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Reviews: Nintendo DS

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Super Princess Peach

Jump 'n Run

16.06.2006

Autor: Mario Kablau

 

Verkehrte Welt

 

Im ersten Moment kam mir die Vorstellung, dass sich Peach gegen Bowser zur Wehr setzen soll, etwas komisch vor. Schließlich ist sie nicht gerade für eine Hau-Drauf-Mentalität bekannt. Doch dieses Problem wird durch eine sehr interessante Geschichte schnell gelöst:

 

Bowser greift das Pilzkönigreich mit Hilfe einer geheimnisvollen Waffe an und kann so Mario, Luigi und zahlreiche Toads gefangen nehmen. Als Peach von einem Spaziergang zurückkehrt, findet sie einen völlig entsetzten Toadsworth (ihr Berater) vor, der ihr von den Ereignissen berichtet. Er gibt ihr einen rätselhaften Schirm (Perry) in die Hand und schickt sie auf den Weg, das Königreich zu retten. Er selbst ist schließlich schon viel zu alt für ein solches Abenteuer.

 

Also begibt sich die Prinzessin auf eine lineare Reise durch insgesamt 8 Welten, die zu Beginn jeweils 5 Level und einen Bosskampf umfassen. In jedem Level gibt es 16 Toads zu befreien und bei dieser Aufgabe sollte man nicht schlampig sein, denn man braucht jeden einzelnen. 15 sind jeweils zu dritt in jeder Welt versteckt und einen rettet man, wenn man den Boss befreit. In Welt 7 gelingt es dann, den grünen Klempner aus den Fängen von Kamek zu befreien und ganz am Ende wartet Mario darauf, dass Peach Bowser platt macht. Man kommt jedoch nur zu der Echse, wenn man alle Toads gefunden hat.

 

Das Besondere an Peach sind der Schirm und die Waffen der Frau: Emotionen. Mit Hilfe von Perry kann Peach schweben, schlagen, stampfen und sogar schießen. Noch wichtiger sind allerdings Wut, Trauer, Freude und Sanftmut, die Peach auf der Reise einsetzen muss, um gewisse Passagen zu meistern. Über den Touchscreen werden die Emotionen gesteuert und können so lange eingesetzt werden, bis die Gemütsleiste vollständig aufgebraucht ist. Über Items und durch Gegner kann man die Leiste jedoch schnell wieder aufladen, um immer genug Energie zu haben.

 

Freude lässt Peach schweben und sie erschafft dabei einen kleinen Wirbelsturm, mit dem sich Wind erzeugen lässt. Trauer lässt die Prinzessin Massen an Tränen produzieren und wahnsinnig schnell rennen. Durch Wut gerät sie in rage und sie umgibt dann ein wahrer Feuersturm. Außerdem stampft sie dabei gewaltig auf den Boden, wenn sie ihn berührt, so dass die meisten Gegner auf dem Bildschirm außer Gefecht gesetzt werden. Mit Sanftmut kann sie ihre Widersacher davon überzeugen, sie vielleicht doch nicht anzugreifen. Außerdem ist sie gegen gewisse Angriffe besser geschützt.

 

Nachdem Mario gerettet ist, ist das Spiel jedoch noch nicht vorbei. Jede Welt bekommt dann 3 neue Levels, wenn man den jeweiligen Boss noch einmal besiegt. In diesen Welten gibt es aber nichts Tolles zu entdecken, außer ein paar Boni, die die Langzeitmotivation fördern sollen.

 

Das ungewöhnliche (für ein solches Spiel aus dem Hause Nintendo) im Spiel ist die zweite Geschichte: Perry hat eine Herkunftsgeschichte, die er allerdings verdrängt hat. Nach jeder Welt gibt es einen kurzen Einblick in seine Träume, so dass sich seine Herkunft langsam offenbart. Doch dazu sage ich jetzt nichts mehr, denn das sollte man am besten selbst erleben.

 

 

 

Wie kontrolliert man eine Frau?

