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Reviews: Nintendo DS

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Sega Superstars Tennis

Sport

24.06.2008

Autor: René Schäfer

 

 

Aufschlag für Sonic und Co.

 

Vor einigen Monaten erschien Sega Superstars Tennis auf so gut wie jeder derzeit erhältlichen Konsole und somit auch auf dem Nintendo DS. Wie der sehr aufschlussreiche Titel des Spiels verrät, handelt es sich bei diesem Spiel aus dem Hause Sega um ein Tennisspiel, welches im Sega Universum angesiedelt, also von Sonic über Ulala bis hin zu Amigo einige der bekannten Charaktere als Spieler zur freien Verfügung stellt. Was Sega, die in Sachen Tennis schon durch ihre Virtua Tennis-Reihe einen großen Namen haben, uns nun mit diesem bunten Titel bietet, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

 

 

Einzel und Doppel

 

Im Spiel stehen euch grundlegend erstmal zwei Dinge zur Auswahl. Entweder ihr spielt im Einzel oder eben im Doppel. Diese Termini dürften zwar jedem bekannt sein, doch falls nicht, hier eine schnelle Erklärung: in einem Einzel spielen zwei Spieler gegeneinander. Jeder ist auf sich allein gestellt und spielt Mann gegen Mann um den Sieg. In der Videospielwelt sieht das dann so aus, dass ihr euch den Charakter, mit dem ihr spielen wollt aussucht und dann gegen einen CPU-Gegner antretet. Das Doppel im Tennis stellt sich so dar, dass es zwei Teams á zwei Spieler gibt. Macht also insgesamt vier Spieler auf dem ganzen Feld. In SEGA Superstars Tennis wählt ihr in dem Modus entsprechend zwei Charaktere, von denen ihr aber nur den ersten spielen könnt. Der zweite eures Teams wird vom CPU gesteuert. Wer jetzt bereits zu stöhnen beginnt und ahnt, wie solche Doppel-Matches mit einem CPU Kumpanen wohl aussehen werden, dem sei gesagt, dass die Entwickler von SUMO Digital hier ein ordentliches Stück Entwicklerarbeit abgeliefert haben, denn in 9 von 10 Fällen springt der Computergesteuerte Teamkollege immer an der richtigen Stelle zur richtigen Stelle und macht das, was auch jeder vernünftige Videospieler selbst gemacht hätte.

 

So stellt sich das Gameplay auch im Allgemeinen dar. Die ziemlich bunten Tennisplätze, die, ähnlich wie in den Mario-Sportspielen, quer durch die unterschiedlichsten Sega-Spiele hindurch gestaltet sind, haben fast alle viele kleine Details, die ihre Wirkung dahingehend haben, dass der Spieler sich wirklich ins jeweilige Spiel hineinversetzt fühlt. Und genauso einfach wie das Spielprinzip ist, lässt es sich auch spielen. Es gibt so gut wie keine Eingewöhnungsphase, in der man mit dem Spiel klarzukommen lernen muss, weil es eben sehr selbsterklärend ist. Ein weiterer positiver Aspekt ist mit Sicherheit die Arcade-Lastigkeit des Titels. Man muss kein Tennisprofi sein, um Sega Superstars Tennis gut spielen zu können, weil man nicht viel über das Regelwerk der Sportart wissen muss. Das kommt vor allem bei jüngeren Spielern und während des Spielens zwischendurch sehr gut an.

