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Reviews: Nintendo DS

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Star Trek Tactical Assault

Shoot 'em Up

31.12.2006

Autor: Mario Kablau

 

Dies sind die Abenteuer...

 

Es gibt wohl keinen Star Trek Fan, der diesen Satz nicht vollenden könnte. Als die erste Star Trek Serie in den 60ern startete, konnte wohl keiner ahnen, dass sich im Laufe der letzten 40 Jahre vier weitere Serien, 10 Kinofilme (Teil 11 ist bereits in Planung) und eine Comic-Serie daraus entwickeln werden. Für das Spiel schlüpft der Spiele in die Rolle eines Menschen, bzw. Klingonen, der zurzeit von Captain Kirk und dem ersten Raumschiff Enterprise lebt. Im Krieg gegen die Klingonen, bzw. Menschen muss man verschiedene Missionen erfüllen, um der eigenen Seite zum Sieg zu verhelfen.

 

Zu Beginn des Spiels kann man nur die Kampagne der Föderation spielen und sobald man diese abgeschlossen hat, ist auch die der Klingonen verfügbar. Das Spielprinzip ist jedoch in beiden völlig identisch mit dem einzigen Unterschied, dass die Missionen der Klingonen bedeutend knackiger sind. Was nicht heißen soll, dass das Spiel davor leicht ist.

 

 

Jede Mission läuft im Prinzip gleich ab: Zu Beginn liest man in einem Briefing, was man zu tun hat und muss dann – mit oder ohne Hilfe durch weitere Schiffe – diese Aufgabe erfüllen. Meistens geht es darum, gegnerische Schiffe zu zerstören oder ein eigenes, in Not geratenes Schiff zu retten. Später kommen auch Missionen hinzu, die sehr viel taktischer ablaufen. So muss man einmal zum Beispiel sein Schiff tarnen, um nahe genug an die gegnerische Raumstation heranfliegen zu können. Gelingt das, dann kann man sie zerstören, bevor sie ihre Schilde aktivieren kann.

 

Beendet man eine Mission, dann wird man vom Flottenkommando beurteilt und bekommt Punkte, wenn man gut genug abgeschnitten hat. Diese Punkte kann man dann dazu einsetzen, seine Crew auszubilden. Je besser die verschiedenen Mitglieder ausgebildet sind, desto effektiver funktioniert das Schiff: Schäden werden schneller behoben, die Ladezeiten der Waffen verkürzen sich, die Schilde regenerieren sich schneller, usw. Bei der Crew der Föderation kann man über 40 Punkte investieren, bis alle auf dem höchsten Niveau arbeiten. Gut ist, dass man seine Mannschaft ausbildet und nicht das Schiff verbessert, denn im Laufe des Abenteuers bekommt man immer bessere Schiffe zur Verfügung, da man seine Leute mitnimmt, nimmt man auch die Verbesserungen mit.

 

Während die ersten Missionen noch recht simpel und leicht machbar sind, wird es schnell richtig schwer. Teilweise muss man nicht nur möglichst schnell mehrere Gegner zerstören, sondern sie auch noch so geschickt von ihrem Angriffsziel weglocken, damit sie es nicht zerstören können. Das scheint vor allen Dingen dann beinahe unmöglich, wenn es drei Gegner gibt und man die gar nicht alle gleichzeitig beschäftigen kann. Mit einer Menge Übung und guter Taktik kann man aber auch diese Hürden nehmen.

 

 

Allerdings kann man auf jeden Fall sagen, dass der Schwierigkeitsgrad an manchen Stellen viel zu hoch ist, so dass man dazu tendieren könnte, frustriert aufzugeben. Andere Missionen wiederrum sind etwas seltsam erklärt, so dass man gar nicht genau weiß, was man machen soll. In solchen passiert es nicht selten, dass man 10 Minuten spielt und dann nicht weiter weiß und auf einmal ist die Mission gescheitert. Dieses Problem wird vor allem dadurch ausgelöst und verstärkt, da das Spiel komplett in Englisch ist und man nicht immer alles gut verstehen kann, da die Sprache nicht als einfach bezeichnet werden kann. Man braucht auf jeden Fall fortgeschrittene Kenntnisse, um mit dem Spiel klar zu kommen.

 

Wenn man am Ball bleibt und nicht aufgibt, dann hat man nach etwa 3-5 Stunden die 15 Missionen der Kampagne der Menschen beendet und darf nun auch als Klingone spielen. Hier gibt es insgesamt 16 Missionen, die allerdings nicht so schnell zu schaffen sind, wie die der Föderation, so dass man eher mehr als 5 Stunden braucht, um auch den Klingonen zum Sieg zu verhelfen.

 

 

Ein Captain am Steuer?

