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Reviews: Nintendo DS

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Space Invaders Extreme

Shoot 'em Up

25.08.2008

Autor: René Schäfer

 

 

Wenn man im Videospielladen um die Ecke steht und nach einem neuen Spiel für seinen Nintendo DS sucht, sollte man in den meisten Fällen vermeiden, eines zu kaufen das sich selbst im Titel mit dem Wort “extreme” komplimentiert.

 

Wenn man im Videospielladen um die Ecke steht und nach einem neuen Spiel für seinen Nintendo DS sucht, ist man als durchschnittlicher Spielercharakter auf Grund zahlloser Erfahrungen dazu geneigt, ein Remake des Uralt-Kult-Hits “Space Invaders” eher nicht zu kaufen.

 

Was aber, wenn man jetzt im Videospielladen um die Ecke steht und ein neues Spiel für seinen Nintendo DS sucht und eines namens “Space Invaders Extreme” entdeckt? Panisches Davonlaufen? Schnelles Weggucken und so tun als hätte man es nicht gesehen? Einfach ignorieren?

 

Nein!

 

Zum Anlass des 30 jährigen Jubiläums des oft kopieren Klassikers “Space Invaders” haben sich zwei, berechtigterweise gut bekannte japanische Spielermacher zusammengetan: das Joint-Venture Square-Enix und “Space Invaders” Erfinder Taito. Was bei dieser Zusammenarbeit rausgekommen ist, kann sich mehr als sehen lassen und beweist wiedermal, dass diese beiden Firmen wahre Meister in der Branche sind, schaffen sie es mit “Space Invaders Extreme” für den Nintendo DS doch, einen Titel der dem Großteil der 6,7 Milliarden derzeit auf unserem Planeten lebenden Menschen bekannt ist perfekt wieder neu aufleben zu lassen.

 

 

Back in time?

 

An der, zugegebenermaßen nicht gerade epischen, Hintergrundgeschichte von Space Invaders hat sich seit Anbeginn der Invasion in den letzten 30 Jahren nichts verändert. Immer noch wollen UFOs ihren Weg auf unsere kleine Erde finden und diese zu ihrem Eigentum zu machen. Nach wie vor schlagt ihr euch als tapferer UFO-Abwehrer in eurem eigenen Geschütz am Erdboden und müsst an der Front stand halten. Denn die grundbösen Eindringlinge kommen alles Andere als in Frieden oder einer kleinen Anzahl. Nahezu unermüdlich erscheinen immer mehr von diesen unbekannten Flugobjekten am Himmel.

 

Im Spiel stellt sich das dann wie folgt dar: Am oberen Bildschirmrand des unteren Bildschirms des Zweibildschirmers erscheinen Reihen von UFOs, am unteren Rand nimmt euer eigenes, bekanntes, Flugobjekt Platz und schießt mit allen modernen Waffen auf die sich nähernden Feinde. So bleibt das Spielprinzip genau so das gleiche, wie es schon die Gestaltung des Spielbildschirms geblieben ist. Ein wenig hat sich die Waffentechnologie seit 1978 dann aber schon verbessert und stellt euch nun unter anderem Laser, Streumunition und Granaten zur Verfügung. Um diese Waffen nutzen zu können müsst ihr aber erst so einiges vom Himmel hohlen. Und das in bestimmten Reihenfolgen. Denn neben den neuen Waffen- und Gegnertypen sind die Combos die große Neuerung in Space Invaders Extreme.

 

Diese Kombinationen können sich auf verschiedenste Weisen zusammensetzen. Schießt man beispielsweise vier UFOs der gleichen Farbe ohne Unterbrechung hintereinander ab, bekommt man die Spezialwaffe dieser Farbe. Bei einer Combo aus vier blauen Invaders fällt das Waffenupgrade „Laser“ vom Himmel und will eingesammelt werden, um euch einen bildschirmlangen Laser zu verleihen. Haltet ihr dann die Feuertaste gedrückt, genügt es, einfach von Bildschirmrand zu Bildschirmrand zu fliegen um alles am Himmel zu zerstören. Bekommt man das Waffenupgrade der grünen Flieger wird aus eurer Waffe ein sehr nützlicher Spreadshoot gefeuert. Anstatt einer machen sich dann drei Geschosse auf den Weg gen Gegner. Damit das Spiel dann nicht zu einfach wird, halten diese Spezialwaffen nur eine bestimme Zeit von einer knappen halben Minute und müssen dann sich dann erneut verdient werden.

