens nicht mag, kann man einfach abbrechen und sich erneut überraschen lassen.

 

Zusätzlich dazu kann man außerdem noch die Tonausgabe festlegen, die dann die Ausgabe der Musik entweder für die Lautsprecher des DS oder für Kopfhörer optimiert.

 

 

10 kleine Wasserwesen

 

Nun stelle ich euch die verschiedenen Plankton-Arten vor, mit denen ihr spielen und Musik machen könnt. Dabei unterscheidet sich nicht nur die Musik, sondern jedes Tierchen erzeugt auch sehr verschiedene visuelle Eindrücke.

 

01. Tracy: Mit dem Touchpen zeichnet man diesem Wesen Wege aufs Wasser, über die es sich bewegt und dabei verschiedene Geräusche abgibt. Je länger die Linien sind, umso variantenreicher ist die Melodie. Außerdem hat auch die Geschwindigkeit, mit der man Linien malt, einen Einfluss auf die Tonlage. Zeichnet man einen großen Kreis, dann hört es sich über Kopfhörer sogar so an, als würde das Plankton tatsächlich um den Kopf des Spielers kreisen. Insgesamt hat man die Kontrolle über sechs Wesen, die alle unterschiedliche Geräusche von sich geben.

 

 

 

02. Hanenbow: Dieses Plankton kann man nicht direkt steuern, sondern nur die Blätter einer Pflanze verdrehen. Die Wesen hüpfen dann in festem Abstand aus dem Wasser heraus und landen auf den Blättern der Pflanze. Je nach eingestelltem Winkel prallen sie in eine bestimmte Richtung ab und geben dabei verschiedene Töne von sich. Dabei ist nichts dem Zufall überlassen, denn wenn man den Baum nicht mehr verändert, dann fliegt jedes Plankton exakt den gleichen Weg entlang. Allerdings ist die Bewegung der Blätter nicht ganz so gut kontrollierbar, da sie recht klein sind und man so erst nach einer guten Portion Übung wirklich raus hat, wie es am besten geht.

 

 

 

03. Luminaria: Auf dem Touchscreen befinden sich vier verschiedenfarbige Planktons, die sich unterschiedlich schnell bewegen, wenn man sie berührt. Dabei ist das ganze Spielfeld von kleinen Knoten befüllt, die die Planktons dazu bewegen, Töne abzugeben, wenn sie einen solchen Knoten passieren. Ihren Weg legt man mittels Pfeilen fest, die sich bei Berührung durch den Stylus drehen lassen. So kann man jedem Plankton einen eigenen Pfad basteln, oder alle auf derselben Strecke schwimmen lassen.

 

 

 

04. Sun-Animalcule: Anfangs ist das Wasser komplett leer. Berührt man jedoch den Touchscreen, dann setzt man dort ein Plankton ab, das nun langsam wächst und dann wieder verwelkt. Dabei gibt es, je nach Position auf dem Bildschirm unterschiedliche Geräusche ab. Man kann etwa 30 Wasserwesen absetzen, die dann immer wieder erneut aufblühen. Setzt man ein neues, dann verschwindet das Älteste der vorher platzierten. Im Laufe der Zeit werden die Planktons immer größer, bis sie irgendwann beinahe den ganzen Bildschirm füllen und irgendwann verschwinden.

 

 

 

05. Rec-Rec: Hier hat man vier fischartige Planktons, die von rechts nach links über den Touchscreen schwimmen. Berührt man eines von ihnen, dann blinkt es beim nächsten Antippen und nimmt dann alles auf, was man zu ihm sagt, um es fortan immer wieder zu wiederholen. Durch die vier Spuren kann man hier zum Beispiel einen schönen Kanon aufnehmen oder die Beats im Hintergrund durch eigene Geräusche erweitern.

 

 

 

06. Nanocarp: Hier schwimmen etwa 20 Planktons durchs Wasser, die durch Wellen stimuliert werden. Tippt man irgendwo auf den Touchscreen, dann erzeugt man eine solche kreisförmige Welle, die alle Wasserwesen, die sie erreicht, zu Geräuschen anregt. Klatscht man ins Mikrofon oder spricht mit ihnen, dann bilden sie umgehend eine neue Formation, so dass andere Klänge erzeugt werden. Lässt man sie eine Weile in Ruhe, dann schwimmen sie von alleine durchs Wasser und erzeugen Geräusche, wenn sie sich gegenseitig berühren.

 

 

 

07. Lumiloop: Hier befinden sich fünf kreisförmige Planktons auf dem unteren Bildschirm, die man mit dem Touchpen im Kreis drehen kann. Dabei geben sie buntes Licht und Geräusche von sich. Hört man auf, sie anzuschieben, dann werden sie immer langsamer und auch leiser, bis sie schließlich ganz verstummen. Je schneller man dreht, desto höher wird der Ton und desto länger hält der Klang und das Licht an.

 

 

 

08. Marine Snow: Die kleinen Schneekristalle geben bei Berührung Töne von sich und tauschen die Position mit dem vorher berührten. Der Ton ist dabei unabhängig von der Position für jedes Plankton einzigartig, so dass sehr schöne Melodien entstehen können, wenn man ein gleichmäßiges Muster auf den Bildschirm tippt.

