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Reviews: Nintendo DS

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Catz

Simulation

28.12.2006

Autor: Kirsten Schreiber

 

Ein Hoch auf Tiersimulationen

Ungefähr das haben sich die Entwickler von Catz vermutlich auch gedacht, als ihnen die Idee zu einem Simulationsspiel mit Katzen gekommen ist. Nachdem Nintendo mit Nintendogs alle Hundeliebhaber begeistern konnte, versucht nun auch Ubisoft mit ihrer Simulationsreihe nachzulegen. Ob ihnen das wirklich gelungen ist oder ob es sich eher um Katzengejammer handelt, könnt ihr hier nachlesen.



Ich bin ein Kätzchen, holt mich hier raus!

Wenn ihr das Spiel startet, werdet ihr zunächst mit einem wahrlich lieblichen, vermutlich von Katzen selbst komponierten und für menschliche Ohren scheinbar nicht bestimmten Song in die Welt der Katzen entführt. Nach der Auswahl Eurer bevorzugten Sprache gelangt ihr dann zum Adoptionszentrum, wo ihr aus fünf unterschiedlichen Rassen (Abessinier, Ocicat, Amerikanisch Kurzhaar, Ragdoll, Siamese) ein Kätzchen wählen könnt. Durch Antippen mit dem Stylus erhaltet ihr für jedes Kätzchen individuelle Informationen über ihren Charakter oder bestimmte Rassemerkmale. Als erfahrene Katzenliebhaberin stellt man hier aber bereits schnell fest, dass die Beschreibungen ziemlich oberflächlich sind. Auch was die Gestaltung/Darstellung der Kätzchen angeht kann man optisch nicht wirklich die Rasseunterschiede erkennen. Einzig und alleine anhand der Farbe und Zeichnung lassen sich die unterschiedlichen Rassen erahnen. Schade ist auch, dass die Ragdoll – im Infoscreen richtigerweise als Langhaarkatze beschrieben – im Spiel gleich langes Fell wie die anderen Rassen hat.

Hat man sich für eine Rasse entschieden, bekommt man nochmal drei Kätzchen mit unterschiedlichen Vergangenheiten zur Auswahl gestellt. Die Kätzchen unterscheiden sich wie gesagt in ihrer Herkunft bzw. im Abgabegrund, in ihrem Geschlecht und auch nochmal in ihrer Farbverteilung. Bevor man die Katze der Wahl adoptieren und so richtig in die Haustierpflege einsteigen kann, muss man erst einen sogenannten „Katzen-Adoptionstest“ absolvieren. Hierbei geht es allerdings nicht darum, sich als geeigneter, zukünftiger Katzenhalter zu beweisen, sondern Münzen zu verdienen. Schließlich kostet so ein Kätzchen auch reichlich Geld. Der Test an sich verläuft nach einem einfachen Spielprinzip. Auf dem Screen erscheinen zwei Bilder, von denen eins eine Katze zeigt und das andere irgendetwas völlig anderes. Nun gilt es, innerhalb eines bestimmten Zeitlimits so viele Katzenbilder wie möglich mit dem Stylus anzutippen. Je mehr Katzenbilder man erwischt, desto mehr Münzen stehen einem zu Beginn des Spieles zur Verfügung. Danach könnt ihr eurem Kätzchen noch einen Namen geben und müsst feierlich versprechen, dass ihr eurem Neuerwerb viel Liebe gebt und mit allem versorgt, was ein Stubentigerherz begehrt.



Home sweet home

Davon kann man hier leider nicht sprechen. Der Bewegungsfreiraum unseres Kätzchens beschränkt sich nämlich nur auf einen einzigen, recht kleinen Raum, der dazu auch noch ziemlich trist und leblos ist. Während man bei Nintendogs noch die Möglichkeit hatte, mit seinem Hund Gassi zu gehen, muss unser Kätzchen in dem einen Raum ausharren. So hat sich unser Kätzchen sein neues Zuhause jedenfalls bestimmt nicht vorgestellt. Ob das die Adoptionsbehörde gewusst hat, als sie uns vertrausenvoll ihren Schützling überlies?



Pflege und Raubtierfütterung

Oberhalb des Touchsreens ist eine Leiste mit einem Tab-Menü eingeblendet, das fünf Felder beinhaltet. Hier können unter anderem die Spieloptionen und erhaltene Nachrichten aufgerufen sowie der Nachschub an Pflege-, Spielzeugartikeln und Futter besorgt werden. Hinter dem Symbol der Spielzeugkiste verbirgt sich alles was das Katzenherz begehrt – oder auch nicht. Neben Pflegeartikeln und Spielzeug findet man hier auch das Futter. Man hat die Möglichkeit zwischen Trockenfutter und Naßfutter zu wählen. Zu beiden gibt es wieder eine Beschreibung, die in der Tat auch auf unsere nichtvirtuellen Vierbeiner zutrifft. Während Futter nachgekauft werden muss, steht dem Spieler das Wasser unbegrenzt zur Verfügung.

