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Reviews: Nintendo DS

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Bangai-O Spirits

Shoot 'em Up

11.10.2008

Autor: Ralf Weber

 

Die Firma Treasure Video Games dürfte dem einen oder anderen ein Begriff sein, zeichnen sie sich doch verantwortlich für Wario World, Mischief Makers oder Gunstar Heroes. Den Shoot 'em Up Freunden dürfte auch der Vorgänger Bangai-O für die Dreamcast etwas sagen. Seit 1992 bereits versorgt dieses Studio Spieler mit Action- und Lizenzspielen für Konsolen und Handhelds. Momentan arbeiten sie u.a. an der heiß herbei gesehnten Fortsetung zu Sin & Punishment für Wii.


 

Alles was man will und davon auch noch reichlich


Mit Bangai-O Spirits greifen sie einen Hit von 2000 wieder auf, der damals auf der seligen Dreamcast brillierte. Bangai-O ist ein Mechwarrior, den die jugendlichen Helden Ruri und Masato steuern. Diese tauchen allerdings nur im Tutorial auf, wo sie vom Professor die Funktionen des Mechs erklärt bekommen. Den Rest der Spielzeit verbringt man in den insgesamt 167 mitgelieferten Levels. Ja, richtig gelesen; 167 Level. Diese sind unterteilt in „Treasure's Best“, „Puzzle Stages“ sowie „Other Stages“. Dazu wird ein Leveleditor mitgeliefert, der relativ leicht verständlich ist. Hier kann man nicht nur neue Level erstellen, sondern auch die vorhandenen verändern. Erstellte Level werden dann als Soundatei über die Lautsprecher an andere DS-Besitzer geschickt oder per Mikro auf dem PC gespeichert; was allerdings bei keinem unserer Versuche klappte (dazu später mehr).


Dazu gibt’s eine Replayfunktion, die es erlaubt jeden Sieg abzuspeichern, um damit später die Kumpels zu beeindrucken. Zusätzlich gibt es einen Koop-Modus für bis zu 4 Zocker. Ihr merkt schon, dass man hier für sein Geld wirklich etwas geboten bekommt. Zeit fürs Detail:


 

Gib ihm


Bangai-O Spirits ist ein großartiges Shoot'em Up mit einigen Puzzleelementen. Hier wird sich nicht mit einer überflüssigen Story aufgehalten, sondern es geht direkt zur Sache. Alle Level sind von Beginn an verfügbar. Kommt man mal irgendwo nicht direkt auf den Trichter wie die Gegner zu besiegen sind, so nimmt man sich erstmal ein paar Andere vor.


Der Mechwarrior kann in den 2D Welten frei in alle 8 Richtungen fliegen, schießen und schlagen.

Es gibt 6 Standardwaffen, einen Schild, eine Rammattacke sowie 3 Spezialattacken aus denen man insgesamt 4 vor jedem Anschnitt aussuchen kann. Besonders spaßig ist der Baseballschläger, mit dem man die gegnerischen Geschosse einfach zurück schlägt auf die Fieslinge. Auf die Schultertasten legt man die Spezialattacken, von denen bei Spielstart 3 möglich sind, mehr erhält man im Laufe des Spiels, so denn man überlebt. Normale Geschosse können kombiniert werden, so dass unter Umständen neue Möglichkeiten entstehen. Kombiniert man beispielsweise Napalm und Break Projektile hat man die Vorteile von starker Penetration und Explosion. Das ist z.B. sehr hilfreich, um durch endlosen Raketenbeschuss zu dringen.


Bouncegeschosse hingegen prallen von Wänden ab usw. Das Tutorial ist hier recht ausführlich und hilft auch später noch als Nachschlagewerk. „Wozu das denn?“ fragt sich der geneigte Leser an dieser Stelle. Die Antwort ist simpel: Bangai-O verlangt außer schnellen Fingern auch noch ein wenig Hirnschmalz. Nur mit Dauerfeuer und schnellen Reaktionen wird man kaum die Hälfte aller Level überstehen. Immer wieder müsst ihr eure Waffenauswahl der Situation, den Gegnern und der Umgebung anpassen.


In jeder Stage gibt es einen oder mehrere Hauptgegner (Targets) sowie mehr oder weniger große Massen an Kanonenfutter. Anfangs sind die Stages sehr, sehr linear, doch bald werden sie immer verschachtelter. Oft schießt man sekundenlang nur in das Feuer der Gegner, um so mit den Breakgeschossen den endlosen Strahl an Raketen zu durchdringen oder man nutzt die Gefrierattacke um alle Gegner und Kugeln für bis zu 3 Sekunden anzuhalten. Meine Lieblingskombination von Spezialattacken wurde übrigens Freeze/Reflect. Mit Freeze wird alles kurz angehalten und mit Reflect werden alle Geschosse auf dem Bildschirm und alle Gegner in die Richtung geschleudert aus der sie kommen. Je länger man die entsprechende Schultertate drückt vor dem Loslassen, um so verheerender wird es. Einfach herrlich....


