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Reviews: Nintendo DS

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New Super Mario Bros.

Jump 'n Run

27.07.2006

Autor: Mario Kablau

 

 

Zurück zu den Wurzeln?

 

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass das Spiel nicht viel anders, als Super Mario World auf dem SNES ist: Es bietet eine große Weltkarte mit vielen Levels, die nicht selten mehrere Ausgänge haben, Mario-typische Power-Ups und die 0815-Geschichte eines Mario-Spiels. Allerdings erkennt man schnell, dass man mit diesem ersten Eindruck brutal daneben liegt. Warum?

 

New Super Mario Bros. ist zwar ein zweidimensionales Jump & Run, allerdings ist außer den Bewegungen nach Links, Rechts, Oben und Unten kaum etwas in diesen beiden Dimensionen gefangen. Alle Figuren, Gegner und Objekte sind Polygon-Modelle, die direkt aus Super Mario 64 DS stammen könnten. Dadurch ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten, denn die Figuren können sich sehr lebensecht bewegen und die Gegner sehen absolut toll aus.

 

Darüber hinaus hat man die Weltkarte seit Super Mario World nicht unwesentlich weiter entwickelt. Die 8 Welten sind nun komplett voneinander getrennt und liegen nicht – wie beim gefühlten Vorgänger – auf einer großen Karte. Dadurch kann man nun nicht mehr nur einige Level verstecken, sondern sogar ganze Welten. Wenn man New Super Mario Bros. schaffen will, muss man daher nicht alle 8 Welten durchlaufen, sondern lediglich 6. Um die zwei Versteckten zu entdecken, muss man sich dafür jedoch umso mehr anstrengen.

 

Spielt man das Spiel zum ersten Mal und legt es darauf an, möglichst schnell die Prinzessin zu retten, dann kann man dieses Ziel nach ca. 4 Stunden bereits erreichen. Allerdings hat man dann erst etwa Hälfte des gesamten Abenteuers gesehen. Für den Durchmarsch muss man 49 Levels bestehen, insgesamt gibt es aber fast 90 spielbare Level und jede Menge andere versteckte Geheimnisse, die es zu entdecken gilt. Man hat also auch nach dem ersten Abspann sehr viel zu tun und kommt so ohne Probleme auf 20 Spielstunden, wenn man alles gesehen haben will.

 

Es reicht außerdem nicht, jedes Level einmal zu spielen, zumindest meistens nicht, denn in es sind immer 3 Sternenmünzen versteckt, die man braucht, um einige geheime Wege freizulegen. Manche sind sehr einfach zu finden, andere dagegen entweder extrem gut versteckt oder nur mit wirklich guten Fingerfertigkeiten zu erreichen.

 

Im direkten Vergleich mit Super Mario World sind die geheimen Ausgänge nun deutlich schwerer zu finden. Teilweise muss man dazu gewisse Endgegner auf eine ganz spezielle Art besiegen, um einen alternativen Weg gehen zu können. Besonders verwirrend sind wieder mal die Geisterhäuser, in denen mal sich sehr leicht verlaufen kann. Richtig kompliziert wird es dann, wenn man nicht den Hauptausgang erreichen will. Man hat jedoch nichts gesehen, wenn man nicht das letzte Schloss gespielt hat. Um nicht zu viel zu verraten sage ich nur: Hier wird nicht selten der Boden zur Decke...

 

Nicht nur die Levels sind deutlich umfangreicher und anspruchsvoller als noch bei den Vorgängern, sondern es gibt auch noch neue Items für Mario und Luigi. Natürlich sind der Super-Pilz und die Feuer-Blume vertreten, die Mario wachsen lassen, bzw. ihn zum Feuerwerfer machen. Darüber hinaus gibt es zwei neue Pilzsorten. Der Mini-Pilz lässt Mario schrumpfen, so dass er auch kleine Durchgänge passieren kann, oder durch dünne Röhren passt. Die kleine Variante kann jedoch genauso hoch und weit springen, wie die größere Ausführung, was die Steuerung mit ihm sehr anspruchsvoll macht, da man einen eingeschränkten Bewegungsradius erwarten würde.

