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Reviews: Nintendo DS

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Phoenix Wright Trials and Tribulations (US)

Adventure

09.06.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Phoenix Wright zum Dritten!

 

In Trials and Tribulations schlüpft der Spieler bereits zum dritten Mal in die Rolle des sympathischen Junganwalts, der nun in seinem dritten Jahr als Anwalt tätig ist. Wie schon immer muss man einen des Mordes angeschuldigten (aber unschuldigen) Menschen vertreten und einen Freispruch erwirken. Die fünf Fälle in diesem Teil hängen dabei wie üblich thematisch eng zusammen und beziehen natürlich auch die Vorgänger ein. Aber erst mal ein paar Sätze für alle, die noch nie etwas von der Reihe gehört haben.

 

Phoenix Wright vertritt seine Mandanten nicht nur vor Gericht, sondern er muss sich auch darum kümmern, dass er passende (entlastende) Beweise vorlegen kann. Deshalb kann man den Titel in zwei komplett verschiedene Bereiche unterteilen. Befindet man sich bei den Ermittlungen, dann geht es darum, den Tatort zu untersuchen, Zeugen zu befragen und den Mordfall zu verstehen. Dazu klickt man sich durch verschiedene Orte. Man steuert Phoenix also nicht selbst, sondern tippt einfach nur den gewünschten Zielort auf dem Touchscreen an und schon ist man da. Dort kann man dann entweder anwesende Personen befragen oder die Umgebung untersuchen. So findet man Beweise und sammelt Informationen, die man dann vor Gericht einsetzt, um die Unschuld den Mandanten zu beweisen.

 

Als Neuheit während dieser Spielphasen wurde im zweiten Teil das Mantagma eingeführt, ein Item, mit dem Phoenix psychische Blockaden von Zeugen sehen kann. Er weiß also, wann sie ihm etwas verschweigen. In diesem Fall muss er passende Beweise suchen und diese dann dem Zeugen während des Gespräches an den richtigen Stellen um die Ohren hauen, um so die Blockade zu lösen. Danach bekommt man alle benötigten Infos von ihm oder ihr.

 

 

Sind alle Beweise gesammelt, dann geht es automatisch vor Gericht. Dort werden dann von der Anklage Zeugen geladen. Diese machen ihre offizielle Aussage, die meist nicht wirklich gut für den Mandanten ist. Phoenix muss daher diese Aussagen im Kreuzverhör mit Beweisen entkräften und so die Wahrheit ans Licht bringen. Das ist natürlich in den ersten Fällen sehr viel leichter als später im Spiel, da es immer mehr Beweise gibt und die Geschehnisse immer komplexer werden.

 

Gelingt es, den Mordfall zu durchleuchten und die Wahrheit ans Licht zu bringen, dann spricht der Richter den gewünschten „Nicht Schuldig“ Spruch und der Fall ist gewonnen.

 

 

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

 

Wer die beiden Vorgänger schon gespielt hat, der wird sich sicherlich auch noch Fragen, was dieses verflixte vierte Beweisstück am Ende des zweiten Spiel sein soll. Ob das geklärt wird, will ich hier aber nicht verraten. Darüber hinaus blicken wir erstmals in die Vergangenheit des Anwaltes und erfahren, wie er seine Chefin Mia kennengelernt hat und warum er eigentlich Anwalt geworden ist. Daher darf man in diesem Spiel auch erstmals selbst in andere Rollen schlüpfen und zum Beispiel den des Mordes angeklagten Jura-Studenten Phoenix Wright vor dem Schuldspruch retten.

 

 

Danach schlüpft man in die bekannte Rolle und trifft in den insgesamt fünf Fällen auf jede Menge bekannte Gesichter aber natürlich auch auf neue. So hat Phoenix natürlich auch wieder einen „Feind“ – Staatsanwalt Godot – der Phoenix zu kennen scheint, was aber nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Dubios... Viel zur Story will ich hier auf jeden Fall nicht sagen, denn genau das ist es ja, was das Spiel so spannend macht. Interessant ist aber auf jeden Fall, dass man diverse Male auch andere Charaktere spielen darf und so die ganze Geschichte um Phoenix und seine Vergangenheit aus verschiedenen Perspektiven erlebt. Die Reihe rund um Phoenix ist danach nämlich abgeschlossen und er gibt das Zepter an Apollo Justice weiter, der im vierten Spiel dann die Hauptrolle spielt.

 

Teil drei baut vor allen Dingen auf die Geschichte und verzichtet ansonsten komplett auf Neuerungen im Vergleich zum zweiten. Neben seinem Mantagma zum knacken von psychischen Blockaden gibt es also kein neues Feature. Dafür ist die Geschichte umso spannender und extrem komplex. Natürlich hängen die fünf Fälle eng zusammen, auch wenn man das erst sehr spät im Spiel wirklich begreift. Das typische Phoenix-Flair ist perfekt eingefangen, so dass man sich auf eine gelungene Mischung aus Spannung, Komik und Abenteuer freuen kann. Vor allem Freunde der ersten beiden Teile werden jede Menge Spaß mit dem Spiel haben!

