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Reviews: Nintendo DS

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New International Track and Field

Sport

29.07.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Button-Mashing ohne Buttons!

 

Wer erinnert sich nicht an die längst vergangenen Tage, in denen man Spiele noch mit Joysticks und Knöpfen steuerte. Ok, so vergangen ist diese Zeit auch heute noch nicht, aber zumindest hat es seit Mario Party 1 auf dem Nintendo 64 kein Spiel mehr darauf angelegt, den Controller möglichst stark zu beanspruchen. Nun kommt aber Konami daher und bringt eine alte Serie zu neuem Leben und setzt dabei auf innovatives Touchscreen- äh... Rubbing. Aber worum geht es in dem Spiel eigentlich?

 

New International Track and Field ist ein echtes Hardcore-Sportspiel. In 24 Disziplinen und mehreren Spielmodi, alleine oder mit menschlichen Gegnern on- oder offline geht es eiskalt nur darum, der Beste zu sein. Sei es, die 100m unter 10 Sekunden zu laufen oder beim Hochsprung die 3 Meter Marke zu knacken. Für alle Sportarten wird dabei auf ein recht beschränktes Arsenal an Steuerungsmöglichkeiten zurück gegriffen.

 

Beim 100 Meter Lauf muss man zum Beispiel einfach nur mit dem Stylus so schnell wie möglich auf eine Querleiste auf dem Touchscreen hin und her reiben. Beim Hürden- oder Hindernislauf kommt dazu noch ein Knopf auf dem Touchscreen, den man zum springen treffen muss. Alternativ kann man hierzu aber auch jede Taste der Konsole nutzen, um nicht dauernd aus dem Rhythmus zu kommen. Bei Sportarten wie dem Weitsprung oder Speerwerfen rubbelt man erst wieder, um Geschwindigkeit aufzubauen und drückt dann im richtigen Moment erneut besagten Knopf, um den Absprung- bzw. Abwurfpunkt und –winkel festzulegen. Beim Bogenschießen rubbelt man, um den Bogen zu spannen und drückt die Taste im richtigen Moment, um die Zielscheibe möglichst in der Mitte zu treffen. Es gibt jedoch auch noch andere Steuerungsmethoden, wie zum Beispiel beim Skeetschießen. Hier bewegt man das Zielkreuz auf dem oberen Bildschirm durch Bewegungen auf dem Touchscreen und feuert per Knopfdruck auf letzterem eine Kugel ab. Insgesamt gibt es für die 24 Sportarten etwa ein halbes Dutzend Steuerungsmethoden.

 

Wer seinem DS etwas Gutes tun möchte, der sollte sich jedoch nicht dazu hinreißen lassen, das Spiel zu kaufen, denn die Lebensdauer erhöhen wird das heftige und andauernde Rubbeln sicher nicht. Ansonsten empfiehlt sich eine Schutzfolie für den Touchscreen, die dann aber auch im Wochenrhythmus gewechselt werden sollte. ;-)

 

 

Aus sechs mach vierundzwanzig!

 

Das originale Track and Field hatte damals nur sechs Sportarten und war damit recht beschränkt. Die neue Version hat gleich viermal so viele zur Verfügung und darüber hinaus noch eine ganze Menge Spielmodi. Zu Anfang sollte man sich mit der Karriere befassen, in der man in verschiedenen Schwierigkeitsgraden jeweils vier Sportarten hintereinander bestreiten muss. Je nach Platzierung bekommt man Punkte, die aber hauptsächlich von der Leistung abhängen. Man bekommt also mehr Punkte, wenn man beim Weitsprung mit 10 Metern den ersten Platz belegt, als wenn man mit 8 Metern gewinnt. Gewinnt man eine solche Runde, schaltet man damit die nächste Aufgabe und damit auch neue Disziplinen frei. Sämtliche Sportarten kann man im Einzelmodus auch trainieren und dort durch gute Ergebnisse Trophäen und andere Extras freischalten.

 

Im Laufe der Zeit kommen dann noch Missionen und weitere Aufgaben dazu, so dass man eine ganze Weile beschäftigt ist, bis man tatsächlich alles erreicht und freigeschaltet hat. Besonders empfehlenswert ist dieser Versuch jedoch, weil die geheimen Charaktere sehr sehenswert sind. Oder wer will nicht mal Solid Snake beim Hochsprung steuern?

 

Darüber hinaus gibt es auch noch einen sehr guten Modus für mehrere Spieler. Diesen kann man mit einer oder mehreren Karten offline und darüber hinaus auch online wirklich genießen. Offline mit nur einer Karte ist die Auswahl an Sportarten zwar arg beschnitten und die Warte- durch Ladezeiten schnell nervtötend, aber so kann man zumindest auch mit nur einem Spiel überhaupt gegeneinander antreten. Hat jeder das Spiel, dann sind sämtliche Sportarten in beliebiger Auswahl und Reihenfolge spielbar. Maximal vier Mitspieler können sich somit beim Touchscreen-Rubbing gegeneinander messen.