 

Aber nicht nur das Abschießen von mehreren UFOs der gleichen Farbe wird als Combo gezählt. Zerstört man eine horizontale oder senkrechte Reihe ohne eine Unterbrechung, bekommt man ebenfalls einiges an Bonuspunkten. Und hat man von diesen erst mal so einige zusammen, erscheint ein etwas größeres bunt flackerndes UFO am oberen Rand und sollte möglichst abgeschossen werden. Denn dann startet eine kleine Extraaufgabe, die es zu erfüllen gilt. Diese Aufgaben variieren von einfachem Abschießen einer bestimmen Anzahl von sehr schnell fliegenden Raumschiffen bis zum Abschießen bestimmter, seltener auftauchenden, Flugobjekten innerhalb eines Zeitlimits von 30 Sekunden. Schafft man diese kleine Aufgabe, was in der Regel nicht all zu schwer ist, startet der so genannte „Fever Mode“. In diesem Modus geht der aktuelle Level an der Stelle ganz normal weiter, an der man von dem bunten UFO unterbrochen wurde. Das einzige was diesen Modus aus macht, ist die Tatsache, dass man eine sehr starke Waffe hat und alle Punkte zwei- bis dreifach gezählt werden. Aber auch dieser Modus endet nach wenigen Sekunden und lässt das Spiel dann wieder vollkommen normal ablaufen.

 

Schafft man es bis zum Ende eines Level, hat man noch einen der großen Bossgegner zu bekämpfen, die selbstverständlich von Level zu Level stärker und somit schwerer zu besiegen sind. Schon ab dem dritten Level muss man sein Glück mindestens zwei Mal versuchen und einfach ausprobieren, welche Taktik für diesen Gegner am besten ist. Die Tatsache, dass ein Scheitern dazu führt, dass man das komplette Level erneut spielen muss, ist ein wenig nervig und zieht die Spielzeit auf eine nicht gerade schöne Weise in die Länge.

 

Insgesamt ist aber klar zu sagen, dass der Umfang des Spiels sehr gut und im Preisleistungsverhältnis klar gerechtfertigt ist. Nimmt man noch den Mehrspielermodus hinzu, auf den ich gleich noch eingehen werde, kann man in Sachen Umfang keinen Kritikpunkt finden.

 

 

In Sachen Steuerung haben sich die Entwickler anscheinend dazu entschieden, alte und neue Technik zu kombinieren. Während man im Spiel selbst nur per Digikreuz und B-Knopf spielt, hat man im Menü die Möglichkeit sich mit dem Stylus durchzunavigieren. Auch wenn es auf der einen Seite schon schade ist, dass man sein Geschütz nicht mit dem Stift über den Bildschirm ziehen kann, wo sich doch es das ganze Geschehen auf dem unteren Bildschirm abspielt, bleibt schlussendlich doch zu sagen, dass es wahrscheinlich besser war, sich für eine gute Steuerung nur per Knopf und Kreuz zu entscheiden um den Flair und Charme des original Space Invaders beizubehalten und nicht mit dem Franchise zu spielen, wie es in der Vergangenheit oft falsch gemacht wurde.

 

 

 

1978 trifft auf 2008

 

Auf der Technik-Ebene haben sich die Entwickler anscheinend das gleiche Überlegt, was sie sich für die Steuerung ausgedacht haben und einen Mix aus der Technik von 1978 und der von heute gemacht.

 

Die kleinen Invaders sehen noch genau so aus wie vor 30 Jahren. Das Menü ist sehr schlicht gehalten und zeigt immer nur einen Punkt an um die Übersicht zu gewährleisten und zu bewahren. Das einzige was grafisch gesehen sofort auffällt und ein Highlight von Space Invaders Extreme ist, sind die animierten Hintergründe. Man starrt also nicht mehr, wie im Original, auf einen schwarzen statischen Hintergrund sondern auf einen äußerst bunten und belebten Hintergrund, der aller Anschein nach nur dazu da ist. Hektik und Action in das Spielgeschehen zu bringen. Das ist den Entwicklern auch gelungen, ertappt man sich doch oft selbst dabei, eher auf die Animationen im Hintergrund zu achten als auf das, was im Vordergrund stehet und stehen sollte. Diese Mischung aus alt und neu macht die grafische Seite des Spiels zu etwas ganz besonderem und nie da gewesenem.

 

Kombiniert mit der musikalischen Untermalung ist technisch gesehen kaum was auszusetzen. Denn auch der Soundtrack des Spiels ist den Entwicklern sehr gelungen. In jedem Level bekommt man einen anderen Track zu hören, die Bonus- und Bossrunden haben noch ml jeweils ihr eigenes Stück und die Soundeffekte unterstreichen das hektische Spielgefühl mit einem sehr dicken Strich. Hinzu kommen die hin und wieder auftauchenden gesprochenen Worte, beispielsweise ein kleines „Go!“ zu Beginn eines neuen Level oder ein „Fever Time!“ beim Start von diesem Modus.

 

Das Zusammenspiel, um das noch mal ganz klar zu Formulieren, von Musik, Grafik und Spielgeschehen sind auf dem DS einzigartig und würdigen das Original im vollsten Maße. Sicherlich ist es keine technische Meisterleistung aber das bewusste Einsetzen gewisser Dinge an genau der richtigen Stelle machen aus Space Invaders Extreme genau das, was ein Franchise wie dieses es ist zum 30 jährigen Jubiläum verdient hat.