 

Die Steuerung der Prinzessin ist in erster Linie einfach gehalten. Man läuft mit dem Steuerkreuz, benutzt einen Knopf zum springen, einen zum schlagen und einen zum Gegner aufsammeln. Doch weit kommt man mit diesen drei Aktionen nicht, denn die Levels sind natürlich so gestaltet, dass man sehr oft die Kraft der Emotionen einsetzen muss. Immer wenn es darum geht, eine Pflanze wachsen zu lassen, ein Hindernis zu zerstören oder hoch in die Luft zu fliegen, kommen Peachs besondere Fähigkeiten zum Einsatz.

 

Diese lockern das Spielgeschehen unglaublich auf und machen vor allen Dingen die Bosskämpfe wesentlich spannender als z.B. bei New Super Mario Bros., weil man dort meistens nur dem Gegner auf den Kopf springen muss. Peach muss hingegen bedeutend vielseitiger an die Sache herangehen, um Erfolg zu haben.

 

Manchmal ist der Einsatz des Touchscreen allerdings ein wenig störend. Wenn man gerade beide Hände braucht, um zu überleben, dann ist es nicht so leicht, auf dem Touchscreen das richtige Feld zu treffen. So passiert es schon mal, dass Peach Wasserfälle heult, obwohl man eigentlich dem drohenden Absturz entgehen wollte. Im Normalfall ist das allerdings kein Problem, da die vier Berührungspunkte sehr groß sind.

 

 

 

Sound von einem anderen Stern...

 

Bereits auf den ersten Blick ist klar, dass Peach nicht mit dem neuen Abenteuer der Klempner mithalten kann. Das Spiel ist strikt zweidimensional und sprengt diese Grenze nur an einer Stelle. Dennoch sind die Figuren und Hintergründe sehr schön gezeichnet und vor allen Dingen sehr abwechslungsreich. Die 8 Welten bestechen durch große Vielfalt, so dass es im Spiel nie langweilig wird.

 

Wirklich gefordert wird der DS allerdings nie, obwohl die Animationen der Emotionen wirklich gut aussehen. Vom Hocker haut das aber heutzutage wohl niemanden mehr.

 

Ganz anderes ist es beim Sound. Hier ist Peach ganz klar die Referenz im Genre. Die Musik passt zu jeder Welt perfekt und alle Melodien sind komplett neu entwickelt und gehören in die Kategorie „Ohrwürmer“ Die tropischen Klänge auf der Insel sind dabei genauso genial, wie die „düsteren“ Töne in Bowsers Villa.

 

Verstärkend kommen die tollen Soundeffekte dazu, die vor allen Dingen die Emotionen sehr gut untermalen. Das Erdbeben artige Grummeln (Wut) und die Sintflut artigen Wassermassen (Trauer) sind dabei besonders gut gelungen.

 

 

 

Wer suchet, der findet!

 

Zu Beginn des Spiels ist die Gemütsleiste und die Anzahl Herzen (3) von Peach noch arg begrenzt, so dass man recht schnell das Ende der Fahnenstange erreicht hat. Man kann jedoch in einen Shop gegen Münzen, die man in jedem Level sehr zahlreich findet, Erweiterungen kaufen. So kann man die Anzahl Herzen auf 5 erhöhen und die Gemütsleiste fast verdoppeln. Außerdem gibt es dort Erweiterungen für Perry, wie z.B. den Schießschirm, womit er dann auch weiter entfernte Gegner treffen kann.

 

Man kann dort aber auch noch jede Menge andere Extras kaufen, die zwar mit dem Spiel an sich nichts zu tun haben, aber für Abwechslung sorgen. In fast jedem Level gibt es zunächst ein Puzzleteil zu finden, so dass man am Ende des Spiels insgesamt 32 Teile beisammen haben kann. Um alle vier Puzzle spielen zu können, braucht man jedoch 48 Teile. Jetzt ratet mal, wo man die fehlenden bekommt... ;-)

 

In diesem Bereich versteckt sich leider auch das größte Manko am Spiel: Da man nicht weiß, in welchen Leveln Puzzleteile versteckt sind, und welche man schon gefunden hat, ist es ein unglaublicher Aufwand, ein fehlendes Teil zu finden, da man nicht weiß, wo man suchen muss. Das führt dazu, dass man 10 Level noch mal komplett durchsuchen muss, was natürlich nervig und zeitaufwendig ist. Um das zu umgehen, hätte man einfach nur eine Übersicht einbauen müssen, in der man erkennt, welche Teile man schon hat, anstatt nur die Anzahl gefundener Teile anzugeben.

