Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo DS

< zurück

Dinosaur King

RPG

10.10.2008

Autor: Mario Kablau

 

 

Hilfe, die Dinosaurier kommen!

 

Wie jeder weiß, sind Dinosaurier ausgestorben. Doch ein Labor hat es geschafft, so genannte Dino Pistolen zu erschaffen, die es ermöglichen, aus Fossilien lebende Dinosaurier zu machen. Leider fällt diese Technologie der Alpha Gang in die Hände, die die Urzeitwesen für ihre Zwecke missbrauchen will. Zwei Jungs werden mit der Aufgabe betreut, geheimnisvolle Steinfragmente zu finden, die Dr. Z, den Boss der Alpha Gang, aufhalten können. Doch er sucht auch danach und seine Gang hat extrem viele Schergen. Eine harte Aufgabe steht den beiden jungen Helden bevor, doch bewaffnet mit einem Viktory-Zeichen, einer Faust und einer flachen Hand (auch bekannt als Schere-Stein-Papier) können sie alles schaffen. Wenn das Glück ihnen treu ist...

 

Wer sich jetzt fragt, was dieses primitive Glücksspiel mit Dinosauriern zu tun hat, dem muss ich leider sagen: eine ganze Menge. Bei Dinosaur King handelt es sich um ein Rollenspiel mit Zufallskämpfen, die rundenbasiert ausgetragen werden. Das Kampfsystem ist Schere-Stein-Papier und hat damit fast nichts mit Können zu tun. Aber eins nach dem anderen.

 

Zu Beginn befindet ihr euch im Hauptquartier der Guten. Von dort aus reist ihr per Teleporter an die unterschiedlichsten Orte auf der Erde, die allesamt fiktiv sind. Auf den verschiedenen Kontinenten kommt man immer in eine Stadt, von wo aus man sich auf den Weg machen muss, die Mitglieder der Alpha Gang zu finden und unschädlich zu machen. In einer Stadt gibt es mehrere Häuser und Bewohner, denen geholfen werden muss. So erhält man Hinweise, wo die Lager und Quartiere der Bösen zu finden sind. Außerhalb der Städte gibt es mehrere Umgebungen, die Zugang zu den Verstecken der Bösen bieten. Dort läuft man einfach herum, bekämpft Gegner in Zufallskämpfen und schlägt sich so immer weiter durch, um den Boss des Gebietes zu finden. Dieser ist zuletzt in einem besonders schweren Kampf zu schlagen, damit man sein Steinfragment an sich nehmen kann.

 

Die Kämpfe werden rundenbasiert durchgeführt und man muss sich einfach vor jedem Zug entscheiden, ob man Schere, Stein oder Papier einsetzen will. Je nachdem, was der Gegner gewählt hat, führt man selbst einen Angriff aus, wird angegriffen oder es gibt ein Unentschieden. Die Attacken, die auf bestimmten Aktionen liegen, kann man selber auswählen. Steigt eine Dino in ein höheres Level, dann werden automatisch stärkere Aktionskarten erschaffen, die man dann über das Menü zuordnen kann. Wer sich jetzt denkt: „Aber dieses Kampfsystem hat doch nichts mit Können zu tun, sondern ist reine Glückssache!“ der hat zumindest teilweise recht. Manchmal bekommt man nämlich Tipps, was der Gegner als nächstes machen wird und manchmal eben auch nicht. Demnach ist es entweder geschenkt oder tatsächlich Glückssache. Es ist absolut nicht nachvollziehbar, wie man auf die Idee kommen kann, in einem RPG, in dem Kämpfe an der Tagesordnung sind, ein so dämliches System einzubauen. Das zerstört ein ansonsten gar nicht so schlechtes Spiel leider völlig.

 

Der Rest abseits vom Kampfsystem ist dagegen recht gut gelungen. Es gibt zahlreiche Dinosaurier, die schön animiert sind, jeweils eigene Attacken haben und authentisch modelliert wurden. Sogar Fossilien, die man findet und per Dino-Pistole zum Leben erweckt, sind nicht bloß Knochen, sondern tatsächlich exakte Darstellungen. Ebenso gibt es so viele Karten für Angriffe, die man beliebig kombinieren kann, dass der Hintergrund des Kampfsystems sehr vielseitig ist und durchaus begeistern kann. Es hapert nur leider gewaltig an der Front.

