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Reviews: Nintendo DS

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Actionloop

Puzzle

31.01.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Murmeln für Profis!

 

Das Spielprinzip von Actionloop ist sehr schnell erklärt: Auf dem Spielfeld, das auf dem unteren Bildschirm dargestellt wird, befindet sich eine Bahn, auf der Murmeln langsam immer näher an das Ende rollen. Durch geschicktes Platzieren von weiteren Glaskugeln muss man diese auflösen, bevor sie das Ende des Parcours erreichen.

 

Anfangs gibt es zwei verschiedene Farben und man löst Murmeln auf, indem man drei gleichfarbige nebeneinander platziert. Im normalen Spielmodus „Marathon“ geht es, wie der Name schon vermuten lässt, darum, so lange wie möglich durchzuhalten und dabei viele Punkte zu machen. Im Laufe der Zeit kommen immer mehr Farben dazu, so dass man später wirklich viel im Auge behalten muss, um die Dinger wieder loszuwerden, bevor es zu spät ist.

Neue Kugeln platziert man ganz einfach mit dem Stylus, indem man sie aus dem Depot in der Mitte an die Stelle zieht, wo man sie hin haben möchte. Um das Ganze ein wenig komplizierter zu machen, haben die Entwickler einige Hürden eingebaut. Auf den meisten Strecken rollen die Kugeln in Kreisen immer näher auf die Mitte zu, die sie aber nicht erreichen dürfen. Lässt man sich mit dem Auflösen zu lange Zeit, dann kann man die Murmeln auf dem äußeren Ring nicht mehr erreichen, da dieser durch Kugeln auf dem inneren Ring blockiert wird.

 

Außerdem gibt es einige andere Gimmicks, wie Raketen oder Stoppuhren, die die Bewegungen beschleunigen, verlangsamen, stoppen oder sogar umkehren können. Auch wenn das Spielprinzip recht einfach klingt, kommt man ohne eine große Portion Taktik nicht sehr weit. Es ist immens wichtig, dass man versucht, möglichst gute Kombinationen hinzubekommen. Ein Beispiel zur Verdeutlichung: liegen zwei rote Murmeln direkt nebeneinander und an beiden Seiten daneben jeweils 2 blaue, dann kann man die zwei roten durch Platzieren einer dritten auflösen. Die zwei blauen Kugeln ziehen sich dann gegenseitig an (wie es alle gleichfarbigen Murmeln im Spiel tun) und lösen sich bei Berührung ebenfalls auf. Wenn man diesen Trick gezielt vorbereitet und einsetzt, dann kann man unglaublich schnell große Teile der Parcours leer räumen und sich so Zeit zum Atmen verschaffen.

 

Neben dem Marathon-Modus gibt es noch zwei weitere Möglichkeiten, das Spiel anzugehen, die noch wesentlich interessanter und spannender ablaufen: Unter dem Punkt Denksport verbergen sich 20 verschiedene Strecken, auf denen eine bestimmte Anzahl an Kugeln zerstört werden müssen. Schafft man das, kommt man ein Level weiter. Nach dem 20. kommt dann ein Bosskampf, der aber im Prinzip auch nichts anderes ist, als das Hauptspiel, denn auch hier muss man alle Murmeln auflösen, um zu gewinnen. Doch danach ist das Spiel nicht vorbei. Vielmehr kommen danach dieselben 20 noch einmal, aber deutlich härter als beim ersten Durchgang. Und als wäre das nicht schon schwer genug, gibt es danach auch noch eine dritte Runde, die es wirklich in sich hat. Alles in allem kann man hier gut und gerne 10-20 Stunden verbringen, bevor man alle geschafft hat. Dabei ist Frust, vor allen Dingen in späteren Durchgängen, nur selten auszuschließen. Dennoch macht es großen Spaß, da man hier immer ein Ziel vor Augen hat.

 

Darüber hinaus gibt es noch den Schachmatt-Modus. Dies ist eine Art Puzzle, in dem man eine bestimmte Anzahl und Auswahl von Murmeln hat, um die auf dem Parcours liegenden aufzulösen. Die insgesamt 60 Aufgaben haben es spätestens ab Nummer 30 richtig in sich und verlangen Geduld und Kombinationsvermögen, um gelöst zu werden. Auch hier kann man locker 10 Stunden verbringen, bevor man das Ende erreicht hat. Dieser Modus empfiehlt sich vor allen Dingen für Leute, die gerne knobeln aber auch Einsteiger sollen hier auch einen langen Blick rein werfen. Wenn man alle Aufgaben geschafft hat, dann hat man bereits ein sehr gut trainiertes Auge, um Kombo-Möglichkeiten schnell zu entdecken. Und diese Fähigkeit ist unverzichtbar für die beiden anderen Modi.

 

 

Stell dich dem Feind!