 

Außerdem gibt es in jeder Welt ein Musikstück zu finden, sowie insgesamt drei Minispiele im ganzen Spiel. Für die Minispiele kann man Shop neue Level kaufen und Musik für die Jukebox gibt es dort auch. Hat man alle gefunden und den Rest gekauft, dann kann man den kompletten Soundtrack im entsprechenden Menüpunkt genießen. Die drei Minispiele sind zwar eine kurzweilige Ablenkung, aber dennoch nicht wirklich dazu geeignet, auf lange Zeit zu motivieren.

 

Es macht zwar Spaß, einen Toad mit dem Stylus durch ein feuriges Labyrinth zu führen, aber spätestens nach 10 Leveln geht der Reiz verloren. Dasselbe gilt leider auch für die anderen Varianten.

 

Zu guter letzt ist noch das Glossar zu erwähnen. Dort werden alle Gegner eingetragen, die ihr schon besiegt habt. Um die Liste zu füllen, reicht es nicht, schnurstracks durch die Gebiete zu marschieren, sondern man muss die Augen wirklich gut aufhalten, damit man keinen von Bowsers Lakaien verpasst.

 

 

 

Leichtes Spiel für Jedermann?

 

Da Peach sich wohl hauptsächlich an jüngere Spieler und Mädels richtet, die vielleicht noch nie ein solches Spiel gespielt haben, ist der Schwierigkeitsgrad weitestgehend sehr niedrig. Man kommt also sehr schnell und ohne große Probleme durch das ganze Spiel.

 

Es gibt jedoch einige Bosse, die es wirklich in sich haben. Vor allem durch die, teilweise nicht so leicht zu erkennenden, Strategien haben es Anfänger nicht selten schwer, bis sie den wunden Punkt des Gegners gefunden haben. Das ist jedoch nichts gegen Bowser. Nachdem man ihn das erste Mal besiegt hat, gibt er sich nicht geschlagen und man muss direkt noch mal ran. Diese zweite Runde hat es jedoch dermaßen in sich, dass auch Profis in große Probleme kommen können.

 

Erschwerend kommt hinzu, dass die Strategie, um ihn zu besiegen, gänzlich anders ist, als alles, was vorher im Spiel kam. Bei ihm sind es nämlich nicht die Emotionen, die im Vordergrund stehen, sondern eine andersartige Interaktion mit der Umwelt (um nicht zu viel zu verraten...). Dieser Sprung im Schwierigkeitsgrad sorgt vermutlich bei vielen Spielern für Frust, was den Spielspaß natürlich deutlich reduziert.

 

Blöd ist auch, dass man alle Toads retten muss, um Bowser herausfordern zu können. Dies wäre aber nur halb so schlimm, wenn man das auch an irgendeiner Stelle im Spiel gesagt bekommen würde! Es ist etwas irritierend, wenn man auf seiner Türschwelle steht, aber nicht hindurch gehen kann, und auch nicht erfährt, woran das liegt. Man würde auch sicherlich die Augen von Anfang an etwas weiter aufhalten, wenn man einen Hinweis bekommen würde, dass man alle Toads finden muss.

 

Vielen Dank an Nintendo of Europe für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Unterm Strich ist Super Princess Peach ein sehr solides zweidimensionales Jump & Run, das vor allen Dingen durch die innovativen Emotionen begeistern kann. Die Levels sind zwar sehr linear und man hat keine wirkliche Bewegungsfreiheit, aber das schadet dem Spielspaß an keiner Stelle. Störend ist lediglich der sehr unausgewogenen Schwierigkeitsgrad zum Ende hin und die fehlenden Informationen, die das Spiel unnötig kompliziert machen. Dennoch kann Nintendo ruhig die Reihe rund um Peach ausbauen, denn die knappen 10-12 Stunden bis zum Abspann haben wirklich sehr viel Spaß gemacht und wurden nur durch seltene Frust-Erlebnisse getrübt.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

80%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

26.05.2006

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung


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