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Reviews: Nintendo DS

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Madden NFL 09

Sport

01.10.2008

Autor: Marcel Witte

 

 

Das Ansehen, welches in Deutschland der Fußball genießt, genießt in den Vereinigten Staaten Football. Mit Madden NFL bringt EA den Volkssport Nummer eins aus den USA in unsere Wohnzimmer. Und wie es bei Electronic Arts üblich ist, versucht man mit Lizenzen die Fans des jeweiligen Sports für sich zu begeistern. Dass die Käufer aber mittlerweile anspruchsvoller sind, ist auch klar, so dass man Grafik Sound und Gameplay nicht vernachlässigen sollte. Ob es Electronic Arts und Tiburon (Entwickler) gelungen ist, ein gutes Sportspiel zu produzieren und zu entwickeln, könnt ihr den nächsten Zeilen entnehmen.

 

 

Ohne Regeln nichts gewesen!

 

Was bei Football so schwer ist, ist das Verständnis der Regeln. Aber genau diese sollte man beherrschen, um direkt ins Spiel einsteigen zu können. Man kann sich Football ähnlich wie Fußball vorstellen mit ein paar Unterschieden. Erstmal beinhaltet jede Mannschaft, genau wie bei unserem Volkssport, elf Team-Mitglieder, die sich auf dem Spielfeld befinden. Hierbei muss man zwischen Defensive und Offensive unterscheiden, denn ein Coach kann beliebig oft die Mitspieler auswechseln. Weiter ist das Spielfeld auch ähnlich groß.

 

Großer Unterschied ist, dass die Team keine Tore schießen sondern Punkte sammeln. Dazu muss ein Spieler mit dem Football in der Hand in die Endzone des gegnerischen Teams eindringen. Gelingt ihm dies, schreien Moderatoren und Fans „TOUCHDOWN“. Sechs Punkte winken der Mannschaft. Anschließend bleibt die Mannschaft für einen weiteren Zug im Ballbesitz. Zu diesem Zeitpunkt ist es möglich, über diverse Spielzüge Zusatzpunkte zu sammeln. Dabei kann man den Football, wie es normalerweise üblich ist, durch zwei Stangen (Tor) schießen, oder etwas untypisch einen weiteren Touchdown erzielen. Für den Tritt durch die beiden Stangen gibt es zwei Punkte.

Aber auch die Mannschaft in der Defensive kann Punkten. Man muss die angreifende Mannschaft in ihrer Endzone zu Fall bringen. Wenn man dies schafft, winkten einem zwei Punkte.

 

Bleibt nur noch zu sagen, wie man den Ball verlieren beziehungsweise gewinnen kann. Dies stellt sich ziemlich schwer dar. Denn wenn man im Ballbesitz ist, hat man vier Runs um das Ei mit Narbe genau fünf Yards weit zu bringen. Hat man das geschafft, bekommt man wieder vier Runs. Das geht solange bis man einen Touchdown erzielt oder den Ball verliert. Man verliert den Ball, wie gesagt, wenn man es nicht schafft in vier Runs 5 Yards weit zukommen, oder wenn der Gegner den Ball fängt, bevor der eigene Spieler am Ball ist.

 

 

Der Umfang ist riesig!

 

Ich hatte den Eindruck, dass Madden NFL 09 wirklich alle Modi unterstützt und in diesen noch einige Unterteilung gemacht hat. Im Singleplayermodus gibt es diverse Optionen darunter ein Tuniermodus, ein etwas mager ausgefallener Trainingsmodus, Minispiele, die im Vergleich zur Vorgängerversion neu sind und die Parade-Disziplin Franchise. In dieser stellt man sich einer kompletten Saison mit allen Höhen und Tiefen. Hier können Spieler gekauft und verkauft werden. Um so die stärkste Truppe zusammen zu stellen. Das macht man natürlich nicht ohne Grund, denn der Gewinn des Superbowls ist wohl der Höhepunkt jeder Spieler- und Trainerkarriere. Wer darauf aber keine Lust hat, kann sich aber auch seine eigene Liga in der Custom League Modus entwerfen. Hier hat man auch die Möglichkeit Rückrunden zu spielen und sonst alles was das Herz begehrt.