 

 

Umfang, Steuerung und Technik

 

Mit insgesamt knapp 15 Stunden Spielzeit ist Dinosaur King sicher kein besonders umfangreiches RPG, aber das ist auch gut so. Ich hatte schon nach knapp einer Stunde keine Lust mehr und habe mich den Rest der Zeit ziemlich gequält. Nicht nur, weil das Kampfsystem so nervig ist, sondern auch, weil man teilweise alle 10 Schritte angegriffen wird, so dass man in den großen Umgebungen ständig beim Erforschen und Graben gestört wird. Die Anzahl an Dinosauriern, Kampfaktionen und Items ist aber durchaus sehenswert.

 

Die Steuerung funktioniert einwandfrei. Man bewegt sich per Steuerkreuz und navigiert auch im Kampf durch selbiges. Die Tasten werden benutzt, um das Radar oder den Bohrer einzusetzen oder um schneller zu laufen. Im Kampf kann man die Aktionen auf dem unteren Bildschirm auch einfach antippen, so dass es wie selbstverständlich von der Hand geht. An dieser Stelle hätte man nichts besser machen können.

 

Technisch gibt es auch kaum Kritikpunkte. Die Grafik ist zwar nichts weltbewegendes, aber durchaus sehenswert. Die Umgebungen außerhalb der Kämpfe sehen ein wenig nach Zelda auf dem SNES aus und sind sehr detailreich, vielseitig und groß. Im Kampf dreht das Spiel technisch gesehen erst so richtig aus: Die Dinosaurier sind sehr schön dargestellt und auch die Angriffe sehr gut in Szene gesetzt. Auch hier wird Vielseitigkeit ganz groß geschrieben. Hier macht das Zusehen Spaß. Die Musik ist qualitativ ok, aber zu wenig abwechslungsreich.

 

 

Meckerecke

 

Ich habe es zwar schon eingehend beschrieben, aber damit es auch wirklich jeder mitbekommt: Das Spiel an sich ist gut, aber das Kampfsystem ist gelinde gesagt das Letzte. Schere-Stein-Papier ist nicht nur reine Glückssache, sondern nach spätestens 20 Duellen auch total stupide und langweilig. Wenn man dann man Tipps bekommt, was der Gegner als nächstes macht, ist es zwar extrem einfach, aber dann auch nicht wirklich motivierend, wenn man ihn besiegt hat. Kriegt man keinen Tipp oder einen absolut unverständlichen (z.B. „Ich weiß genau, was du als nächstes vor hast!“) und hat Pech, dann kann man sterben, obwohl man ausreichend starke Dinosaurier und gute Angriffe hat. Absolut unverständlich, wie man in einem RPG ein so dummes Kampfsystem einbauen kann. Damit wird ein an sich gutes Spiel leider total zerstört. Man muss schon viel Muße und Geduld haben, um den Abspann zu sehen. Der Weg dahin ist leider eine totale Qual.

 

 

Vielen Dank an Sega für die Bereitstellung des Testmusters.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

An sich ist die Idee gut und das Spiel sauber programmiert. Grundsätzlich ist es wohl eher für ein jüngeres Publikum gedacht, was wohl auch die Wahl des Kampfsystems erklärt. Allerdings ist es einfach total stupide und nervtötend, egal welcher Altersgruppe man angehört, viele hundert Kämpfe nach immer wieder demselben Schema mit nur drei Auswahlmöglichkeiten bestehen zu müssen. Gute Idee, gute Technik, tolle Steuerung, aber das mieseste Kampfsystem, was mir jemals untergekommen ist. Da es jedoch fast die Hälfte des gesamten Spiels ausmacht, ist die Note dementsprechend schlecht. Wer jedoch Lust auf zahllose Schere-Stein-Papier Duelle hat, der kann bedenkenlos zuschlagen.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

sch...

42%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

05.09.2008

Developer

Sega

Publisher

Sega

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes