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Reviews: Nintendo DS

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Pokémon Mystery Dungeon 2

RPG

21.09.2008

 

Autor: Daniel Nicolin

 

Es ist mal wieder so weit: Pokémon are back in town! Dieses Mal erwarten sie uns im zweiten Teil der "Mystery Dungeon"-Reihe, was mal wieder bedeutet, dass es sich um kein reinrassiges Pokémon-Game im eigentlichen Sinne handelt, sondern ihr höchstselbst in die Haut (das Fell) eines derartigen Geschöpfes schlüpfen müsst und schier endlos erscheinende Dungeons durchstreifen dürft.

 

 

Was geht?

 

Ähnlich wie beim Vorgänger landet ihr auf mehr oder minder unglücklichen Wegen in einer Gilde, in welcher euer alltägliches Geschäft darin besteht, die an einer Bretterwand ausgehängten Aufträge zu erledigen. Diese sind jedoch leider ebenso profan und monoton gehalten, wie schon im ersten Teil der Pokémon-Mystery-Saga: Begib dich in Etage X des Dungeons Y und finde Person Z. Dass da auch die zufällig generierten Dungeons keine allzu große Abwechslung in die Sache bringen, macht die Situation nicht unbedingt angenehmer. Hinzu kommt, dass nach jeder erfüllten Aufgabe der Tag automatisch beendet ist und ihr jedes mal eine nervtötende und immergleiche Sequenz vor den Latz geknallt bekommt, die ihr somit im Laufe des Spiels einige hundert Mal zu sehen bekommt: Alle Pokémon finden sich zum gemeinsamen Fressen ein, ihr begebt euch anschließend ins Bett und erwacht gut gelaunt am nächsten Morgen. Gähn! Der Hauptplot - ihr seid mehr oder minder auf der Suche nach eurem verlorenen Gedächtnis und findet nach und nach mehr über eure ehemals menschliche Identität heraus - lässt sich gut an und weiß durch seinen Hauch an Mystik weitaus besser zu gefallen, als der Vorgänger es vermochte. So kommt immerhin ein wenig mehr Abwechslung ins Alltagsgeschäft des Gildenlebens, wenn auch immer noch das Damoklesschwert der Monotonie über dem Game schwebt.

 

 

Kampfesfrust

 

Diese fast schon symbolische Monotonie zieht sich leider wie ein roter Faden durch sämtliche Bereiche des Games: Auch die Kämpfe gestalten sich derart eintönig, dass es zum verzweifeln ist. Kein übermäßig gewitzter Einsatz eurer Fähigkeiten oder Items ist nötig (was etwa den "Mystery Dungeon"-Titel Shiren, the Wanderer zu einem kleinen Meisterwerk gemacht hat!), um in den für die "Mystery Dungeon"-Reihe obligatorischerweise ins Spielgeschehen integrierten, rundenbasierten Kämpfen zu bestehen. Meistens genügt es, ein und denselben Angriff immer und immer wieder auszuführen, um den Gegner zu übertölpeln.

 

Wenn das Schicksal es gut mit euch meint, wollen die besiegten Viecher euch als Dank für das Vermöbeln sogar im weiteren Verlauf des Spiels begleiten. So könnt ihr mit einer Truppe aus bis zu vier Pokémon unterwegs sein, was vor allem in Kämpfen Erleichterung mit sich bringt - meistens zumindest, denn mitunter agieren eure DS-gesteuerten Mitstreiter (wie schon im Vorgänger!) so dämlich, dass sie die schwachsinnigsten und der Situation unangemessensten Spezial-Fähigkeiten anwenden. Und nicht nur das: Sie lieben es auch, sich in den Dungeons von euch zu trennen und ihre eigenen selbstmörderischen Unternehmungen zu starten - und das trotz der Tatsache, dass ich die Einstellung vorgenommen habe, dass die Gruppe zusammen bleiben soll. Na super! Da nützt es auch nicht viel, dass eure "Helden" durch das Essen bestimmter Beeren mehr IQ-Punkte gewinnen und Fähigkeiten erlernen, die es erlauben, bspw. im konfusen Zustand zumindest nicht die eigenen Mitstreiter zu verwunden o.ä.

