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Reviews: Nintendo DS

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10 gewinnt: Ein mathematisches Abenteuer

Adventure

05.10.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Nur die Zehn kann gewinnen!

 

Nach gefühlten 10.000 Spielen aus diversen Casual-Reihen von Nintendo haben sie sich endlich auch mal etwas Mühe bei einem Spiel gegeben und wollen die Lernerei geschickt in einem Abenteuer verpacken, in diesem Fall in einem mathematischen Abenteuer. Man selbst reist als namenloser Held (der am Anfang noch Wurst oder Horst genannt wird - schließlich hat man sein Können noch nicht bewiesen) in einer Welt voller Feen, die das Rechnen mit Zehnersummen perfektioniert haben. Um weiterzukommen muss man diese Feen in ihren ganz bestimmten Rechenspielen besiegen, damit man akzeptiert wird und langsam im Ansehen steigt. Ist man gut genug, kommt man nach und nach zu Mitgliedern der Gruppe der neun Großmeister und erarbeitet sich so immer höhere Anerkennung. Dabei enthüllen sich immer neue Aspekte der Geschichte und man lernt viele Freunde kennen, die einem bei der großen Aufgabe helfen können.

 

Man bewegt sich immer durch eine Reihe von Standbildern, was stets nach demselben Schema abläuft: Zu Beginn jeder der neun Welten im Spiel steht man an seinem Basislager. Von dort aus hat man die Möglichkeit, sich durch das Klicken auf Pfeile am Bildschirmrand auf der Karte zu bewegen. Die Umgebung ist dabei natürlich immer unterschiedlich groß und verschieden aufgebaut. Manchmal kann man auch nicht direkt auf einen Pfeil klicken, sondern muss dazu erst eine Aufgabe lösen, wie zum Beispiel einen bestimmten Gegenstand auf dem Bildschirm berühren, eine Aufgabe lösen oder versteckte Zahlen finden und so anklicken, dass sie eine Zehnersumme ergeben. Denn darum dreht sich im Spiel alles.

 

Hat man die Hauptumgebung des Levels untersucht, kann man sich ins Basislager begeben (ist auch schon vorher möglich) und von dort zu anderen Orten in diesem Level reisen. Aus einer Liste wählt man einen Gegner aus, den man bekämpfen möchte, um so seine Anerkennung zu bekommen. Dann gelangt man in den Unterabschnitt und muss sich auf die gleiche Weise durchklicken und trifft dann am Ende auf eine der Feen, die in einem Rechenspiel besiegt werden muss. Hier mal eine Auswahl aus den insgesamt 30 Aufgaben, die einem im Laufe des Abenteuers gestellt werden.

 

Sind wir zehn: Hier tauchen mehrere Figuren auf dem Bildschirm auf und drehen sich nach einer Weile um. Dann erkennt man mehrere Ziffern für kurze Zeit, bevor sich die Männchen wieder zurückdrehen. Dann muss man entscheiden, ob die Summe der Ziffern eine Zehnersumme war oder nicht.

 

Zehnerkanonade: Am oberen Bildschirmrand fliegt eine Fledermaus hin und her. Auf dieser steht eine bestimmte Ziffer. Am unteren Bildschirmrand sind drei Kanonen aufgebaut, denen jeweils auch eine Ziffer zugeordnet ist. Ziel des Spiels ist es, die Fledermaus so zu treffen, dass ihre Zahl plus die der sie getroffenen Kanonenkugeln eine Zehnersumme ergibt.

 

Tausch den Platz: Auf einem rechteckigen Spielfeld sind mehrere Steine mit Ziffern abgebildet. Diese muss man per Stylus so umsortieren, dass zwei nebeneinander liegende sich genau auf den Wert 10 addieren und sich damit auflösen. Ziel ist es, eine bestimmte Anzahl an Steinen verschwinden zu lassen.

 

Addier die Raupe: Unten im Bild läuft eine Raupe mit vier oder mehr Elementen langsam von links nach rechts. Der Spieler muss Ziffern auf den Bildschirm schreiben, die dafür sorgen, dass sich die einzelnen Felder nach und nach zu 10 addieren und damit verschwinden. Alternativ kann man auch gleich die gesamte Raupe addieren und damit auf einen Schlag auflösen.

 

Plus und Minus: Hier sind mehrere Ziffern nebeneinander angeordnet und man muss die Rechenzeichen Plus und Minus so dazwischen legen, dass am Ende eine Zehnersumme heraus kommt. Allerdings ist die Anzahl der zur Verfügung stehenden Operanden beschränkt, sodass die offensichtlichste Lösung nicht immer machbar ist.

 

Insgesamt sind die 30 Aufgaben erstaunlich vielseitig. Wiederholungen gibt es keine auch wenn das Ziel eigentlich immer dasselbe ist: Die Addition auf eine Zehnersumme. Unglaublich, was den Entwicklern hier alles eingefallen ist. Leider tröstet das nicht darüber hinweg, dass man unterm Strich für die insgesamt zu findenden 100 Feen jedes Mal genau dasselbe machen muss: Klicken, unterwegs Aufgaben lösen und am Ende einen Endgegner in einem bestimmten Spiel schlagen. Die Luft ist da schon nach wenigen Spielen ziemlich raus und das ständige Klicken nervt schnell nur noch. Zum Glück muss man nicht alle 100 Feen finden und besiegen, um das Spiel zu schaffen, es reichen etwa 60.