 

Das Gegenstück ist der Mega-Pilz, der Mario auf ein Bildschirm füllendes Format anwachsen lässt. In diesem Zustand macht er jeden Gegner platt und zerstört sogar Röhren und Mauern bei Berührung. Im Gegensatz zum Mini-Pilz macht die vergrößernde Variante den Klempner nur für eine kurze Zeit zum Riesen. In dieser Zeit kann man durch möglichst große Zerstörung eine Power-Leiste füllen, die sich nach Ablauf der Zeit in Extraleben umwandelt.

 

Natürlich gibt es auch den beliebten Unbesiegbarkeitsstern wieder, allerdings kommt er deutlich seltener vor, als im Vorgänger. Viel interessanter ist jedoch der blaue Panzer, der Mario zu einer Schildkröte werden lässt. Läuft er schnell genug, zieht er sich in den Panzer zurück und man kann nun alle Gegner durch einfache Berührung platt machen. Allerdings kann er in diesem Zustand nur die Richtung ändern, wenn er eine Mauer berührt, aber zumindest kann er noch springen und somit Hindernisse und Abgründe spielend leicht überwinden. Der Panzer ist mit ziemlicher Sicherheit das beste Item, dass es jemals in einem Mario-Spiel gegeben hat, denn es ermöglicht eine Geschwindigkeit, von der man sonst nur träumen kann.

 

 

Technik, die begeistert!

 

Obwohl 2D-Grafiken eigentlich kaum noch zeitgemäß sind, hat sich Nintendo so sehr ins Zeug gelegt, dass New Super Mario Bros. als eines der schicksten Spiele bezeichnet werden kann. Die Welten sind zwar recht bunt gehalten, aber haben doch einen sehr hohen Grad an Realität. So sehen zum Beispiel Wasser, Feuer und Lava sehr authentisch aus und überzeugen vor allen Dingen immer dann, wenn Mario mit ihnen in Berührung kommt.

Wie schon erwähnt, sind alle Charaktere und Items in drei Dimensionen modelliert worden, so dass sie sich sehr vielseitig bewegen können. Und dass ein Mario-Spiel auch gruselig aussehen kann, erkennt man spätestens dann, wenn man den großen Bowser erstmals besiegt und in die Lava unter ihm befördert hat. Das ist aber nicht genug, denn natürlich kommt er später im

Spiel noch mal wieder und trägt die Spuren des ersten Kampfes immer noch...

 

Die Musik kann man schlicht als Mario-typisch bezeichnen. Viele Klänge erkennt man schnell wieder, aber es haben auch einige komplett neue Melodien ihren Weg ins Spiel gefunden, so dass man auch als Veteran der Reihe etwas akustisch Neues geboten bekommt. Die Qualität der Songs ist dabei erstaunlich gut und vor allen Dingen die kurzen Sprachsamples geben den Charakteren hörbare Tiefe. Dabei sind vor allen Dingen die Brüllversuche von Baby Bowser hervorzuheben.

 

Unterm Strich ist es das technisch am meisten ausgereifte Klempner-Spiel, dass Nintendo bisher auf die Beine gestellt hat. Man merkt, dass sie sich mit dem Titel sehr viel Zeit genommen haben und so bleiben kleine Fehler, wie in den vorangegangenen 3D-Umsetzungen völlig aus.

 

 

Springen und Laufen...

 

Auch bei der Steuerung hat sich einiges verändert. Während die zweidimensionalen Vorgänger allesamt eine sehr direkte und präzise Steuerung hatten, geht Nintendo bei NSMB einen etwas anderen Weg. Um das Erlebnis noch realistischer zu machen sind die Bewegungen der Brüder zwar leicht zu erlernen, aber nur sehr schwer zu perfektionieren.

 

Man kann sich das so vorstellen: Wenn man losläuft und dann das Steuerkreuz los lässt, bleibt Mario nicht sofort stehen, sondern rennt noch ein ganzen Stück weiter. Gegensteuern mildert dies jedoch, allerdings läuft man dadurch Gefahr, wieder zurück zu laufen und evtl. in einen Abgrund zu stürzen. Zum Glück sind weite Sprünge auf sehr kleine Ziele eher die Ausnahmen und werden nur gebraucht, wenn man auf der Suche nach Geheimnissen ist. So haben Anfänger keine Probleme, das Spiel zu schaffen und Profis haben lange zu knabbern, bis sie an schwer erreichbare Orte gelangen können.

