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Reviews: Nintendo DS

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Führerschein-Trainer DS

Training

02.10.2008

Autor: René Schäfer

 

Um in das Thema dieses Artikel einzusteigen, will ich zuerst einmal, dass Sie, lieber Leser, sich vergegenwärtigen, welches Datum heute ist. Sicher werden Sie schnell darauf kommen, dass zumindest die Jahreszahl eine 2 und eine 0 enthält, richtig?

 

Jetzt bitte ich Sie, sich mal an die Zeit zurück zu erinnern, in der Sie ihren Führerschein (egal welcher Klasse) gemacht haben. Welche Ziffern diese Jahreszahl prägen, wollen wir hier jetzt nicht so genau erörtern. In den meisten Fällen wird es jedoch so sein, dass Sie sich vor allem auf die theoretische Prüfung mit den allgemein bekannten und relativ beliebten Übungsbögen und einem Bleistift vorbereitet haben, richtig?

 

Um unsere kleine Zeitreise abzuschließen möchte ich, dass Sie wieder zurück in die Gegenwart kommen, das 21. Jahrhundert, wie wir zu Beginn festgestellt haben. Die letzte Aufgabe unserer imaginären Reise wird etwas komplizierter. Für den einen oder anderen zumindest. Stellen Sie sich nämlich jetzt bitte einen jungen Menschen von heute vor, der sich in der Fahrschule, sagen wir für den normalen PKW-Führerschein der Klasse B, anmeldet. Und jetzt bitte mit aller Kraft daran denken, was die meisten von diesen jungen Menschen für teures Geld in die Hand gedrückt bekommen.

 

Richtig: Die altbekannten, mittlerweile sehr alt-bekannten, Übungsbögen!

 

Vermutlich ist der ein oder andere unter Ihnen jetzt schon etwas müde von den vielen schweren Aufgaben, die ich Ihnen bis hierher gestellt habe. Aber um eines bitte ich Sie noch: Beantworten sie mir eine Frage. Warum bekommen diese jungen Menschen immer noch diese, viel zu teuren, unökonomischen Bögen in die Hand gedrückt?

 

Sollten Sie sich jetzt die Frage stellen, wie es denn sonst funktionieren soll, haben Sie es vermutlich nur mit Mühe und Not hierher geschafft, denn den Weg den man gehen kann um das Lernen für den Führerschein um einiges leichter, billiger und ökonomischer zu gestalten ist mindestens genau so einfach wie der, der hierher führt. Und weil ich meine zu wissen, dass Sie es nicht so schwer hatten, den Weg hierher zu finden, möchte ich Ihnen jetzt folgendes Produkt vorstellen: den Führerscheintrainer von Zonelink für die tragbare Spielkonsole Nintendo DS.

 

Zuerst mach ich aber Schluss mit diesem albernen formellen Getue.

 

 

Alles digital

 

Die Welt des Straßenverkehrs auf knapp 2 mal 2 cm DS-Karte scheint im ersten Augenblick schwierig und schwer umsetzbar. Immerhin gibt es eine Menge Regeln und Formeln, Praxisbeispiele und eventuell auch Erklärungen, die untergebracht werden müssen.

 

Dennoch schafft es Zonelink eine Struktur in den großen Wirrwarr aus Fragen und Antworten zu bringen. So soll man sich zu Beginn erst mal eine Führerscheinklasse aussuchen, für die man lernen möchte. Hat man das dann getan, geht es weiter ins Hauptmenü. Natürlich muss man nicht immer wieder eine Klasse wählen, wenn man das Spiel startet. Denn diese wird genau so wie die eigenen Lernerfolge auf einem von vier Speicherslots im Spiel gespeichert. So muss man, nach erstmaligem Einrichten, nur noch seinen Slot auswählen und kann loslegen. Im Hauptmenü angekommen hat man dann mehrere Möglichkeiten, die man anwählen kann. Fangen wir aber ganz oben an und arbeiten uns nach unten.

 

Wählt man die erste Option, das Training, kann man sich einen von mehr als 60 Fragebögen aussuchen, den man denn bearbeiten will. Hierbei erscheint auf dem oberen Bildschirm die Frage und je nachdem ob eins dazu gehört auch ein kleines Bild. Auf dem Touchscreen unten sind dann die drei Antwortmöglichkeiten, von denen man die richtigen auswählen muss, ganz dem DS gerecht per einfachem Klick darauf. Dass das aber nicht immer wirklich so einfach ist wie es klingt, erklär ich euch später im entsprechenden Absatz zur Steuerung des Führerscheintrainers. Bleiben wir erst mal bei dem Fragebildschirm. Denn neben den Antwortmöglichkeiten gibt es zum einen einen kleinen Button, um zur nächsten und einen um zur vorherigen Frage zu gelangen, sowie einen “Knopf”, der die oben dargestellten Bilder, die man auch auf den gedruckten Übungsbögen findet, vergrößert, sodass sie sich über den kompletten oberen Bildschirm erstrecken. Dadurch dass es eine Menge Bilder in ziemlich guter Qualität zu sehen gibt, heimst das Spiel mit diesem Feature einige Pluspunkte ein.