 

 

Technik und Umfang

 

Da die ersten drei Teile der Ace Attorney Reihe ursprünglich für den GBA erschienen sind, ist die Technik aus heutiger Sicht nicht gerade umwerfend. Man bekommen die verschiedenen Umgebungen als Standbilder gezeigt und Figuren stehen vor diesem Hintergrund und sind jeweils mit ca. zehn verschiedenen Animationen versorgt, die unterschiedliche Gemütszustände darstellen. Dabei muss man die gesamte Geschichte lesen, denn außer den „ Einspruch“ und „Moment mal“ Ausrufen gibt es keine Sprachausgabe. Man könnte Phoenix Wright also am durchaus auch als Textadventure mit grafischer Unterstützung bezeichnen.

 

Die Musik ist sehr abwechslungsreich und gewohnt gut. Zwar sind diesmal auch einige nervige Stücke dabei, aber die entwickeln sich zum Glück im Laufe des Spiels so weiter, dass sie am Ende dann doch gut hörbar sind. Die Ausrufe der Anwälte vor Gericht werden in der deutschen Version natürlich auch wieder auf Deutsch sein, aber die englischen „Stimmen“ sind auch nicht zu verachten, wobei vor allem Staatsanwalt Payne`s „Objection“ alleine schon die Tränen in die Augen treibt. An dieser Stelle sei auch angemerkt, dass man in diesem Spiel erfahren wird, wie er seine Haare verloren hat...

 

 

Die Steuerung ist simpel, man klickt sich ja eigentlich nur durch diverse Menüs durch und wählt so aus, was im Spiel passiert. Der Touchscreen-Einbindung ist vorbildlich, jedoch kann man das Spiel auch komplett mit den Tasten und dem Steuerkreuz spielen, wenn man das möchte. Da in manchen Situationen ersteres (zum Beispiel beim Untersuchen von Tatorten) und in anderen letzteres (vor Gericht) besser ist, kann ich eine Kombination von beidem empfehlen. Ein nettes Gimmick ist die Spracherkennung vor Gericht. Drückt man Y oder auf einen Knopf auf dem Touchscreen, dann kann man „Objection“ oder „Hold it“ ins Mirko brüllen und so den Einspruch oder den Angriff einleiten.

 

Am Umfang gibt es kaum etwas auszusetzen, denn 20 Stunden wird man sicherlich brauchen, um alle Fälle zu lösen. Allerdings ist der Wiederspielwert nicht sonderlich groß, denn sobald man die Geschichte einmal gesehen und die Fälle verstanden hat, macht es keinen Spaß mehr. Das Beste ist eben einfach die Suche nach der Lösung.

 

 

Meckerecke

 

Ein paar Kritikpunkte gibt es leider auch noch. Das wohl größte Problem ist, dass man manchmal einfach stecken bleibt und nicht mehr weiß, wie es weiter geht. Dies endet dann zumeist darin, dass man einfach alle möglichen Dinge ausprobiert, bis man das findet, was man gerade braucht. Vor allem vor Gericht ist das nervig, da man sich nur eine gewisse Anzahl an Fehlern erlauben darf, bevor der Mandant automatisch schuldig gesprochen wird. Zum Glück kann man jedoch jederzeit speichern, so dass man, wenn man sich nicht sicher ist, immer vorsichtig agieren kann.

 

 

Besonders nervig ist diese Suche nach der Lösung bei den psychischen Blockaden. Oftmals gibt es nämlich mehrere zu knacken und es ist nicht immer klar, in welcher Reihenfolge man das tun muss. Meistens braucht man nämlich einen bestimmten Beweis von einer Person, um die Blockade einer anderen lösen zu können. Auch hier muss man nicht selten einfach ausprobieren.


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Fazit

Der dritte Teil der Phoenix Wright Trilogie der Ace Attorney-Reihe ist inhaltlich auf jeden Fall der beste. Dafür gibt es jedoch keine technischen Änderungen oder spielerische Neuheiten gegenüber dem zweiten Teil. Da jedoch der Vorteil klar überwiegt, bekommt Trials and Tribulations eine leicht bessere Note, als die beiden Vorgänger. Für Fans der Reihe ist der Titel ein Muss, auch wenn man ihn nicht unbedingt gespielt haben muss, um den Auftakt von Apollo Justice zu verstehen. Das Ende von Phoenix` Karriere als Anwalt wird nämlich erst im vierten Teil thematisiert.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

88%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

TBA 2008

Developer

Capcom

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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