 

Obwohl man der befehlshabende Offizier an Bord seines Schiffes ist, führt man doch alle Aktionen selber durch. Zwar gibt man Befehle für Warp-Geschwindigkeit, Kommunikation und Scans der Umgebung, aber im Kampf sitzt man direkt am Steuer, feuert Waffen ab, kümmert sich um die Schilde des Schiffes und gibt weiterhin Befehle. Das kann schnell dazu führen, dass man den Überblick verliert.

 

Dieses Chaos wird dadurch verstärkt, dass die Steuerung alles andere als optimal funktioniert. Der Touchscreen wird zwar sehr vorbildlich als Konsole genutzt, auf der man alle relevanten Informationen angezeigt bekommt, allerdings empfiehlt sich die Steuerung über Tasten und Steuerkreuz, da man nur so in der Lage ist, gleichzeitig zu manövrieren und seine Waffen im Blick zu haben und sinnvoll abzufeuern.

 

 

Auf der Konsole gibt es drei verschiedene Bildschirme: Schilde, Navigation und Waffen. Im oberen Bereich des Touchscreens kann man zwischen diesen drei Ansichten hin- und herschalten. Dabei ist das rechte Drittel des Bildschirms immer mit den Buttons für scannen, Kommunikation, Alarmstufen und Waffen belegt, so dass man immer darauf zugreifen kann. Im Schild-Menü sieht man den aktuellen Status seiner Schilde, sofern sie aktiviert sind. Dieser Bildschirm ist allerdings völlig überflüssig, da man die Schilde auch auf dem oberen Bildschirm angezeigt bekommt. In der Navigations-Ansicht kann man die Beschleunigungsstufe mit einem Schieberegler festlegen und die Neigung, um Kurven zu fliegen. Auf dem Waffen-Bildschirm erkennt man, an welchen Stellen des Schiffes Waffen angebracht sind und ob sie einsatzbereit sind.

 

Im Prinzip könnte man das Spiel komplett über den Touchscreen steuern, allerdings ist es dafür einfach zu hektisch und man verliert so schnell den Überblick, dass man schnell auf die Tasten zurückgreift. Das größte Problem ist, dass man nicht gleichzeitig navigieren und einen Überblick über seine Waffensysteme hat, wenn man über den Touchscreen steuert und so nie genau weiß, welche Waffe gerade einsatzbereit ist. Daher lenkt und beschleunigt man eher mit dem Steuerkreuz und feuert die Waffen mit den Tasten A und B ab. Die Taste Y zeigt an, mit wem gerade eine Kommunikation möglich ist, X öffnet das Scan-Menü, mit Select kann man die Alarmstufe festlegen und der Start-Knopf öffnet das Pausenmenü, in dem man allerdings nur die Möglichkeit hat, die Mission abzubrechen oder fortzusetzen.

 

Die Steuerung mittels Tasten funktioniert zwar deutlich besser als über den Touchscreen, aber gut kann man sie dennoch nicht nennen. Das Schiff reagiert extrem träge und man macht oft Dinge, die man eigentlich gar nicht tun will. So kann man zum Beispiel im Kampf einen Gegner mit der linken Schultertaste anvisieren, damit die Waffen auch sicher treffen. Das hat allerdings zur Folge, dass die Ansicht auf dem oberen Bildschirm immer nur auf diesen Gegner fixiert ist. Wenn man nun seine hinteren Waffen einsetzen möchte, muss man sich vom feindlichen Schiff entfernen, man sieht also nur noch, was hinter dem eigenen Schiff passiert. Und dann kommt es nicht selten vor, dass man nicht mitbekommt, dass man direkt auf einen Planeten zusteuert, da es kein Warnsignal gibt. Um schon ist die Mission vorbei, da das Schiff mit dem Planeten zusammengestoßen ist...

 

 

Weltraum-Action in 2D?!?

 

Das Spiel an sich verfügt zwar über dreidimensionale Grafiken und sieht auch gar nicht mal schlecht aus. Allerdings spielt sich das Geschehen immer nur in zwei Dimensionen ab. Man kann also weder nach oben, noch nach unten fliegen. Das flacht die Missionen natürlich erheblich ab, da man in seiner Bewegungsfreiheit extrem eingeschränkt ist.

 

 

Als schwach kann man auch die Texturen bezeichnen, was vor allen Dingen bei Planeten auffällt. Erstens sind die meisten nicht viel größer als das eigene Raumschiff und zweitens kann man in den meisten Fällen jeden Pixel der Textur einzeln erkennen. Auch zu bemängeln ist, dass die Bereiche, in denen man gegen diverse Gegner kämpfen muss recht klein und irgendwie monoton sind. Natürlich gibt es nicht viel Abwechslung im Weltraum, aber ein Versteckspiel in einem Nebel oder ein Flug durch einen engen Asteroiden-Gürtel hätte dem Spiel durch deutlich mehr Abwechslung sehr gut getan.