 

Eine Besonderheit bietet das Spiel auch. Diese nennt sich Superstar-Modus. Das ist kein extra Menüpunkt, sondern eine Spezialfähigkeit, die jeder Charakter während des Spiels aktivieren kann. Dazu muss aber zuerst die Superstar-Anzeige aufgefüllt sein, die sich in Form eines immer größer werdenden Sterns unter der Spielfigur darstellt und zu blinken beginnt, wenn genug Power gesammelt wurde. Und das Sammeln dieser Power funktioniert ganz automatisch indem ihr einfach gut spielt. Darunter fällt das Abwehren guter Schläge oder das eigene Ausführen angreifender Schläge. Und ist die Power erstmal gesammelt, kommen die wirklich guten Schläge. Aktiviert man den Superstar-Modus über die L- oder R-Taste, ist für die Zeit von einer Minute der Schlag eures Charakters von spezieller, nahezu unhaltbarer Art. Entweder fliegt der Ball drei Mal im Zick Zack auf den Gegner zu, windet sich im Kreis, verschwindet und taucht an einer anderen Stelle wieder auf oder weicht kurzerhand einfach dem Schlag eures verzweifelten Gegners aus. Was der Ball denn nun macht, hängt vom jeweiligen Charakter ab, der einen solchen Schlag ausführt. Gut gelungen ist auch die Arbeit hieran. Denn diese Schläge sind wirklich so gut wie unhaltbar und machen nicht nur das Leben und Spielen eines menschlichen Gegners schwerer sondern lassen auch die CPU Kontrahenten ins virtuelle Nichts blicken.

 

Auch im Doppel verhält es sich im Superstar-Modus wie während dem Rest eines Matches. Euer Partner aktiviert den Modus nicht unnötig (beispielsweise kurz bevor der Ball ins Aus geht und eh abgepfiffen wird), hält die Bälle der Gegner genau so schwer wie ihr und schafft es auch, diesen Modus taktisch gut zu benutzen, um euren Gegner den Rest in Sachen Tennis-Kunst zu geben.

 

 

Zwei-Tasten-System?

 

So einfach, wie das Spiel im oberen Abschnitt beschrieben und bis jetzt ist, bleibt es auch bei der Steuerung. Diese kann im Optionsmenü sogar zwischen den zwei zur Verfügung stehenden Varianten ausgewählt werden.

 

Fangen wir zunächst aber mit der standardmäßigen, konventionellen Methode an. Bei dieser seht ihr auf dem oberen Bildschirm das komplette Geschehen aus der gewohnten Tennisspiel-Perspektive und steuert es über das Steuerkreuz und das Drücken des A-Knopfes. Habt ihr einmal den Knopf gedrückt um einen Schlag auszuführen, lässt es sich nicht mehr rückgängig machen und führt bei zu frühem Drücken oft zu einem Schlag ins Leere. Trefft ihr aber den Ball, solltet ihr dann auf dem Steuerkreuz in die Richtung drücken, in die das gelbe Bällchen fliegen soll, wenn dieser den Schläger berührt. Das Verhalten des Balls ändert sich hier ziemlich genau mit dem Zeitpunkt, zu dem man auf die Richtungstaste drückt. Soll heißen, wenn ihr zu früh drückt, wird der Ball nicht ganz so doll in die gewünschte Richtung fliegen, drückt ihr zu spät fliegt er gar nicht in die Richtung und drückt ihr zum rechten Zeitpunkt fliegt er genau in die vorgesehene Richtung. Alles in allem bleibt hier nur zu sagen, dass diese aus anderen Spielen bekannte Steuerungsmethode wohl noch immer die beste ist und genau das tut, was sie soll: funktionieren.

 