 

Kommen wir zum nächsten Menüpunkt, den Prüfungen. Genau wie beim Lernen wählt man zunächst einen von 60 Bögen und muss dann 30 Fragen innerhalb von 30 Minuten beantworten. Hier sieht der Spielbildschirm dementsprechend genau so aus wie beim Trainingsmodus. Hat man alle Fragen beantwortet und drückt auf den Abgeben-Button, bekommt man sofort angezeigt ob man bestanden hat oder durchgefallen ist. Inklusive der gemachten Fehlerpunkte. Wenn man möchte, kann man sich dann auch ansehen, welche Fragen man falsch, und welche richtig beantwortet hat. Eine Erklärung bietet das Spiel allerdings nicht.

 

Der dritte Punkt im Hauptmenü trägt den eindeutigen Titel “Spiele”. Hinter diesem verbergen sich drei kleine Minispiele, die einem wahrscheinlich einfach nur kleine Pausen zwischen dem lernen versüßen sollen. Dementsprechend sind die Spiele auch wenig aufwendig gestaltet und einfach zu spielen. Der kleine Gedanke dahinter wird wahrscheinlich der sein, denn Alltag ein wenig zu simulieren. Auf Grund der technischen Möglichkeiten des Nintendo DS gelingt das allerdings nicht all zu gut, sodass man die Spiele nicht wirklich auf den Alltag reflektieren sollte. Neben einem kleinen Puzzlespiel bei dem man den Weg finden muss gibt es unter anderem auch noch ein Spielchen, bei dem man sein Auto waschen muss. Mehr als zwei Minuten Stylusgekratze auf dem Bildschirm ist das allerdings nicht.

 

Der letze anwählbare Punkt im Hauptmenü ist genau so schnell zu verstehen wie der vorherige. Hinter “Extras” verbirgt sich neben einer Statistik über die Lernerfolge ein Promillerechner, der einem nach der Angabe des Geschlechts, des eigenen Körpergewichts und der getrunken Menge Alkohol sagt, was einem droht, sollte man sich in diesem Zustand noch hinters Steuer wagen. Neben diesen gibt es auch noch eine sehr abgespeckte Version des aktuellen Bußgeldkataloges. Genau wie der Promillerechner verrät dieser einem die auf einer zukommende Strafe. In diesem Fall aber die fürs zu schnell fahren.

 

 

Klick A, Klick B,… Nein nicht A; … B!

 

Wie schon angedeutet ist die Steuerung des Führerscheintrainers super simpel. Alles funktioniert über das Klicken auf dem Touchscreen. Seien es das Auswählen der Antworten oder das Spielen der kleinen Minispiele.

 

Auch bereits angedeutet hatte ich, dass es dann in der Praxis gar nicht so einfach ist. Denn die Erkennung des gemachten ist sehr ungenau. So kommt es nicht gerade selten vor, dass ein gemachtes Kreuzchen wieder verschwindet wenn man auf eine andere der Antwortoptionen klickt. Dies liegt nicht etwa daran, dass man nur eine Antwort pro Frage auswählen könnte (schön wär’s!), sondern daran, dass die Software den Klick falsch interpretiert und diesen so deutet, als hätte man noch mal auf die gleiche Stelle geklickt.

 

Im ersten Moment bin ich natürlich vom Schlimmsten ausgegangen und dachte mein Touchscreen wäre hinüber. Deswegen bin ich in die DS Eistellungen und habe ihn neu kalibriert. Das Problem blieb. Also hab ich die Cardrigde in einen anderen DS gesteckt und es da probiert. Das Problem blieb. Den nächsten DS ausprobiert und das Problem war immer noch da. Aus diesem Grund muss es einfach an der Soft- und nicht an der Hardware liegen, auch wenn dies ziemlich bizarr klingt. Doch damit nicht genug. So ein Verschwundenes Kreuz ist schnell wieder gemacht. Richtig ärgerlich wird es dann, wenn man Zahlenfelder ausfüllen muss. Beispielsweise bei der Frage nach dem Bremsweg in bestimmten Situationen.

 

Auf dem Touchscreen findet man dann neben einem kleinen weißen Feld einen Nummernblock mit den Zahlen von Null bis Neun sowie eine kleine Backspace-Taste. Will man dann dort beispielsweise die Zahl 110 eingeben, erscheint alles andere als das. Die ersten beiden Einser erscheinen wie gewollt doch nach einem Klick auf Null erscheint die dritte Eins im Eingabefeld. Will man diese dann mittels Backspace löschen, erscheint die vierte Eins. Ein nochmaliger Klick auf die Backspace-Taste macht dann auch das was es soll und die letzte Eins verschwindet. Ein weiter Klick auf dieselbe Taste lässt auch die dritte Eins verschwinden. Klickt man dann aber auf die Null passiert etwas, womit man bei diesem Spiel schon fast rechnen muss. Anstelle einer Auftauchenden Null, wird der gemachte Klick wieder falsch interpretiert und das Spiel wiederholt die zuletzt ausgeführte Aktion: der Klick auf die Backspace-Taste. Das lässt dann auch die zweite Eins, die eigentlich da bleiben sollte, verschwinden. Also drückt man wieder auf die Eins und das Spiel geht von vorne los.