 

Aber auch die Multiplayer-Modi sind nicht zu unterschätzen; so bietet Madden NFL das drahtlose Einzelkarten Spiel, indem sich zwei Spieler in Matches messen können. Wie es üblich ist gibt es hier keine Übertragungsprobleme. So auch bei dem drahtlosen Multi-Karten-Spiel. Hier kann man, da jeder Spieler seine eigene DS-Karte braucht, auch mehr Modi, wie diverse Turniere, spielen. Beim Multi-Karten-Spiel können sage und schreibe bis zu acht Personen gleichzeitig zocken. Diese werden in zwei Teams aufgeteilt und los geht.

 

Und auch die Wi-Fi Connection wird von Madden NFL 09 auf dem Nintendo DS unterstützt. Hier kann man mit schon über Freundescodes eingetragenen Freunden zocken, oder einfach einem Spiel beitreten. Bei diesem sucht man ein Spiel von einer unbekannten Person und versucht diesen natürlich zu schlagen. Aber der Online-Modus bietet so einige Tücken. Die größte ist das Warten auf einen Spieler. Ich erkläre es mir mal mit der Tatsache, dass Madden NFL in Deutschland beziehungsweise in Europa nicht so viel Anklang findet oder gefunden hat, so dass es einige Zeit dauert bis man einen Spieler findet. Wartezeiten von 30 Minuten sind hier keine Seltenheit. Schade! Hat man dann ein Spieler irgendwo auf der Welt ausfindig gemacht, kann so eine Partie, da es neben Sport auch ein Strategie-Spiel ist, schon einige Zeit dauern. Dies ist natürlich ziemlich demotivierend.

 

 

Strategie oder Sport?

 

Definitiv ist Football eine Kunst für sich. Unverständliche Regeln und die Frage „Spiele ich gerade ein Strategiespiel?“ sind an der Tagesordnung. An sich ist Madden ein Strategie-Spiel mit Sportelementen, denn vor jedem Spielzug muss man aus diversen Strategien wählen, welche man auf den nächsten Spielzug anwende möchte. Dieses gilt sowohl für die Offensive, als auch für die Defensive. Im Grunde ist es immer dasselbe. Man wählt ein Spielzug zum Beispiel für die Offensive. Anschließend (eigentlich gleichzeitig) wählt der Gegner eine Verteidigungsstrategie aus, um den Angriff aufzuhalten. Natürlich ist es nicht immer gegeben auf eine offensive Strategie eine passende Defensive zu haben. Man kann aber auch kurz bevor der Ball freigegeben wird noch wechseln, um so seine eigenen Leute besser zu positionieren. Jedoch sieht man nicht, welchen Angriff der Gegner ausführen wird, so dass es immer ein kleines bisschen Glück ist, die richtige Strategie auszuwählen. Natürlich gilt das auch für die Offensive, welche auf mehrere Arten den Gegner aus der Fassung bringen kann. So kann man sich einen Überblick über das Spielfeld verschaffen. Dort sieht man dann auch die Laufwege der einzelnen Anspielstationen. Weiter kann man den Spieler dem die Taste „R“ zugewiesen wurde von links nach rechts und umgekehrt bewegen, ohne dabei einen neuen Spielzug zu kreieren. Besonders das Herumprobieren verschiedener unkonventioneller Züge macht bei Madden Spaß. Die Schwierigkeit, die aus diesem resultiert, sollte man jedoch nicht unterschätzen. Es ist sehr viel schwieriger, als es aussieht.

 

 

Veränderung zum Vorgänger?!

 

Nein! Ganz klar. Der Nachfolger 09 wurde etwas aufgewertet. Ein paar Schönheitsoperationen hier und da, wenn man denn noch das Gesicht auf dem Cover ändert, erhält man Madden 09. Einzige nennenswerte Neuerung sind die Minigames, die, wie der Name schon sagt, am Rande des Geschehens ein kleine Nebenrolle spielen und auch meistens nach einmal spielen keine Aufmerksamkeit mehr auf sich lenken.

 

 

Technik und Steuerungsvarianten

 

Steuerungstechnisch bietet Madden NFL 09 die ganze Palette. Es kommt also auf einen selbst an ob man lieber mit D-Pad und Tasten, oder mit Touchscreen und Stylus das Spielgeschehen auf dem Feld steuert. Es kam mir nur so vor, als würde sich die Menüführung mit dem Stylus einfacher gestalten lassen, dafür weiß diese aber auf dem Spielfeld nicht so zu überzeugen, da man schnell auf gewisse Züge reagieren muss. Das funktioniert einfach besser, wenn man schnell die entsprechende Taste drückt. Während man mit der Tastenbelegung spielt, fällt einem schnell auf, dass Madden für wirklich alle möglichen Tasten gekonnt Verwendung findet.

