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Reviews: Nintendo DS

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Geheimakte Tunguska

Adventure

19.07.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Aktenzeichen XY ungelöst!

 

Wir schreiben das Jahr 1908. In einer Nacht erschüttert eine gewaltige Explosion die Tunguska Region. Und bis heute weiß man nicht, was damals eigentlich genau passiert ist. Aber das wird sich jetzt ändern...

 

Wladimir Kalenkow, Vater von Nina, Forscher und Mitarbeiter in einem Museum verschwindet eines Abends auf mysteriöse Weise. Als Nina feststellt, dass ihr Vater verschollen ist und die Polizei von Berlin ihr auch nicht helfen kann oder will, macht sie sich auf eigene Faust auf die Suche nach ihm. Schon im Museum erfährt sie seltsame Dinge von Gestalten in schwarzen Umhängen, die kein Gesicht haben sollen und wird von einem dubiosen Kommissar freundlich darum „gebeten“, sich aus der Sache herauszuhalten. Dort lernt sie auch Max kennen, einen Kollegen ihres Vaters, der seine Unterstützung anbietet. Als Nina dann auch noch zu Hause selbst überfallen und ausgeraubt wird, ist klar, dass alles irgendwie zusammenhängen muss. Die sonderbaren Hinweise über eine Expedition Wladimirs in die Tunguska Region vor ein paar Jahrzehnten bringen Nina auf eine Spur, der sie dann folgt, um ihren Vater wiederzufinden. Eine Reise durch viele Kontinente beginnt...

 

Ihr übernehmt die Kontrolle über Nina direkt nach dem einleitenden Video, das von der Katastrophe im Jahre 1908 erzählt. Viel mehr weiß man als Spieler zu Beginn nicht. Wie bei einem Point & Click Adventure üblich, steuert man Nina nicht direkt, sondern zeigt auf eine bestimmte Stelle der Umgebung und sie bewegt sich dorthin. Allerdings kann man zur Not auch auf das Steuerkreuz zurückgreifen, was ich aber nicht empfehlen kann, da es per Touchpen einfach viel schneller und genauer geht.

 

In der Umgebung gibt es allerhand Dinge, mit denen Nina interagieren kann, um Rätsel zu lösen, Hinweise zu finden und so im Spiel weiter zu kommen. Ein Beispiel: Ein Mädchen vor dem Museum hat sich nicht nach Hause getraut, weil sie ihr Fahrrad und die Digitalkamera ihrer Eltern kaputt gemacht hat. Nina muss ihr zunächst helfen, den platten Reifen zu flicken, um dann die Kamera zu bekommen, auf der sich entscheidende Hinweise befinden könnten. Auf dem Reifen muss man erstmal mit Hilfe einer Luftpumpe und einem Eimer Wasser das Loch finden und es dann provisorisch mit Kleber und einem Gummihandschuh flicken. Danach kriegt man die Kamera, die nicht kaputt ist, sondern nur keinen Saft mehr hatte. Baut man neue Batterien ein, findet man den gesuchten Hinweis und kann weiter. Auf diese Art und Weise geht es das gesamte Spiel darum, die Umgebung und die zu findenden Dinge zu nutzen, um dem großen Geheimnis Schritt für Schritt näher zu kommen.

 

Zwischendurch werden in einigen tollen Videos, die auch schon in den anderen Versionen genauso gezeigt wurden, die Handlungssequenzen gezeigt, in denen der Spieler keine Kontrolle über Nina hat. Später im Spiel hilft dann Max auch noch mit. Dann kann man per Berührung ganz einfach zwischen den beiden hin und her schalten. Typischen P&C Kost eben, die aber wegen der spannenden Geschichte und den (manchmal sehr flachen, aber immer lustigen) Sprüchen von Nina sehr gut unterhalten kann.

 

 

Rätsel für unterwegs.

 

Ich habe die Wii-Version vor ein paar Wochen schon ganz ausführlich gespielt und wirklich genossen, weshalb mir auf dem DS natürlich vieles extrem leicht gefallen ist. Schließlich kenne ich des Rätsels Lösung schon vorher. Auf diese Art habe ich für das gesamte Spiel etwa 5 Stunden gebraucht, ohne Wissen waren es auf der Wii etwa 12. Allerdings finde ich den Titel auf dem DS auch so etwas leichter, weil man, anders als zu Hause, unterwegs Hinweise angezeigt bekommt, wo sich überall Gegenstände, mit denen man etwas anfangen kann, befinden. Das ist allerdings auch nötig, da man auf dem recht kleinen Bildschirm sonst ziellos herumtippen müsste, um noch Dinge zu finden. Darüber hinaus ist es bei heller Umgebung oft ein Problem, dass das Bild recht dunkel ist und auch die sehr gute Beleuchtung des DS lite kaum ausreicht, um alles zu erkennen. Dementsprechend ist es für unterwegs nur geeignet, wenn man sich an schattigen Plätzen aufhält.

 

Ein weiteres Manko im Vergleich zum großen Bruder ist die Sprachausgabe. Die Dialoge sind zwar vollkommen identisch, aber auf dem DS sind nur die Dialoge in den Sequenzen mit Sprachausgabe unterlegt. Dadurch wird das ohnehin schon recht tonlose Spiel, denn Musik gibt es auch kaum, auf dem DS noch etwas lebloser und weniger spannend. Schade, dass hier an der Kartengröße gespart wurde, aber vermutlich hätten alle Zeilen eh niemals drauf gepasst. So geht leider ein großes Stück Spielspaß verloren. Dazu gibt es recht lange Wartezeiten zwischen den einzelnen Bereichen von etwa 2-5 Sekunden. Im Prinzip ist das nicht viel, aber auf Dauer stört es den Spielfluss schon, gerade weil man auf dem DS anderes gewohnt ist.

 

Ansonsten gibt es an der Umsetzung kaum zu meckern. Grafisch sieht es echt gut aus, auch wenn die Bewegungen der Figuren manchmal etwas steif wirken und sie nicht direkt mit der Umgebung interagieren. Dafür sind die Hintergründe toll gestaltet und die Videos wurden gut in das kleine Format übertragen, wenn man von der etwas blechern klingenden Musik in selbigen mal absieht. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, mit Kopfhörern zu spielen, denn die kleinen Boxen sind leider völlig überfordert.

 

Dafür funktioniert die Touchscreen-Steuerung sehr gut und auch das Vorhandensein von vier Speicherständen ist eine feine Sache, kann man so den Titel auch mit mehreren Leuten gleichzeitig genießen.

 

An dieser Stelle sei auch noch mal auf unser Interview mit einem Entwickler der Wii-Version bei keen games hingewiesen!

 

 

Vielen Dank an Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Auf dem Nintendo DS kann Geheimakte Tunguska nicht ganz so überzeugen wie auf der Wii, macht aber trotzdem Spaß. Wer das Spiel noch nicht gespielt hat und lieber unterwegs Abenteuer besteht, dem kann man zum kauf auf jeden Fall raten. Vor allem als Vorbereitung auf den zweiten Teil, der es früher oder später sicherlich auch auf eine oder beide der Konsolen von Nintendo schaffen dürfte. Wer über die kleinen Mängel hinweg sehen kann und generell Spaß an diesem Genre hat, kann kaum was falsch machen. Dafür ist die Geschichte einfach zu gut gelungen und macht nach den leider zu kurzen 10-12 Stunden Lust auf sehr viel mehr.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

25.04.2008

Developer

10tacle

Publisher

Koch Media

USK Freigabe

6+


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