Das sieht bei Option zwei ein bisschen anders aus. Diese ist DS exklusiv und erfolgt über den Touchscreen. Aber auch hier wird das komplette Geschehen auf dem Topscreen dargestellt und auf dem unteren ist wie auch bei der anderen Steuerungsvariante nur der aktuelle Punktestand zu sehen. Hier kommen dann schon die ersten Fragen auf, warum das so ist und wie man so seine Spielfigur richtig steuern kann. Auf die erste der beiden Fragen kann ich euch leider auch keine Antwort liefern, da es mir auch völlig unklar ist, weshalb man den Displayinhalt nicht einfach ausgetauscht hat. Zur zweiten Frage kann ich aber sagen, dass man den Stylus einfach über den Bildschirm gleiten lässt um den Charakter zu bewegen und drauf tippt um zu schlagen. Der gesamte Bildschirm steht hierbei repräsentativ für eure gesamte Spielfeldhälfte. So weit so gut, denn an das Laufen und Schlagen hat man sich schnell gewöhnt, schafft es das eigene Gehirn doch ziemlich gut, den oben gesehenen Inhalt auf die Bewegungen auf dem unteren Bildschirm zu portieren, so dass ein Blick auf den Touchscreen nicht nötig ist. Auch die Reaktionen des Spielers auf dem Feld sind richtig und genau. Das Schlagprinzip wurde von der ersten Steuerungsvariante übernommen, sodass es auch hier so ist, dass sich die Position des Spielers nicht mehr ändern lässt wenn man einmal auf den Bildschirm getippt hat. Das wichtigste bei der Steuerung eines Tennisspiels funktioniert bei der Bedienung über den Touchscreen allerdings gar nicht gut: das Verändern der Ballflugrichtung. Diese lässt sich ändern indem ihr den Stylus quer über den Bildschirm zieht. Und da das Bewegen des Stiftes auf dem Screen auch für das Bewegen der eigenen Spielfigur steht, überschneiden sich die beiden Steuerungsbefehle so gut wie immer und das Spiel entscheidet sich für das Laufen anstatt für das Schlagen in eine bestimmte Richtung. Das ist gar nicht gut und führt zu Frust und ordentlichem Punktabzug in unserer Bewertung, sollte es doch gerade der Touchscreeneinsatz sein, der auf dem DS funktioniert.

 

 

Bunt und fröhlich

 

So wie wir die Welt aus Sonic, Super Monkey Ball, Samba de Amigo und den Nights Spielen kenne sieht es auch in Sega Superstars Tennis aus. Ein schöner Comicstil in einer 2D Spielwelt, die durch die perspektivischen Tennisplatzgestaltung dreidimensional wirkt, liefert dem Spieler das, was er von einem Allstar-Arcade-Sportspiel aus den beliebten Franchises erwartet. Die grafisch hohe Qualität, die das äußerst geniale aber natürlich vorgerenderte Introvideo bietet, kann das eigentliche Spiel nicht halten und verfällt hier und da, vor allem in den Hintergründen, in leichten Pixelmatsch, welcher durch die schon angesprochenen vielen kleinen Details aber wieder in Vergessenheit gerät.

 

Ein grafisches Highlight sind die kleinen Zwischensequenzen, die ablaufen, wenn man den Superstar-Modus aktiviert. In diesen Mini-Videos wird das 3D-Charaktermodel in einer bunten Umgebung gezeigt, die an die Stellen der Pokémon Anime-Serie erinnert, wo ein Pokémon in den Kampf geschickt wird. Während dieser Videos, aber auch während des normalen Spielgeschehens ist eine konstant hohe Framerate zu beobachten.

 

Musikalisch kann das Spiel durchaus überzeugen. So hört ihr auf jedem Platz eine ganz individuelle, zum Szenario passende Musik, die auch nicht schnell langweilig oder nervend wird. Das unterstützt die Fröhlichkeit und Lockerheit des ganzen Titels noch mal und zeigt, dass Sega es immer noch drauf hat. Auch positiv anzumerken ist die Sprachausgabe im Spiel. Zwar sagt jeder Charakter zu Beginn eines Matches immer den gleichen einen Satz, doch das ist immer noch besser als komplett stumm da zu stehen.

 

 

Mehrspielerspaß

 

Wie es sich für ein richtiges Tennisspiel gehört, bietet auch das Spiel von Sonic und Co. einen Mehrspieler-Modus. Wählt ihr diesen im Hauptmenü, dürft ihr euch erstmal entscheiden, ob ihr ein Einzelkarten-Spiel oder ein Multikarten-Spiel starten wollt. Je nachdem wie viele Module ihr besitzt, wählt ihr den entsprechenden Punkt und legt sofort los. Im Einzelkarten-Modus jedenfalls.