 

 

Audiovisuelle Umsetzung

 

Grafisch bietet Madden NFL 09 eine solide Leistung. Es versetzt einen nichts in Erstaunen, aber auch nicht ins negative Staunen. So sind im Gegenteil die Spieler recht detailreich dargestellt. Auch die Bewegungen sind flüssig und wirken nicht irgendwie abgehackt. Lediglich bei ein paar Situationen, welche äußerst selten im Spiel auftreten, passiert es, dass ein Fuß im Kopf eines zu Boden geworfenen Spielers stecken bleibt. Diese Situationen treten aber nur sehr selten auf, so dass sie den Spielverlauf nicht weiter beeinträchtigen, aber trotzdem hier erwähnt werden müssen.

 

Zur musikalischen Unterstützung bleibt ähnliches zusagen. Größter Kritikpunkt ist die Auswahl, die nicht wirklich vorhanden ist. Es gibt einige Rocksongs, die mit Rap unterlegt sind, aber das war es auch schon. Ein bisschen Variation wäre hier nicht schlecht gewesen. An der Qualität kann man nichts bemängeln.

 

 

Meckerecke

 

Es gibt manchmal gewisse Schwierigkeiten mit Sportspielen, die Unmengen an Lizenzen mit sich bringen. Eigentlich ist man schwere Fehltritte von Electronic Arts nicht gewohnt. Und auch hier wird man nicht sonderlich schwer enttäuscht. Es gibt jedoch einige Sachen, die man ansprechen muss, aber großartige Programmierfehler sucht man zum Glück vergebens. Zuerst steht wohl der Online-Modus auf dem Programm, denn hier dauert es einfach viel zu lange, um einen Spieler zu finden. Und da hier Mensch gegen Mensch steht und sich die beiden Kontrahenten sich nichts schenken wollen, könne die Matches schon einmal sehr lange dauern, da die Zeit nach dem Football-Regelwerk nach jedem Spielzug angehalten wird. Man verliert schnell die Lust am Spielen.

 

Zweitens ist die musikalische Untermalung von Madden. Natürlich gehört zu so einem Männersport auch harte Musik, wie sie in Form von Rocksongs gegeben ist, dennoch hätte ich mir hier eine größere Abwechslung gewünscht. Es wird zwar nicht nervig oder gar fehl am Platz, aber wenn man genau hinhört, fällt es einem doch auf.

 

Drittens ist das nicht vorhandene Regelwerk. Natürlich kann man von ausgehen, wenn sich jemand Madden NFL 09 für den DS holt, dass er auch die Regel wenigstens ansatzweise kennt. Trotzdem wird ohne Regelwerk jeder neue sportbegeisterte Fan ins kalte Wasser geworfen. Man braucht also gerade anfangs noch unheimlich Motivation, um sich durch Herumprobieren an die Regeln heran zu tasten. Leider wandelt sich die Motivation nicht selten in Demotivation um, so dass Madden schnell wieder in der Schachtel landet, aus der es gekommen ist.

 

 

Vielen Dank an Electronic Arts für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Linzenzmüll sieht definitiv anders aus, aber ganz überzeugt bin ich auch nicht. So gibt es einige Sachen, die EA beziehungsweise Tiburon gut gemacht haben und einige, die nicht so gut ausgefallen sind. Positiv hervorzuheben ist die schön anzusehende Grafik mit allen Spielern, die die NFL zu bieten hat. Jedem der gerne ins Fooball-Geschehen einsteigen möchte, empfehle ich aber erst ein Regelwerk zur Hand zu nehmen, da quasi keine Aufklärung mit einem Tutorial oder Ähnlichem statt findet. Das ist wohl der stärkste Kritikpunkt, den man findet. Ansonsten ist natürlich noch hervorzuheben, dass Madden NFL 09 jeglichen Multiplayer-Modui unterstützt. Sei es Multi-Kart-, Single-Kart- oder sogar Online-Modus. Also alle, die muskelbepackte Männer in dicken „Rüstungen“ über ein 120 Yard Spielfeld beobachten oder bewegen wollen sollten sich diesen Titel vormerken. Fans dürfen natürlich sofort zugreifen, da sie mit dem Spiel nicht falsch machen können. Bleibt nur noch zu sagen: „44, 56, 38.........go!“

Grafik

gut

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

73%

Singleplayer

71%

Multiplayer

Release

28.08.2008

Developer

Tiburon

Publisher

Electronic Arts

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

1-2

Anzahl Spieler (WLAN)

1-8


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