 

 

 

09. Beatness: Die fünf schlangenartigen Planktons haben jeweils etwa 10 Berührungspunkte an denen man sie antippen kann, damit sie einen Ton von sich geben. Im Hintergrund laufen acht Takte einer kurzen Melodie (zum Beispiel das Unbesiegbarkeits-Thema von Super Mario), die sich stets wiederholen. Tippt man nun ein Plankton an einer Stelle an, dann gibt es den jeweiligen Ton immer an der gleichen Stelle ab, allerdings nur vier Durchgänge lang, um danach wieder zu verstummen. Man kann also die Melodie etwa mit Sprunggeräuschen oder ähnlichem aus Super Mario hinterlegen und so eine sehr fetzige Melodie erschaffen.

 

 

 

10. Volvoice: Diesem Plankton stehen 16 verschiedenen Formen zur Auswahl die es annehmen kann. Berührt man es einmal, dann zeichnet es alles auf, was man ihm sagt und je nach gewählter Form werden die eigenen Töne verzerrt, schneller oder sogar rückwärts vom Plankton ausgegeben. Damit kann man nicht unbedingt schöne Musik machen, aber sehr geniale Klänge erzeugen oder Melodien einspeichern und diese dann durch die verschiedenen Formen verändern lassen.

 

 

 

Musik ohne Grenzen und ohne Sinn?

 

Meine erste Berührung mit dem Spiel war sehr zweigeteilter Natur. Im ersten Moment war ich begeistert von den Klängen, die ich mit dem Spiel erzeugen konnte, doch schon nach kurzer Zeit war ich in Eintönigkeit eingefangen. Man kann zwar schöne Musik machen, aber es wird sehr schnell langweilig, da man die eigenen Kompositionen nicht speichern kann. Wenn man also den DS ausschaltet, ist die aktuelle Kreation für immer verloren. Das stärkt am Anfang nicht unbedingt das Spielgefühl, da man seine Klänge gerne herumzeigen will, aber das nur geht, wenn man den DS pausenlos eingeschaltet lässt und den aktuellen Modus nicht verlässt. Man kann lediglich versuchen, den Kopfhörer-Ausgang an einen PC oder eine Stereoanlage anzuschließen und so die Musik aufzuzeichnen. Das funktioniert zwar auch ganz gut, aber eine integrierte Speicherfunktion hätte Electroplankton sehr gut getan und wäre sicherlich auch ohne allzu großen Aufwand möglich gewesen.

 

Die Motivation nimmt aber nach einer gewissen Zeit wieder zu, denn man entdeckt immer mehr Möglichkeiten, die Wasserwesen zu beeinflussen und spannende Melodien zu erzeugen. Dennoch ist das „Spiel“ nur für Leute geeignet, die gerne Musik machen oder die auf sphärische Klänge stehen, denn ansonsten kann man mit Electroplankton nur wenig anfangen.

 

 

Präsentation ist alles?!?

 

Bei einem Musikspiel mit visueller Unterstützung sind Sound und Grafik wohl das wichtigste überhaupt. Hier haben die Macher exzellente Arbeit geleistet, denn sowohl die Tonqualität als auch die Bilder laden zum Träumen und Musizieren ein. Es macht einfach unglaublich Spaß, den Wasserwesen zuzusehen und dabei die selbst erschaffene Musik zu genießen. Oder man lehnt sich zurück und lässt sich von den Tierchen überraschen, was sie selber so auf die Reihe kriegen.

 

Electroplankton bietet den wohl schönsten Klang, den ein DS-Spiel bisher produziert hat und liefert die dazu passenden Bilder in tollen Farben und Formen gleich mit. Das Wasser sieht zwar nicht echt aus, hat jedoch die passenden physikalischen Eigenschaften des echten Vorbildes und sorgt so dafür, dass man schnell und intuitiv in die Steuerung findet. Bestnoten in diesem Bereich, auch wenn man nicht wirklich von Grafik im eigentlichen Sinne sprechen kann.

 

Die Unterstützung des Touchscreens ist auch optimal. Das Spiel kommt zwar nicht ganz ohne Tasten aus, denn man braucht den B-Knopf um einen Modus zu verlassen und die Select-Taste um die Planktons wieder auf Anfang zu setzen, aber das stört das Gesamtbild nicht. Durch den vorbildlichen Einsatz des Touchscreens ist das „Spiel“ kinderleicht zu bedienen und für jedermann sofort ersichtlich.

 

 

Vielen Dank an Nintendo of Europe für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Auch wenn Electroplankton in Sachen Präsentation alles richtig macht und außerdem eine große Auswahl an verschiedenen Plankton-Arten bietet, ist der Titel alles andere als das Gelbe vom Ei. Die fehlende Möglichkeit, die eigenen Kreationen aufzuzeichnen zieht die Gesamtnote ebenso nach unten, wie der hohe Preis (ca. 40,- €), das nicht vorhandene Zubehör (keine Kopfhörer dabei) und die fehlende Langzeitmotivation auf Grund mangelnder Variationen zwischen den Modi. Alle mit einem Fable für Musik sollten es dennoch zumindest mal ausprobieren, alle anderen werden wohl eher weniger Spaß haben, bzw. nichts damit anfangen können.

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

schwach

65%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

07.07.2006

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung


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