 

 

Eins gegen Eins gegen Millionen

 

Das Original Space Invaders konnte man auf dem Arcade Automaten im Mehrspielermodus nur abwechselnd zu zweit spielen. Die Neuauflage für den Nintendo DS bietet da so einiges mehr. Zwar spielt man immer noch nur zu zweit, doch das nicht mehr abwechselnd miteinander sondern gleichzeitig gegeneinander.

 

Dabei unterscheidet sich das Spiel nicht in Online oder Offlinemodus. Egal ob man das Spiel lokal gegen einen Kumpel spielt, was sogar mit nur einer Cardridge perfekt und in vollen Zügen zu genießen ist, oder online gegen einen völlig Fremden antritt, die Regeln bleiben immer gleich. Auf dem unteren Bildschirm stellt sich das aus dem Singleplayermdus bekannte dar: oben die feindlichen Eindringlinge, unten man selbst. Auch hier muss man die bunten Fieslingen am Himmel abschießen. Der Unterschied liegt aber darin, dass die abgeschossenen Invaders aber nicht einfach verschwinden sondern als neue UFOs auf dem Spielbildschirm des Gegners erscheinen und diesen von dort aus angreifen. Gleiches gilt aber natürlich auch umgekehrt. So erscheinen die von eurem Gegner besiegten Invaders an eurem Horizont und sollten von euch schnellt möglichst eliminiert werden. Wer von den beiden Spielern drei mal von den Aliens abgeschossen wurde, hat das Match verloren.

 

Der Onlinemodus bietet aber nicht nur das aktive Spiel, sondern auch weltweite Ranglisten, in die ihr eure Ergebnisse automatisch eintragen lassen könnt, sobald euer DS online ist. Das Vergleichen der Ergebnisse bringt nicht viel, kann aber motivierende Auswirkungen auf euer Spielverhalten haben.

 

Und auch technisch gesehen ist der Mehrspielermodus nahezu perfekt. Ob in den vielen online oder offline Matches die ich gespielt habe, konnte ich nie lange Ladezeiten oder gar Ruckler bemerken, das Finden von Mitspielern funktioniert zu so gut wie jeder Tageszeit super schnell und die lästigen Freundescodes sind nur dann nötig, wenn man online gegen einen Freund spielen will.

 

So sollte ein Mehrspielermodus bei einem Arcade-Shooter auf dem DS aussehen.

 

 

Ein wenig Kritik…

 

...bleibt aber dennoch zu üben. So gibt es in Space Invaders Extreme noch immer keinen richtigen Storymodus und das Spielgeschehen ist sehr linear und in jedem Level dasselbe. Aus diesem Grund gibt es im gesamten Spielverlauf nicht viel zu sehen und die Entdeckungsfreudigen unter euch werden schnell enttäuscht sein. Spielerisch kann das Spiel also nicht mit den heutigen Standards mithalten.

 

Aber genau das ist es im Grunde, was Space Invaders ist. Ein einfaches Spielprinzip mit einfachen Regeln, keinem großen Drum-Rum und einer gekonnt programmierten Steuerung, die einfacher nicht sein könnte. Und das weiß man als Spieler auch, wenn man sich dazu entscheidet, Space Invaders Extreme zu kaufen. Deswegen sollte man diese Kritikpunkte auch nicht all zu ernst nehmen, da sie im Grunde genau die Dinge sind, die als Prinzipien des jahrelangen Space Invaders Erfolgs gelten.

 

Vielen Dank an Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Ich denke aus den obigen Zeilen geht ganz klar hervor, welches abschließende Urteil ich über Space Invaders Extreme fällen werde. Mit der sehr guten Portierung des 30 Jahre alten Spielprinzips in eine technische Kulisse von heute, einer einfachen Steuerung und einem nahezu perfekten Mehrspielermodus haben die Entwickler alles richtig und den Fans ein großes Geschenk gemacht. Spieler des Originals werden sich schell wieder zurecht finden, bekommen aber genug Neues und Aufregendes geboten, dass sie wieder viele Stunden vor dem Spiel fesseln wird. Neueinsteiger kommen sehr schnell gut zurecht und finden vor allem im Mehrspielermodus online immer wieder neue Gegner, die mit ihnen wachsen und so immer schwerer zu besiegen werden. Mit einer UVP von 29,99 € liegt das Spiel mit der erbrachten Leistung genau in dem Bereich in dem man allen DS besitzenden Shoot 'em Up Fans eine ganz klare Kaufempfehlung aussprechen muss.

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

89%

Singleplayer

90%

Multiplayer

Release

04.06.2008

Developer

Taito

Publisher

Sqaure Enix

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

1-2

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2


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