 

Immer, wenn man eine Fee besiegt hat, zieht diese an zwei Orte: Das Trainingsgebirge und die Versammlungsstätte. Ersteres ist ein Ort, an dem man die einzelnen Rechenspiele üben und perfektionieren kann. Insgesamt gibt es 30 Berge mit jeweils 10 Stufen, also 300 Aufgaben, die erst mal geknackt werden wollen. Dies passiert völlig losgelöst von Spiel, man muss eben lediglich beide Feen, die zu einem bestimmten Berg gehören erst gefunden haben, um bis zum Gipfel kommen zu können. Die Versammlungsstätte ist der Ort, an dem sich alle Feen versammeln. Dort kann man sich mit ihnen unterhalten und so Dinge erfahren, die man benötigt, um die versteckten Feen zu finden. Nötig ist das nicht, außer, man will alle 30 Berge bis zum Gipfel erklimmen und sich wirklich 100 Mal durch ähnlich aussende Gebiete klicken...

 

 

Umfang, Steuerung und Technik

 

Für das Abenteuer benötigt man etwa 10 Stunden, wenn man alles auf ein Minimum reduziert und schnell durch alle Aufgaben geht. Wirklich schwer sind diese hier nämlich nie. Um alles zu erreichen und auch jeden Berg bis zum Gipfel zu erklimmen benötigt man locker noch einmal so viel Zeit. Ganz schmerzfrei ist der Gipfelsturm auch nicht, denn die Aufgaben dort haben es echt in sich, so dass man teilweise viel Übung und Muße braucht, um es überhaupt zu schaffen. Während das Abenteuer irgendwie kaum für Motivation sorgt, ist es beim Trainingsgebirge genau umgekehrt. Schade nur, dass man das Abenteuer komplett schaffen muss, wenn man auch das Gebirge komplett besteigen will.

 

Die Steuerung ist kinderleicht und funktioniert einwandfrei. Man klickt sich nur per Stylus durch und auch alle Rechenspiele werden ausschließlich per Berührungssteuerung bedient. Bei manchen Dialogen nervt das etwas, da man dauernd auf den Touchscreen tippen muss; hier wäre eine Alternative per Tastendruck als Option eine klare Verbesserung gewesen. In den Spielen klappt auch alles einwandfrei, vor allem die Handschrifterkennung ist erste Sahne. Bei mir ist es nicht ein einziges Mal vorgekommen, dass das System eine geschriebene Ziffer falsch interpretiert hat und ich habe ziemlich viele eingegeben. Entweder haben sie sich hier wirklich große Mühe gegeben oder der Programmierer hat zufällig dieselbe Handschrift wie ich. ;-)

 

Technisch ist das Spiel leider im absoluten Untergeschoss. Sowohl die Grafik als auch die Musik sind kaum noch zu unterbieten. Die Umgebungen sind statisch, langweilig und ohne Abwechslung und obwohl es 100 verschiedene Feen gibt, die alle anders aussehen wiederholt sich doch alles irgendwie ständig. Vor allem die Leblosigkeit der einzelnen Hintergründe macht keinen Spaß. Die Musik ist so schlecht, dass ich erstmals bei einem DS-Spiel überhaupt, die Musik entweder ganz leise oder komplett herunter geregelt habe. Der Lärm beim Zugfahren ist deutlich angenehmer und abwechslungsreicher.

 

 

Meckerecke

 

Neben den Kritikpunkten bei der Technik gibt es noch andere Mängel. So fragt das Spiel zum Beispiel nach jeder besiegten Fee, ob man speichern möchte und danach, ob man das Spiel fortsetzen will. Das ist vor allem deshalb nervig, weil es teilweise im Abstand von fünf Minuten passiert. Nachdem man gespeichert oder abgelehnt hat, muss man dann sein Basislager erneut betreten, sich einen Vortrag von seinem Begleiter anhören und kann dann erst die nächste Aufgabe auswählen. Da das Abenteuer ohnehin schon sehr monoton ist, nerven diese zusätzlichen Zwangspausen erst recht.

 

Fast noch blöder ist aber, dass es nur einen Speicherstand gibt, so dass man das Spiel nicht mit Freunden oder der Familie teilen kann. So umfangreich kann das Abenteuer gar nicht sein, dass nicht noch Platz für mindestens zwei weitere Speichermöglichkeiten vorhanden gewesen wäre. So muss eben erst einer durchspielen, seine Daten löschen und dann kann der nächste Spieler loslegen. Kompliziert und alles andere als Zeitgemäß.

 

Schade ist auch, dass es keinen Mehrspieler-Modus gibt und das die Option "Download-Spiel" kaum erwähnenswert ist, da man damit nur einen kleinen Test in ein paar Rechenspielen machen kann, der zwar viele aber dafür nichtssagende Informationen über das eigene Können herausgibt.

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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Fazit

Im Ansatz ist 10 gewinnt ein sehr interessantes Spiel. Ein Lernspiel mit einem Abenteuer zu verbinden kann durchaus zusätzliche Motivation schaffen, was hier aber leider nicht der Fall ist. Das Potential wurde durch monotones Gameplay und eine gähnend langweilige Geschichte leider völlig verspielt. Dafür machen die 30 Rechenspiele großen Spaß und das Trainingsgebirge kann lange fesseln. Dumm nur, dass man dafür erst das Abenteuer gespielt haben muss. Technisch ist der Titel eine absolute Frechheit, vor allem die Musik ist mit das Schlimmste, was ich je auf der Konsole gehört habe. So viele Punkte gibt es nur, weil die einzelnen Aufgaben sehr abwechslungsreich sind, gut funktionieren und Spaß machen. Den Teil mit dem Abenteuer hätte man einfach weglassen können, dann wäre die Note höher gewesen. Für knapp 30 Euro ist es aber durchaus eine Empfehlung wert, wenn man gerne mathematische Spielchen spielt.

Grafik

schwach

Sound

sch...

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

69%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

26.09.2008

Developer

muu muu

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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