 

 

Grafik, Sound

 

Auch was Grafik und Sound angeht, sind keine großartigen Verbesserungen im Vergleich zum Vorgänger zu verzeichnen. Okay, es ist ein Pokémon-Game und die konnten und wollten noch nie wirklich zu den audiovisuellen Perlen gehören, aber dennoch bleibt auch für einen bekennende Oldschool-Freund ein bitterer Beigeschmack, wenn die Technik gerade einmal durchschnittliches GBA-Niveau erreicht. Grafisch schwankt das Spiel zwischen der bunt und liebevoll gestallteten Dorfkulisse und den eher fade wirkenden Dungeons, die zwar mit mehr Texturen als der Vorgänger aufwarten können, jedoch immer noch ein zu schwaches Bild hinterlassen. Die Soundeffekte wiederum hätte man sich wirklich komplett schenken können, wenn sie schon derart lieblos aus den ältesten Konserven gekramt und aufgewärmt werden. Zugegeben: Hin und wieder bahnt sich ein optisch schmuckeres Zwischensequenzchen seinen Weg auf den Bildschirm, und musiktechnisch gibt es auch mitunter stimmige Melodien zu erlauschen - aber leider ist hier keine qualitative Kontinuität zu verzeichnen. Schade.

 

 

Steuerung

 

An der Steuerung gibt's nicht allzu viel zu meckern, die funktioniert in ihrer Gesamtheit betrachtet recht gut. Hier und da nerven umständliche Wege zum ein oder anderen Untermenü, und besonders die Tatsache, dass ich mein Team nach jedem Tag erneut ausrüsten muss, kann ganz schön frustrieren - aber wenn man sich mit diesen Schönheitsfehlern arrangiert hat, so steuert man sich zumindest halbwegs frohen Mutes durch die Gefilde und kann dem Game auch durchaus Spielspaß abgewinnen.

 

Getrübt wird dieser Spielspaß leider immer wieder durch die oben angesprochenen Mängel und zusätzlich durch verdammt hohle Dialoge und sinnlos in die Länge gezogene Zwischensequenzen, die sich nicht allesamt dadurch rechtfertigen lassen, dass das Spiel für eine jüngere Zielgruppe konzipiert wurde.

 

 

Multiplayer

 

Der Multiplayer-Modus beschränkt sich auf die "Mystery Dungeon"-üblichen Verdächtigen: Itemtausch, Teamdaten handeln und Freundrettung - eigentlich allesamt überflüssig; vor allem erfüllt die Rettung nicht den Zweck, wie sie es bei einem knallharten roguelike-Game tut, denn der Pokémon-Verschnitt ist mehr als fair in dieser Hinsicht: Ihr behaltet bei jedem Scheitern euren Level und sogar sämtliche Items, könnt den Spielstand auch jederzeit und so oft ihr wollt neu laden. Insofern haben wir es hier erneut mit einer absoluten Light-Variante aus der "Mystery Dungeon"-Serie zu tun, was dem "europäischen Durchschnittszocker" und jüngeren Spielern in Sachen Schwierigkeitsgrad durchaus entgegen kommt.


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Fazit

Das Spiel ist der Inbegriff eines Wechselbads der Gefühle: Es schwankt stark zwischen streckenweise monotonen Etappen und wirklich motiverenden Passagen, hat eine brauchbare Story als Grundlage, die jedoch manchmal arg untergeht, wenn ewig lange und nichtssagende Dialoge sich wie ein Schatten über sie legen; grafisch und soundtechnisch gilt das gleiche: Von sehr schön bis fast schon lieblos wird die gesamte Skala abgedeckt, und auch die Steuerung hat sich der unverzeihlichen Schönheitsfehler des Vorgängers leider nicht entledigt. Insgesamt steckt es diesen jedoch recht locker in die Tasche, ganz einfach, weil die positiven Momente eindeutig zugenommen und streckenweise sogar die Überhand gewonnen haben. Somit gilt: Wahre Pokémon-Fans werden ohnehin nicht drumherum kommen; diejenigen, die schon den Vorgänger trotz der Mängel mochten, werden hier sicher nicht enttäuscht werden und können bedenkenlos zuschlagen; und allen anderen und besonders den "Mystery-Dungeon"-Fans sei ein probeweises Anzocken dringendst ans Herz gelegt. Vielleicht reichts beim nächsten Mal schon für ein gutes Game.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

60%

Singleplayer

60%

Multiplayer

Release

04.07.2008

Developer

Chunsoft

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

1-2

Anzahl Spieler (WLAN)

1-2


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