 

Die Modelle der verschiedenen Schiffe und Raumstationen sehen ganz passabel aus. Der Nintendo DS kann sicherlich deutlich mehr, aber richtig schlecht sieht es auch nicht aus. Ganz nett sind vor allen Dingen das Waffenfeuer und explodierende Schiffe. Man sieht danach sogar Wrackteile durch den Weltraum treiben, die man eindeutig dem zerstörten Schiff zuordnen kann.

 

Bei der Musik haben die Entwickler auch viel Potential verschenkt. Die Melodien sind zwar ganz nett und auch die Sound-Qualität ist in Ordnung, allerdings will der Funke nicht so richtig überspringen. Es ist für mich auch unverständlich, warum nicht mal die Titelmelodie aus Star Trek vertreten ist. In diesem Bereich leidet das Spiel auch unter einer mangelnden Abwechslung, denn man hat das Gefühl, dieselben Melodien immer und immer wieder zu hören.

 

 

Als nettes Gimmick kann man die Konsole der Klingonen nicht nur auf Englisch anzeigen lassen, sondern auch mit authentischen klingonischen Schriftzeichen. Die Idee ist genial, denn sie macht das Erlebnis noch ein wenig authentischer, allerdings sollte man diese Einstellung erst vornehmen, wenn man genau weiß, was die einzelnen Tasten bezwecken oder wenn man die Sprache lesen kann...

 

 

In Echtzeit gegen Freunde

 

Im Mehrspieler-Modus gibt es drei verschiedene Spielmodi, die aber im Prinzip alle das gleiche Prinzip haben: Kämpfen im Weltraum. Im Modus „Skirmish“ können bis zu zwei menschliche Spieler in einem ganz normalen Gefecht gegeneinander antreten und es gewinnt derjenige, dessen Schiff zuletzt übrig ist. Im „Battlefest“ und „Battlefest Lite“ hat jeder Spieler nicht nur ein Schiff, sondern fünf, bzw. drei in der Lite-Variante. Man fängt dabei mit dem kleinsten an, einer Fregatte. Wenn diese zerstört ist, bekommt man das nächstgrößere Schiff. Wenn man das letzte Schiff hat und dieses auch zerstört wird, dann hat man das Spiel verloren. Der Sieger ist auch hier derjenige, der zuletzt auf dem Schlachtfeld übrig ist.

 

Hat man sich für einen Modus entschieden, dann hat man danach noch einige Einstellungsmöglichkeiten. Spielt man Skirmish, dann kann man sein Schiff auswählen. Darüber hinaus gibt es in diesem Modus und in den zwei anderen auch noch die Möglichkeit, die Karte und das Crew Level (als eine Art Handicap, um unterschiedliche Spielerniveaus auszugleichen) auswählen. Grundsätzlich sind die Mehrspieler-Modi eine feine Sache und sie machen wirklich Spaß, wenn die Spieler alle auf einem ähnlichen Niveau sind. Vor allem beim Battlefest muss man sehr gut taktieren können, um das Spiel zu gewinnen.

 

 

Das Problem am Mehrspieler-Modus ist, dass man ihn nur spielen kann, wenn jeder ein eigenes Spiel hat. Ein Einzelkarten-Multiplayer gibt es leider nicht. Deshalb wird man wohl eher selten in den Genuss des Mehrspieler-Modus kommen. Als optimale Ergänzung wäre eine Wi-Fi Modus perfekt geeignet gewesen, denn dann könnte man auch nachdem man die Kampagnen beendet hat, weiter am Spiel hängen bleiben. So wird es leider recht schnell uninteressant und man ist nicht wirklich lange gefesselt, wenn man nicht sowieso wegen des Schwierigkeitsgrades vor dem Ende aufgibt. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass man den Modus Skirmish auch alleine spielen kann, um so Schlachten nach seinen eigenen Vorgaben auszutragen.

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Auf den ersten Blick ist Star Wars – Tactical Assault ein solides Spiel, das durch die Lizenz vor allen Dingen für Fans interessant sein dürfte. Allerdings mangelt es dem Spiel deutlich an Abwechslung, so dass man schnell gelangweilt ist. Außerdem ist die vielversprechende Touchscreen-Steuerung viel zu komplex und unübersichtlich, so dass man eher auf die Tasten zurückgreift, was aber auch nicht wirklich gut funktioniert. Grafik und Sound sind eher mittelmäßig und durch den teilweise extrem hohen Schwierigkeitsgrad kommt der Spielspaß auf Dauer auch zu kurz, da man ständig frustriert ist. Der Mehrspieler-Mdous ist eine nette Ergänzung, aber da jeder ein eigenes Spiel braucht, kommt er wohl eher selten zum Einsatz. Ein Wi-Fi Modus hätte das Spiel deutlich aufwerten können!

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

schwach

Spielspaß

schwach

55%

Singleplayer

45%

Multiplayer

Release

19.12.2006

Developer

Bethesda Softworks

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2


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