 

Am Anfang kann diese Umsetzung zwar auch für Mario-Veteranen ein wenig frustrierend sein – nämlich dann, wenn man vor kurzen einen der Vorgänger gespielt hat, und sich erst umgewöhnen muss – aber wenn man einmal den Dreh raus hat, geht es sehr leicht von der Hand. Man muss sich einfach angewöhnen, jeden Sprung gut zu planen, damit man nicht aus versehen in einem Abgrund oder vor einem gefährlichen Gegner landet. Zum Steuern der Klempner braucht man nur das Steuerkreuz und zwei Tasten, die man quasi frei belegen kann. Mit einer Taste läuft der aktuelle Bruder schneller und wirft Feuerbälle, wenn er eine Feuerblume trägt und mit der anderen lässt man ihn springen. Trägt man den blauen Panzer, dann schlüpft Mario hinein, wenn man schnell genug läuft.

 

Den Touchscreen braucht man auch, aber viel mehr als die Funktion des Select-Knopfes aus Super Mario World übernimmt er nicht. Findet man zum Beispiel eine Feuerblume, während man bereits eine trägt, dann wandert die neue in einen Kasten aus dem unteren Bildschirm und kann durch einen kurzen Druck aktiviert werden, wenn Mario durch Kontakt mit einem Gegner geschrumpft ist. Außerdem kann man nur über den Touchscreen zwischen den 8 Welten wechseln, wenn man sich auf der großen Karte befindet. Unten sind alle bereits gefunden Welten angezeigt und durch eine kurze Berührung reist der Klempner dort hin.

 

 

Duelle zwischen Brüdern

 

In New Super Mario Bros. gibt es auch eine Möglichkeit, die beiden Brüder gegeneinander antreten zu lassen. In speziell gestalteten Levels geht es zwischen zwei menschlichen Spielern, die Mario und Luigi steuern, darum, wer zuerst eine bestimmte Anzahl Sterne einsammelt. Die 5 verschiedenen Kampfplätze sind dabei aus den Themen des Hauptspiels entnommen (Feld, Höhle, Eis, Röhrenplatz und Schloss) und in einer Endlos-Schleife geschaltet. Wenn man also das Ende erreicht hat, steht man wieder da, wo man angefangen hat. In diesen Levels kann man ganz normal Items sammeln, trifft auf Gegner und kann seinem menschlichen Gegner auf den Kopf springen, ihn mit Feuerbällen attackieren oder ihn in einen Abgrund schieben. Sieger ist derjenige, der zuerst eine vorher festgelegte Anzahl an Sternen, die zufällig auf dem Kurs erscheinen, gesammelt hat. Wird man getroffen oder fällt in einen Abgrund, dann verliert man einen Stern, sofern man einen hatte. Man kann dabei einstellen, wie viele Sterne zum Sieg nötig sind (3, 5, 10), wie viele Siege man zum Gesamtsieg braucht (1-3), ob man unendlich Mal sterben kann oder nicht (3 oder 5 Leben) und ob man die Kurse selber wählen möchte, oder sie zufällig spielen will.

 

Diesen Modus kann man leider nur zu zweit, dafür aber mit nur einen DS-Karte spielen. Obwohl er auf zwei Personen beschränkt ist, macht der Wettkampf unglaublich viel Spaß und sorgt vor allen Dingen bei etwa gleich guten Spielern für lange andauernde Schlachten. Durch die Möglichkeit, die Anzahl der Leben zu begrenzen, erhält das Ganze auch die nötig Würze, denn man muss gleichzeitig möglichst forsch nach den Sternen greifen, aber andererseits auch sehr vorsichtig sein, denn jeder Absturz ist ein Schritt in Richtung Niederlage.