Auf dem Touchscreen findet die Action statt, während auf dem Topscreen eine Karte, die Anzahl und HP der Gegner sowie deren Postion zu sehen ist. Und Action gibt’s satt. Teilweise sind hunderte! von Projektilen auf dem Schirm zu sehen, dazu Explosionen, Leveleffekte, Gegner und natürlich Bangai-O selbst. Dazu später mehr.


Eine Besonderheit sind die Puzzle Stages. Hier gibt es zwar auch Gegner, doch der Fokus liegt klar auf echten Kopfnüssen. Die Levelarchitektur erlaubt hier oft nur einen Lösungsweg, der zu finden ist, während alles andere direkt in die Katastrophe und damit zu einem frühen Ableben führt. So muss man öfter mal einen oder mehrere Bälle durch Labyrinthe rammen, um damit dann einen Gegner zu besiegen. Oder eine ganz bestimmte Kettenreaktion auslösen, die den Weg zum Boss freigibt. Die Puzzle sind nie unfair, doch oft knackig schwer. Ein Traum...



Es blinkt und knallt


Das Spiel sieht einfach gut aus. Wunderschöne Explosionen in allen Farben, Leuchtspuren der Kugeln, Gegnereffekte und Architektur sorgen für Staunen. Alle Stages sind hervorragend auf das Gameplay abgestimmt und erfordern immer neues Vorgehen. Die schwarzen Hintergründe des Tutorials weichen später abwechslungsreichen, farbenfrohen Hintergründen. Dazu läuft ein treibender, motivierender Soundtrack, der das Adrenalin hochhält und genug Platz für die vielfachen Soundeffekte lässt.



Der Multiplayer:


Neben dem Singleplayer kann auch der Multiplayer überzeugen, allerdings mit einer Einschränkung. So bietet das Spiel keinen Einzelkartenmodus und auch keinen Onlinemodus, so dass man immer bis zu drei weitere Freunde mit dem Spiel zur Hand haben muss, was in der Realität wohl eher selten vorkommt. Es kann natürlich auch sein, dass Treasure aufgrund der effektgeladenen Grafik auf die beiden Modi bewusst verzichtet hat, da es sonst zu permanenten Rucklern gekommen wäre. Wie auch immer. Wenigstens funktioniert der Multikartenmodus, bei dem ihr eine Stage samt verschiedener Settings auswählt und dann antretet, wirklich gut und macht eine Menge Spaß.



Gemecker


Im Tutorial wird man bereits gewarnt, dass bei Spezialattacken nicht immer alle Projektile sichtbar sind. Wie auch, wenn man 160 davon per Reflect auf die Gegner lenkt und danach selbst nochmal 100 Suchraketen losschickt? Hier ist der gute DS einfach an den Grenzen seiner Leistung. Manchmal leider auch darüber hinaus, denn in Extremsituationen wird die Framerate sehr langsam.

Warum man das Tauschen von Levels so umständlich gestaltet, ist mir hier unklar. Anstatt die W-Lan- oder WiFi-Funktion zu nutzen, werden die Daten in Sounds umgewandelt, die der Empfänger dann mit dem Mikro seines DS's aufnimmt. Wer jemals die Spracherkennung benutzt hat, weiß wo das Problem liegt. Selbst in ruhigen Räumen hat kein Versuch geklappt. Immer wieder wurde gesagt wir sollen eine leisere Umgebung finden. Sehr schade, so muss die Welt auf meine Kreationen verzichten. ;-)

 

Wir danken Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

Großartiger Ballerspaß kombiniert mit kniffligen Rätseln. Teilweise ziemlich schwer, aber nie unfair. Die Level sind alle relativ kurz, so dass das Herausfinden der passenden Waffenkombos nie frustrierend oder langweilig wird. Der Umfang ist riesig. Dazu gibt e einen Leveleditor und einen WLAN-Modus für bis zu 4 Spieler. Wer bereit, ist mal ein Shoot 'em Up zu spielen, dass auch den Kopf fordert, wird hier eine Menge Spaß haben. Von mir gibt e hier nur eine klare, unbedingte Kaufempfehlung.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

super

87%

Singleplayer

86%

Multiplayer

Release

12.09.2008

Developer

Treasure

Publisher

D3 Publisher / Koch Media

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


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