Das war es aber auch schon wieder mit den realistisch dargestellten Inhalten, denn die Fütterung an sich verläuft eher unspektakulär. Sobald im Statusmenü der Balken „Hunger“ niedrig ist (was irgendwie ständig zu sein scheint) und man das Futter ausgewählt hat, erscheint ein prallgefüllter Napf mit Futter. Nun ist es aber nicht so, obwohl unser Kätzchen doch so hungrig ist, dass dieses direkt zum Fressnapf spurtet. Stattdessen begibt es sich erst irgendwann nach Lust und Laune an den Napf. Laut Statusleiste wäre das Kätzchen vermutlich längst verhungert – jeder, der Katzen hat, weiß, dass eine Katze direkt zum Freßnapf eilt, nachdem man den Napf mit lecker Freßchen platziert hat. Laut Anleitung soll man sein Kätzchen angeblich zum Fressnapf locken können. Gelingt einem dies z. B. mittels eines Spielzeuges, heißt dies aber noch lange nicht, dass die Katze auch frisst.

Das Bürsten erweist sich als ebenso stupide. Da sich die Katze immer wieder selbst putzt bleibt der Balken für das „Fell“ meistens im grünen Bereich. Muss man dann doch mal die Bürste aus der Kiste kramen, braucht man lediglich ein, zwei mal über die Katze drüber zu striegeln und schon ist der Balken wieder richtig schön grün. Katzenpflege gestaltet sich im realen Leben dann doch etwas aufwendiger, vor allem bei den Langhaarkatzen. Aber nun gut, dass lange Fell ist ja auch nicht wirklich vorhanden.

 

 

It`s Playtime

In Eurer Spielzeugkiste befindet sich zu Beginn des Spieles bloß ein Spielzeug. Im weiteren Verlauf des Spiels könnt ihr natürlich auch noch andere Spielzeuge erwerben, was vermutlich an diesem Modus noch das Spannenste ist. Um mit der Katze spielen zu können, wählt ihr wieder über das Tab-Menü ein Spielzeug aus, welches dann auf dem Touchscreen erscheint. Mittels Touchpen habt ihr nun die Möglichkeit, das Spielzeug zu bewegen bzw. die Katze darauf aufmerksam zu machen. Aber auch dies ist nicht wirklich optimal umgesetzt worden. Denn oftmals reagiert die Katze überhaupt nicht auf das Spielzeug. Hinzu kommt noch, dass das Spielzeug oft nur wild durch den Raum fliegt oder an Stellen landet, wo man es überhaupt nicht haben will. Somit kommt kein richtiger Spielspaß auf. Alles wirkt sehr träge und unlebendig.


Der Kuschelmodus ist hingegen etwas besser gelungen. Betätigt man den Y-Knopf, bekommt man sein Kätzchen aus der Nähe präsentiert und kann mit ihm auf Tuchfühlung gehen. Dank der nett anmutenden Animationen kann dieser Modus einem schon mal das Herz erwärmen.



Darf es auch etwas mehr sein?

Diese Frage stellt man sich nach mehrmaligem Füttern, Bürsten, Spielen und Schmusen ziemlich schnell. Der Personal Digital Assistant (kurz PDA) soll da Abhilfe verschaffen. Dahinter verbirgt sich nämlich ein weiteres Menü, wo man empfangene Emails lesen, in den Fotomodus oder aber Shoppen gehen kann. Hört sich vielversprechend an, ist es aber nicht wirklich. Im Laufe des Spieles erhaltet ihr von den unterschiedlichsten Leuten Nachrichten. Diese enthalten entweder Informationen über Katzen oder aber Aufträge. Eure Nachbarn wenden sich z. B. hin und wieder an euch, wenn sie ein hübsches Foto von ihrer Katze benötigen oder jemanden suchen, der mit ihrer Katze spielt. Schließt ihr einen Auftrag erfolgreich ab, erhaltet ihr entweder Münzen oder eines von insgesamt 50 Kätzchenkarten. Auf den Kätzchenkarten gibt es ebenfalls nochmal allerhand wissenwertes über und rund um die Katze nachzulesen. Die Aufgaben selbst sind allerdings recht simpel und somit schnell erledigt. Zudem wiederholen sich einige Spiele, so dass nur kurzweilige Abwechslung vom Haustierpflege-Alltagstrott geboten wird.