 

 

Minispiele satt

 

Das Spiel hat auch wieder zahlreiche Minispiele eingebaut, die allerdings fast alle aus Super Mario 64 DS übernommen wurden. Allerdings können bei NSMB nun bis zu 4 Spieler mit nur einer DS-Karte schnurlos gegeneinander antreten. Man kann entweder zufällige Minispiele in einer Reihe spielen, oder selber auswählen. Unterteilt nach Action, Puzzle, Karten und 1 gegen 1 hat man die Auswahl aus 26 verschiedenen Spielen. Nach jedem Spiel hat der Verlierer die Möglichkeit auszuwählen, ob dasselbe Spiel noch einmal gespielt wird, oder ein anderes. Natürlich gilt das nur, wenn nicht die zufällige Auswahl aktiviert ist. Nach einer vorher festgelegten Anzahl von Runden hat derjenige, mit den meisten Punkten gewonnen. Wie viele Punkte es pro Sieg gibt, kann man selber festlegen (vor jedem Spiel neu) oder vom Zufall entscheiden lassen.

 

Die Minispiele sind perfekte auf mehrere Spieler umgesetzt, so dass man sich zum Beispiel gerade dann selber schadet, wenn man besonders fies zu seinem Gegner ist. Die Auswahl ist recht groß und besonders durch die Möglichkeit, eine zufällige Auswahl zu spielen, sorgt dieser Modus für langen Spielspaß, wenn man mit dem Hauptspiel erst einmal durch ist. Dennoch kann man die Multiplayer-Optionen nur als nette Beigabe betrachten, denn der Fokus liegt ganz klar auf dem Erlebnis im Singleplayer-Modus. Zu mehreren zu spielen macht zwar Spaß, mehr aber auch nicht.

 

 

EU Nachtest:

 

Autor: Gunnar Schreiber

 

Seit dem 30.06. ist Marios neuestes Abenteuer auch in Deutschland erhältlich. Dies ist natürlich ein guter Anlass einen Blick auf die deutsche Lokalisation des Spiels zu werfen und euch über die Qualität zu informieren. Ferner nutze ich die Chance, um euch meine Eindrücke von dem Spiel mitzuteilen, damit ihr eure Kaufentscheidung aus zwei unterschiedlichen Meinungen bilden könnt.

 

Bei der Lokalisation gibt sich Nintendo wie immer keine Blöße. Sowohl die Anleitung als auch die Texte im Spiel selbst wurden mit viel Wortwitz und treffenden Bezeichnungen eingedeutscht. Ansonsten hat sich an dem Spiel nichts gegenüber der von Mario getesteten US Version geändert. Spielerisch überzeugt New Super Mario Bros. auf der ganzen Linie und insofern kann ich Mario fast ausnahmslos zustimmen. Die Grafik ist genial und mit vielen 3D Elementen und polygonierten Charakteren und Objekten verfeinert. Der Sound bietet eine Renaissance vieler klassischer Mario Melodien und geht so schnell nicht mehr aus dem Ohr.

 

Die Steuerung ist zwar wenig innovativ, dafür aber punktgenau, und das Leveldesign lässt vor allem Nostalgiker vor Freude jauchzen. Dennoch gibt es ein paar Kritikpunkte, weshalb ich die Wertung von Mario für den Singleplayer-Modus für zu hoch halte. Denn obwohl Nintendo neue Items wie den Minipilz implementiert hat, kann das neue Mario Abenteuer zu keiner Zeit überraschen. Im Gegenteil: Man hat immer wieder das Gefühl alles schon mal gesehen und auch gespielt zu haben. Außerdem finde ich, dass der Schwierigkeitsgrad der Level sehr stark variiert. So kann es passieren, dass ein Level in der zweiten Welt schwerer zu bewältigen ist als einer in der Sechsten!

 

Natürlich ist New Super Mario Bros. ein tolles Jump n’ Run, was Nostalgiker und Neulinge gleichermaßen begeistert. Mehr als 90% würde ich für den Singleplayer aber nicht geben!

 

 

Vielen Dank an Nintendo of Europe für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Nintendo hat bei New Super Mario Bros. wirklich alles richtig gemacht: Das Spiel sieht toll aus, ist für Anfänger wie Profis geeignet und bietet stundenlangen Spielspaß und sehr hohe Anforderungen, wenn man alle Geheimnisse knacken will. Die 14jährige Wartezeit hat sich auf jeden Fall gelohnt und das Spiel kann ohne weiteres als das beste Mario-Spiel bislang bezeichnet werden. Durch die Mehrspieler-Optionen macht es auch dann noch Spaß, wenn man das Abenteuer bereits mehrfach gemeistert hat.

Grafik

super

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

super

90%

Singleplayer

80%

Multiplayer

Release

30.06.2006

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


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