 

Sind mal keine Leute griffbereit, die Lust auf ein Match haben, dann ist der Online-Modus eine beinahe perfekte Alternative. Er greift zwar auf die unbeliebten und umständlichen Freundescodes zurück, macht darüber hinaus aber alles richtig. Die Suche nach Gegnern ist vorbildlich und das Spiel läuft online sehr stabil. Darüber hinaus gibt es eine riesige Online Community mit eigener Homepage, auf der sogar, wenn man das will, die eigenen Ergebnisse automatisch publik gemacht werden. Dort kann man auch Gruppen gründen, bestehenden beitreten oder Turniere veranstalten. Davon sollte sich Nintendo mal eine gewaltige Scheibe abschneiden, denn dieser Zusatzservice führt dazu, dass Track and Field eines der besten Online-Spiele auf der Konsole überhaupt ist. Einfacher und mit gleichzeitig mehr Optionen und Spielspaß geht es kaum.

 

 

Die Technik – Retro, aber doch modern!

 

Grafisch hat der Titel auch so einiges zu bieten. Die Spielfiguren sind dreidimensional modelliert und sehr stilistisch designt. Vor allem die übergroßen Köpfe machen die Charaktere „glaubhaft“, denn alles im Spiel, wie zum Beispiel deren Hintergrundgeschichten, ist leicht übertrieben. Vor allem die Spezialfiguren, darunter zum Beispiel Solid Snake, sollten Kenner von Klassikern aus dem Hause Konami nicht selten zum Schmunzeln bringen.

 

Die Spielfelder sind dagegen, wie die Hintergründe, zweidimensional. Zwar sieht man die Laufbahn zum Beispiel in einer Ansicht von schräg vorne, bekommt also drei Dimensionen vorgegaukelt, kann sich jedoch nur in zweien bewegen. Die Hintergründe sind extrem retro, was das Spiel grafisch zu einer sehr gelungenen Mischung aus Altem und Neuem macht.

 

Die Musik und die Soundeffekte sind auch cool getrimmt, was auch erstaunlich gut gelungen ist. Stellt man sich den selbigen Versuch bei einem Titel direkt aus dem Hause Nintendo vor, dann würde das vermutlich gnadenlos in die Hose gehen und damit lächerlich wirken. Genau das ist hier aber nicht der Fall, so dass auch der Sound dem Spiel gerecht wird.

 

 

Meckerecke

 

Dinge, über die man meckern kann, findet man im Spiel sehr wenige. Ein Punkt ist aber auf jeden Fall der komisch hohe Schwierigkeitsgrad. Dadurch, dass man durch möglichst schnelle Bewegungen zu guten Ergebnissen kommt, ist es eben nicht so leicht, sich zu verbessern. Wenn man einfach nicht schneller mit dem Touchpen über den Bildschirm reiben kann, dann wird man im 100 Meter Lauf auch nie schneller werden. Dazu kommt die körperliche Anstrengung, die es kaum möglich macht, über einen längeren Zeitraum zu üben. Das ist eben der Preis für ein Spiel, bei dem es auf solche Dinge ankommt. Wer nicht die Muße hat, durch hartes Training besser zu werden, der wird es im Spiel und vor allem online nicht weit bringen. Retro-Fans kommen dagegen voll auf ihre Kosten.

 

Dazu kommt, dass man im Karriere-Modus in jeder Disziplin immer einen Qualifikationswert hat, den man schaffen muss, um überhaupt weitermachen zu dürfen. Wenn man dann jedoch mal auf eine Sportart trifft, die man nicht so gut kann und die keinen Spaß macht, dann ist es schwer, sich zu motivieren, durch Training besser zu werden. In den sauren Apfel muss man dann aber leider beißen, wenn man weiter kommen will. Sinnloserweise würde man die Aufgaben meistens aber eh gewinnen, auch wenn man die Qualifikationshürde nicht bei allen Disziplinen nimmt.

 

Vielen Dank an Konami für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

New International Track and Field ist eine sehr gute Mischung aus Neuem und Altem. Allerdings werden wegen des sehr hohen Schwierigkeitsgrades eher Retro-Fans auf ihre Kosten kommen. Die Mehrspielermodi sind toll umgesetzt, wobei vor allem der vorbildliche Online-Modus mit Community-Funktion über eine Internetseite einer der besten auf der Konsole ist. Die recht monotone und auch körperlich anstrengende Steuerung kostet leider ein paar Wertungspunkte. Das Spiel ist auch für Einzelspieler ausreichend umfangreich, aber kommt nicht ganz an den Spielspaß mit menschlichen Gegnern heran. Viel falsch machen kann man mit dem Spiel auf keinen Fall, wenn man sich von ein wenige Training für die Arme nicht abschrecken lässt.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

ok

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

89%

Multiplayer

Release

12.06.2008

Developer

Sumo Digital

Publisher

Konami

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

1-4

Anzahl Spieler (WLAN)

1-4


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