Shoppen gehen

Um seine hart verdienten Münzen unter die Leute zu bringen, tippt ihr auf das Einkaufswagensymbol. Es erscheint ein Auswahlscreen, in dem ihr euch zwischen Shoppen für die Katze oder Shoppen für die Inneneinrichtung des Zimmers entscheiden könnt. Für die Inneneinrichtung stehen euch verschiedene Objekte, wie z. B. eine Couch, Tapeten, Böden usw. zur Verfügung. Tippt ihr auf das Symbol für den Katzenshop, habt ihr eine Auswahl aus Pflege- und Spielartikeln sowie natürlich Futter. Zusätzlich könnt ihr für euer Kätzchen noch diverse Accessoires und Kostüme kaufen. Spätestens hier sträuben sich vermutlich jedem noch so Katzenverrückten die Haare. Denn wer will sein Kätzchen schon in ein total lächerlich wirkendes Kostüm stecken? Überlässt man dies nicht normalerweise den gutbetuchten Hundehaltern? Artgerecht ist es jedenfalls nicht. Dennoch, an Kaufmöglichkeiten mangelt es nicht.



Ein paar Fotos gefällig?

Im Laufe des Spiels werdet ihr von diversen Leuten, darunter z. B. auch das Adoptionszentrum und eure Nachbarn, als Fotograf angeheuert. Zusätzlich könnt ihr in der Zeitschrift „Catz Weekly“ Fotos von eurem eigenen Kätzchen einsenden. Wird euer Bild in der Zeitschrift veröffentlicht, erhaltet ihr eine entsprechende Bezahlung. Könnt ihr die Redaktion gar so begeistern, dass ihr auf dem Titelbild landet, erhaltet ihr zusätzliche Münzen und eine Kopie der Ausgabe für Eure Sammlung. Das Fotografieren geht recht gut von der Hand. Mit dem L-Knopf gelangt man in den Kameramodus, durch erneutes Drücken wird ein Foto geschossen. Natürlich habt ihr auch die Möglichkeit, die Fotos an andere Catz-Spieler zu schicken. Vorausgesetzt, jeder ist auch stolzer Besitzer eines Moduls.



Ein kratzbürstiges Vergnügen

Mit Catz ist es den Entwicklern leider nicht wirklich gelungen, dem Spieler eine unterhaltsame Haustiersimulation zu bieten. Viel zu monoton gestaltet sich das Gameplay, so dass das Spiel schnell langweilig wird. Die wenigen gebotenen Modi sorgen nur kurzfristig für Abwechslung. Auch die nett gemeinte Idee der Eigenheimverschönerung kann nicht überzeugen. Hier Trumpft der Konkurrent Nintendogs mit Spracherkennung, trainierbaren Kunststückchen, Wettbewerben und Gassi-Gehen auf. Ok, Katzen gehen in der Regel weder Gassi noch geben sie was drum, irgendwelche Kunststückchen zu lernen. Catz kann diese Mankos im Gegensatz zu einer echten Katze aber nicht durch liebevolles Einschleimen und Um-die-Beine-Streichen bei den Dosenöffnern ausgleichen.

Wenig gut gelungen ist auch der Sound des Spiels. Das Miauen oder Schnurren hört sich nicht wirklich nach Katze an. Schade ist auch, dass der Touchscreen nur unzureichend genutzt wird. Das gleiche gilt für das Mikrofon. Zwar hat man die Möglichkeit, den Namen des Kätzchen zu rufen, aber es ist kein Muss. Zudem kommt es auch öfters vor, dass das Kätzchen keinerlei Reaktionen zeigt.

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Die durchaus hübsch animierten Kätzchen laden zum Kuscheln ein. Auch bietet das Spiel teilweise gut recherchierte Informationen an, so dass man einiges über die lautlosen Jäger lernt. Leider gestaltet sich der Spielverlauf gerade im Vergleich zu ähnlichen Spielen wie dem Vorreiter Nintendogs viel zu monoton.

Das Spiel ist eindeutig für jüngere Spieler konzipiert, die sich mit Hilfe putziger Kätzchen über andere Mängel hinwegtrösten lassen. Ältere Spieler kommen aufgrund fehlender Abwechslung und diverser anderer Mängel nicht auf ihre Kosten.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

schwach

Spielspaß

schwach

45%

Singleplayer

45%

Multiplayer

Release

12.12.2006

Developer

Powerhead Games

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (WLAN)

2


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