 

Während ihr bei einem Spiel mit mehreren Cardridges sowohl Charakter und Platz aussuchen könnt, spielt ihr im Einzelkarten-Spiel immer denselben Charakter auf immer demselben Platz. Beide Spieler bekommen Sonic zugewiesen und gespielt wird auf der Sonic-Map. Das macht schon nach wenigen Minuten absolut keinen Spaß mehr. Auch hier versagt die Technik jedoch nicht und die Framerate bleibt konstant aufrecht, doch ist es schon ärgerlich, ist der DS gepaart mit einem Zwei-Mann-Sportspiel doch geradezu dafür prädestiniert mehrere Spieler gleichzeitig zu beglücken.

 

Ein Onlinemodus fehlt auch komplett, was das Bild des Spiels „für zwischendurch“ immer klarer macht.

 

 

Fehlschlag

 

So schön Sega Superstars Tennis bis jetzt auch klingen mag, hat dieser Titel so einige Schwachstellen. Der wohl größte stellt hierbei der sehr geringe Umfang dar. Insgesamt hat man als Einzelspieler nur sechs Turniere mit jeweils 5 Matches zu spielen, um das Spiel durch zu haben. Auf diesem Weg schaltet ihr einige Charaktere frei, seht alles, was es wert ist zu sehen aber schon nach knapp eineinhalb Stunden. Zwar bietet das Spiel noch einige recht gelungene Minispiele, doch diese machen den Ball auch nicht runder als er ist.

 

Die Tatsache, dass nicht der geringste Hauch einer Story vorhanden ist und es auch komplett egal ist, wie man bei einem Turnier abschneidet, um weiter zu kommen, lassen den Wiederspielwert fast auf Null sinken. Der schlechte Einzelkarten-Merhspielermodus verschlechtert das Bild noch weiter, da wohl kaum einer Lust hat, mehr als 10 Minuten am Stück das gleiche auf seinem Bildschirm zu sehen. Auch wenn der Freund noch so gut und hart zu besiegen ist, macht dieser Modus einfach keinen Spaß.

 

Diese Gründe zwingen mich regelrecht dazu, das Spiel als einen kleinen Zeitvertreib während des Wartens auf den nächsten Bus anzusehen und es vom Spaßfaktor her mit einem kostenlosen Flash-Spiel aus dem Internet gleichzusetzen.


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Fazit

Rund um wirkt Sega Superstars Tennis leider nicht ganz so rund. Man bekommt schnell das Gefühl, dass Sega das Spiel neben den anderen Konsolen auch noch schnell auf den DS bringen wollte, um die Kasse lauter klingeln zu lassen. Der Einzelspieler-Modus macht zwar Spaß und erfreut sich der Anwesenheit einiger prominenter Charaktere und Szenerien, doch ist die Spieldauer und der Wiederspielfaktor auf Grund fehlender Story und zu schnell freischaltbarer Extras ziemlich gering, was die Singleplayerwertung stark in den Keller befördert. Der schlechte Einzelkarten-Mehrspielermodus ist leider für die Katz und hätte auch völlig fehlen können. Lediglich der Multikarten-Modus macht Sinn und Spaß, rechtfertigt den Kauf zweier Exemplare aber lange nicht. Das ist natürlich gerade bei einem Tennisspiel ärgerlich, vor allem da wir durch die Virtua Tennis Reihe wissen, dass Sega es auch besser kann. Technisch gibt es an dem Spiel kaum was auszusetzen, lediglich die kleinen Pixelbröckchen in manchen Maps sind ärgerlich und hätten nicht sein müssen. Alles in Allem ist SEGA Superstars Tennis ein ganz klarer Kandidat für den ersten Platz der Liste der „Spiele für zwischendurch“, auch wenn die UVP von 37,95€ nicht ganz danach aussieht.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

ok

Spielspaß

schwach

49%

Singleplayer

43%

Multiplayer

Release

17.03.2008

Developer

Sumo Digital

Publisher

Sega

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (WLAN)

1-4


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