 

Nervig, ärgerlich und unnötig macht dieser Bug vor allem das Lernen der Formeln und deren Berechnung sehr schwer. Deswegen muss ich an dieser Stelle wiedermal Backspace drücken und einige der Notenpunkte abziehen. Besonders schade, sollte so ein fieser Fehler doch beim Hausinternen testen des Produkts sofort auffallen.

 

 

Technische Umsetzung

 

Aufgrund dieses Mangels fällt natürlich auch die Bewertung der technischen Umsetzung schlechter aus, als sie sein müsste. Aber das ist nicht der einzige Grund, weswegen der Führerscheintrainer aus dem Hause Zonelink in diesem Punkt sehr wenig positive Bewertung bekommt. Zwar handelt es sich bei diesem Spiel mehr um eine Trainings- und Lernsoftware als um ein Spiel an sich, doch ist dies kein Grund dafür, dass das gesamte Spiel fast gar keinen Sound hat. Sicherlich würde er beim lernen und während den Prüfungen nur stören, doch in den Menüs und in den kleinen Spielen hätte schon eine nette Hintergrundmusik gepasst.

 

Viel mehr kann man in diesem Punkt auch gar nicht sagen. Zwar sticht es nicht aus der Masse heraus und hätte sich einiges von den anderen, früher, für den DS erschienen Führerscheintrainigs abgucken können. Doch auch so erfüllt dieses Stück Software total seinen Zweck, weswegen man gar nicht groß Meckern kann.

 

 

Meckerecke

 

Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären: Und auch hier gibt es nicht mehr all zu viel zu sagen. Über das Review verteilt habe ich schon die größten Schwachstellen besprochen. Hier ist vielleicht nur noch zu erwähnen, dass das Spiel so gut wie keinerlei Einstellungsoptionen hat, keinen Mehrspielermodus bietet und auch sonst sehr minimalistisch gestaltet ist. Der letzte große Kritikpunkt den man hier noch anbringen könnte ist die ziemlich kleine Schrift der Fragen und Antworten, die ich selbst mit aufgesetzter Brille aus mehr als 30 cm Entfernung nur noch schwer erkennen kann. Aber wieder bleibt zu sagen, dass dieses Spiel kein Spiel ist und auch nicht wirklich sein will.


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Fazit

Der Führerscheintrainer 2008/2009 aus dem Hause Zonelink bringt das Lernen für den Führerschein jeglicher Klasse ins 21. Jahrhundert. Da es die kompletten, offiziellen Fragenkataloge zu den Führerscheinen sind, ist der Umfang des Spiels dementsprechend. Das “Spiel” erfüllt auf jeden Fall seinen Zweck und hilft beim Vorbereiten auf die theoretische Prüfung beim TÜV. Vor allem in diesem Punkt kann ich aus eigener Erfahrung sprechen. Es sind in der Tat alle Fragen enthalten und die Bögen können so oft wie man will wiederholt werden. Hier kommet vor allem die Funktionen des Ansehens des richtig und falsch gemachten nach Prüfungen zum tragen! Bedenkt man dabei noch den Preis der Übungsbögen in der Fahrschule und sieht sich dann die UVP von 29,99€ muss man ganz klar sagen, dass hier die virtuelle Variante die Nase ganz klar vorne hat. Zeiht man dann noch in Betracht, dass alle Fragen für alle Klassen enthalten sind, kann man in Punkto Preis kein negatives Körnchen mehr finden.

Zu empfehlen ist dieser Titel vor allem für Fahrschüler die viel unterwegs sind und mobil lernen wollen. Dennoch sollte man auch mal die altmodische Variante des Lernens ausprobieren. Denn wie beim Lesen macht es auch beim Lernen einen Unterschied, ob man es an einem Monitor oder auf einem Blatt Papier macht. Ich persönlich hatte in dieser Hinsicht allerdings keinerlei Probleme.

Zum Schluss muss man aber leider noch sagen, dass jetzt keiner in den Laden laufen sollte um sich dieses Spiel sofort zu kaufen. Die Schwachstellen sind einfach zu groß, als dass man einfach über sie hinweg sehen könnte. Schaut euch vorher noch mal auf dem Markt um. Es gibt einige, und sicher auch einige bessere, Führerscheintrainer für Nintendos Handheld.

Auf eine Wertung wird verzichtet, da es sich nichgt um ein Spiel im eigentlichen Sinne handelt.

Release

30.05.2008

Developer

Zonelink

Publisher

HMH - Hambuger Medien Haus

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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