 

Bei Actionloop gibt es natürlich auch einen Modus für mehrere menschliche Spieler. Hier kann man sowohl mit einer Spielkarte als auch mit mehreren direkt gegeneinander antreten. Das Spiel läuft dabei bei jedem Mitspieler wie im Singleplayer-Modus ab, mit dem Unterschied, dass man sich natürlich gegenseitig beeinflussen kann. Bildet man zum Beispiel eine Kombo, dann wird dem Gegner eine Blockkugel geschickt, die nur dann aufgelöst werden kann, wenn direkt nebenan eine Reihe aufgelöst wird. Außerdem gibt es Angriffsitems, die man treffen und somit abfeuern kann. Je länger die Kombo ist, die man mit dem Angriff verbunden hat, desto mehr Schaden wird angerichtet.

 

Vor jedem Spiel kann man umfassende Einstellungen vornehmen, damit einem abwechslungsreichen Duell nichts im Wege steht. Man hat die Möglichkeit, eine Zeitbegrenzung (30, 60, 120, 180 Sekunden oder unendlich Zeit) einzustellen, den Parcours festzulegen, ein Handicap zu wählen und die Items ein- und auszuschalten. Danach geht das Spiel direkt los und es gewinnt derjeniger, der zuletzt übrig ist oder nach Ablauf der Zeit mehr Punkte hat.

 

Schade ist lediglich, dass man nur zu Zweit spielen kann und dass es keinen Online-Modus gibt.

 

 

Murmeln wie noch nie!

 

Das Besondere am Spiel ist natürlich die Unterstützung des Touchscreens. Dadurch wird es möglich, dass man die Murmeln wirklich schnippen kann und somit ein sehr realistisches Spielgefühl entsteht. Die weiteren Fähigkeiten der Konsole werden allerdings leider nicht genutzt, bzw. kaum ausgereizt. Auf dem oberen Bildschirm werden meist nur Statistiken angezeigt, die man sich durch die Hektik auf dem Spielfeld aber eh nur selten ansehen kann. Im Schachmatt-Modus werden dort außerdem die demnächst folgenden Kugeln angezeigt. Schade, dass es keinen Parcours gibt, der über beide Bildschirme geht, aber vermutlich wäre das einfach zu unübersichtlich geworden. Unterm Strich funktioniert die Steuerung sehr gut, auch wenn es manchmal zu Frust kommt, weil man sich vertan hat und der Fehler dazu führt, dass das Spiel vorzeitig beendet ist. Man muss es einfach schaffen, ruhig zu bleiben, auch wenn es auf dem Bildschirm richtig hektisch zur Sache geht. Denn nur wirklich gezielte und überlegte Schüsse bringen auch wirklich einen Vorteil.

 

Auch die Power des Nintendo DS nutzt Actionloop eher wenig aus, aber das ist nicht weiter schlimm, denn durch das übersichtliche und zweckmäßige Design hat man stets einen guten Überblick über das Geschehen, so dass man optimal mit dem Spiel interagieren kann. Der Sound erinnert irgendwie sehr stark an Polarium, passt aber auch sehr gut. Lediglich ein paar mehr Melodien und Sounds hätten nicht geschadet, denn man hat schnell das Gefühl, alles gehört zu haben.

 

Ein großer Pluspunkt des Spiels ist das mitgelieferte DS-Rumble Pak. Es sorgt dafür, dass die ganze Konsole vibriert, wenn man Murmeln auflöst und man hat damit noch mehr das Gefühl, wirklich zu spielen. Allerdings könnte der Effekt ruhig etwas stärker sein, aber das verträgt sich wohl nicht mit einer langen Akkulaufzeit, so dass es als nettes Gimmick angesehen werden kann. Es ist sehr nett, dass dieses Zubehör kostenlos dazu kommt. Und das obwohl es sich um einen Titel zum Budget-Preis von knapp 30 Euro handelt. Komischerweise lag es bei Vollpreis-Spielen wie Super Princess Peach und Mario & Luigi 2 nicht dabei, obwohl diese das Rumble Pak auch unterstützen.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Wer Puzzle-Spiele mag, nichts gegen ein kostenloses DS Rumble Pak einzuwenden und 30 Euro für viele Stunden Knobeln und temporeichen Spielspaß übrig hat, der sollte bei Actionloop sofort zugreifen. Das frische Spielprinzip und die innovative und schnell erlernbare Steuerung machen es zu einem wirklich fesselnden Titel. Einige negative Seiten hat es jedoch auch: Freunde von anspruchsvollem Knobeln hätten sicherlich nichts gegen weitere 60 Rätsel gehabt und ein Online-Modus wäre auch sehr nett gewesen. Dennoch kann man zu dem Preis nichts falsch machen. Es ist abwechslungs- und umfangreich, fordert die grauen Zellen und ist auch für Zwischendurch sehr gut geeignet!

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

70%

Multiplayer

Release

26.01.2007

Developer

Mitchell

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2


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